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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-10-09 · 41 (9.10.1896) · p. Seite 679

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
41 (9.10.1896)
Date
1896-10-09
Page
Seite 679 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 41. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 679. « i. bch i, w dlr»,ch? " *' 2- »1« uti[» wweinbe im rebattiomUtn 8 d-- ichi« bm„ berücksichtigen raetbt, an bie Zeitungen vn- ' zu rechtfertigen; er h« Anzahl seiner Insertion?, zeigen der Gemeinde er- ^tungen,*) von denen ann Häusern gelesen werden, lt vor etwa sechs Jahren n mit seiner Ablehnunz hre 1890 erschienen die ageszeitungen, von denen' jüdischen Häusern gelesen - darum der Vorstand keine Jnsertionsorgane zu verch, nach dem Ableben de? Masse der Allg. Ztg. dealte nach Berlin und stellte devorstande zur Verfügung: ( genügende Publizität dei t gesorgt sei, nahm sogleich k Jnsertionsorgane zu vergen auch dem genannten al? entzöge" Adresse die Anzeigen Die Antimtk« ans unsere Frage. IV. Samuel Edler von Horowitz, Lemberg. Geehrte Redaktion! Von einer mehrmonatlichen Badereise heimkehrend, finde ich Ihre geehrteZuschrift vom 6.August l.J. vor, und bin daher erst jetzt in der Lage, dieselbe zu beantworten. Zu meinem aufrichtigen Bedauern bin ich leider außerstande, die mir vorgelegte Frage in der Weise zu beantworten, wie es eine publizistische Behandlung dieser wichtigen Sache erfordert. Theoretisch ließen sich allerdings dieser Frage viele interessante Gesichtspunkte abgewinnen, aber durch die leider jetzt herrschende Zeitströmung, die aktuell auch auf die Entwickelung des Judentums in politischer und sozialer Hinsicht einwirkt, müßten bei der Beantwortung Ihrer Frage so viele Momente und Erscheinungen in den Bereich der Erörterung gezogen werden, die ich in meiner hiesigen öffentlichen Stellung als Präsident der Kultusgemeinde und als Mitglied vieler öffentlicher Körperschaften nicht gerne freimütig beleuchten möchte. Es könnten hierdurch Konsequenzen entstehen, die nicht mich allein treffen würden. Wollen Sie mich daher für entschuldigt halten und genehmigen Sie rc. * * * Justizrat S. Meyer, Berlin. Ihr gefl. Schreiben vom 6. August d. I. habe ich bet meiner Rückkehr von der Reise vorgefunden, bedaure aber den darin ausgesprochenen Wunsch nicht erfüllen zu können. * * * Prof. Dr. A. Sulzbach, Frankfurt a. M. Sehr geehrter Herr! Wenn meine Antwort auch erst spät eintrifft, so ist sie darum doch nicht besser ausgefallen, als wenn ich sie unmittelbar nach Empfang Ihres gesch. Schreibens abgefertigt hätte. Trotz vielen Nachdenkens bin ich heute noch um keinen Schritt weiter gekommen, als ich es war, da ich die Frage zum ersten Male las: ich wußte damals keine Antwort darauf zu geben, d. h. auf die Hauptfrage, und weiß es heute auch noch nicht. Die Frage ist zu allgemein gehalten, als daß eine präzise Antwort darauf zu geben wäre. Was heißt hier „Judentum"; bekanntlich malt sich dieses verschieden in den verschiedenen Köpfen, und so wird der eine darin einen Niedergang erblicken, was der andere als Aufschwung ansieht, die Antworten werden demnach nur einseitige sein und durchaus nicht befriedigen. Dann müßte auch statistisches Material vorhanden sein, das die Gegenwart überschauen ließe und solches, welches über die Vergangenheit Aufklärung gäbe, um einen etwaigen Niedergang konstatieren zu können. Fürs erste fehlt jeder Anhalt für eine Vergleichung. Ich glaube daher, daß die Frage, ob das Judentum im Niedergange begriffen sei, schwerlich befriedigend gelöst werden wird; hingegen ist die Eventualfrage, was zu thun sei, einen etwaigen Niedergang aufzuhalten, sehr einfach zu beantworten: alles das, was unsere Altvorderen gethan, einem etwaigen Niedergang vorzubeugen. Ob ihnen das ganz gelungen ist? Ja, das müßte ja erst durch richtige Beantwortung der ersten Frage erwiesen werden. Aber eines ist ihnen gelungen, das □in 'SC rcirn i6 zur Wahrheit zu machen, so daß ein scheinbarer oder ein wirklicher Niedergang nie zu einem Verfalle führen konnte. Noch immer gilt das Wort des R. Akiba, daß wie das Wasser das Lebenselement der Fische, die Thora das des Judentums sei. Man führe unsere Jugend zu Te'nach (zur Bibel) und von da aus in die Hallen der rabbinischen Litteratur, man mache sie bekannt mit den großen Geisteshelden des Judentums und zeige ihnen, wie alle Anstürme das Judentum und die Judenheit nicht erreichen konnten; wird unsere Jugend erst ihr Judentum wieder kennen lernen, so wird sie auch lernen, es zu lieben. Dieses Mittel wende man an, auch noch ehe man sich klar darüber ist, ob das Judentum im Niedergange sei; es kann vielmehr nur förderlich sein, es als im Niedergang befindlich anzusehen. Gkmkindkbilder. Hamburg aus der Vogelperspektive. ii. Wie in der innern Gestaltung, weist Hamburg auch in der äußern Einrichtung eine den übrigen Gemeinden Deutschlands unbekannte Eigenart aus. Während hier die Gemeindeeinrichtungen ohne Ausnahme dem Gemeindevorstand unterstellt sind; während in Preußen die Vorsteher gewissermaßen Finanz- und Kultusminister in einer Person sind, und nur in den neuen Provinzen und den außerpreußischen Staaten den Kultusbeamten ein begrenzter Einfluß auf die Einrichtungen von Synagoge und Schule eingeräumt wird, kennt man diese sonderbare Zusammensetzung in Hamburg nicht, ist dort die Kirche vom Staate, die Synagoge von der Khille streng getrennt. Dem Vorstand liegt nur das ob, was mit dem Rechenstift zu bearbeiten ist: Steuern, Armen- und Beerdigungswesen; für die beiden letzten Institutionen werden die Steuern erhoben, auf diese beiden Institutionen werden die Steuern verwendet; eine Synagoge und Religionsschule kennt der Gemeindevorstand als solcher nicht; der Geist der Religion schwebt dort über den goldigen Fluten, diese belebend, nicht aber von ihnen lebend. Zur Pflege des Geistigen si.ld, von einander getrennt und von der Gemeindeverwaltung unabhängig, zwei Verbände geschaffen, der Synagogenverband und der Tempelverband, mit Kultusvorstehern und Kultusleitern. Neber Charakter und Eigenart dieser Verbände ist schon gesprochen worden; es wäre vielleicht noch die Bemerkung hinzuzufügen, daß jener Charakter und diese Eigenart sich nur in einer Stadt und einem Staat entwickeln konnten, wo die Trennung des Geistes vom Golde so gründlich durchgesührt ist, wie in Hamburg. Das Gedeihen der Eigenart aber ist sicherlich den Männern auf das Verdienstkonto zu setzen, die aus die Zinne gestellt wurden, denen die Hut obliegt. Ich meine die Kultusvorsteher und Kultusleiter. Jene kenne ich nicht, über diese will ich berichten. Dem Synagogenverband drückt der geistige und geistliche Leiter desselben, Oberrabbiner Moriz Hirsch, den Stempel auf. Wer die Atmosphäre in den Rabbinerhäusern anderer Großgemeinden kennt, wer in den nach Patchouly, Stiefellack,

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