Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 42 (16.10.1896)
- Date
- 1896-10-16
- Page
- Seite 705 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 42. Allgemeine J-raelittsche Wochenschrift. Seite 705. Nr. 42. seiner Gemeinde «Äs ÄJÄS tbeten während dieser Hit wStadtratMmhRM ^8 und jetzt seit mehreren m einer Trauerandachtsm rsten Vorsteher schloß die vor einigen Jahren das lösten vynagogengemeinde gefallen, während die Tylcke der dortigen Stadgem hat jetzt beschlossen, i auf derselben Stelle das j m 27. v. R in Dftroroo ‘ Chewa-Kadischa sind die >ann und M. Rothstein lvertreter die Herren I wählt worden, spende. Sanitätsrat Tr ene, früher hier wohnhasi chlessinger, hat der hiesigen on 100 000 Mark mit der; en Zinsen bedürftige der sonen unterstützt werden lhelm und Lina Lustigschi - l verschied hier in ein» * t Tr. Simon Freund 'berschlesiens und geschän | ib Provinz. Seiner n hnten fast sämtliche SMdaß die Herren Dr. Sommerfeld, Sekretär des verstorbenen Baron Hirsch, und Direktor der I. C. und Rechtsanwalt Dr. Plotke aus Frankfurt a. M. der Anstalt einen Besuch abstatteten und sie einer eingehenden Besichtigung unterzogen. Wie wir aus sicherer Quelle erfahren, haben sich die Herren recht günstig über die Prinzipien ausgesprochen, die bei der Erziehung der schulpflichtigen Kinder, wie bei der Ausbildung der Lehrlinge, innegehalten werden, und es ist nicht ausgeschlossen, daß seitens des Baron Hirsch-Komites der Anstalt einige Schüler zur Erziehung und Ausbildung überwiesen werden. Es ist das Urteil der sachverständigen Männer um so höher anzuschlagen, als sie sich von den, besonders durch die knappen Geldmittel hervorgerufenen Schwierigkeiten, unter denen die Erziehungsanstalt arbeitet, überzeugt haben, und es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß, wenn diese erst beseitigt sein werden, auch die geringen noch vorhandenen Mängel beseitigt sein werden. Die hier erzogenen Kinder und Jünglinge werden körperlich gekrästigt und gestärkt und neben liebevoller Behandlung abgehärtet und gestählt; der eine Vorschlag des Herrn Tr. Mar Nordau in seiner Antwort auf die Rundfrage ist hier bereits zur That geworden und wird zur Ausführung gebracht. Der Besuch der Herren Dr. Sommerfeld und Dr. Plotke ist auch noch aus einem anderen Grunde vom Vorstande mit Freuden begrüßt. Bei dem Bestreben, den Zöglingen nach ihrem Abgänge von der Anstalt zur Erlangung einer Stellung behilflich zu sein, ist auch die Frage einer Uebersiedelung nach auswärtigen Kolonien in Erwägung gezogen und diejenigen, welche aus irgend welchen Gründen in Deutschland nicht bleiben wollen, werden sich, falls sie die ihnen gebotene Gelegenheit, sich in Landwirtschaft und Gartenbau auszubilden, richtig benutzt haben, nach Ableistung ihrer Militärpflicht dort als Instrukteure und Kolonisten selbständig machen können. Vorab wird aber für die heimischen Zöglinge auf die Verwertung ihrer Kenntnisse und Kräfte in der Heimat selbst Bedacht zu nehmen und mit aller Macht dahin zu wirken sein, die Hindernisse zu beseitigen und einen arbeitsamen, tüchtigen Gärtner- und Ballernstand erstehen zu sehen. n. Einbeck, 9. Oktober. (Synagogenweihe.) Kürzlich fand hier die Einweihung der nenerbauten Synagoge statt. Am Vorabend versammelte sich die Synagogen-Gemeinde zum letztenmale im alten Gotteshause. Nachdem Mincha und Maariw gebetet waren, sang der vierstimmige gemischte Chor unter Leitung des Lehrers Stern einen Choral. Alsdann hielt Landrabbiner Tr. Lewinsky aus Hildesheim eine Abschiedsrede, die einen nachhaltigen Eindruck hinterließ. Dieselbe wird im Druck erscheinen. Chorgesang beschloß die Feier. Unter den üblichen Gesängen wurden hierauf die Thorarollen in den Vorraum des neuen Gotteshauses überführt. Die Einweihung des neuen Gotteshauses begann um 12 Uhr vormittags. An der Feierlichkeit nahmen, unter den zahlreichen Gästen besonders hervorragend, teil: Herr Bernhard Meycrsfeld- Braunschweig, der hochherzige Spender von 20,000 Mark zum Tempelbau, Herr Wilhelm Erdmann-Frankfurt a. M., der sich ebenfalls um unfern Neubau verdient gemacht, der Bürgermeister, das Bürgervorsteher-Kollegium, der Prediger der Baptisten-Gemeinde, Rabbiner Dr. Jakob-Göttingen und mehrere Lehrer aus den benachbarten Gemeinden. Nach den üblichen Eröffnungszeremonien begann die Feier mit Sologesängen des Vorbeters, Lehrers Stern und den Gesängen des Chores mit Harmoniumbegleitung. Die vortreffliche Weiherede des Herrn Landrabbiners wird ebenfalls im Druck erscheinen. Die Feier dauerte iy9 Stunden. — Um 4 Uhr fand das Festessen statt, an welchem 150 Personen teilnahmen. Es wurden zahlreiche Tischreden gehalten. Hieran schloß sich ein Vergnügen für die Kinder unter Leitung ihres Lehrers Stern. Im Gedächtnis der Kinder wie der Erwachsenen wird der festliche Tag als eine dauernde Erinnerung bleiben. R. Güttingen, 13. Oktober. (Erwiderung.) Ich bin der Meinung, daß eine Zeitung, welche sich „Allgem. Israelitische Wochenschrift" nennt, wenn sie Berichte über Vorkommnisse innerhalb der Gemeinden bringt, sich vergewissern müßte, ob derartige Berichte auch keine Deutung zulaffen, welche der Wahrheir widersprechen würde. Wenn ein kleiner Teil der Mitglieder hiesiger Gemeinde sich seit einiger Zeit von dem öffentlichen Gottesdienste in der Synagoge fernhält und für Freilag Abend und Sonnabend Vormittag ein besonderes Betlokal benutzt, so können die Gründe hierfür nicht „Reformen und Aenderungen im Gottesdienst" sein, weil seit dem Jahre 1860 keinerlei Reform und Aenderung in der Liturgie angenommen sind, die Mitwirkung der Orgel beim Gottesdienst ist seit dem Jahre 1872 eine Einrichtung derselben. (Der Herr Einsender würde uns verpflichten, wenn er uns sagen wollte, wie wir die Nachricht über die Separation einiger Mitglieder sonst hätten bringen sollen und inwiefern seine Berichtigung der Mitteilung unseres Korrespondenten widerspricht. Red.) — Herford, 13. Oktober. (Verlassen ist er!) Nämlich Herr Stöcker auch bei uns, in „seinem" Wahlkreise. Herr Stöcker hielt hier vor seinen alten Freunden einen Vortrag, in welchem er die Gründe für seinen Austritt aus der konservativen Partei angab und zugleich für seine „christlich-soziale Partei eifrig warb. Das Ende vom Liede war eine einmütige Ablehnung der neuen Stöckerschen Parteigründung. Jena, 11. Oktober. (Religio ns Verfolgung.) Am schwarzen Brett der hiesigen großherzoglichen Anatomie ist ein Auszug der Statuten des „Mediz. Vereins" angeschlagen, in deren einem Paragraph es heißt: „Mitglied des Vereins kann jeder bei der Universität immatrikulierte Mediziner werden, welcher der mosaischen Religion nicht angehört." Es muß doch schon weit gekommen sein, wenn ein Rektorat der thüringischen Gesamtuniversität Jena derartige Statuten eines wissenschaftlichen Studentenvereins genehmigt! Es wäre interessant, die Gründe des Rektorats zu erfahren, welche es veranlaßt haben, die auf unvollständiger Parität aller rite Immatrikulierten beruhenden Satzungen zuzulaffen. 4P Dortmund, 12. Oktober. (Der Verein zur Verbreitung und Förderung der Handwerke unter den Juden) hielt hier seine Jahresversammlung ab. Nach dem Jahresberichte wurden von der Abteilung Köln von 1890 bis jetzt 34 Zöglinge entlassen. Davon sind zwei als Gesellen nach Amerika ausaewandert, drei sind Soldaten, zwei selbst-