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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-09-11 · 37 (11.9.1896) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
37 (11.9.1896)
Date
1896-09-11
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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5SÜS*« «ad» »9 1« schütz«, tzi, *t„bll|i ff «»!»,«,,, m j ,kf i»»d>9 d> Stfrttatta! - ganz merkwürdig und f$ «9 für den Predigerstand v°W nuitg hatte. - In Belviden zisko, Ivird demnächst eine M ^richtet werden. Die jübifit 'd nicht stark genug, sich selb» m. Das Gebäude ist so en Gefühlen beider Kc auch kein Funktionär „ Priester und Rabbiner. bensgenossen zu erbauen. - -d a) wurde Herr Georg L. A „Gute Hoffnung", der griW ichen Provinzen, erwählt. Her idischen Gemeinde in Port N nsgenosse, welcher diese Um lien), Mitte August. Tie % chm Gemeinde ein Stück Sasi geschenkt. Unter dem Borst eine Versammlung statt, it# ipels beschloß. Das Gebe» ,0 Pfund Sterling (12000 fj mg waren bereits 120 Pi» Aufblühen begriffen, soeben r ie eröffnet worden. Vor im s Land, nun hat Coolgart» ist, daß sich kein «i# nnrh aiebt es einen jüdis Nr. 37■ Jahrgang V. Oj tt k Berlin, 11. Septeinb. 1896.' «s1 Nebst einer wissenschaftlichen Beilage „Iescsturun". Redakteur: A. Tevin. ilerlay: Siegfried Cronbach, Serlin W. 57. Telephon: Redaktion VII, 4236. * Expedition VI, 796. Treu und frei! Bezugspreis vierteljährlich: Deutschland u. Gesterreich-tlugarn Mk. 2,00, alle andern Länder Mk. 8,50. Post-Zeitungsliste Nr. 108. Die „Wochenschrift" erscheint an jedem Freitag mindestens 20 Zeiten (2*/a Bogen), der „Jeschurun" Mitte und Ende jeden Morats mindestens 4 Seiten (Vs Bogen) stark. Zu beziehen durch die Post (Zeitungsliste pro 1896 Nr. 108) oder unsere Expedition. Anreizen werden mit 25 Pfg. für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum berechnet. Bei Wiederholungen oder größeren Aufträgen tritt eine Preisermäßigung ein. Alle Annoncen-Expeditionen sowie unsere Expedition nehmen Anzeigen für dieses Blatt entgegen. Inhalt: Apologie, oder Die Antworten auf unsere Frage II. — Eine Notlage unserer Orthodoxie. I. -- Amerikanische Briefe. — Wochen-Ehronik: Gemeindebilder. — Für die Kinder unserer Kultusbeamten — Jskraut, der Wächter. — Der „Reichtum" der polnischen Juden. — Feuilleton: Großfürst Konstantin und R. Akiba. — Biographische Denksteine Bon Dr. Singer. — Altjüdisches Bußzebet. Das große Sterben. (Fortsetzung.) Bon Wilhelm Jensen. — Hier und dort. - Brief und Fragekasten. — Kalender. — Anzeigen. ste, «der...? (Zum Versöhnnngstage.) Es ist nicht immer das weiseste Verlangen, daß „Fehl und Sünde in die Meerestiefe geworfen werden, von wo sie itiemals ivieder in die Erinnerung zurückgelangen und das Gedächtnis belästigen können". Vernünftiger ist es dagegen, Versöhnung und Erbarmen auf demjenigen Wege zu suchen, den der weise König mit den Worten bezeichnet: „Bekennen und Unterlassen." Sich die eigenen Schwächen znnl Bewußtsein und in einem reumütigen Geständnisse zum Ausdrucke bringen, ist mindestens die Hälfte dessen, was der Versöhnungstag zu bewirken berufen scheint, denn die andere Hälfte, die Sündenvergebung, ist ja ohnehin Gottes und nicht des Menschen Sache. Wir finden es daher vollständig berechtigt, daß gerade der große babylonische Prophet, den man den zweiten Jesaias nennt, der den Reigen seiner herrlichen und wahrhaft seelenerlösenden Reden mit der Zuversicht auf einen baldigen Sieg der Freiheit eröffnet und niit einem „Tröstet, tröstet mein Volk", die Gemüter emporzurichten sucht, das Thema seiner Rede für den Versöhnungstag dahin bezeichnet: „Rufe es hinaus aus voller Kehle und erhebe deine Stimme wie einen Schofar, um meinem Volke seine Sünde, dem Hause Jakobs sein Fehl zu künden. Gewiß! Die Apologie der Judenheit hat ihre Berechtigung, und es giebt Zeiten, wo sie gewiß ihre volkserziehliche Wirkung nicht verfehlen wird. Sie hebt das Selbstbewußtsein, kräftigt die Selbstachtung und war von jeher das Salz, das die Volksseele vor Verwesung schützte und in ihr den Mut zur Fortexistenz erhielt. Was wäre aus den Juden geworden, wenn in ihnen nicht der Stolz aus ihre Mission, das Bewußtsein, dem gotterwählten Priestervolke anzugehören, genährt worden wäre? Hätten Hohn und Schmach, Druck und Pein, die ihnen auf allen Pfaden folgten, nicht doch am Ende den Zweifel an ihrer Existenzberechtigung in ihnen selber wachgerufen? Wäre nicht Selbstverachtung und schließlich Selbstaufgebung in die Gemüter eingezogen, um alle Widerstandskraft zu brechen? Da war denn nun freilich zwischen Selbstüberschätzung und Selbstverwerfung jene das kleinere Nebel, ja das rettende Heilmittel, das einzige Medikament, von welchem eine Besserung zu erhoffen war. Aber mit den psychischen ergeht es wie mit den Medikamenten für den Leib — zuträglich dem Kranken, bedrohen sie den Gesunden, der sie zu sich nimmt, und rufen häufig dieselben Krankheiten hervor, gegen welche sie sonst in Anwendung gebracht werden. Die panegyrischen Unternehmungen, welche zur Zeit der Emanzipationskämpfe unvermeidlich schienen, bringen heute, da trotz der uns feindlichen Bewegung so ziemlich die Rechtsgleichheit in der ganzen zivilisierten Welt erfochten ist, die entgegengesetzte Wirkung hervor; sie erzeugen den Dünkel, die Ueberhebung, und verleiten zu einer Gleichgiltigkeit gegen Stamm und Glauben. Denn darüber dürfen wir uns keiner Täuschung hingeben, als ob es in Israel zum Verständnisse gelangt wäre, daß der Sieg der Freiheits- und Rechtsideen einen Sieg des Judentums und seiner Lehren zu bedeuten habe, und der Dank und das Verdielfft in erster Linie dem großen Gedanken des Judentums zu vindizieren sei. Der einzelne Jude denkt, wie dies die Thora richtig bezeichnet: „Meine Kraft und meiner Hände Stärke hat mir all' diese Herrlichkeit geschaffen." Der reiche Jude hält seine Orden, seine Erhebung in den Adelsstand für eine Frucht seiner geschickten Börsenoperationen, der intelligente Jude weiß nur seinem Wissen, seinem Studium Dank, die Halbwisserei

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