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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-08-28 · 35 (28.8.1896) · p. Seite 588

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
35 (28.8.1896)
Date
1896-08-28
Page
Seite 588 (sequence 8)
Language
German
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Seite 088. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Nr. 33. l:t von jüdischen Berichterstattern bedient werden wie diejenigen, die von antisemitischen Organen als „jüdische" bezeichnet werden. Uns ist eine große Zahl von jüdischen Berichterstattern bekannt, die ihren Stolz darin erblicken, daß an ihrer Zuverlässigkeit überhaupt nicht gezweifelt wird. Auf der anderen Seite kennt jede Zeitungsredaktion christliche Berichterstatter, deren Mitteilungen fast immer unbesehen dem—Papierkorb überliefert werden. Daß es unter den jüdischen Berichterstattern ebenfalls unzuverlässige Persönlichkeiten giebt, bedarf keiner besonderen Erwähnung. Ob aber die „Sensationsmacherei" als solche und überhaupt eine spezielle Eigenschaft jüdischer Berichterstatter ist, kann getrost dahingestellt bleiben — Unterrichtete können bekunden, daß die größten Sensationsnachrichten meistens nicht von jüdischen Reportern herrühren. Im Gegenteil. — Uebrigens bemerkt die nämliche Köln. Volksztg. in ihrer Nr. vom 22. Aug., man solle ihre frühere Meldung resp. die Quellenangabe mit Vorsicht aufnehmen, da es in den bezeichneten beachtenswerten konservativen Kreisen Männer geben soll, die zur Sanktionierung ihrer eigenen Meinungen gerne die Person des Monarchen ins Spiel ziehen. — Rohling spukt wieder. Angesichts der bevorstehenden Wahlen arbeitet der Antisemitismus in Böhmen mit voller Dampfkraft und die sogenannten Dentschnationalen requirieren die Bundesgenossenschast der Rohling und Konsorten für ihre sauberen Zwecke. In die Kraft des nationalen Antisemitismus allein scheinen seine Apostel selbst nicht hinreichendes Vertrauen zu setzen, und so wird in den Lokalblättern eine Talmudhetze inszeniert, um den Religionshaß in den Dienst des Wahlgeschästes zu stellen. Ein darauf abzielender Artikel erschien in den „Egerer Nachrichten" und eine ganze Anzahl von Rohling fabrizierter Talmudzitate, welche längst als schamlose Fälschungen durch beeidete christliche Sachverständige gebrandmarkt wurden, wird neuerdings, nicht einmal frisch gewaschen, sondern mit dem alten Schmutz, dem verehrten Lesepublikum der deutschen Stadt Eger vorgeführt. Der israelitische Kultusvorstand von Eger hat sich veranlaßt gesehen, in einer öffentlichen Erklärung den Ursprung und den Charakter jener Talmudzitate bloszulegen. In den nämlichen „Egerer Nachrichten" publiziert nun der alte Prager Bieder-, mann eine Erklärung, in welcher er alle Behauptungen des gen. Vorstandes als „unwahr" bezeichnet. Als ob die Leser ein soknrzes Gedächtnis hätten, um zu vergessen, daß Herr Kanonikus und Prof. Dr. Ang. Rohling in Prag s. Z. von dem früheren Abg. Bloch öffentlich des Meineides bezichtigt wurde, daß Dr. Rohling die Beleidigungsklage wider Dr. Bloch angestrengt und sie während der Verhandlung mutig — zurückgezogen hatte. In seiner Erklärung beruft sich der Herr Kanonikus auf die Schriften eines „Dr. Clemens Viktor" und des Dr. jur. Freiherrn von Langen. Ueber den letzteren hat ein Freund Rohlings, der bekannte Herr Karl Paasch, hinreichende Enthüllungen gebracht, und Herr Clemens Viktor ist niemand' anderer als Herr Rohling selber, die Schrift aber, welche unter diesem Pseudonym erschienen ist, hat Herr Rohling im Vereine mit seinem Kampf- und Gesinnungsgenossen, den zu einer entehrenden Kerkerstrafe verurteilten Briman verfaßt. Die Schrift ist somit seine eigene Fälschung und der Prager Kanonikus giebt sich den Anschein, als berufe er sich auf ein fremdes Zeugnis, während er sein eigenes Produkt zitiert. Das sind die Zeugen des Herrn Rohling! Feuilleton. Das große Sterbe». Novelle aus dem deutschen Mittelalter von Wilhelm Jensen. Erstes Kapitel. Nachdruck untersagt. Gegen Abend war es. Mittsommer lag friedlich über der weiten Ebene, die der Rhein von den sieben Bergen bis an das Meer durchzieht. Ein junger Mann schritt aus der breiten Heerstraße, die von Frankfurt gen Norden führt, entlang. Sein Auge war fröhlich und lief regsam umher. Bald über die Kornfelder, die noch, obwohl der Juli schon vorüber war, mit schweren Halmen am Wegrand schwankten, bald auf den glänzenden Fluß zur Rechten, der ihm voraus eilte und lustig von der Sonne übergoldete Segel hinabtrug. Wenn seine Augen aus den davon eilenden Kähnen ruhten, fingen unwillkürlich auch seine Füße an, sich schneller zu bewegen; dann, wenn das Schifflein an einer Biegung des Stromes verschwand, hielt er lächelnd wieder inne. „Grüßt mir daheim, wenn ihr an der heiligen Stadt vorüberkommt!" rief er freudig mit winkender Handbewegung, und folgte langsam durch den Staub der Straße nach. Weit vor ihm dehnte sich die Ebene; in seinem Rücken verschwommen die bläulichen Kuppen jenseits des Rheins mehr und mehr im abendlichen Dunst. Der Weg führte eine langgestreckte Anhöhe empor, welche die Aussicht benahm; rüstig schritt der einsame Wanderer fort, bis der Hügel sich wieder vor ihm hinabsenkte, und fein Blick ungehindert weit voraus und gen Süden zurückschweifte. Dort blieb er stehen und seine Augen leuchteten glücklich aus. Sie waren grau und schwärmerisch-verständig, wie das Gesicht, das sie umgab. Klug und eindringlich waren sie, und doch wieder schelmisch wie Kinderaugen, an die ihre ungewöhnliche Größe mahnte. Es lagen nicht viel Erfahrungen, wenigstens keine Sorgen noch auf der frischen, sonnengebräunten Stirn, von der er die leichte Reisekappe gelüftet. Leichter Sinn lachte fröhlich von den roten Lippen in die Welt hinaus, die ein dunkelfarbiger, sorgsam gestutzter Schnurrbart bekleidete, der gekräuselt an das leicht bedeckte Kinn hinablies. Der Träger desselben konnte kaum das zweite Jahrzehnt überschritten haben; sein Wuchs war hoch und kraftvoll; deutsche Art sprach aus seinen Bewegungen und jedem Zug seiner Erscheinung, nur das tiefschwarze Haar, das ihm lockig bis aus den Nacken herunterfiel, lag gewissermaßen befremdend über der Stirn, als ob es ihm nicht zu eigen sei, oder als ob ein anderes Gesicht und Wesen zu dem fremdartigen Gelock gehöre. Nun stand er aus der Höhe und blickte mit den grauen Augen vor sich ins Thal. Der Rhein machte eine Windung; eine Stadt, die für das vierzehnte Jahrhundert von bedeutendem Umfang war, lag weitgedehnt an seinem ruhigen Spiegel, in den die hohen Giebel der Häuser hinabnickten. Graue Mauern mit Türmen, über die mächtige Kirchen emporragten, um- Är. fol#» W' @k*<» ” Zs ist das etwas zu suche" immer wieder en .Sieben szal Jahre älter ist Ing flog ubn Jugend/ setzte ei stand in Tinner freudiger', plötzli Ein leises § Wipfel ertönte i er blickte, befand hie und da an Summen vernehl suchten, aber die ihn, und er gen fern in hoher Lr herabdrang. Ei für kurze Taue' ebenso plötzlich n graue Masse, d senkte sich, nun t siel auf lein Ge wie aufraufchenl wurde finster ü! smrzte es wucht Mit heftig Kleidung bedeckt und hinter ihm Gewürm besäet und sich gegen Ter junge Äa halb mit Wid müsien Heuschre Auge fiog übe. zumTeilschonu verschwunden w zu nennen." Er erschra über die schwär ein goldenes M .man sagt, dch hinzu, und sew aus seinem im empor. ., »Äch bin (!eine Gedanken an er Haad zürn, ^«e» bä1 {

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