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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-09-18 · 38 (18.9.1896) · p. Seite 642

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
38 (18.9.1896)
Date
1896-09-18
Page
Seite 642 (sequence 14)
Language
German
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Seite 642. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Nr. 38. seiner Herrschaft stehenden Fürstentnme hatte anch unser Landrabbiner, Herr Dr. Loevy, mehrfach Gelegenheit, an den offiziellen Feierlichkeiten teilzunehmen. Ein von demselben verfaßtes Begrüßungsgedicht wurde beim Eintreffen des Großherzogs auf dem Bahnhose von einer Schülerin der höheren Töchterschule unter Ueberroichung eines Blumenstraußes vorgetragen. Zu dem darauf folgenden offiziellen Empfang im Schlosse war auch der Landrabbiner als Staatsbeamter geladen und wurde von Sr. Königl. Hoheit durch eine freundliche Ansprache beehrt, welche meist jüdische Angelegenheiten des Ftirstentums berührte. Am l. Tage Roschhaschano zwischen 1 und 3 Nhr war Herr Dr. Loevy zur Audienz besohlen, in welcher der Großherzog sich längere Zeit und sehr leutselig mit ihm über seine persönlichen Verhältnisse unterhielt und die Dedikation einer der Vollendung nahen historischen Arbeit — die Juden im Fürstentum betreffend — entgegennahm. Daran schloß sich die Einladung zur Hoftasel. B. Wien, 14. September. (Baron Nathaniel Rothschild) hat einen hohen Orden bekommen, weil er eine hohe Summe zum besten eines Militär-Jnvalidenhauses hergegeben. Der letztere Umstand läßt unsre Gegner kühl, der erstere bringt sie in Wallung. Ihre Presse sucht alles mögliche über den Dekorierten anszugraben, was uns natürlich nicht im geringsten interessiert. Nur ein Bonmot sei hier wiedergegeben, weil es trotz seines antisemitischen Ursprungs der Beherzigung wert ist. Eine Freundin des Barons, Fürstin Pauline Metternich, soll sich bemüht haben, ihren jüdischen Protegee in christlich-aristokratische Kreise, ja einmal sogar (!) bei dem Fürsten Schwarzenberg einzuführen. Auf ihre Versicherung, daß Nathaniel Rothschild mit Inden nicht mehr verkehre, soll der Fürst geantwortet haben: „Wenn der Baron Rothschild nicht mit Juden verkehrt, so mag auch ich nicht mit Juden verkehren." Prag, 8. Sept. (Der „ Jsr. Landeslehrerverein) in Böhmen" hielt am 24. v. M. seine 24. Generalversammlung ab. In seiner Begrüßungsansprache gab der Obmann, Herr Siegmund Springer (Prag), der Befriedigung des Vorstandes über die große Beteiligung Ausdruck. Der Thätigkeitsbericht, erstattet vom Schriftführer Herrn Rabbiner M. Freund (Bodenbach), konstatiert, daß alle Gebiete der Vereinsthätigkeit, Vertretung der Interessen seiner Mitglieder, Stellenvermittlung, die Kranken- und Darlehenskasse re., nach Möglichkeit gefördert wurden und zeigt ein Anwachsen des Vereines, dem 168 Mitglieder gegen 133 im Vorjahre — also die größte Zahl der in Böhmen angestellten Rabbiner und Lehrer — angehören. Der von dem Rechnungsführer Rabbiner S. Hoch (Czaslau) zur Verlesung gebrachte Kassenbericht des Vereins und der Darlehenskasse, welcher eine ausgiebige Inanspruchnahme der letzteren konstatiert, indem an unverzinslichen Darlehen 1039 fl., gegen 680 fl. im Vorjahre, an Unterstützungen 117 fl., gegen 90 fl. im Vorjahre, bewilligt wurden, wurde ohne Debatte genehmigt. Der Obmann-Stellvertreter Herr Rabbiner S. Abeles (Kuttenberg) referierte hieraus über die Wohlfahrtseinrichtungen des „Jsr. Landeslehrervereins". Anknüpfend an dieses Referat erhielt Herr Rabbiner St. Stein (Sobieslau) das Wort, um über die bevorstehende Gründung des Pensionsvereins zu sprechen. Referent gab eine kurze Geschichte des bisher bestehenden Pensionsfonds und knüpfte daran jene Normen, die dem alten Statute beigefügt werden sollten. Ein fünfgliederiges Komitee soll das Elaborat der neuen Statuten für den neuen Pensionsverein ausarbeiten, lieber den weiteren Beratungspunkt, wie der Landeslehrerverein das fünfzigjährige Regierungsjubiläum unseres Monarchen begehen solle, berichtete der Schriftführer, daß der Vorstand beschlossen habe, aus diesem Anlasse eine den Namen Sr. Majestät tragende Stiftung zu gründen, deren Zinsen alljährlich an würdige, in Prag oder auf dem Lande studierende Söhne von Vereinsmitgliedern verteilt werden sollen. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. In die Vereinsleitung wurden gewählt die Herren: S. Springer (Prag), M. Freund (Bodenbach), S. Abeles (Kuttenberg), M. Neumann (Wottitz), I. Fantes (Neubidschow), M. Zinner (Beraun), S. Hoch (Czaslau). -r. Graz, 10. September. (Ein Manneswort.) Hier hat eine Versammlung der fortschrittlichen Wähler stattgefunden, in welcher die bisherigen Abgeordneten DDr. Schreiner und Portugall ihre Rechenschaftsberichte erstatteten. Ersterer sprach sich über den Antisemitismus wie folgt aus: „Ich will mir ein Mandat nicht dadurch ergattern, daß ich mich zur Fahne des Antisemitismus bekenne. Ich weiß nicht, was man unter Antisemitismus eigentlich versteht, aber die ihn heute predigen, laden eine schwere Verantwortung aus sich, die man sich in der gemütlichen Steiermark vielleicht nicht deutlich genug vorstellen kann. Es kann eine Zeit kommen, wo die Ungeduldigen, welche den Erfolg der Reden nicht mehr erwarten können, selbst^in ihrem Ungestüm zu Thatcn schreiten, uüd wir werden zu ähnlichen Szenen kommen, wie sie sich in jüngster Zeit in Konstantinopel abspielten, und dafür iibernehme ich die Verantwortung nicht. Der Schlaf der Nächte würde mein Lager fliehen, wenn mir mein Gewissen sagen müßte, das ist Dein Werk." P. Zwittau (Mähren), im September. Während der Neujahrswoche weilte der Fürstbischof von Olmütz, Dr. Theod. Kohn, in hiesiger Stadt, um die Einweihung einer neuerbauten, von ihm reich beschenkten Kirche vorzunehmen. Der Kirchenfürst wurde von der gesamten Bevölkerung in feierlichster Weise empfangen. Bei der hier von einem Teil der Geistlichkeit geschürten antisemitischen Strömung konnte es nicht Wunder nehmen, daß unser Rabbiner, Herr Dr. Fink, zu dem festlichen Empfang nicht zugezogen wurde. Diese Thatsache war für ihn auch maßgebend, sich im Hintergründe zu halten. Zur großen Ueberraschung trat am letzten Freitag der erste Ortspfarrer bei einer Straßenbegegnung an unseren Herrn Rabbiner heran, legte ihm. in einer überaus freundlichen Unterredung nahe, daß es doch angemessen wäre, auch seinerseits dem Kirchenfürsten eine Aufwartung zu machen. Natürlich war unser Rabbiner dazu bereit und erklärte auch, warum dies bis dahin unterblieben war. Da nun die Abreise schon in zwei Stunden erfolgen sollte, wollte unser Rabbiner trotzdem von einem Besuche absehen. Ans das dringende Zureden des Herrn Pfarrers wurde vereinbart, daß der Rabbiner auf dem Bahnhofe zum Abschiede erscheinen solle, wo alsdann die Vorstellung seitens des Pfarrers erfolgen werde. Der Kirchenfürst erschien in Begleitung einer zahlreichen Geistlichkeit. Von dein Oberpfarrer vorgestellt, Nr. 38. hielt Herr Tr. Fink sich in solgend-n Gc Brauch, jedem, der zurusen. Er, der K reise des Kirchenfurf * auch fir die von Legen zu erbitten. Fr verleihe Tir Israeliten in unser werde nicht blos de dem auch denen, d werde in Erfüllung richtig verkündeten führen, was ich beg es gesendet". Ter vergleichlichen Ruhn fürst" enthalten ist, Kirchenfürst und d? tief ergriffen. Erst ihm herzlichst die i Erscheinen und des X Petersburg, schreibt: Tie jndii ivie ein Reporter 1 ‘ tretet Tr. 8. I f scheinend Fiasko ei & Petersburg, Anzahl von Gegend Fahren mit landwi Auf den Besitzung Ministers des Fnn I; Mm 3. Mai 1892, Faden zu allen l ihre Arbeit scheint Zuckerrasffneri industriellen und li

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