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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-09-11 · 37 (11.9.1896) · p. Seite 614

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
37 (11.9.1896)
Date
1896-09-11
Page
Seite 614 (sequence 2)
Language
German
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Seite 614. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Nr. 37. glaubt dem Geiste der Zeit, den sie erfaßt zu haben meint, die Reverenz bezeigen zu müssen. Eine jede Apologie der Judenheit nimmt daher der einzelne Jude für sein eigenes liebes Ich in Anspruch und hält sich aller Rücksichten auf die Gesamtheit, allen Ehrenpflichten gegen die Gemeinschaft enthoben, setzt seinen Ehrgeiz darein, einen Anschluß an das allgemeine Kulturleben durch Apathie gegen alles jüdische Interesse zu bekunden. Wenn er noch ein richtiges Verständnis für das wahrhaftige Kulturinteresse besäße, man könnte sich der Hoffnung überlassen, er werde auf seinen Wegen schließlich auch dem Judentume begegnen und es schätzen lernen müssen. Allein bei diesen Juden 5m de siede ist nichts weiteres Kultur, als was sich singen und geigen, malen und meißeln, deklamieren und tanzen läßt . . . Die reichen Juden von ehedem waren in erster Linie bedacht, Begräbnisstätten, Krankenhäuser, Volksschulen, Armenkassen zu gründen, dann die Männer der Wissenschaft — so weit eben der Begriff Wissenschaft zu jener Zeit reichte — durch direkte Unterstützung, durch Ankauf und Drucklegung ihrer Werke zu stützen und zu ehren, und hielten für den herrlichsten Schmuck ihrer Häuser einen oder mehrere Schränke von Büchern. Der reiche Jude von heute prunkt mit dem nwnumentalen Baue seiner Paläste, mit den echten Raphaelen, Titianen und Rubens seiner Bildergallerie, mit seinen zahlreichen Konnexionen und Beziehungen zu Mimen, Ballerinen und Theaterprinzessinnen, und gelingt es ihm noch, seine jüdische Abkunft bei den Regenten der Komödiantenbühnen vergessen zu machen; mit Burgunder, den er durch die allezeit durstigen Kehlen der Theaterhelden eimerweise schüttet, jede Erinnerung an seinen „Semitismus" wegzuwaschen, dann fühlt er sich glücklich in dem erhabenen Bewußtsein — die Kultur gefördert zu haben . . . Doch genug davon, um für den Tag der Sühne zu einem Sündenbekenntnisse anzuregen und es denen, die dazu berufen sind, anheimzugeben, ob es nicht doch angezeigt wäre, statt Apologien ernste Strafreden zu entsenden und einmal Revue darüber zu halten, wie viel Fälle von Verleugnung des Judentums das abgelaufene Jahr zu verzeichnen hätte, wenn das Sündenregister korrekt geführt und dem „Soll"-Konto die gleiche Sorgfalt wie dem „Haben"-Konto zugewendet worden wäre. Die Antworten auf «usere Frage. II. Nachdem wir mitgeteilt haben, an wen wir unsere Frage gerichtet, halten wir es für unsere Pflicht, zu zeigen, daß und was jeder der Interviewten geantwortet har, auch wenn den Antworten ein allgemeines Interesse nicht innewohnt. Von den folgenden Zuschriften wird die vorletzte Aufmerksamkeit und die letzte Aufsehen erregen. Herr Dr. Hoffmann, anerkanntermaßen einer der bedeutendsten Talmudgelehrten Deutschlands, widerspricht implieite der in der vorigen Nr. wiedergegebenen Ansicht des Herrn Professor Lazarus; und Herr I. Zangwill, der geistvollste Ghettoschriftsteller unserer Zeit, schließt sich ihm an und spricht außerdem — ebenso implieite — dem Judentum, wie es ist, die Existenzberechtigung ab. Während wir der definitiven Stellungnahme des Herrn Pr. Hoffmann zu unserer Frage mit aufrichtigem Interesse entgegensetzen, behalten wir uns eine Erwiderung auf die Auslassungen des Herrn Zangwill vor. w * ■ * Privatgelehrter Salomon Buber-Lemberg. Verehrliche Redaktion! Ich bitte um Ihre freundliche Nachsicht, wenn ich erst heute auf Ihre geehrte Zuschrift vom 3. d. M. zurückkomme. Ein Todesfall in meiner Familre, der mich sehr schwer getroffen hat, ist die Ursache meines bisherige» Stillschweigens. Ich habe einen meiner beiden Söhne im besten Alter unter höchst tragischen Umständen vor etwa drei Wochen verloren und dieser schwere Verlust hat mir jede Schaffensfreudigkeit genommen und macht mich überhaupt zu jeder geistigen Thätigkeit unfähig. In dieser Stimmung bin ich auch außerstande, mich der mir Ihrerseits gestellten Aufgabe zu unterziehen, so sehr ich mich durch Ihre freundliche Aufforderung geschmeichelt fühle und meine schwachen Kräfte gerne in den Dienst unserer bedrückten Mitbrüder stellen möchte. Ich bitte daher wiederholt um Entschuldigung und verbleibe re. * * * Landtagsabgeordneter Dr. Goldmann-Lemberg. Sehr geehrte Herren! Ihr wertes Zirkular-Schreiben ist mir von Lemberg, wohin dasselbe adressiert war, nach Karlsbad, wo ich zur Kur weile, nachgeschickt worden. . Ich werde erst gegen Ende September in Lemberg eintreffen und wird es vom Zustande meiner etwas zerrütteten Gesundheit abhängen, ob ich an die Beantwortung der gestellten Frage werde schreiten können. Während der Kur ist mir jede geistige Thätigkeit absolut untersagt worden. Ich sage Ihnen Dank dafür, daß Sie nieine bisherige bescheidene öffentliche Bethätigung anzuerkennen die Güte hatten und zeichne re. -ft -ft -ft Charles L. Hallgarten-Frankfurt a. M. Berchtesgaden, 6. August 1896. Sehr geehrter Herr Redakteur! Ihr gefl. Schreiben wurde mir hierher nachgeschickt. Auf der Reise kann ich mich nicht entschließen. Ihnen bestimmt mitzuteilen, ob ich die gewünschte Antwort zur Veröffentlichung übergeben werde. Während es mir jetzt zweifelhaft erscheint, daß ich mich über die von Ihnen vorgelegte, wichtige Frage öffentlich äußern werde, will ich mir die Sache noch überlegen und werde Ihnen nach meiner Heimkehr meinen Entschluß mitteilen .... * -ft -ft Derselbe aus Frankfurt. Sehr geehrter Herr Redakteur! Nach reiflicher Ueberlegung der Sache kann ich mich nicht entschließen, über die von Ihnen vorgelegte Frage zu schreiben, da ich eine Veröffentlichung dieser Art nicht für die Sache des Laien halte. * -ft * Ar. 37 . Hossmann,; §ehr geehrter 6« erfolgten Rückkehr »ol qesch. Aufforderung v Ihr Unternehme!! veranstalten, wie eine ßvorgebeugt werden! Meines Erachtens dm Iden Niedergang aus; ^Grundsätze .»bestrebt sein in Wisst kist eine Meimmgsäuj Ja ich hätte gewünl »Worts, das an eine - Frage Zusagen, wenn : f wenigstens versichert : Jurtd) einiger sseit eil! leider nicht der Fall agen, als das, was ■|ju wiederholten Ma etwas Befriedigende nicht: denn ich hall schwierig, daß es ei ivißhcit in Aussicht .ich kann Fhne meine M gestartet, offentlichten Antwort ich dann etwas Erst Worte inelden werd

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