Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 40 (2.10.1896)
- Date
- 1896-10-02
- Page
- Seite 669 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 40. Allgemeine J-rarlitische Wochenschrift. Seite 669. Nr. 40 is» hv3' ** §etbe f«rni!e ftberfnu» «(teineSd)»*,,,, 1 feinen Göttern nttfa öt°ff nme Gestalt ged? ca: Bereschit bara Eiohr Gedankenwelt ausbtütfen :'i eingeführt worden M rrzel gefaßt als auf de, ^-Religionen. Wie % der menschliche Geist st«! Z hatte, um die Manch in zwei Begriffe zusamM :hamajim waarez, Ausdrut ein Ganzes. des Geistes in den eich wird dieser nun Taufeck Ist aber seitdem Unooü» digt und Mißverstand^ tlichen Wahrheiten könne, ) was unklar geschaut toitb, : geschaut wird, in Worte, s Göttliche nur eine mech auch gleich mit dem eich cem Texte. Aus dem K l aller in den Göttern j» en Naturkräfte, wurde eis Walter der Welt und ft Wohnung höherer Geisterwelt. Schon aus Erden, noch unter Sterblichen wallend, noch während unsere Seele das irdische Kleid des Körpers trägt, durchbohrt unser Auge des Fleisches das Himmelsgewölbe der Alten und sieht in beit zahllosen Sternen nicht blos Lichter, die Erde zu beleuchten, sondern Weltkörper, gegen die unsere Erde nur ein Sandkörnchen erscheint hoch über dem Himmelsäther in unzähligen Myriaden in ewiger Ordnung ihre Kreisläufe in unermeßlichen Räumen und so das Lob ihres Schöpfers verkünden und die unendliche Weisheit und Allmacht unseres Adonai preisen. Wir sind weit entfernt von der Anmaßung, an dem göttlich gegebenen Worte etwas aussetzen, etwas verbessern zu wollen, oder auch nur zu können. Das Wort Goltes besteht ewiglich, aber das Verständnis wechselt. Das Wort „Schamajim" bedeutet uns das, was über dem menschlichen Begriffsvermögen liegt, das Uebersinnltche, was der Geist schaut, das Herz ahnt. Unaussprechliches. Das Tierische am Menschen gehört der Erde, seine seinern Herzensgefühle itnd Ahnungen, seine Ideenwelt, die über das Denken für den tierischen Genuß hinausgeht: Gedanken, Hoffnung, Trost der Unsterblichkeit, der Glaube an einen Gott, das Streben nach immer besserer Erkenntnis seines Wesens und Willens, um darnach zu leben und zu wirken, das ist unser Himmel. Zu erwerben, was man braucht, ist irdisch; aber auch in den schwierigsten Verhältnissen mit Ehrlichkeit und Rechtschaffenheit zu erwerben, und sich einzuschränken in dem, was man braucht, daß Ehrlichkeit und Redlichkeit nicht dabei gefährdet werden, das ist himmlisch. In ehelicher Verbindung zu leben, ist irdisch; aber in Liebe und Treue, in Frieden und Eintracht mit einander zu leben, indem Eins nur fürs Andere lebt, wenn es auch täglich, stündlich Opfer kostet, in bösen, wie in guten Tagen, in guter wie in bitterer Stimmung, das ist himmlisch. Vater und Mutter zu sein, ist irdisch; aber mit allen Kräften, mit allen Opfern Kinder nicht blos aufzufüttern, sondern mit allem Ernst in der Furcht Gottes und in den Pfaden der Tugend zu erziehen; nicht blos als die Spaßmacher des Hauses und als natürliche Augenweide der Eltern, sondern mit dem Bewußtsein der heiligen Aufgabe, gute, brauch-, bare Menschen aus ihnen zu bilden, das ist himmlisch. Für sich und sein eigenes Blut zu leben, ist irdisch; aber sich Genüsse zu versagen, damit andere, des Genusses Bedürftige, genießen, sich anzustrengeu, damit Andere, Erschöpfte, ruhen, zu sorgen, um andere aus Sorgen zu ziehen, zu streben, unter gewissen Umständen selbst das eigene Leben aufs Spiel zu setzen, damit andere leben, das ist himmlisch. Mit dem Strom treiben, ist irdisch. Aber im Dienste der Wahrheit und besseren Erkenntnis fest zu stehen gegen den Strom, allein stehn im Recht wie ein Fels, wenn auch aus tausend auf- und niedersteigenden Wellen die Flut öffentlicher Meinung ringsherum tobt und Grundsätze und Prinzipien schattkeln und schwanken — das ist himmlisch. Die nüchterne Sorge fürzeitliche Wohlfahrt ist irdisch. Aber auch an das Ewige denken und für das Ewige Zeitliches opfern, ist himmlisch. Dieser Geist des Himmlischen ist geschaffen, wie das Irdische. Es war die Schöpfung des ersten Tages. Und so wie die dem ersten Tage folgenden fünf nur über die Entwickelung her Schöpfung des ersten Tages bezüglich des Irdischen berichten, so tritt auch in der Schöpfung des Himmlischen diese Entwickelung zu tage. Er ist aus Irdischem gebildet und das höhere, himmlische Lebcnselement wurde ihm als Hauch des Göttlichen zugesellt, zur fortdauernden Weiterentwickelung. Den Himmel, o Mensch, trägst du im Haupt und im Herzen. Mancher hat davon nur ein Stückchen, andere haben sieben Himmel; bei dem Einen tief umwölbt, düster und grau, bei dem Andern in herrlichem Glanze strahlend. Dieses Himinlische im Herzen und seine Klarheit und Verhüllung ist unbedingt von irdischer Wohlfahrt oder Mißgeschick. Rabbi Akiba starb als Märtyrer unter unbeschreiblichen Qualen, aber sieben Himmel im Herzen. Hadrian beschloß sein Leben mit schwarz bedecktem Himmel im Herzen, obgleich als Akibas Kaiser in höchster irdischer Wohlfahrt. Himmel und Erde hat Gott geschaffen. Wie aber die Erde erst nach und nach dem Menschen bekannt geworden ist, ein ganzer, prächtiger Erdteil, der heute sich und den alten Erdteil mit Nahrung versieht, erst nach vielen tausend Jahren entdeckt wurde und wie heute noch vieles aus der Erde zu entdecken übrig bleibt, so auch der Himmül, im Geiste, im Herzen, im gesellschaftlichen Leben. Er will gesucht und entdeckt sein. Fortschritt heißt: Immer mehr Himmel in uns entdecken und ausklärcn; immer mehr Himmel der Erkenntnis, der Herzens- und Geistesbildung. Das ist das siebenfache Licht, das sind die neuen Himmel, die der Prophet der messianischen Zeit verspricht, und der immer näher zu kommen, ist unsere Aufgabe in unserm irdischen Dasein! Dr. L. Adler. Klick »ns Krähmiiliel. Von I). Dalles. VI. Hochgeehrter Herr Chefredakteur! Das muß Ihnen der gelbste Neid lassen: Sie haben gute Einfälle. Meine Frau sagte vor vierzehn Tagen, als wir an diesem Berichte zu arbeiten anfingen: Wenn Sie weniger Ausfälle und mehr Einfälle drucken möchten, dann würde sich vielleicht unser Vorsteher einfallen lassen. Sie um regelmäßige frankierte Neberscuduug eines Freiexemplars Ihrer Zeitung zu ersuchen — ich schreibe Ihnen noch darüber! So war die Idee mit der Rundfrage ein guter Einfall. Meine Fratt spricht allerdings das Wort falsch aus — nämlich mit'm R vorne. Aber die Idee mit Ihren Gemeindebildern hat unser beider Beifall. Nur eines stört mich an der Sache. Sie haben vor einigen Wochen die Gemeinden aufgezählt, die abgebildet werden sollen, und ich habe vergebens nach dem Namen meiner Gemeinde gesucht. Es ist ja wahr, unsere Gemeinde ist keine der größten, denn wir zählen jetzt, nachdem eine der beiden Witwen gestorben ist — ich habe ihrem e großartige Grabrede gehalten und von ihrem Neffen, einem reichen Amerikaner, sechs Mark geschickt bekommen — ich schreibe Ihnen noch darüber! und die andere nach Ostpreußen gezogen ist, von wo sie pommersche Gänse, Stoppgänse, nach