Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 39 (25.9.1896)
- Date
- 1896-09-25
- Page
- Seite 657 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/4794838-9609712-9610407--1744-9610420- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 39. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 657. ^8t haben, Luciana genU nur dann zu übergeben, jt e>n edles, braves Weser > erhält Luciana die 525 öe ^er Großmutter da t ein hervorragendes Dev aftsgeist, so daß sie das in wenigen Jahren not stesie sich jetzt nennt, gil, ernst; sie ist etwas tyü '§/ besitzt aber außer da sönliche Eigenschaften, dii ist wenn sie arm mre."- ere Leser freundlichst ko» Im Bureau eines Um >e Dame als Zeugin vw Vereidigung schreiten nit e mir die Thora". Wch> w hebräischen Pentatent igen im Hause und es» eine andere Aufgabe zurei ^nauisiten ins Bureau >'. hlNW .die Thora ist ei« und scheint mt den, welche eim l besitzt; da» teßt » dort auf»!" sw», «it»»«1»"!1! ' Antwort Za Mort erteilen, 3000 Mk. aus dem Nachlasse der Lehrerin Minna Cohn für die Mädchenschule der jüdischen Gemeinde. Sodann folgte die Wahl von Kommissionsmitgliedern; es wurden in die Kommission zur Revision der Gemeinde-Hauptkasse sowie des Depositoriums die Herren Leichtentritt, Simon und Oppenheim und in die Kommission zur Vorbereitung der Vorstands-Ergänzungswahl die Herren Manheimer, Fränkel, Blumenthal, Jastrowitz, Simon und Louis Sachs gewählt. — Zur Renovierung des Grabsteins des berühmten Mathematikers Meyer Hirsch wurden 32 Mk. bewilligt, für die Hilfsprediger an den verflossenen hohen Feiertagen 5000 Mk. Ferner beschließt die Versammlung, beim Polizei-Präsidium um die Genehmigung zum Ankauf der betreffenden Grundstücke an der Lützowstraße zum Bau der Synagoge nachzusuchen, und zum Zwecke des Ankaufs die Ueberschüsse aus den Jahren 1888 bis 1890 in Höhe von 350000 Mk. zu verwenden. Die Versammlung erledigt sodann verschiedene Rechnungsabschlüsse von Spezial-Verwaltungen. Die Armen-Kommission hatte eine Einnahme von 140000 Mk., eine Ausgabe von 122000 Mk. Von ca. 5000 Unterstützungs-Gesuchen wurden 3173 berücksichtigt. Unter den Empfängern befanden sich über 300 Personen im Alter von 70 bis 80 Jahren, 83 Personen im Alter von 80 bis 90 Jahren. Die Schulen der jüdischen Gemeinde hatten eine Minderausgabe von 8942 Mk. In der Altersversicherungs-Anstalt befanden sich 221 Personen. Das Vermögen der Anstalt beträgt zur Zeit 2618 7-12 Mk. Die Beerdigungsanstalt hat eine Minderausgabe von 53663 Mk. Zum Schluß entstand noch eine längere Diskussion infolge einer Anfrage des Herrn Justizrat Tiktin an den Vorstand, aus welchem Grunde der beschlossene Jugendgottesdienst an den letzten Feiertagen nicht zur Ausführung gelangt sei. In dem Organ des Gemeinde-Vorstandes war nämlich vor kurzem zu lesen, daß die „Abstinenz-Politik der neuorthodoxen Herren" hieran schuld gewesen sei. Hier wurde aber das Blatt von seinen Inspiratoren im Stiche gelassen, indem die Frage dahin beantwortet wurde, daß bei der Kürze der Zeit mancherlei Schwierigkeiten, namentlich der Mangel eines geeigneten Predigers, zu Tage getreten seien, die für dieses Jahr die Abhaltung des Gottesdienstes unmöglich gemacht hätten. Damit schloß die wenig interessante öffentliche Sitzung. * Berlin, 21. September. Man schreibt uns: Ein orthodoxes Blatt teilt mit, daß auf dem jüdischen Friedhof in Mainz durch Nachgrabungen wiederum eine Reihe uralter jüdischer Grabsteine gefunden wurden. „Einer derselben soll nach Ansicht der Gelehrten derjenige Amrams, Verfassers des Unessanne Totes sein," schreibt das Blatt, obwohl „nach Ansicht der Gelehrten" R. Amram eine sagenhafte Figur ist. Als ich noch jung war, wurde mir erzählt, daß auf dem Boden der Altneu- Schul in Prag der Körper des thönernen „Golem", der unter dem „hohen Rabbi Löw" Wunderdinge verrichtet, liege. Als ich später nach dem ehrwürdigen Prag kam und den Staub des Lehmgeborenen schauen wollte, da wurde mir der Boden gezeigt, auf dem die Glieder des „Golem" gelegen haben — sollen — das war alles. * Berlin, 21. September. Prof. Dr. Heinrich Oppengestorben. Die jüdischen Blätter, die ihm etwa Nachrufe widmen wollen, machen wir aufmerksam, daß der Verstorbene ein Nicht- (mehr-) jude gewesen ist. Als vor einem Jahre zum Zwecke der Propaganda für die Repräsentantenwahlen unser Blatt an sämtliche Mitglieder der hiesigen Gemeinde versandt wurde, gelangten auch, infolge einer Verwechselung mit dem Prof. Hermann Oppenheim, einige Exemplare in die Hände des Verstorbenen. Eine Postkarte die das qui pro quo aufklären sollte, adressierte der Herr: „An den Juden Herrn A. L. u. s. w." und in einer späteren versöhnlicheren Zuschrift versicherte er, daß er „schon von christlichen Eltern" sei. Unsere Leser werden sich des Aufsehens erinnern, das jene Anrede und diese Versicherung hier in Berlin hervorgerufen hatten, da die Eltern des Verstorbenen auf dem jüdischen Friedhof in Hamburg bestattet sind und ein Bruder des Professors Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Manchester ist. Sie werden sich auch erinnern, daß man uns s. Z. nach der Veröffentlichung der Angelegenheit und der uns unterlaufenen Verwechselung mit dem Nervenarzt Pros. O. den Vorwurf der Unvorsichtigkeit gemacht hatte. Dieser Verwechselung sind jetzt auch einige Berliner Tageszeitungen zum Opfer gefallen. Solamen misero .... * Berlin, 20. September. Bürgermeister Strobach aus Wien weilte vor einigen Tagen hier, um die gemeinnützigen Einrichtungen der Stadt Berlin in Augenschein zu nehmen. Wie jeder große Mann, wurde auch er interviewt und zwar von einem Mitarbeiter der „Staatsb. Ztg." Ueber seine Stellung zur „Judenfrage" erklärte er, daß die Juden in Wien sich über sich selbst, aber nicht über ihn beklagen sollten, falls ihnen Zurücksetzungen und Verfolgungen nicht paßten, denn sie beanspruchten „Vorrechte" und beschwörten dadurch eine Judenhatz herauf. — Der Interviewer wird nicht schlecht enttäuscht gewesen sein, denn solche Platitüven kann er bequem in der kleinsten antisemitischen Bezirks-Versammlung allwöchentlich einige Male hören. * Berlin, 14. September. Ueber die kirchlichen Gebäude in Berlin enthält das Werk „Berlin und seine Bauten" folgende Mitteilungen: Mit den in mehreren öffentlichen Gebäuden enthaltenen Hauskapellen besitzt Berlin gegenwärtig 115 öffentliche christliche Kultusstätten. Dazu gehören 99 Gemeinden des evangelischen Bekenntnisses, wobei die großenteils von diesen abgezweigten Sekten eingerechnet sind, 15 des katholischen Bekenntnisses und außerdem eine griechischkatholische Kapelle. Von den Synagogen sind zwei als bedeutendere Bauten hevorzuheben. Unter der Regierung des Kaisers Wilhelm II. wurden bisher von größeren Andachtsstätten mit monumentalem Gepräge in Berlin 23 evangelische, 5 katholische Kirchen und eine Synagoge errichtet und geweiht. — Wenn wir die Privatsynagogen hinzurechnen, so ist in Berlin für das religiöse Bedürfnis der Juden besser gesorgt, als für das gleiche Bedürfnis der Christen. Denn die Juden sind in der hiesigen Gesamtbevölkerung mit etwas über 5% vertreten und verfügen über 19 Kultusstätten. * Berlin, 21. September. In einer Zeitungsfehde mit dem Abg. Werner erklärte Hans von Mosch, daß er demnächst