Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 44 (30.10.1896)
- Date
- 1896-10-30
- Page
- Seite 737 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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i L Nr. 44 ™tten manche, i4 cer Mb etbatmung^lofft inu^ des Blutes ih^ Iet' et keuchte unb ft® pbcn Raubtieres-^ Seib eines Knaben, da!kehte um Erbarmen U Mus horte nicht, senden t gepackt fort übet k ^uft des verzweifelt »j wollte öiijfptinf. Nr. 44 Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 737. -tirn, seine Augen tolt:a t mit den Händen in 5? rchelnd zurück, tönte aus der ihn mit! die Barmherzigkeit ito dem Herrn, der ihr -n ter des Heilands," Wra ms in die Kirche, Ac zen Werkzeug seiner U aus den entseelten Km unter seiner Geißel st der Tod bamhny nungslos umher, Ich rren Augen, und er di! Soden ausgestrcckte mea mnetel ere Sünden mere,“ lb die Büßer spE' und sangen, sich stand eine»! Die Kennte nie! dicsn > den Juden Osteuropas sehr verbreitet; sie dient vielen sogar als Geschäftssprache, indem sie in diesem Idiom selbst ihre geschäftliche Korrespondenz erledigen. Aber auch litterarische Erscheinungen in hebräischer Sprache auf allen Gebieten der Wissenschaft und der Belletristik finden gegenwärtig in Rußland und Polen eine große Verbreitung. Namentlich ist es Warschau, welches seit einiger Zeit als Mittelpunkt des hebräischen Buchhandels und Verlags gilt. Vor einigen Jahren ist dort eine Verlagsanstalt „Achiaßaf" ins Leben gerufen worden, die sich um die Herausgabe guter Schriften auf verschiedenen Gebieten der Litteratur verdient gemacht hat. Seit Anfang dieses Jahres ist diese Verlagsanstalt in eine Aktiengesellschaft umgewandelt worden. Unter den verschiedenen Schriften, welche durch diesen Verlag letzthin verbreitet worden sind, ist in erster Reihe das bereits im vierten Jahrgange erschienene Jahrbuch hervorzuheben, welches inhaltlich und typographisch aufs beste ausgestattet ist. Von den vielen gediegenen Aufsätzen dieses reichhaltigen Jahrbuches (320 Seiten enggedruckten Text enthaltend) erwähnen wir vorläufig die wisseni'chastlich-litterarische Abhandlung „Der Dichter Immanuel Romi" von unserem Mitarbeiter Dr. S. Bernfeld, ferner die ergreifende Erzählung „Jakobs Flucht" von Ben-Ami, „Das;roße Los" (ein anmutiges und anmutendes Ghettobild) von Dkez, Gedichte von Frischman, Bialik rc. re. Neulich ist in Warschau eine zweite Verlagsanstalt für hebräische Litteratur luter der Leitung des rührigen und gemütvollen Publizisten!. Schalkowitz (Ben Abigedor) unter dem Namen „Tuchijjah" ins Leben getreten. Es sind bereits binnen kurzer : Zeit in diesem Verlage gediegene und lesenswerte Schriften rschienen, so die hebr. Chrestomatie „Eden Ha-Jeladim" von s. Tawiew, welche in dritter Auflage vorliegt, „Fabeln" von Weinberg, eine Biographie Smolensky's von R. Breinin, Dor Chacham", eine Monographie über die Begründer der wischen Wissenschaft, von Dr. S. Bernfeld und viele andere, . us die wir noch zurückzukommen gedenken. Beiden Verlagsnstalten wünschen wir im Interesse der hebr. Litteratur m besten Erfolg. — Gegen Ende dieses Monats erscheint hier . Berlin das erste Heft einer wissenschaftlichen Monatsschrift; hebräischer Sprache, welche an Gediegenheit und Reich- , rltigkeit alle derartigen Erscheinungen in dieser Sprache bei eitem übertreffen soll. Herausgeber und Redakteur dieser eitschrift (die den Namen „Haschiloach" führen wird) ist der - kannte Publizist U. Ginzberg, dessen in hebräischer - prache veröffentlichten Abhandlungen „Am Scheidewege" von elseitiger Bildung und tiefer Auffassung des Judentums ugen. Es ist daher zu erwarten, daß die Redaktion der uen Zeitschrift, welche monatlich im Umfange von mindestens Bogen Lexikonformat erscheint, allen Anforderungen eines gedetenPublikums, das nicht nur unterhalten, sondern auch be- >rt sein will, entsprechen wird. Wenn das erste Heft in fern Händen sein wird, gedenken wir diesem Unternehmen e eingehende Kritik zu widmen. * Die Krymschakcn. Vor einiger Zeit wurde in Simopol die neue Synagoge der „Krymschakcn" (Juden der ym) eingeweiht. Aus diesem Anlaß bringt die Zeitung rym" folgende interessante Einzelheiten über unsere dortigen aubensgenossen: Die Gemeinde der Krymschakcn besteht aus Juden, welche noch vor der tartarischen Herrschaft in der Krym ansässig waren. Einige Glieder dieser Gemeinde führen rein italienische Familiennamen, wie Lombroso, Angelo usw., was darauf hinweift, daß ihre Vorfahren zur Zeit der italienisch-genuesischen Herrschaft in Tauris, also noch vor den Tartaren hier gewohnt haben. Viele Krymschakcn wollen mit den übrigen Juden, außer der Religion, nichts gemein haben und sind überzeugt, daß die Rechte, welche den Karaiten verliehen worden, von Katharina der Großen auch auf sie ausgedehnt worden seien. Mit dieser Meinung stimmen auch einige Erforscher der krimischen Altertümer, wie z. B. Timoschewski, überein. Andere wollen in den krimischen Juden die Abkömmlinge der Chazaren finden, welche bekanntlich den jüdischen Glanben angenommen haben. Die krimischen Juden sind in der Art ihrer Beschäftigung, in ihrer Lebensweise, ihren Sitten und Gebräuchen den Tartaren sehr ähnlich. Zum Handel haben sie wenig Neigung. Sie sind merkwürdig ehrlich und arbeitsam. Für die Bildung haben sie wenig Sinn, und selten findet man einen krimischen Juden mit mittlerer, geschweige denn höherer Bildung. Die neue Synagoge ist aus Privatspenden erbaut, wobei Herr Lombroso die Hälfte der Ausgaben bestritten hat, was Herr Rabbiner Perlmann, welcher die Einweihung vollzog, in seiner Rede besonders hervorgehoben hat. Das neue Gebäude ist nicht groß, aber geschmackvoll eingerichtet und sehr zweckentsprechend. Hier und dort. £ Berlin, 27. Oktober. (Das Reichenheimsche Waisenhaus) erstattet seinen Rechenschaftsbericht über das Geschäftsjahr 1895/96. Die Anstalt beherbergte 79 Zöglinge (47 Knaben und 32 Mädchen) und 17 schieden im Laufe des Jahres aus. Die Knaben besuchten die städtischen Realschulen, resp. die Knabenschule der jüdischen Gemeinde; die Mädchen außer der Gemeindemädchenschule, Töchter- und Volksschulen. Der Gesundheitszustand in der Anstalt soll befriedigend gewesen sein, trotzdem ein Fachmann Kurator Prof. Lewin jüngst das Gegenteil festgestellt hat. * Berlin, 27. Oktober. (Noch einmal Herr Kremser.) Bei Homer stritten sieben Städte um die Ehre, ihn zu ihren Kindern zählen zu dürfen, um Herrn Kremser wird gestritten, nicht wo er geboren, sondern wo er begraben sei. Während wir in der vorletzten 'Nummer die Mitteilung bringen konnten, daß Kremser als Jude geboren, als Christ aber begraben worden, liegen uns heute zwei „authentische" Nachrichten vor, die einander — widersprechen. Aus Breslau wird von einer Seite geschrieben, daß Kremser auf einem alten jetzt wahrscheinlich nicht mehr vorhandenen christlichen Kirchhof, Neue Oderstraße dem Niederschl.-Märkischen Bahnhof gegenüber seine letzte Ruhestätte gefunden hat. „Ich habe als geborener Breslauer in derselben Straße bis 1870 gewohnt und bin infolgedessen sehrhäufig bei dem Kirchhof vorbeigekommen, wobei mir die Grabstätte, welche mit einer Marmortafel unter Angabe seiner Würde versehen war, sehr wohl noch erinnerlich ist." Von einer anderen: „Bezugnehmend aus die beiden Notizen in