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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-10-23 · 43 (23.10.1896) · p. Seite 711

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
43 (23.10.1896)
Date
1896-10-23
Page
Seite 711 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 43 Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 711. 'et Pwzcß Mchk tcitb bumm sein wollen noch lMn, den Talisman anm gestrigen „Ziege" in z an anderer Stelle. Hier \! obet Ablehnung erfahren, j lf) Jahrzehnten im Tienste \ diesem Dienste gestanden ' - Zentralvereins ihr Herz das Judentum schlägt - ch erdreistet - uns soll's >t aufhören denen, die mit len, zuzurufen: ufelt euch ein Kleid vor, f . ist; was ihr anhabt, sind i; \ T 19. Oktober. rsammlung bol ine Sitzung ini tritt der „neuen e kleine Ueberlichen Struktur jct diesmal beben unter aller guten Beziehungen zwischen Vorstand und Repräsentanten- Versammlung und damit für die Wiederherstellung des Friedens in unserer Gemeinde ein gutes Vorzeichen darstellen möge." Eine Besserung der akustischen Verhältnisse haben wir in der letzten Sitzung noch nicht konstatieren können. Kommen wir aber nun zur Sache selbst. Da wurde zunächst ein Schreiben verlesen, an Vorstand und Repräsentanten gerichtet, ohne Angabe des Datums und ohne Unterschrift. So viel von dem Inhalt zu verstehen war, bemängelte der Anonymus die Predigten an den hohen Feiertagen und verbreitete sich sonst noch de omnibus rebus et quibusdam aliis. Jedenfalls hat er seinen Zweck erreicht und sein übervolles Herz ausgeschüttet. Alsdann erklärte sich die Versammlung mit der Annahme einiger sehr bedeutender Legate einverstanden, welche der verstorbene Herr Felix Blumenthal testamentarisch der Gemeinde vermacht hat. Ein Kapital von 150,000 Mark bestimmt der Erblasser für eine Erweiterung bezw. einen Neubau des jüdischen Krankenhauses. Solange das nicht möglich ist, sollen die Zinsen dieser Summe bedürftigen Kranken und Rekonvaleszenten zu gute kommen. Weitere 30,000 Mark erhielt die Armenkommission zur Verteilung der Zinsen an verschiedene Arme am Sterbetage des Testators, und zwar in Beträgen von mindestens 100 Mark. 3000 Mark sind bestimmt zur Instandhaltung der Gräber des Verstorbenen und seiner Eltern. 20,000 Mark erhält die Altersversorgungs-Anstalt in der Schönhauser Allee (Mannheimersche Stiftung). Der nach Abzug dieser Legate noch verbleibenden Rest von etwa 80,000 Mark fällt ebenfalls der Gemeinde zu ohne nähere Bestimmung über dessen Verwendung. Eine Resolution der Kommission, den Vorstand zu ersuchen, die oben erwähnten 150,000 Mark zum Bau einer gynäkologischen Station im jüdischen Krankenhause zu verwenden — ein Wunsch, der mit großem Recht schon zu öfteren Malen geäußert worden ist — wurde vorläufig zurückgezogen. Ein weiteres Legat des Herrn Adolf Rieß in Dessau in Höhe von 6000 Mark wurde gleichfalls acceptiert. Aus den Erträgnissen soll ein Teil zur Instandhaltung der Gräber des Testators, soivie seiner Eltern und Großeltern verwandt werden, das klebrige fließt der Armenkommission und dem Hospital zu. Nach gepflogenen Verhandlungen mit den Meyerbeer'schen Erben giebt die Versammlung ihre Zustimmung zu einer Verlängerung der Hypotheken aus den Grundstücken Rosenstraße 2 und Gr. Hamburgerstraße 26 auf 5 bis 10 Jahre unkündbar. Der bisherige Zinsfuß betrug 3»/^ Proz., soll aber nunmehr nur noch 3'/, Prozent betragen. Die Summe von 5000 Mark wird bewilligt als Zuschuß zu den Einrichtitngskostcn des Hospitals. Erforderlich waren zu diesem Zweck 12,000 Mark, wovon 7000 Mark durch freiwillige Spenden bereits gedeckt sind. Es folgten sodann noch die Berichte über Kassenabschlüsse einzelner Spezialverwaltungen. Aus dem Bericht über das jüdische Krankenhaus entnehmen wir, daß dasselbe einen Minderverbrauch von 3350 Mark zu verzeichnen hatte. Von 1547 ausgenommenen Kranken wurden 55 Prozent gratis verpflegt und behandelt. Die Sterblichkeitsziffer betrug in der inneren Abteilung 13‘/2 Prozent, in der äußeren Abteilung 8'/« Prozent. Das Vermögen der Anstalt beträgt zur Zeit 1,193,006 Mark und hat sich gegen das Vorjahr um 25,287 Mark vermehrt. Die Zentralstelle für Wohlthätigkeits-Einrichtungen hat ihre Wirksamkeit in der Anbahnung einer Verbindung zwischen den einzelnen Abteilungen dieser Thätigkeit und gegenseitigen Auskunfts-Erteilung entfaltet. Ihr Konto schließt mit einem Minderverbrauch von 785,20 Mark ab. Nachdem noch 1999,35 Mark für Reparaturen an Grabsteinen, zu deren Erhaltung die Gemeinde verpflichtet ist, bewilligt worden, schließt die öffentliche Sitzung. So friedlich und gemütlich ist seit geraumer Zeit keine Sitzung verlaufen. „Ach, wenn cs doch immer so bliebe," mag wohl der Vorstand gedacht haben. IHfine Antwort. Offener Brief an Herrn Menlschnl-Direklnr Dr. Hirfch» Frankfurt a. M. M. Frankfurt a. M., im Oktober. Sehr geehrter Herr Direktor! Am 3. Septernber begannen Sie im „Israelit" eine Artikel-Serie gegen mich und meine Federzeichnung: „Von Hirsch bis Breuer" loszulassen. Ursprünglich hatte ich die Absicht, mit der Erwiderung zu warten, bis Sie fertig sind. Aber — Sie werben nicht fertig. Vom 3. September bis zum 1. Oktober geben Sie drei Artikel; wenn das in diesem Tempo weitergeht, kann das Jahrhundert zu Ende gehen, ehe Sie Ihr Herz ganz ausgeschüttet haben, und dieses Blatt ist nicht in der glücklichen Lage, seinen Lesern alte Sachen präsentieren zu dürfen. Ich habe mich daher entschlossen, Schlag auf Schlag zu erwidern; die bisherige Zugverspätung werde ich freilich nachholen müssen. Ich sagte: Sie haben eine Artikel-Serie gegen mich losgelassen. Das ist wahr, denn Ihre Artikel strotzen von Beleidigungen und Verdächtigungen. „Journalistischer Auswurs", „Karrikatur", „trauriger Mut", „Verlästerung", „Entstellung", „unwürdige Verleumdung", „Schmähartikel" — diese Dornenlese findet sich in 18 Zeilen Ihres ersten Artikels, während ich eine Prämie aussetzen dürfte auf ein Schimpfwort oder eine Beleidigullg in meinen bisherigen Artikeln. Das Gegenteil wäre eine Vorspiegelung Ihres hier allgemein bekannten Größenbewußtseins, der jede nicht auf das Kommando der Dynastie Hirsch einexerzierte Regung als eine „Schmähung", „Verleumdung", :c. — ich will nicht Ihr langes Register an Synonymen dieser Gattung aufziehen — kurz als eine Majestäts-Beleidigung auffaßt. Die Majestät der Dynastie Hirsch, der „das Judentum seine Rettung vom Untergang verdankt", ist bei Ihnen gleichsam eine angeborene Idee, deren Sie sich gar nicht entäußern können, und Sie verlieren sofort die Objektivität des Urteils, sobald man Sie und Ihre Familie wie gewöhnliche Menschenkinder behandelt. Indessen: de gustibus non est disputandum und chacun ä son plaisir; der eine hat seine Freude am Schimpfen, der andere an sachlicher Darlegung. Ich halte mich wie bishean das letztere. Ich habe über Samson Raphael Hirsch ge

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