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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-10-02 · 40 (2.10.1896) · p. Seite 674

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
40 (2.10.1896)
Date
1896-10-02
Page
Seite 674 (sequence 14)
Language
German
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Seite 674. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Nr. 40. Er glaube, von den 25 Ausgewiesenen werde nur eine kleine Zahl berücksichtigt werden können. Tie Versammlung trat dem Beschlüsse des Magistrats bei. 4fi Dt.-Eyla», 24. September. Am 1. Oktober er. tritt der Kultusbeamte Herr Julius Cohn in den wohlverdienten Ruhestand. Nahezu 25 Jahre hat er in seltener Pflichttreue seines verantwortungsvollen Amtes als Prediger, Lehrer und Kantor in hiesiger Gemeinde gewaltet. Sein reiches talmudisches und profanes Wissen, sein biederer, ehrbarer Charakter, sein Wohlthätigkeitssinn und sein unverfälschter Humor haben ihm die Herzen aller im Sturme erobert. Anläßlich seines 70. Geburtstages und 50jährigcn Amtsjubiläums, welch beides er vor ca. vier Jahren beging, zeigte sich so recht die Liebe und Verehrung, die ihm von allen Seiten gezollt wird; desgleichen bei seiner goldenen Hochzeit, die zu feiern ihm vor zwei Jahren beschieden war. Mag es dem wackeren Manne vergönnt sein, seinen Lebensabend umgeben von der Liebe und Verehrung seiner Kinder und Enkelkinder, fernab von dem Geräusche der Welt, heiter und sorglos zu verleben. Das walte Gott! £ Mk. Friedland, 28 September. (Ein Tragödie in Inseraten.) Auf den 22. d. M. fiel hier der Herbstjahrmarkt. Die Bemühungen der hiesigen Kaufleute, eine Verlegung des Jahrmarktes wegen der jüdischen Feiertage zu erzielen, blieb ohne Erfolg. Die jüdischen Kaufleute inserierten deshalb in den hier gelesenen Blättern, daß sie sich an dem Jahrmarkt nicht beteiligen würden, weil sie es für ihre Pflicht gehalten hatten, ihre Kundschaft vorher zu benachrichtigen. Dieses Inserat beantwortete der Magistrat durch folgende Bekanntmachung: „Auf Anordnung des Herrn Vorsitzenden des Präsidialrats zu Posen findet in diesem Monat Hierselbst nur an einem Tage ein gemeinschaftlicher Vieh-, Pferde- und Krammarkt statt, und zwar am Dienstag, den 22. d. M. Wir heben noch besonders hervor, daß dieser Markt bestimmt abgehalten wird, obgleich der fragliche Tag ein jüdischer Feiertag ist." Die Antisemiten jubeln ob dieser Bekanntmachung, und zwar mit vollem Rechte. Frankfurt a. M., 23. September. In Nr. 38 der „Allgemeinen Israelitischen Wochenschrift" ist eine Korrespondenz aus Köln enthalten. Ein Passus des Briefes, der sich mit den Krankenpflegerinnen beschäftigt, zwingt mich, den Vorsitzenden des Vereins für jüd. Krankenpflegerinnen, einen ernsten Protest zu erheben, da es sich bei den besprochenen Pflegerinnen um Schwestern und Schülerinnen unseres Vereins, der in Köln eine Filiale besitzt, handelt. Tie so hämisch getadelte „Uniform" unserer Schwestern besteht in einer zwar kleidsamen, jedoch höchst einfachen Kleidung, die der anderer Krankenpflegerinneninstitute völlig ähnlich ist. Aus welchen Gründen Ihr Korrespondent seine scharf gespitzten Pfeile gegen unseren Verein aussendet, auf den das gesamte Judentum Grund hat, stolz zu sein, ist mir unbekannt. Dr. med. Kirchheim, Chefarzt am israelit. Gemeindehospital. (Siehe die Erwiderung aus Köln. Red.) C. Köln, 27. September. (Erwiderung.) Kaum habe ich meine Reise auf- und abwärts des Rheins begonnen und meine Heimatstadt zum Ausgangspunkt gewählt, da melden sich schon kluge Männer, die mir sagen, daß ich gegen den Strom schwimme. Sie sind der Ansicht, daß unser Gemeindeleben leicht und licht dahinfließe wie der Vater Rhein, daß sich darum niemand unterfangen dürfe, das Wasser zu trüben. Und doch sind wir der Ansicht, daß die Ruhe, die hier herrscht, und die Stille, mit der sich all? Gemeindeangelegenheiteu abwickeln, nicht heilsam sind, und haben darum ein lautes Wort gesprochen. Weil ich aber gewußt, daß ein Zeitungsartikel von allen Fehlern den größten vermeiden muß, den der Langeweile, und dem ernsten Inhalt eine kurzweile Fassung gegeben habe, vermeinen die Neunmalweisen unserer Stadt meinen Ausführungen alles unterschieben zu dürfen, nur nicht das, was wirklich darin stand. Ich soll „alle Parteien in Köln verletzt", „alle Gemeindeeinrichtungen in den Staub gezerrt" haben, „ein ergebener Freund unseres Herrn Rabbiners" sein u. s. w. u. s. w. Ich überlasse den geehrten Lesern das Urteil über diese Insinuationen und will nur noch eines sagen: Ich bin weder irgend einer Person noch irgend einer Institution in Köln freund oder feind, ich bin nichts mehr und nichts weniger als ein ehrlicher und ergebener Freund des Judentums. Diese Freundschaft hat meine Feder geführt und soll sie auch in Zukunft führen. Die Anmaßung, mit der ein hier in der Nähe erscheinendes Blättlein mir eine Standpauke über die Aufgabe des jüdischen Journalismus hält, macht einen nur komischen Eindruck. Der Moralredner soll sich einfür alle Mal gesagt sein lassen: Wer allwöchentlich acht kleine Druckseiten mühselig mit der Scheere zusammenschreibt, der ist noch kein Journalist; am allerwenigsten befähigt ihn diese Thätigkeit zum Lehrer des Journalismus. Dixi. Bonn, 26. September. Wegen der Zertrümmerung von Grabsteinen auf dem israelitischen Friedhofe bei Endenich haben mehrere Verhaftungen stattgesunden. Auf die Entdeckung der Thäter ist eine Belohnung von 100 Mk. ausgesetzt worden. S* Wolfenbüttel, 27. September. In Gegenwart zahlreicher Festteilnehmer erfolgte am 14. d. M. die feierliche Einweihung des neuen Samsonschulgebäudes. Die Weiherede hielt Landesrabbiner Dr. Rülf aus Braunschweig. § Neheim (Bez. Arnsberg), 25. September. Vielleicht interessiert es Sie, daß Herr Noä Wolfs, ein Jude, anläßlich seines 88. Geburtstages zunr Ehrenbürger der Stadt ernannt wurde. Wolff war der Begründer der Lampen-Jndustrie, die Neheim groß und zum einzigen Jndustrieplatz des Sauerlandes gemacht hat. 8. Leipzig, 25. September. Ein angesehenes Mitglied der jüdischen Gemeinde, Herr Adolf Fränkel, in Firma Gebrüder Fränkel, hat in diesen Tagen sein fünfzigjähriges Bürgerjubiläum gefeiert und bei diesem Anlasse ein Schreiben des Rats der Stadt Leipzig erhalten, aus welchem hervorgeht, daß auch in der Stadt des Antisemitismus pur excellence die Behörden die Bürgertugenden der Juden doch noch anerkennen und schätzen. 4fi Hamburg, 27. September. Das hohe Streben unsrer Glaubensgenossen, ihren Kindern eine gute Schulbildung angedeihen zu lassen, zeigt sich auch in unsrer Stadt. Aus dem von der hiesigen Obcrschulbehörde erstatteten Jahresbericht pro 1895 96 ist zu ersehen, daß unter 99 510 Schülern (50 380 Knaben und 49130 Mädchen) 2557 Juden waren, was dem Verhältnis von säst 3 v. H. der Hamburgischen Bevölkerung entspricht 4n den- Zchüler 169 Juden. Anzahl angesehener!)i nndvomJsraelitischenL schule versendet ihren \ Hilft aus ein erfreu« tafeltet in den sch (12? Knaben und 95 reiferen Schüler und ( geleit« wurde nahezi Hospitanten besucht, das 13. bis 16. Lebens) schule wird das 8. Lei Tas Lchrerpersonal l Leiuidörfer, Tr. Seligr A. M. Hamburg, M Interesse sür Jh Versöhnung der Parte gebe ich Ihnen Nachri gewordenen Aeußerung traurigen Zerspl Prediger der Wort, nannte f stellte an der H heit Jakobs itn' Zeitbedürfnis \ innerhalb der ji eine Handlung! ^tandpu, »lleinunl ligion iigion d nicht an »8ch bi oder di die H d lest, und die' ist Halbheit, <» aber ist es, Satzungen fest! gestehn, au Thal muß zu Idee zugleich halb sein, weil der religiösen : .halten" und ikien und ihr aiüssen innerh .denn, schreite

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