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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-09-04 · 36 (4.9.1896) · p. Seite 611

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
36 (4.9.1896)
Date
1896-09-04
Page
Seite 611 (sequence 15)
Language
German
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Nr. 36. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 611. Nr. 36. °"««d Schiff«., . -H-rd,« ft, d«-lt„ch. ' i» geben ft, mg °st hm gesagt worden: K en passenden Platz - ira Hauptversammlung der nen Rutschen Sprachvereins bisherigen Vertreter wieder- >e von Professor Tr. Daniel neu entfielen. Der Vorstand e,judenrein" geworden. Tie ’ daß Daniel Sanders, eine iebiete der deutschen Spracheitung des deutschen Spracheil er - Jude ist!! Stof. Rudolf Virchow, der nitees für beit nächstjährigen ngreß in Moskau, hat aus an die Verl. Klin. Wochen- Konsuln sind autorisiert, dir israelitischer - Aerzte zn 1897 zu dem internationalen vollen." Damit ist also die >es Deutschen Reichskomitees;r Preiskourant — genannt jetten Lobes-Versicherungsgenannt Litteraturoerein - üet neben altem Trödel auch m uns aufgestellte Liste - Berliner Litteraturreisende» skourant unberücksichtigt ge- , Hilf®»# - ««4 »4" «otii «d st»»!» »«* a Waise« schein nehine" über diese Anstalt sei mir gestattet, den Lesern dieses geschätzten Blattes einiges mitzuteilen. Schon die Geschichte dieser Anstalt trägt den Charakter der Eigentümlichkeit. Der Begründer mar ein Herr Simon, der in seinem Testamente die eigentümliche Klausel anfnahm, es dürfen zur Erhaltung dieses Waisenhauses gar keine, wie immer geartete Spenden angenommen werden. Leider ist mit dieser Klausel eine große Gefahr für das Waisenhaus verbunden, weil es einer gründlichen Renovierung bedürftig ist, die aber von den Zinsen des Legats aufzutreiben, kaum möglich sein dürfte. Zu wünschen wäre, daß die segensreiche Wirkung dieser Anstalt durch diese eigentümliche Klausel keine Unterbrechung erleide. Es war ein erhebendes Gefühl, das mich beim Anblick dieser Institution beschlich. Aus allen Teilen tritt der wirklich religiöse Charakter der Erziehung deutlich hervor, und geradezu rührend ist die Liebe und Anhänglichkeit der Waisenkinder zu ihrem Erzieher, dem Lehrer Herrn Abraham Ludwig Levy. Es bedarf keiner Erwähnung dessen, daß die innere Einrichtung des Waisenhauses nichts zu wünschen übrig läßt, wohl aber muß erwähnt werden, wie sehr die Kinder im strengsten Sinne der Religion erzogen werden. Unter Führung ihres Lehrers nehmen sie an dem Gottesdienste regelmäßig teil. In derselben Ordnung, wie sie in das Gotteshaus gehen, verlassen sie auch dasselbe. Zu Hanse angelangt, finden sie ihren wohlgeordneten Mittagstisch, und jedes Kind kennt seinen Platz. Keines aber setzt sich, ohne vorher die Hände gewaschen, und keines bricht sein Brot an, ohne den Segensspruch gesprochen zu haben. Nach Tisch wird abwechselnd von einem Kinde das Tischgebet in korrektester Weise laut vorgetragen. Daran schließt sich das Mincha-Gebet an, welches wieder von einem Kinde in nicht minder korrekter Weise vorgetragen wird. Nun wird durch Spaziergang und Spiel für die körperliche Entwickelung der Kinder gesorgt. Mit frischer Kraft geht es jetzt an den Unterricht. Nach dem Abendbrot welches wieder in derselben Ordnung verläuft, wird das Nachtgebet verrichtet und bald darauf finden wir die Kleinen in ihren Bettchen. Noch einmal wirft der väterliche Erzieher einen prüfenden Blick auf „seine Kinder", und mit dem Bewußtsein einen „guten Tag" vollbracht zu haben, begiebt auch er sich zur Ruhe. Wahrlich, eine schöne Aufgabe, die den Erfolg sichert! F Hamburg, 28. August. Die hüsige Privatgemeinde Chewrah Agudah jescharah, deren Ursprung auf einen Proselyten zurückzuführen ist, hat am 22. d. M. die Einweihung der neuen Betstätte gefeiert. Nach einem einleitenden Gesänge hielt der Lehrer des Vereins, Herr Dr. I. Polack, die Weiherede, in welcher er die Bedeutung des Gotteshauses und des Gebetes darlegte und für das Wohl derer betete, die sich um den Neubau verdient gemacht. Der Vorstand des Vereins, welcher auch den Namen cn: mzn führt und mehr als hnndertfünfzig Jahre besteht, besteht zur Zeit aus den Herren I. David, K. Flörsheim, H. Heymann und M. Joelson. 6. A»S Bayern, 28. August. Der Israelitische Lehrerverein für das Königreich Bayern hat die Einrichtung getroffen, seine Mitglieder anzuregen, daß sie sich durch Zahlung einer freiwilligen Spende an die Vereinskasse von der Neujahrsgratulation durch Karten entbinden. Wie die nachfolgende Liste zeigt, machen viele Mitglieder von dieser für sie bequemen und für die Kasse praktischen Einrichtung Gebrauch. Es haben sich von der Neujahrsgratulation entbunden: M. Adler, Roth a. S., L. Anfänger, Willmars, Blum, Würzburg, Dr. A. Braunschweiger, Würzburg, Bravmann, Gaukönigshofen, S. Buttenwieser, Hamburg, S. Buttenwieser, Rimpar, S. Dingselder, Ansbach, N. Ehrenreich, Wehrda, H. Ehrmann, Friedberg, S. Fränkel, Bamberg, A. Frank, Rödelsee, I. Freudenberger, Heidingsfeld, B. Fulder, Diespeck, Geßner, Hammelburg, H. Goldstein, Heidingsfeld, S. Goldstein, Oberlauringen, S. Guttmann, Heidingsfeld, M. Hammelburger, Haßfurt, L. Hecht, Neustadt a. A., H. Heymann, Colmberg, I. Hirschmann, Fischach, V. Kissinger, Ermershausen, V. Kissinger, Frankenwinheim, V. Kleestadt, Bamberg, I. Kurzmann, Kleibardors, I. Lautmann, Altenstadt, D. Lehmann, Brückenau, A. Mandelbanm, Würzburg, A. Mannheimer, Harburg, S. Massenbacher, Niederwern, S. Mittel, Unsleben, H. Oppenheimer, Lautershausen, Oppenheimer, Treuchtlingen, Oppenheimer, Gailingen, Plaut, Bnrgpreppach, Rose, Oberwaldbehrungen, M. Rosenberger, Oberalterheim, A. Rosenblatt, Egenhausen, H. Rosenblatt, z. Z. Fürth, F. Rosenstein, Bechhofen, I. Rosenthaler, Würzburg, E. Schloß, Giebelstadt, S. Schwarzenberger, Hüttenheim, S. Sänger, Kleineibstadt, N. Sichel, Kleinsteinach, S. Silbermann, Züntersbach, Baruch Stern, Frankfurt a. M., S. Stern, Miltenberg, S. Stern, Gochsheim, K. Wähler, Schöllkrippen, A. I. Wechsler, Aschbach, A. Weichselbaum, Adelsberg, L. Weinschenk, Uehlfeld, E. Wertheimer, Hardheim, B. Wolf, Lendershausen, L. Wolfram, Ebelsbach. — Wir empfehlen diese Einrichtung, die sich bei uns gut bewährt hat, auch anderen Vereinen zu Nachahmung. 1 Nürnberg, l. September. Herr Oberkantor Rosenhaupt hier hat dem Großherzog von Baden aus Anlaß des bevorstehenden 70jährigen Geburtsfestes desselben eine von ihm gedichtete und komponierte Hymne „Gruß dem deutschen Liede" gewidmet, welche, wie aus einem von der Geheimkanzlei dem Komponisten zugegangenen Schreiben hervorgeht, von dem Großherzog freundlichst angenommen wurde. Dem Schreiben war eine Brillant-Busennadel „zum Andenken" beigefügt. X Wien, 29. August. Die Frage ob ein Rabbiner — Trichinen haben darf, ist dieser Tage von unserer Theaterzensur verneint worden. In dem vom Theater an der Wien zur Aufführung bestimmten Ausstattungsstücke „Der Hungerleider" behandelt eine Coupletstrophe diese Frage. Die Zensur fand jedoch daran keinen Gefallen und strich die betreffende Strophe. — Die Mitteilung von der schweren Erkrankung des Oberkantors Joses Goldstein hat eine so innige Teilnahme erweckt, daß wir uns aufrichtig freuen, heute mitteilen zu können, daß die uns zugekommene Nachricht etwas übertrieben war.— Wie man aus Großwardein mitteilt, hat ein walachischer Geistlicher sich zur Aufgabe gemacht, die tausendmal widerlegte Lüge, „daß die Juden Christenblut zu rituellen Zwecken benötigen" , zu verbreiten. Es ist dies der Also-Dernaer „Seelsorger" Aurel Bersau, der am jüngsten Sonntag von der Kanzel herab seinen Gläubigen die Blntlüge anflischte. Er erzählte ihnen, daß mehrere Inden, die im Dorfe hausieren, die rumänischen Kinder stehlen wollen, um ihnen das Blut zu entziehen, da die Juden zu ihren religiösen Gebräuchen

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