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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-09-18 · 38 (18.9.1896) · p. Seite 635

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
38 (18.9.1896)
Date
1896-09-18
Page
Seite 635 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 88 Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 685. >vas auf k;®5» i>eä.3ubo„w ’ M bei kim Stwjp»«j '*'« StM«W, bet „ « beb bünbgeeirfjtb n K >lt b-slh»>btz, b«tt|« lngsteRitualmord'öffeM tt gelästert und dadurch * Rorporationsrechten innti jüdische ReligionsgesellschL re Gebräuche beschimpsi g l Angeklagten freigesprochn S.-B. verlange, daß direkt gebracht sein müssen. U ntlichte und von uns s. $ es Reichsgerichts ist nat it, so daß wir es hier w rechende Erkenntnis ist m aufgehoben und die Zlr» lesen: Allerdings müsse ie :ine Roheit oder besondeu ch kennzeichnen, wodurch a htung dessen, was Acht« eben wird. Damit sei a!« leußerungen bczw. eine St Str.-G.-B. nur verlies» r Schimpfworte. Es ivn» ob nicht in, Falle der & Thatsachen in Bezug * ngott', d. h. den Gott nai tchre - oder in Bezug d a,ie hier die jüdische,»^ he eine Beschimpfung m e Thatsache an s'ch sch'» m, in der die Beschi'M ,, „ich, »°»h» 2ich,z,»bejahe», kl, benlbar, baß >h" | . I [e selbst geradezu sh'"? Äbel.^Jt:. cht den Charakte , , « fei fd)WW', 2ibei9»t<«la*™ it, daß oer» ffit von Einfluß! „. deutende" Mnalß .istenversanuul zu Brünn das erwachende Nationalgesühl der Juden freudig begrüßt — eitre Behauptung, gegen die der Zionist wider Wissen und Willen bereits in der nächsten Nummer energisch Verwahrung eiulegte. Professor Deutsch berührt dabei denselben Gedanken, mit dem seine jetzt wieder sehr aktuelle Skizze „Die jüdische Nationalität" (Wochenschrift von Rahmer 1893, 9kr. 42) schließt: „Ich wiirde es für ein Unglück halten, wenn Israel, statt nach Jesajas Weissagung mit Egypten und Affur ein Segen im Lande zu sein, nebetr Serbien, Montenegro und Armenien ein Fluch sein sollte". Auch der englische Schriftsteller Zangwill, der sich bei der Debatte über Herzls Rede im Londoner Makkabäerklub hinter leichter Ironie versteckte, sieht sich einigen Blättern des Kontinents gegenüber, die ihn mit der Idee des Judenstaates in Verbindung bringen, zu einer deutlichen Erklärung veranlaßt. Seine Beziehungen zu „dem letzten Prediger einer alten Idee" seien nur oberflächlich, sagt er im American Israelite. Dann erzählt er, wie „der soilderbare, vom Hiinmel gefallene Besucher" binnen drei! Tagen ein Meeting zusammenbrachte, in diesem London, „wo man das beste Diner nicht ißt, ohne wochenlang vorher eingeladen zu sein!" er schildert den Eindruck, den der schlanke, schwarzbärtige Journalist, ..a fine figure of a man“, mit seiner glänzenden Beredsamkeit aus seine Zuhörer machte; die fieberhafte Thätigkeit, tu die Herzl sich stürzte, um dem Vorwurf, er sei ein Träumer, zu entgehen, uub die ihn bis zur Audienz beim Sultan oder wenigstens dessen Großvezier führte. „Aber während er tvichtige Erfolge erlangt zu haben meint, behaupten seine Gegner, der verschlagene Türke habe ihn einfach znni Besten gehalten", und während er, mit den höchsten Ehren überschüttet, die hohe Pforte verließ, sei schon der telegraphische Befehl nach Palästina geflogen, das Ge-; setz gegett die Einwanderung der russischen Juden mit größter Strenge zn handhaben! Auch Zangwill betrachtet Herzls „scheine“ als einen Rat der Verzweiflung; aber während dieser seine ganze Staatsschrift auf der Ueberzeugung aufbaut, ' daß nicht die schlechten, sondern die guten Eigenschaften der Juden den Antisemitismus erregen, sagt der Dichter des . modernen Ghetto offen: „Ich fand die Wiener Juden nicht i alle unsträflich. Zu viele von ihnen sind auf dem Geldmarkt, , zu viele prahlen mit dem Reichttlin, den ihnen diese Taschen- > spielerarbeit (jugglery) errungen". . . . Israel ist kein Volk s im gewöhnlichen Sinne; eine geistige Idee ist es, die uns! vereint, und ein Appell an die bloße Gemeinschaft des Blutes mtlß wirkungslos verhallen.... „Wo Juden Materialisten ivcrdett, muß mau sie ihrem Schicksal überlassen." Im übrigen gicbt Zangwill die Versicherung, daß sich in England, wenn "icht etwa nette Verfolgungen auf dem Festlande ausbrechen, trotz Meeting, Maccabaeans und Herzl-Komitee *) kein Finger zu werkthätiger Hilfe bei der Gründung des Jttdenstaates regen tvird. Aard. — Freimaurer und Juden. Die Beschuldigttngett gegen Jttdett ttnd Freimaurer gleichen sich wie ein Ei dem andern. So hat Leo Taxil einett starken Band über „die Morde der *) Bei einem Diner, das die Makkabäer Herzl am anderen Tage gaben, beschloß man, ein kleines Komitee zur Prüfung seiner Idee zu bilden, das jedoch mit den Makkabäern selbst in keinem Zusammenhang stehen soll. Freimaurer" veröffentlicht, der sich wie ein antisemitisches Pamphlet liest, und gleich der Alliance israelite wird der Zentralleitung der Freimaurer nachgesagt, daß sie „die Ausrottung des Christentums und die geheime Herrschaft über die Völker mit den gemeittsten Mitteln und zu den gemeinsten Zwecken beabsichtige." (Aus dem Schreiben des Prinzen Friedrich Leopold von Preußen an den deutschen Kaiser.) Auch scheinen, gleich Aron Britnan und Paulus Meyer, die Eideshelfer der Beschuldigungen gegett Freimaurer, — Miß Vaughan und Margiotha — Konvertiten zu sein. Nur ein wesentlicher Unterschied besteht. Die „Germania", welche zu den Verleumdungen der Juden geschmunzelt hat, ist von den Anklagett gegett die Freimaurer nicht weniger als entzückt, sie glaubt vielmehr, daß die katholische Sache durch die „Enthüllungen" kompromittiert werde. Der preußische Prinz schreibt an den Kaiser von den Angriffen, die „besonders in den Blättern der katholischen Zentrumspartei gegen die Freimaurerei und ihre Lehren geschleudert werden, die zum Teil so unsinnige Mitteilungen enthalten, daß sie ein eigentümliches Licht auf die Intelligenz der Leser werfen, für welche sie geschrieben sind." Wort für Wort, als ob es sich um die üblichen antisemitischen Verleumdungen handelte. — Es scheint „ausklärend" gewirkt zu haben, daß ein preußischer Prinz in einem offiziellen Schreiben an den deutschen Kaiser sich der Freimaurer angenommen hat. — Die Juden in China. Die in London erscheinende „Jewish Chronicle“ schreibt: Li-Hung-Chang hat England verlassen. Sein Besuch hat uns die Thatsache in Erinnerung gebracht, daß in Tien-Tsin, dem Wohnorte des Staatsmannes, Juden seit dem Jahre 1858 leben. Obgleich die fremden Juden, wie alle andern Europäer, sich dort unter der Jurisdiktion ihrer Konsuln niedergelassen haben, so verdanken sie doch sehr viel Li-Hung-Chang, welcher ihnen das Recht verschaffte, in der Stadt wohnen und mit Eingeborenett unbeschränkt verkehren zu können. In China soll es seit zweitausend Jahren Inden geben, ohne daß dieselben je in ihren Religionsübungen gestört worden wären. Thatsächlich machen die Chinesett zwischen Moslem und Juden keinen Unterschied ttnd betrachten alle Andersgläubigen mit gleichem Mißfallen, wie die christlichen Missionare zu ihrent Leidwesen erfahren mußtett. Die jüdische Niederlassung in Kae-fung-foo, it* der Provinz Ho nan ist säst verschwunden und die Juden (welche dort unter dem Namen Taon-kin- Redow, als diejenigen, „die die Sehnen aus dem Fleische entfernett", bekannt waren) sind fast ganz mit der dortigen Bevölkerung assimiliert. Von der dortigen Synagoge ist kein Stein mehr vorhanden. Ihre eigene Ueberlieferung führt ihren Ursprttng auf den Statnm Ascher zurück. Obgleich sie das Hebräische vergessen und längst aufgehört haben, ein unterscheidendes jüdisches Ritual zu beobachten, so enthalten sie sich doch immer noch des Genusses von Schweinefleisch, gehen keine Heiratett mit Eingeborenen ein und haben ihren eigenen Friedhof. Eine Steinplatte mit einer hebräijchen Inschrift, welche offenbar ans der Synagoge stammt, wird von dieser „verwaisten Kolonie" noch aufbewahrt, einetn traurigen Neberbleibscl einer jüdischen Gemeinde.

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