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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-09-11 · 37 (11.9.1896) · p. Seite 624

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
37 (11.9.1896)
Date
1896-09-11
Page
Seite 624 (sequence 12)
Language
German
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Seite 624. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Nr. 37. dacht wurden, befinden sich auch mehrere Glaubensgenossen. Zu der Denkmalweihe war unser Rabbiner Herr Dr. Rosenthal geladen. Unter den Ehrenjungsraucn, welche den Kaiser am Rathause empfingen, befanden sich sechs jüdische Damen. — Vermutlich zu Ehren des russischen Kaiserpaares wurden vor Eintreffen desselben die hier zum Einkauf weilenden russischen Glaubensgenossen auf das Polizei-Präsidium beschieden, wo ihnen mitgeteilt wurde, daß sie vor dem 1. September das Weichbild der Stadt zu verlassen hätten. F Meran, 6. September. (Wohlthätigkeitsverein.) Wie in anderen renommierten Badeorten und Sommerfrischen, hat sich auch hier ein Verein zur Unterstützung armer kranker Israeliten gebildet. Die Statuten des Vereins, dessen Tendenz sein Name besagt, haben die behördliche Genehmigung erhalten. X Zoppot, 6. September. Hier soll im nächsten Jahre eine Synagoge erbaut werden. Diese Idee ist nur durch Unterstützung weiterer Kreise realisierbar, da in Zoppot nur drei jüdische Familien wohnen. Der erste Spender ist ein Herr Fürstenberg aus Danzig, der sich bereit erklärt hat, einen Bauplatz zu schenken. K. Hannover, im September. Der Vorstand des Vereins für Altersversorgung und Krankenpflege in der Synagogengemeinde Hannover versendet seinen dritten Geschäftsbericht über die Jahre 1394 und 1895, aus dem ersichtlich, daß der Verein sich in erfreulicher Weise kräftig entwickelt. Der längst beabsichtigte Neubau eines Krankenhauses wird wohl noch im Laufe dieses Jahres in Angriff genommen werden, da bereits der Bauplan bei der zuständigen Behörde eingereicht worden ist und hoffentlich genehmigt wird. Die dadurch frei werdenden Räume der gegenwärtigen Krankenstation werden dann vorläufig zu einem Asyl für Altersversorgung eingerichtet und somit auch die andere große Aufgabe, die der Verein sich gestellt hat, wenn auch vorerst nur in bescheidenem Maße verwirklicht. Ermöglicht wird die Ausführung durch das Anwachsen des Vermögensbestandes, der sich, dank den Bemühungen eines, aus der Mitte des Vorstandes behufs Gewinnung neuer Mitglieder gebildeten dreigliedrigen Komitees, wesentlich gehoben hat; der Verein zählt gegenwärtig 316 Mitglieder. Es sind aber auch verschiedene größere Legate dem Vereine zugeflosseu, so gemäß einer testamentarischen Bestimmung der in Frankfurt a. M. verstorbenen Frau Adele Katzenstein geb. Samson aus Hannover, die Summe von 15000 Mk., ebenfalls laut Testament aus dem Nachlaß des Frl. Henriette Mansbach von hier 6OO Mk., und ferner gelangte das bereits im vorigen Berichte als in Aussicht stehend erwähnte Legat der verstorbenen Frau Georgine Jakobsohn in Stolzenau, in Höhe von ca. 22000 Mk. zur Auszahlung. Es wurden im Jahre 1894 71 Personen ausgenommen, so daß mit den zwei vom vorigen Jahre übernommen 73 verpflegt wurden, von denen 65 als geheilt entlassen wurden, 3 verstorben und 5 Kranke zurückblieben. Hierzu kamen im Jahre 1895 73 Personen, so daß im ganzen 78 Personen verpflegt wurden. 68 wurden als geheilt entlassen, 6 sind gestorben und 4 waren am 1. Januar 1896 noch in Behandlung. Außerdem genossen in der Anstalt ein Greis von 80 Jahren und eine Greisin von 85 Jahren die Wohlthat unentgeltlicher Altersversorgung. Tie Einnahme bezifferten im Jahre 1894 sich insgesamt auf Mk. 14107,57; die Ausgaben auf Mk. 12 245,85, so daß ein Kasse-Ueberschuß von Mk. 1862,72 verblieb. Im Jahre 1895 waren die Einnahmen Mk.17978,86, die Ausgaben Mk.16158,28 und der Kassa-Ueberschuß Mk. 1620,58. Der Vermögens- Bestand am 31. Dezember 1895, einschließlich des Hauses an der Maschstraße 7 und des Mobiliars, weist die Summe von 175 226 Mk. 9 Pf. auf. Ein warmer Nachruf wird seitens des Vorstandes dem am 9. Oktober 1894 verstorbenen Vorstandsmitgliede, dem Herrn Kommerzienrat Adolf Molling s. A., der seit der Begründung des Vereins dem Vorstande, in den letzten Jahren der Krankenkommission, angehört und bei dem gemeinnützigen Sinne, der ihn überall auszeichnete, ganz besonders auch zum Gedeihen dieser Anstalt beigetragen hat. S* Hannover, 4. September. sAus Ahlem. — Ein 2. Rabbiner.j Auf ein bezügliches Gesuch des Vorstandes der Israelitischen Erziehungsanstalt in Ahlem hat das Kultusministerium dem Vorsitzenden des Vorstandes, Herrn Konsul Simon, erwidert, daß er geneigt sei, der gen. Anstalt die Rechte einer juristischen Person einzuräumen, sobald bestimmte leicht durchführbare Aenderungen des Statuts vorgenommen sein würden. — In einigen Kreisen unserer Gemeinde wird der Wunsch gehegt, zur Entlastung unseres über die Maßen beschäftigten Herrn Landrabbiners noch einen Rabbiner angestellt zu sehen, der unseren allerseits verehrten Herrn Dr. Gronemann besonders als Prediger entlasten und gelegentlich vertreten möge. X Köln, 4. September. (Jndifferentismus.) Dem in unserem Nachbarorte Mülheim erscheinende Gemeindeblatt wird von hier geschrieben: Wenn der Besuch des Gotteshauses an den hohen Feiertagen als Maßstab für die Anhänglichkeit an den väterlichen Glauben gelten soll, so sieht es hier mit der Religiosität noch sehr trübe aus. Nach der letzten Volkszählung leben in hiesiger Stadt 7950 jüdische Seelen. Die Hauptsynagoge in der Glockengüsse faßt 500, die Hilfssynagoge in der Lese 700, Adas Jeschurun-Synagoge 150, Asyl-Synagoge 100, Rothschild-Synagoge 50, das sind zusammen 1500 Personen, stimmt man an, daß von den verbleibenden 6450 etwa 1450 Kinder im noch nicht schulpflichtigen Alter sind, so ergiebt es sich, daß zirka 5000 Personen dem Gottesdienst fern bleiben. Allein die Zahl der Schulkinder ist fast so groß wie die aller Synagogenbesucher zusammen. Man sollte glauben, daß der hohe Preis der Plätze manches Mitglied abgeschreckt habe: dem ist jedoch nicht so; denn in der Hauptsynagoge in der Glockengasse sind Parterresitze diesmal bei der Versteigerung teilweise nicht höher als drei Mark gekommen. Wenn die 700 Personen, welche alljährlich die Hilfs-Synagoge benutzen, in der Folge Plätze in der neuen Synagoge am Königsplatz nehmen, wo 1400 Sitze vorgesehen sind, dann bleibt die Hälfte des Gotteshauses noch leer. Die Verwaltung hat jedenfalls ihre Schuldigkeit gethan, indem sie Allen Gelegenheit giebt, ihr religiöses Bedürfnis zu befriedigen. Um so bedauerlicher ist der Jndifferentismus, der noch in weiten Kreisen herrscht. O Düsseldorf, 3. September. sHandwerkerverein.j Ueber unsere Gemeinde kommt nur selten etwas in dieOeffentlichkeit; so still wie das kommunale, so ruhig wickelt sich unser

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