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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-09-04 · 36 (4.9.1896) · p. Seite 601

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
36 (4.9.1896)
Date
1896-09-04
Page
Seite 601 (sequence 5)
Language
German
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Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 601. Nr. 36 umumfange, als auch na4 .?Wnal an dm hchn W aber erst als dA Kommerzienrats Simon K > 'EM Mk. geschaffen * Gemeinde, durch Herrn RMb afteste angeregt, in freiM^ ' d. i. 5/- der notwendig t ö^racht, konnte man an buSc 1 einer den veränderten Gemiv ä)cnben neuen Synagoge hm 1 ierrain wurde auf dem Lick berühmten Königsberger T°» 1 ch denn, in Entwurf und % n Wettbewerb erster Meister e s als Sieger hervorgegangM ffenstein in Berlin ein Bau, t sowohl in seiner Plangestalw. Erscheinung, wie endlich auj z als ein Kunstwerk ersten R« c Stadt, der Stolz der (Ski« :sdienst in der alten SyW en Sie bereits berichtet. I gust vormittags 11 Uhr, s: ie zum ersten Male in ihn e, das in dieser StundeD m sollte. Tie Synagoge war i r Teil auch in den breiten G« Menge gefüllt. Tie vockM cengäste reserviert. Es mmc räsident Graf Bismarck, ei«: nt Keyler, andere hervomgce ,munal- und Schulbehörden e ,z. Aber der Reichtum an hem dt und Provinz, der sich ^; n Stolze der jüdischen Ge« di-»«-»- «»s UmjechÄ d>-»«« I SW eren war du ch -hx» »d di- „«B »'m ££*» liiraä“'"® M; di, hl> iÄ»'5““'' Die Feier setzte mit einem von Herrn Mnsikdirektor Franz gespielten Orgelprälndinm ein. Nach dessen Schlüsse stimmte ciir von Damen und Herren der Gemeinde gebildeter Chor den von Herrn Kantor Birnbaum eigens für diese Gelegenheit stimmungsvoll komponierten Psalm 24, 7—10 an. Unter dessen Klängen und geführt von dem Herrn Kantor bewegte sich der Zug der von auswärts zur Feier erschienenen Rabbiner, gefolgt von Herrn Rabbiner Dr. Pick und den beiden Synagogenvorstehern, den Herren Kommerzienrat Cohn und Laser mit den reichgeschmückten Thorarollen durch die Synagoge zum Allerheiligsten. Dem Einbringen der Thorarollen unter entsprechender Liturgie folgte das Anzünden der ewigen Lampe, ein Akt, der durch die dabei von Herrn Rabbiner Dr. Werner gesprochenen köstlichen Worte alle Herzen ergriff. Ein kurzes Orgelspiel, und der Vorsitzende des Gemeindevorstandes, Herr Professor Dr. Samuel, bestieg die Kanzel zu einer Ansprache, in der er allen, die zum Gelingen und Vollbringen des schönen Werkes beigetragen, den Dank des Gemeindevorstandes allssprach und den Wunsch ausdrückte, daß der Ban der jüdischen Gemeinde, wie auch den Mitbürgern der andern Konsessiolien, mit denen wir uns eins fühlen, in treuer Mitarbeit für Staat und Gesellschaft, für Handel und Gewerbe, für Wisseilschaft und Kunst, für steißiges Schaffen aller Art zum Segen gereichen möge; denn das belehrende Wort, das je von dieser Kanzel aus zur Gemeinde gesprochen werde, es wird uns — dem Geiste der jüdischen Sittenlehre entsprechend — in altem zu dem gleichen rechtlichen Thun dem Jllden wie dem Illichtjuden gegenüber anregen und treue Hingabe an das Wohl des Vaterlalldes in unserm Herzen pflegen. Die Weihe der nun geschlossenen alten Synagoge sei s. Zt. mit der Einsegnung der 15 Freiwilligen für den Feldzug 1815 verbunden geivesen; wenn je wieder das Vaterlalld seine Sohne zum'Schutze der heimatlichen Gaue aufrufe, o werde die Jugend, die in diesem Tempel zum Fahneneide vorbereitet werde, gewiß auf dem Felde der Ehre ihre Pflicht thlln, wie ihre Väter und Großväter sie gethan haben. Volltönend und in bekannter Schöne ergossen sich nun die Weisen des Lewandowskischen Festpsalms (Psalm 84) „Wie lieblich sind Deine Wohnungen, Elviger Zebaoth", durch die Hallen, verschönt durch das herrliche Sopransolo des Fräulein Paula Wohlgemuth, einer Schülerin des Professor Deppeöerlin. Dem schloß sich die Festrede des Herrn Rabbiners Tr. Werner-München all. Geist- und phantasievoll entworfen, n bilderreicher und packender Sprache geformt und mit .hetorischer Wucht vorgetragen, erfüllte die Rede vollkommen hre Bestimmung, deil eigentlichen geistigen Mittelpunkt der zeier zu bildeil. In Anlehnung an das Textwort V. 27, 5—8 lehandelte der Redner, auf dessen Darlegungen ausführlich nnzugehcn wir uns versagen können, da von dem Vorstand ne Rede dennlächst durch den Truck veröffentlicht werden vird, in drei Teilen das Verhältnis der Religion zur Ethik, um Optiinismus und zur Wissenschaft, und entwickelte daraus »ie Aufgabe llnd Bedeutung des modernen Gotteshauses als iner Schule der Sittlichkeit, der Glückseligkeit und der religiösen Erkenntnis. Redner schloß mit dein Gebete für Köllig und Vaterland, für die Behörden der Provinz und Stadt, für die Gemeinde, ihre Rabbiner und Führer. Der Gesang der Bachschen Fuge „Alles was Odem hat, lobe den Herrn", beschloß die erhebend verlaufene Feier. Während sich die Festversammlung verlief, beglücklvünschte der Herr Oberpräsident und der Herr Stadtkomlnandant Herrn Dr. Werner zu seiner ergreifenden Rede, und ersterer sprach den Wunsch aus, daß alle Teilnehmer seine herrlichen Worte auch beherzigen mögen; auch erkundigte er sich mit Teilnahme nach dem Ergehen des erkrankten Herrn Dr. Bamberger. Am Nachmittage desselben Tages fand dann noch ein Festinahl im großen Saale des Stadthauses, dem Junkerhofe, statt. Hier versammelte sich noch einmal das Gros der Gemeinde, um ihrer Freude über das glücklich zu Ende geführte Werk in ungezwungeneren Formen Ausdruck geben zu können und all denen im speziellen zu danken, die seit Jahr und Tag an der Idee des Baues und ihrer praktischen Verwirklichung beteiligt gewesen oder als gern gesehene Gäste von auswärts zur Feier gekommen, dieselbe durch ihre Anwesenheit verschonend und hebend. Endlos wie das Dankgesühl in der Brust aller Nächstbeteiligten waren denn auch die Zahl der ausgebrachten Toaste. Von allgemeinem Interesse und symptomatisch für das glückliche Verhältnis in dem hierorts die Judenschast mit den Mitbürgern der andern Konfessionen lebt, dürfte der Toast des Herrn Bürgermeisters Brinkmann sein (den wir an anderer Stelle im Auszuge wiedergeben. Red.). So war die Feier nach Plan und Bestimmung ursprünglich für ein religiöses Gemeindefest eingerichtet, durch die herzliche Teilnahme weiterer Kreise ungeahnt über ihren engen Rahmen hinausgewachsen, hatte sich zu einem Opferfeste reinster, edelster Humanität ausgebildet. Aufgegangen war in dieser Stunde die edle Saat, die die Gemeinde durch Generationen von der Stätte ihres Heiligtumes aus in ihre Häuser getragen, dieselbe!: zu Pflegstätten reinen Menschentums gestaltend. Die Liebe, die daraus erwachsen und die nie still gehalten vor der Thüre des Andersgläubigen, sie klang jetzt wieder zurück und segnete die Stätte, die sie geboren. Möge die neue Synagoge einen gleichen Geist zeugen! \ Don Krem bis — Krem. M. Frankfurt a. M., 25. August. Bei den neuesten Ereignissen in der hiesigen orthodoxen Separat-Gemeinde glaubt man sich ins Reich der Träume oder — nach Halbasien versetzt. Was ist das Eigentümliche des Traumes? Er macht das Unglaubliche, das Unmögliche zur Wirklichkeit, freilich zur subjektiven Wirklichkeit. So ist in der Adaß-Jeschurun-Gemeinde das Unglaubliche, das Unmögliche zur Wirklichkeit, freilich zur objekliven Wirklichkeit geworden: Dr. Breuer bleibt, — bleibt, nachdem er seit Monaten seine Berufung an die große, ruhmreiche (!) „Schiffschul" in Wien der Oeffentlichkeit verkündet, nachdem er die Annahme dieser Berufung seiner Gemeinde notifiziert, nachdem er am Sabbat Paraschath Schoftim seine großartige, thränenreiche, erschütternd-rührende Abschiedsrede in der Adaß- Jeschurnn-Synagoge gehalten, nachdem er schon seine Möbel nach Wien transportiert hat — kurz nachdem zur Uebersiedlung nach Wien nichts weiter gefehlt hat, als die Abreise des Herrn Rabbiner Dr. Breuer, nachdem schon die Stunde

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