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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-10-16 · 42 (16.10.1896) · p. Seite 707

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
42 (16.10.1896)
Date
1896-10-16
Page
Seite 707 (sequence 15)
Language
German
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Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 707. ilnlaß vorliegt '"f°lge vorhandener ,e9en persönlicher Tinge Jun9 eines Mannes als 18 hierzu ungeeignet beziehen sich der schweren folge des Synagogenbaues l eine Gemeinde, wozu die ehören müßte - bei dem i Vorsteher und Schächter gegen weiteren frivolen lfsordnung, welche für die gt und nachgearbeitet ist, ier. (Lehrerkonferenz.) * in Duisburg die Be- >üsseldorfs und Unien ist besonders hervorock-Oberhausen: „Welche für den hebr. lleberlnkenreiche, frei gehaltene i: Ziel des llebersetzungs- Liebe für das Judentum tbuch und der Pentateuchs , e für den Sabbatgottes- > e des 2., 3. und 5. Buches, Uebungsstückes, Heraus- (abe der Bedeutung neuer J tzesprechung des Inhaltes, ,, che Wiedergabe in freier l r keine übersetzten Bücher - t die Anlage eines Bokarpsehlen. - Im weitem um einen stärkeren Benr Vorstand des Verein- | stsalen eine andere zweck- ^iedenen Bezirke vorge Am 4. d. M. fort der Tafel ermahn-- d°> ««Wm »» L--.E «*«*£ Ng oks . nrftf und Serbien Nr. 42. Salomon Sternthal geladen. Herr Sternthal hatte übrigens auch die Ehre, den Kaiser in einer besonderen Audienz feierlich begrüßen zu können. — Dr. Lueger kandidiert für die Leopoldstadt, um das Mandat in diesem eigentlichen „Judenviertel" für die Christlich-Sozialen bei den Landtagswahlen zu erobern. — Wie vorauszusehen war, hat der Gemeinderat in seiner Sitzung vom 3. d. M. den famosen Beschluß gefaßt, den Hausierhandel in Wien zu verbieten. Trotzdem die Gemeinderäte Dr. Stern und Wrabetz nachwiesen, welches Unrecht den armen Hausierern zugesügt wird, stimmte auf Geheiß Dr. Luegers die Majorität für den Antrag des Stadtrates, nach welchem gegen unbescholtene und arbeitsfreudige Leute förmlich eine Hetzjagd in Szene gesetzt wurde. Merkwürdig blieb es, daß nur 17 Stimmen gegen den Antrag abgegeben wurden. Wo blieben die anderen Liberalen? — Auch wir haben heuer Vorstandswahlen in unsrer Kultusgemeinde. Zll meiner Freude kann ich konstatieren, daß hier die Wahlbewegung viel reger ist als in Berlin, wo man nur in Ihrem Blatte etwas von einer Wahl und einer Propaganda verspürt. Hier hat sich zu diesem Zwecke ein „Wahlkomit^ für die Knltusgemeindewahlen in Wien" gebildet. Dem Gerüchte, daß trotz dieser universellen Komit^konstituierung sich noch ein Separat-Wahlkomitraus Mitgliedern des abtretenden Vorstandes bilden wolle, tritt man in diesen Kreisen selbst am lebhaftesten entgegen. Sehr begreiflich! Wollen nämlich diese Herren abermals kandidieren, dann können sie füglich nicht ein wechselseitiges Wahlversicherungsbureau, ein Komit«; aus Kandidaten bilden! Reflektieren aber diese Herren auf eine Neuwahl nicht, dann finden sie behufs Mitwirkung an der Wahlbewegung willigste Ausnahme in dem großen einheitlichen Wahlkomite h. Odessa, 13. Oktober. In der hiesigen ersten Kommerzschule herrschen eigentümliche Verhältnisse. Die Vakanzen für jüdische Schüler mosaischer Religion sind längst alle besetzt und es mußte noch eine große Zahl Schüler, die das Ausnahmecxamen bestanden hatten, znrückgewiesen werden. Von den christlichen Schülervakanzen blieben aber bis jetzt noch 25 unbesetzt und können nicht etwa mit den zurückgewiesenen besetzt werden, da die Schülerzahl in ihrer Zusammensetzung dem Prozentsatz der jüdischen Kaufleute zu den christlichen entsprechen muß, der sich wie 47 : 53 verhält. Die jüdischen Kaufleute haben daher beschlossen, den Finanzminister während seiner letzten Anwesenheit in Odessa zu bitten, die noch leeren christlichen Vakanzen mit jüdischen Kindern zu besetzen. — Paris, 11. Oktober, lieber den Brand in Fez, der Hauptstadt Marokkos, wo, wie in voriger Nr. gemeldet, das ganze Judenviertel ein Raub der Flammen wurde, liegt jetzt ein ausführlicher Bericht vor: Mehrere Leute sind in den Flammen umgekommen, viele verwundet worden; 500 Männer, Weiber und Kinder flüchteten ganz oder halbnackt vor dem Brande in die Felder und wagten erst nach 34 Stunden zurückzukehren. Das „Mellach" (Ghetto) von Fez, in dem etwa 4000 Juden wohnten, war eines der interessantesten, farbenprächtigsten und reichsten Judenquartiere des Orients. Man betrat es von Neu-Fez aus, von dem es eine hohe Mauer trennte, durch einen maurischen Thorweg, der den Ausblick auf eine lange und schmale Straße bot, in der sich . .. ■.Mi.l:,-. . ■■ . . das eigenartige Treiben der marokkanischen Juden zusammendrängte. Im Gegensatz zu den kahlen Mauern der Araberwohnungen schmücken die Judenhäuser zahlreiche Fenster, die mit buntgestrichenen Ladenverschlägen verkleidet sind. Oben stoßen die Giebel dicht zusammen, wie in den Straßen des Mittelalters, so daß man sich über die Gasse hinüber die Hand reichen kann. Während die marokkanischen Jüdinnen an der Küste zum großen Teil schon europäische Kleidung angelegt haben, gefielen sich die mit Recht wegen ihrer Schönheit berühmten Evastöchter von Fez in der kleidsamen, alten, malerischen Tracht, dem kunstvollen Aufputz der schwarzen Haare mit der Haube daraus, dem prächtigen, goldgestickten Mieder und dem kurzen, bunten Rock. Mit dem Ghetto von Fez ist ein Stück Orient dahingeschwunden, das dem Besucher stets in unvergeßlicher Erinnerung bleiben wird. m. St. Petersburg, 11. Oktober. (Verschiedenes.) Die „Nowosti" wissen zu berichten, daß man damit umgeht, diejenigen Landstädte, die eine größere Einwohnerzahl und lebhaften Handelsverkehr ausweisen, zu Kreisstädten zu erheben, dagegen die andern Landstädte zu Dörfern zu degradieren. Welcher Schlag die letztere Verfügung für unsere auf dem Lande und in sehr beschränktem Maße wohnberechtigte Judenschaft bedeuten würde, ist klar. — Bei Alt-Dieniawa (Polen) sind aus dem Gute des Grafen Stadicki jüdische Tagelöhner und Tagelöhnerinnen mit Feldarbeiten beschäftigt. Ihr Tagelohn beträgt nur 40 Kopeken, und bedürfnislos, wie sie sind, kommen sie damit aus. Der Verwalter des gräflichen Gutes stellt ihnen das beste Zeugnis aus. Im Winter sind sie ohne Beschäftigung und in großem Elend. — Die Nachricht, daß in den argentinisch-jüdischen Kolonien die Ernte und das stehende Getreide von Heuschrecken vernichtet worden, bestätigt sich. — In Odessa und in Rostow a. Don sind juristische Fragen zur Erörterung gekommen, deren Aufwerfung schon für die Rechtsverhältnisse der russischen Juden bezeichnend sind. Der Odessaer Fall ist folgender: Die Gläubiger im Konkurse eines gewissen F. Drut wählten einen jüdischen Kaufmann, S. Bernstein, zum Massenverwalter. Diese Wahl erhielt aber nicht die Bestätigung des Gerichtes, das eine Entscheidung des Senats vom Jahre 1892, wonach Juden ein Richteramt, das ihnen die Verfügung über Vermögen Anderer einräumt, nicht bekleiden durften, ausdehnend interpretierte. Die höhere Instanz war aber anderer Meinung, hob den Beschluß der untern Instanz auf und bestätigte Herrn S. Bernstein in seinem Masseverwalter-Amte. — Der Rostower Fall ist folgender: Die Polizei verbot die Abhaltung jüdischer Gottesdienste in jüdischen Kranken- und Versorgungshäusern, mit Berufung auf den Wortlaut des Gesetzes, das jüdische Gottesdienste nur in Synagogen und Bathe-midraschim gestattet. Die jüdische Gemeinde von Rostow hat an die Oberbehörde rekurriert und den Rekurs ausgiebig gesetzlich gestützt. O Brvdy, 11. Oktober. (Salomon Chajes.) Unsere Gemeinde hat einen herben Verlust zu beklagen. Mit dem nach längerem Krankenlager erfolgten Heimgange des kaum im 62. Lebensjahre stehenden allgemein beliebten Herrn Salomon Chajes erlosch ein wackerer Vorkämpfer für die Rechte und Interessen seiner zurückgebliebenen Brüder und Förderer ihrer geistigen Entwickelung vom Standpunkte der angestammten

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