Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 37 (11.9.1896)
- Date
- 1896-09-11
- Page
- Seite 625 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 37. Allgemeine J-raelitische Wochenschrift. Seite 695. Ausgaben Mk.ig i5^ 620'58- Ter Vermöge des Hauses an m' weist die Summe oo5 mx Nachruf wird feiten; ber 1894 verstorbenen U wmerzienrat Adolf Mollinz >es Vereins dem Vorstand!, nkoimnission, angehört und >er ihn überall auszeichneli, nhen dieser Anstalt beige rfAus Ahlem. - Ei- > Gesuch des Vorstandes da in Ahlem hat das Kulms Vorstandes, Herrn Kock : sei, der gen. Anstalt die lzuräumen, sobald bestimm!! des Statuts vorgenommen sen unserer Gemeinde wird ng unseres über die Men; noch einen Rabbiner an erseits verehrten Hem Tr;r entlasten und gelegeM se'G Gemeindeleben ab. Und doch hat unsere Stadt eine besondere Bedeutung für die Juden Deutschlands durch den hier bestehenden vorzüglich geleiteten Verein zur Verbreitung und Förderung der Handiverker unter den Inden. Die Seele des Vereins ist unser Rabbiner, Herr Dr. David, der keine mühevolle Reise scheut, um weitere auswärtige Kreise für die Sache zu interessieren und die sehr schwache materielle Basis des Vereins zu festigen. Neber die Leistungen und Erfolge desselben weist sich der soeben erschienene 16. Jahresbericht aus. Unter der Obhut des Vereins befanden sich im abgelaufenen Jahre 112 Lehrlinge, von denen 37 nach beendeter Lehrzeit, 3 aus anderen Gründen entlassen wurden; von den verbliebenen 72 Lehrlingen sind 19 im hiesigen Pensionshaus, 18 im Kölner Lehrlingsheim, 35 anderwärts untergebracht. Eine Enquete über den weiteren Lebenslauf der vom Vereine entlassenen Zöglinge hatte das folgende günstige Ergebnis: Es waren von den 87 während der Jahre 1888—1895 Ausgebildeten 8 selbständige Meister, 2 gestorben, 4 augenblicklich Soldaten, 7 als Gesellen ausgewandert, die übrigen als Gehilfen in Stellung; nur drei sind nicht beim Handwerk verblieben. Leider zwingen aber finanzielle Rücksichten in Hinsicht der Wirksamkeit des Vereins zu großer Zurückhaltung. Die Einnahmen betrugen während des Berichtjahres 22250,37 Mk., die Ausgabe 23825,05 Mk., sodaß ein Fehlbetrag verbleibt, welcher mit den in früheren Jahren notwendig gewordenen die Summe von 4648,59 Mk. erreicht. J. H. Strelitz i. M., 4. September. Es dürfte die Veröffentlichung eines Schreibens aus Shangai (China) von dem früheren Minister-Residenten daselbst, Herrn P. G. von Moellendorf an Herrn Dr. I. Hamburger, Oberlaudesrabbiner Hierselbst von nicht geringem Interesse sein. Das Schreiben lautet: „Mit dieser Post erlaube ich mir. Ihnen eine kleine Arbeit zu übersenden, die ich Sie bitte, als geringes Zeichen meiner Hochachtung freundlich entgegenzunehmen. Als Jurist und Orientalist nach China verschlagen, bin ich stets auf meine eigene Bibliothek angewiesen gewesen, und Sie können sich kaum vorstellen, mit welchem Jubel ich seiner Zeit Ihre Encyclopädie begrüßt habe. Hebräisch, Alt und Neu, ist mein Erholungsstudimn, in dem ich zwar wenig leiste, das ich aber, wie wohl so häufig im Leben, desto mehr verehre. Ihr Werk füllte, trotzdem ich eine gute Büchersammlung besitze, eine fühlbare Lücke aus. Geben Sie uns noch einen dritten Teil, d. h. eine encyclopädische Behandlung des Judentums bis auf unsere Zeit. Oder sollte es sich nicht empfehlen, bei der nächsten Auslage das ganze Material mit Einschluß der neuen und neuesten Zeit in eine jüdische Encyclopädie zu vereinigen, für die Sie jetzt, nachdem Sie alle Schwierigkeiten überwunden haben, mit Leichtigkeit einen Verleger finden werden." — Mit Bezug auf den in diesem Schreiben ausgesprochenen Wunsch, bin ich in der Lage mitzuteilen, daß Herr Dr. Hamburger an der Herausgabe einer Encyclopädie des Judentums, resp. Umwandlung seiner Encyclopädie für Bibel und Talmud in eine Encyclopädie des Judentums fleißig arbeitet. Von derselben sind bereits sieben Hefte, die ganze Abteilung I a—z, erschienen. w. Bechtheim, 5. September. Die hiesige israelitische Gemeinde hat sich infolge Wegzuges der Mitglieder aus unserem Orte aufgelöst. Das Vermögen wird der Konfessionsgemeinde der israelitischen Gemeinde in Osthofen Übermacht, während die Kultusgegenstände an bedürftige Synagogen verteilt werden. 8. Kelsterbuch a. M., 3. September. Am 21. vor. Mts. fand die Einweihung unserer neu erbauten Synagoge statt. Zur Abhaltung der Feier war Herr Rabbiner Dr. Selver aus Darmstadt erschienen, sowie Herr Lehrer Vooß aus Rüsselsheim zur Leitung des Festgottesdienstes. Um 5 Uhr nachmittags wurden die Thorarollen aus dem alten Bethause abgeholt, dann zog man unter Gesang und Musik in das neue Gotteshaus ein. Hier hielt Herr Dr. Selver die Weiherede, welche alle Anwesenden ergriff und erwärmte. Auch Herr Vooß entledigte sich seines Amtes zur größten Zufriedenheit. Bemerkenswert ist, daß sich auch alle Nichtjuden des Ortes an diesem Feste beteiligten, da der Ort nicht nur allein aufs schönste ausgeschmückt war, sondern auch alle Honoratioren der politischen Gemeinde beim Gottesdienst vertreten waren und somit den Beweis lieferten, daß an unserem Orte das schönste Einverständnis unter den verschiedenen Konfessionen herrscht. p* Hamburg, 4. September. Ueber Platznot in unserem Tempel an den hohen Feiertagen klagt ein langjähriges Mitglied des Tempelverbandes in dem hiesigen „Fremdenblatt": An diesen Tagen seien nicht nur sämtliche Plätze besetzt, sondern auch die Seiten und Zwischengänge derartig überfüllt, daß es den Inhabern von Sitzplätzen oft kaum möglich, namentlich vor der Predigt, zu denselben zu gelangen. Der Einsender konnte z. B. im vorigen Jahre am Vorabend des Versöhnungsfestes nur dadurch seinen Platz erreichen, daß er sich gewaltsam durch die Menge Bahn brechen mußte; er ersucht darum die Direktion, an diesen Tagen ausnahmsweise den Zutritt zum Tempel nur gegen Einlaßkarten zu gestatten. Unbemittelten Leuten, denen es schwer fällt, sich einen Platz zu mieten, könnte die Direktion ja eine bestimmte Anzahl Karten für die Seitenplätze zur Verfügung stellen, nur müßte eine Ueberfüllung, die sich auch als höchst gesundheitswidrig gestaltet, vermieden werden. Ferner wird der Direktion die Herstellung von Gottesdiensten an den drei hohen Festtagen in hierzu gemieteten Sälen nach dem Ritus des Tempels empfohlen. — Auf dem Terrain des der Amerika-Linie gehörigen Auswandererschuppens, hinter dem Amerikaquai, ist für die in diesem logierenden israelitischen Auswanderer aus Rußland, Galizien, Polen rc. in der Mitte des Schuppens ein Gotteshaus errichtet. Die Einweihung fand am Donnerstag statt, an der viele Notable der Gemeinde, an der Spitze Mitglieder des Gemeinde-Vorstandes, teilnahmen. Die Weiherede hielt Herr Ober-Rabbiner Hirsch, der in der trefflichen Rede der aus ihrer Heimat vertriebenen Glaubensgenossen gedachte, der Hamburger Behörde für den Schutz, den sie den armen Verlassenen zuwende, dankte und mit der Bitte an die Anwesenden, ihre Liebe den armen in die Fremde hinausgeworfenen Glaubensgenossen stets zuzuwenden sowie einem Gebet für Kaiser und Senat schloß. Der regelmäßige Gottesdienst wird am Abend des Neujahrsfestes seiuen Anfang nehmen und wird seitens des Vereins für israelitische Obdachlose für Vorsänger, Küster rc. Sorge getragen. — In dem Testament des verstorbenen Herrn Samuel Levy war