Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 39 (25.9.1896)
- Date
- 1896-09-25
- Page
- Seite 658 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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r&'T&r* Serie 658 Allgemeine Israelitische Wochenschrift. s m. Nr. 39 das Adelsprädikat ablegen werde. — Was haben denn die Bürgerlichen Herrn von Mosch gethan? t Danzig, 19. September. Unser jüngst verstorbenes Gemeind emitglied, Herr L. Richter, vermachte sein ganzes Vermögen im Betrage von 100 000 Mark wohlthätigen Stiftungen und bestimmte letztwillig, daß Herr Rabbiner Dr. Werner aus München, der früher hier fungierte und gerade bei uns anwesend war, ihm die Grabrede halten solle. Herr Dr. Werner kam diesem letzten Wunsche nach und hielt einen die überaus zahlreiche Trauerversammlung tief ergreifenden Nachruf. nn. Strelno, (R. B. Bromberg), 21. September. Nachdem Herr I. Goldstand seine Ehrenämter als Stadtrat und Beigeordneter, die er seit einer Reihe von Jahren bekleidet, krankheitshalber niederlegen mußte, ist Herr S. Munk, langjähriger Stadtverordneter und Repräsentant der hiesigen Gemeinde, zu seinem Nachfolger gewählt worden, der wiederum durch Herrn Max Goldstand im Stadtverordneten-Kolleginm ergänzt werden wird. Es ist dieses in der jetzigen antisemitischen Zeit umsomehr erwähnenswert, als bereits zwei Glaubensgenosseli, Herr A. Lesser, der demnächst sein 25jähriges Jubiläum als Vorsitzender des Gemeinde-Vorstandes feiern wird, und Herr L. Lubinski der städtischen Verwaltung, die aus 16 Mitgliedern besteht, angehören. R. Hannover, 20. September. (Noch einmal: Kein zweiter Rabbiner.) Die Notiz in der vorigen Nr. ergänzend, gestatte ich mir noch zu bemerken, daß Herr Landrabbiner Dr. Gronemann, obwohl mit Arbeiten thatsächlich sehr belastet, bislang niemals Klage über eine Ueberbürdung geführt oder der Gemeinde durch Einschränkung seiner Predigten Veranlassung gegeben hat, die Anstellung eines zweiten Rabbiners in Erwägung ziehen zu müssen. Trotzdem haben einige Gemeindemitglieder vor kurzer Zeit den Versuch gemacht, durch Sammeln von Unterschriften die Wahl eines Stellvertreters zu befürworten. Diese ihrer Ansicht nach „einflußreichen" Herren haben jedoch glänzend Fiasko gemacht, indem, wie ich s. Z. hörte, ganze drei Mitglieder ihre Unterschriften gegeben hatten. Ich sehe durchaus nicht ein, weshalb man unfern Herrn Landrabbiner gerade bei dew. Predigten entlasten will. Hat man die löbliche und ehrliche Absicht, demselben einen Teil seiner Arbeiten abzunehmen, so kann es sich meiner Ansicht nach nur um die Anstellung eines Sekretärs zur Erledigung der vielen schriftlichen Verwaltungsarbeiten handeln. Bei der in unserer Gemeinde herrschenden Stimmung wird die Wahl eines Rabbiner-Stellvertreters in absehbarer Zeit nicht spruchreif werden können. Bonn, 21. September. In vorverflossener Nacht wurde der bei Endenich gelegene jüdische Friedhof in unglaublicher Weise demoliert. Fast sämtliche Leichensteine wurden umgestürzt und mittelst scharfer Instrumente gewaltsam zertrümmert, sämtliche eiserne Grabgittcr auseiuandergerissen. Von den Frevlern hat man noch keine Spur. © München, 20. September. Das antisemitische „Deutsche Volksblatt", das bisher hier als Wochenblatt erschien, wird vom 1. Oktober ab täglich erscheinen. — Auf der Durchreise verstarb hier der in Kuttenplan in Böhmen ansässige Ernst Graf Berchem Heimhausen. Der Verstorbene war ein großer Philanthrop. Diese Gesinnung kam in seinem Testamente znm Ausdruck, in welchem er unter anderen reichdotierten Wohlthätigkeitsakten auch eine mit zehntausend Gulden dotierte Rabbinatsstiftnng errichtete. ck Karlsruhe, 20. September. Auf Ersuchen des Großherzoglichen Oberrats der Israeliten ist von seiten des Königlichen Generalkommandos des 14. Armeekorps in dankenswerter Bereitwilligkeit den unterstellten Truppenteilen ausgegeben worden, daß den am 16. d. M. nach Schluß der Hebungen an sie herantretenden Gesuchen israelitischer Soldaten um Ermöglichung der Beteiligung an dem Versöhnungstage und dem religiösen Bedürfnis der Mannschaften möglichst Rechnung getragen werden soll. £ Aus Baden, 18. September. Anläßlich des 70. Geburtstages unseres Großherzogs haben sich zwei unserer besten süddeutschen Kantoren in ihrer Eigenschaft als Komponisten einen wohlverdienten Namen gemacht. Die Herren M. Rosenhaupt - Nürnberg und Hermann Zivi-Düsseldors haben den badischen Landessürsten in der ihnen eigenen Weise gefeiert. Zwei Hymnen von nicht zu unterschätzendem musikalischem Werte sind es, die als solche die Annahme und ven Beifall des Großherzogs gefunden haben; der fürstliche Dank ist beiden Komponisten zuteil geworden. Die Rosenhaupt'sche Komposition zeichnet sich durch feinsinnige kontrapunktische Verarbeitung, wie durch den leichten Fluß der melodischen Erfindung ans, der Zivi'schen fehlt es nicht an dramatisch packenden und erhebenden Momenten, die sie als Werk erscheinen lassen, das, auf der Basis klassischer Schreibweise geschaffen, in: Rahmen der Oratorienmusik von dauerndem Werte sein wird. — Aus Anlaß des 70. Geburtsfestes unseres Landesvaters wurden folgende Israeliten ausgezeichnet: Dr. med. Albert Seeligmann, Vorsitzender des Gemeinde- Vorstandes und Mitglied des Oberrats in Karlsruhe erhielt den Titel Medizinalrat, Universitäts-Professor Dr. Heinrich Rosin in Freiburg, Professor Ludwig Levi in Karlsruhe und Bezirks-Rabbiner Dr. Adolf Lewin in Freiburg das Ritterkreuz I. Klasse, Bankier Leopold Millstätter in Karlsruhe das Ritterkreuz II. Klasse und Religionslehrer Lazarus Hofmann in Wenkheim die kleine goldene Verdienst-Medaille. ^2 Pest, 18. September. Wie erinnerlich, hatte die vorjährige Rabbiner-Konferenz, zu deren Einberufung das Jnslebentreten der kirchenpolitischen Gesetze Veranlassung bot, eine sechsgliedrige Kommission mit den nötigen Vorarbeiten zur Gründung eines Landes-Rabbinerverbandes betraut, dessen Konstituierung in einer für den Herbst einzuberufenden Rabbinerversammlung erfolgen sollte. In Berücksichtigung der seit Jahresfrist geänderten Verhältnisse sah sich die erwähnte Kommission veranlaßt, die Idee der Gründung eines Rabbiner- Verbandes und die Einberufung einer Rabbiner-Konferenz fallen zu lassen, weil der Landes-Kongreß, welcher laut Beschluß der im Februar abgehaltenen Notablen-Versammlung einberufen werden soll, und der Landesfond, welcher schon über eine Million Kronen verfügt, einen großen Teil der Aufgaben und Bestrebungen übernehmen, die in den Wirkungskreis des Verbandes gehören sollten, und weil schließlich die Regierung bei der Regelung der Kongrua auch die Rabbiner berücksichtigen wird. r i # Pckersv nicht die Juden bleu rs wie ein ckt und heute Gesuche von Fachschulen vor. Der genehmigt werden zu i. Auswander Gerüchte. Wanderung Ziel gestl Argentini das schei zu sein. 4P Finnland, wird, der Finnl sassige die von In