Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 36 (4.9.1896)
- Date
- 1896-09-04
- Page
- Seite 599 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 36. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 699. eines neuen Jches M. auch an der Pjotte m tlb, bas eich mit b rten chchtbat zeivyen, « r. Die trockenen Gebm Men unb zeigen Zeich lötlig erivacheu unb sch behoben sein wirb, b werben gelernt haben toi Me werben getilgt Halm «irt fttjf. 'tr mitgeteilt, daß wir us 5 age gewandt haben, ob dan und was zu thun sechrlten? In der heutigen KZ hung der inzwischen einp i den Anfang mit den Z» aben, daß sie - nicht ung motiviert haben, ßm sonders der von persönlich» wrt des Herrn Geheim e nächste Nr. vor. * Meyer Cohn-Berlin. iom 3. d. M. teile ich Ihm >er beabsichtigten AntholG die ernst und nicht nurm zefragten überhaupt nichts. Eine vernünftige Antwort würde >en verschiedenen Stand in den verschiedenen Ländern nie außer Augen lassen dürfen und schon dadurch das Thema viel ,u umfangreich und komplex machen .... Dr. Heinrich Meyer Cohn. * * Geheimer Reg.-Rat Prof. Dr. Lazarus. Verehrl. Redaktion! Ich muß darauf verzichten, Jqren Wunsch zu erfüllen, denn ich finde die Fragestellung als durchaus verfehlt. Falsch gestellte Fragen richten immer Schaden rn, — ich will an solchem keinen Teil haben .... Lazarus. * * * Derselbe als Antwort auf eine direkte Zuschrift. Verehrter Herr! Die Sache ist ernst und wichtig, um licht zu sagen heilig; sie kann nicht kurzer Hand abgethan verden, es ist mir aber unmöglich. Ihnen alle meine Gründe ruseinanderzusetzen, weil meine Kraft von einer positiven Arbeit (wie Ihnen bekannt ist) streng gefesselt ist und auch licht durch weitläufige Korrespondenz abgelenkt werden darf. Andeuten will ich zur Fragestellung nur dies: Sie sprechen lon „Judentum", unterscheiden es aber nicht von Judenheit. Das Judentum hat seit 100 Jahren nicht blos keinen .Niedergang", sondern einen Aufschwung erfahren, wie er inrch sechs Jahrhunderte vorher nicht erlebt worden; etwaige Schattenseiten dieses Aufschwunges treffen wiederum nicht das Judentum, sondern die Judenheit. Was aber die Juden berifft, so stellen Sie Ihre Frage allgemein. Von einem /Niedergang" kann z. B. in Rußland und Amerika nicht geredet werden; dort findet seit fast 30 Jahren eine geistige Bevegung statt, wie sie ebenfalls seit Jahrhunderten gefehlt hat, rnd in Amerika ist rühriges jüdisches Leben. Sie denken aber wohl besoilders an Deutschland; auch hier erheischen die Fragen genaueste innersachliche Prüfung und Unterscheidung. Soll diese mit Hingebung geschehen, so will man eine Frucht davon erzielen; diese ist aber von einsam aufgestellten Ansichten nicht;u erwarten. Sollen 70 Leute Zusammenwirken, so müssen sie )ie Fragen gemeinsam untersuchen, die Thatsachen prüfen, )ie Meinungen klären, die Mittel zur Abhilfe beraten und dieselbe werkthätig herbeizusühren bereit sein. Dies alles lbcr durch Ahronidische und nichtKorachitische Charaktere. Lazarus. Kulliirailfgabt». Das erste moderne Rabbinerseminar ist im Jahre 1829 : ii Padua für die damals österreichischen Provinzen Lombardei , .md Venedig eröffnet worden. Auf Grund eines zu jener * Zeit für den ganzen österreichischen Kaiserstaat erlassenen Gesetzes, das indessen nur in den italienischen Provinzen zur Durchführung gelangt ist, sollten die Rabbiner neben dem; cheologischen Fachwissen auch allgemeine, namentlich philo- . i'ophische Kenntnisse besitzen. Der bekannte Schriftsteller 2. I. Reggio in Görz schlug nun vor, daß sich die lomi oardisch-venezianischen Gemeinden zur Gründung eines „Collegium Rabbinicum“ vereinigten. Dieser Vorschlag fand Anklang und führte, wie bereits erwähnt, im Herbst 1829 zur Eröffnung des Rabbinerseminars in Padua. Diese Anstalt, welche materiell so ungenügend dotiert war, hat für das Judentum der Gegenwart sehr viel Ersprießliches geleistet. Das lag aber nicht so sehr in der Verfassung des Kollegiums wie in der Persönlichkeit des einen Professors an demselben, — eines Mannes, der überhaupt einzig in seiner Epoche und eine ebenso seltene wie sympathische Erscheinung im Judentum war. Ich spreche von Samuel David Luzzatto. Es wird noch eine andere Gelegenheit benützt werden, um der deutsch-jüdischen Leserwelt den Mann in seiner ganzen Eigenart und in seinem verdienstvollen Wirken zu schildern. Ich glaube umsomehr auf das Interesse der Leser rechnen zu dürfen, als dieser Gelehrte im allgemeinen in Deutschland so ziemlich unbekannt geblieben, während wir es mit einer epochemachenden Erscheinung zu thun haben, die wir mit den glänzenden Geistern der spanisch-jüdischen Epoche auf eine Stufe stellen dürfen. Für den Zweck, der in diesem Artikel verfolgt wird, genügt, wenn ich andeute, worin die Bedeutung des genannten Instituts bestand, nämlich darin, daß es von Anbeginn einen Lehrer hatte, der nicht nur ein gründlicher und vielseitiger Gelehrter, ein unermüdlicher Forscher, ein geistvoller Litterarhistoriker, ein hochbegabter Dichter und einer der gediegensten Kenner des jüdischen Schrifttums gewesen, sondern, was in diesem Falle das wichtigste war: ein hochgestimmter und begeisterter Bekenner des Judentums, der die glühende Liebe zum Judentum auch auf seine Schüler übertragen und so eine gleichgestimmte Schule geschaffen hat. Es ist geradezu rührend, wenn einer seiner Schüler, der selbst ein bedeutender Gelehrter und thatkräftiger Förderer des Judentums war, über ihn schreibt: „Luzzatto ist ein vollkommener Gerechter, ein Edler, der vor Gott wandelt und nach dem Höchsten und Edelsten strebt". Ein Schüler, der später die Theologie aufgegeben und freisinnigen Ideen huldigte (Luzzatto selbst war ein freisinniger Forscher, aber seine glühende Liebe zuni Judentum ließ ihn konservative Bahnen wandeln) schildert trotz seiner freien Gesinnung seinen ehemaligen Lehrer: „ein wahrhaftiger Mann, gerecht und wahrheitliebend, uneigennützig bis zum höchsten Grade." Ein solcher Mann konnte in einem Rabbinerseminar eine Schar von jungen Leuten um sich sammeln, die er alle mit Enthusiasmus für die Sache unseres Stammes, mit Liebe zur jüdischen Wissenschaft erfüllt hat; er gab ihnen eine jüdische Erziehung, bildete eine Priesterschar aus, die möglichst dem biblischen Ideal der Priester nahe kam. „Sie lehrten Gottes Gesetze dem Hause Jakob und feine Lehre Israel", wie es im Moseslied heißt. Die moralischen Erfolge, welche jene Schule erzielte, verleiteten viele Gemeinden und Korporationen dazu, das Heil Israels von der Gründung der Rabbinerseminare zu erwarten. Keine aber der ins Leben gerufenen derartigen Anstalten hat je das Ideal des „Collegium Rabbinicum“ zu Padua erreicht. Jedoch waren die in Deutschland gegründeten Seminare im Anbeginn nicht so schlecht und demoralisierend, wie sie es im Lause der Zeit geworden sind. Das Rabbinerseminar von Breslau, welches 1854 eröffnet worden ist, hatte bedeutende Lehrkräfte und stellte auch ursprünglich höhere Ansprüche an /