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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-10-09 · 41 (9.10.1896) · p. Seite 690

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
41 (9.10.1896)
Date
1896-10-09
Page
Seite 690 (sequence 14)
Language
German
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Nr. 41. Allgemeine J-raelitische Wochenschrift. Seite 691. Rr.1l. I in 8. CUKttW*? benentm!• imb 2. c.wii DM gegen die Einnchm und gegen die im 2. Es entsteht deshalb für 4 h^r, insbesondere aber f . moralische Pflicht, M m j 5 die Differenzen in bm fe! und so die UnterstütznM ix! wie der arbeitsunfähig l zu lassen, hierzu ko« ihres zu den anfänglich Hu ffnzugekoinrnen sind, lern . ches seine Schuldigkeit geths nicht nötig geworden sein. L l es Mitglied im laufenden ItyiL sich seiner moralischen LerB ff! c etwas Energie und Wd« wen und -Waisen nicht batei r. In Göttingen hat Dies mg vollzogen, herbeigesührl d im Gottesdienste. Nach dn« Erweiterung der Synagoge wfc deutschen Gesänge im Sm nd es wurde dahin gestrebt t° zu gestalten. Mit diesen ßverGemeindemitglieder Ms Ansichten in der Gemein sohabensiesichMdeniibl« inen Betsaal eingerichtet, M ie Mus abgehalten wird. - im feierte jüngst sm oünschung erschien auch mde. In seiner Emdernn,-- biners Tr. Lewinsky en Grundzug jeder R . Des öfteren habe auch '. M Liebeszuu^ 77 e er, der , i(! »s . **■*?£+* -rrabbbet*: ein Blld zu ^deri Ain lb- K^nb^ nitischen derer , sflugblatt bje tot * s GM neranlafsnug , j oetw“11 O Winzenheim, 1. Oktober. (Jubiläum.) In diesen Tagen feiert die hiesige Gemeinde den Tag, an welchem vor hundert Jahren der israelitische Friedhof angelegt wurde. Damals war Winzenheim eine der größten israelitischen Gemeinden des Landes. Winzenheim war lange Zeit Sitz des Bezirkskonsistoriums. iss: Hamburg, 5. Oktober. Da Sie jetzt etwas über die Eindrücke berichten, die Sie in unserer Stadt empfangen haben, so möchte ich Sie ersuchen, die Leser Ihres Blattes, nicht zuletzt die Leser in Hamburg auf das Hotel Hirschl (Continental) aufmerksam zu machen, weil es diese Aufmerksamkeit verdient. Denn es ist eines jener vorzüglich geleiteten Gasthäuser, wie wie ihrer in Berlin ein halbes Dutzend finden — müßten. Da wird weder in Aushängeschildern noch in fetten Aufschriften mit dem Wörtchen protzig geprahlt, sondern für das Wort der Begriff substituiert, so daß ein Nichtjude, der aus Versehen da hineingerät — und es geraten sehr viel Nichtjuden in dieses Hotel — leicht ein Anhänger der jüdischen Küche, und der die Speisegesetze negierende Glaubensgenosse unschwer ein Verehrer derselben wird. (Wir können diese Wahrnehmung aus eigener Erfahrung bestätigen. Red.) Dresden, 4. Oktober. Der sächsische Antisemitismus ist im Niedergange, so versichert das Organ unserer Konservativen, das „Vaterland". „Der Glaube an die werbende Kraft ihrer Sache," schreibt das Blatt, „scheint in den Reihen der Antisemiten stark erschüttert zu sein. Immer größer wird die Zahl derjenigen, welche die Sache desselben verloren geben und sich von der Fahne, die sie einst mit nicht geringer Begeisterung ergriffen, gleichsam hinwegstehlen. Soweit die inzwischen gemachten Erfahrungen sie dazu veranlassen, sind sie vollkommen in ihrem Rechte; ihr Schritt verdient nicht Tadel, sondern Anerkennung. In den Dresdener Nachrichten, die selbst antisemitische Tendenzen pflegen, werden die Führer der antisemitischen Reformpartei — an deren Spitze Liebermann v. Sonnenberg und Zimmermann stehen — als „Demagogen" bezeichnet, durch die die antisemitische Bewegung diskreditiert worden sei. 8. Wie», 1. Oktober. (Allerlei.) Unter den Deputationen, die dem Kaiser bei seinem Aufenthalte in Orsowa anläßlich der Feier am Eisernen Thore ihre Huldigung darbrachten, befand sich auch eine Deputationderjüdischen Gemeinden des Distrikts. Dieser erwiderte der Kaiser: „Ihre Huldigung und den Ausdruck Ihres Dankes nehme ich gnädigst an. Es wird mir jederzeit zur Freude gereichen, daß Sie Ihre durch das Gesetz gesicherten Rechte in gemeinnütziger patriotischer Thätigkeit genießen können." — Das wiedererstandene „Freie Blatt" druckt eine Zuschrift ab, die es von einem Ludwig Grünseld in Pilsen . erhalten hat. Der Herr erklärt, das genannte Abwehrorgan; nicht halten zu wolle», weil er, obwohl selbst Jude, mit „diesen Leuten" (den Juden) nicht verkehre usw. Das Blatt hängt;das Schreiben ein wenig niedriger, das finden wir begreiflich. , Fn der nämlichen Nr. nagelt es aber im Briefkasten einen üdischen Großindustriellen in Wien fest, der das Blatt nicht >at bezahlen wollen, und das muß Unwillen erregen. Wir rkennen an, wenn Nichtjuden den Antisemitismus bekämpfen und zur Abwehr desselben Blätter schaffen; sie v erienen unsre Unterstützung, haben diese aber nicht zu sorern, denn am Ende aller Enden sind sie von niemand gerufen worden. — Dasselbe Blatt bringt ein Verzeichnis der jüdischen Firmen, die in den hiesigen schmutzigsten Antisemitenblättern inserieren; die Zahl dieser Firmen ist bedauerlicher Weise recht groß. — Wie der vom Bureau der statistischen Zentral-Kommission veröffentlichten Statistik der österreichischen Unterrichtsanstalten für das Jahr 1892/93 zu entnehmen ist, zählten die 8 österreichischen Universitäten 3047, die 6 technischen Hochschulen 382, die Lehrerseminare 97 jüdische Hörer, die Mittelschulen 7805, die Realschulen 2938, die Handels- Lehranstalten 3323, die Gewerbeschulen 390 jüdische Schüler. — Dr. Lueger wird jetzt von seinen eigenen Gesinnungsgenossen geschmäht, weil er, um Wahlgeschäste zu machen, sein Deutschtum verleugnet. So soll der teutsche Mann demnächst in einem klerikalen Verein in Botenwald, der notorisch mit den Czechen liebäugelt, sprechen, und das nimmt ihm selbst die hiesige „Deutsche Ztg." übel. Straßnit;, 1. Oktober. („Taschlich" und Antisemitismus.) Der Brauch, am Roschhaschanaseste zu „Taschlich" zu gehen, ist den Lesern, die der jüngeren Generation angehören, nicht mehr geläufig. Hier wird jedoch dieser Brauch noch geübt. Als am verflossenen Neujahrsfest eine Anzahl älterer Glaubensgenossen anr Ufer des Marchfluffes betete, richtete die czechische Feuerwehr, die ihre Hebungen in der Nähe abhielt, ihre Schläuche gegen die betenden Juden. Ob dieser Roheit strengte die israelitische Gemeinde Klage an. Hierüber erbost, erließ der Bürgermeister ein Verbot, daß es den Juden vor acht Uhr früh nicht gestattet sei, Geflügel, Butter und Gemüse am Marktplatze zu kaufen oder zu verkaufen. Als der israelitische Kultusvorsteher Reiß am vergangeuen Mittwoch trotz dieses Verbotes ein Huhn vor 8 Uhr früh kaufte, drangen drei Polizeileute in seine Wohnung und schleppten ihn aufs Rathaus, selbstverständlich begleitet von einer großen Anzahl schreiender Gassenbuben. Der Bürgermeister ließ Herrn Reiß in den Arrest stecken, doch gelang es ihm, sich durch die Flucht vor weiteren Roheiten zu retten. Die Doktoren Deutsch und Robitschek fuhren nach Göding zum Bezirkshauptmann und teilten diesem die Gewaltthätigkeiten des Bürgermeisters mit. Ob und welche Maßregeln gegen solche Gewaltakte ergriffen werden, ist hier nicht bekannt. ä Prag, 1. Oktober. In ganz Mähren zirkuliert eiu Aufruf an die Israeliten, in welchem dieselben aufgefordert werden, dem „Israelitischen Verein" in Brünn beizutreten, der ein Sammelpunkt israelitischer Interessen sein soll. Zweck des Vereines sei, das israelitische Bewußtsein zu heben und zu stärken und mit allen Mitteln gegen die Verkürzung der Rechte und der Ehre der Israeliten aufzutretcn. — Es scheint, daß wir cs da mit einem mährischen „Verein zur Abwehr des Antisemitismus" nach Art des Wiener zu thun haben, ein Beweis, wie sehr derselbe in den Reihen der Deutschen Mährens bereits Wurzel gefaßt hat. S* Paris, 1. Oktober. Wie aus Tanger telegraphisch gemeldet wird, ist das Judenviertel in Fez niedergebrannt. Verschiedene Bewohner desselben sind in den Flammen umgekommen, viele sind schwer verletzt. Fünfhundert Menschen sind, nur notdürftig bekleidet, auf das freie Feld geflüchtet. — Die „Libre Parole" empfiehlt ihren Lesern eine antisemitische Fahne. Dieselbeweist die Trikolore auf; in der Mitte prangt

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