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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-08-21 · 34 (21.8.1896) · p. Seite 579

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
34 (21.8.1896)
Date
1896-08-21
Page
Seite 579 (sequence 15)
Language
German
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Nr. 34. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 579. —34 ■Sasa grmrtlgen Keilerei 7 "f tat 7 m*- ®""* »»»Metetnbenf.j.t 7Wone«b**Unb* Zwlschmruferwurdeschon«!'^bger gelang es wähm leder herznstellen. Er s°M bekannten Borwürfe, daß & N von Handel und lank Nach Schluß der Versamr chlägerei unter den gegnerisjr c so herniedersausten und r, enten. - Heil! lst. Der badische Gemeind«« rmlung für den jüdischen Lehr rk jährlich als ausreich» rkarriere besiegelt. Ein Stau! eiche Stufe gestellt wird, km in auch rücksichtsloses Borge!» geffc hierbei nicht, daß fe aßen hauptsächlich Geistlich: en noch einmal soviel braut ir, weil die jüd. Lebensires ir die hiesige Lebensweise iß und Fleisch 85,mein chriMe eigt des letzteren Gehalt fc ge immer geringer wird ut ill man mir kündigen. W n (cfr. das Gedicht in de nachträglich bekannt wird, h> ner Rede vor seinen Mbl« t- „Das Eintreten für ds i uns wesentlich erleich-a innten und ehrenwerteni * ihren Volksgenossen M # Anstoßes beseitigt nntr» lieaen und die « leiten lassen. Solche Elemente finden sich aber bei. Deutschen und Czechen, bei Inden und Christen ohne Unterschied, und keiner unserer unparteiischen und vorurteilsfreien Mitbürger wird sich deshalb zur tendenziösen Behauptung herbeilassen, daß in der einen oder der andern Bevölkerungsklasse der unmoralische Erwerb eine Eigentümlichkeit derselben bilde, ein verwerfliches Schlagwort, mit dem die Antisemiten die weiten Volksschichten für ihre Agitation dienstbar machen und bekanntlich für ihre Parteizwecke zu gewinnen und beherrschen suchen. Was aber Ihre Bemerkung anbelangt, daß die wohlgesinnten und ehrenhaften Angehörigen des Judentums auf die Hebung des moralischen Zustandes ihrer Glaubensgenossen bedacht sein sollen, so ist es abermals nur Nukenntnis der Verhältnisse, wenn Sie, geehrter Herr Professor, diese Ansicht aufstellen. In letzterer Hinsicht ist es uns geradezu unerklärlich, welche Einflußnahme nach Ihrer Ansicht noch möglich wäre. Wissenschaft und Praxis kennen zur Hebung der Moral der niederen Volksklassen zwei Mittel: Linderung der materiellen Not und Unterricht. Daß in diesen zwei Richtungen von jüdischer Seite weniger geleistet werde als von christlicher, hat der verbissenste Antisemit bisher nicht behauptet, und eine andere Einflußnahme ver wohlgesinnten und ehrenhaften Juden auf ihre Glaubensgenossen ist in größerem Maßstabe nicht durchführbar. Ein wahrhaft liberal gesinnter Mann kann also die wohlgesinnten and ehrenhaften Angehörigen des Judentums, welche durch Wohlthätigkeit, Förderung des Unterrichtes, Unterstützung des Handwerks u. dgl. m. nach besten Kräften für ihre Glaubensgenossen wirken, nicht für das Entstehen und Weiterverbreiten ves Antisemitismus verantwortlich machen und kann auch sein Verhalten gegenüber dieser Schande unseres Jahrhunderts nicht davon abhängig machen, daß die wohlgesinnten und ehrenhaften Juden eine moralische Garantie übernehmen, vor welcher der wohlgesinnteste und ehrenhafteste Christ wegen Unmöglichkeit der Erfüllung zurückschrecken müßte. H. Wien, 14. Anglist. Vor kurzem wurde Frau Chomet ruf Empfehlung ihres Hausarztes im Rudolfs-Spital mit einem schweren Frauenleiden ausgenommen, und als sie an diesem und am nächsten Tage zusah, wie alle Patientinnen Kaffee erhielten und sie übergangen wurde, fragte sie die Krankenpflegerin, warunr beim ihr allein nichts verabreicht wird; diese Menschenfreundin gab ihr den Rat, sich in nächster Nähe die nötigen Ingredienzien zu verschaffen und sich in der Küche einen Kaffee zu brauen. Mehrere Tage erhielt diese rrme Frau weder irgendwelche Nahrung, noch ärztliche Visite, nfolgedessen erschien ihr Mann in der Ausnahmskanzlei, um eine Frau abzuschreiben. Befragt was ihn dazu veranlaßt, beschwerte er sich über die Ignorierung seiner Frau und bekam )om diensthabenden Arzte Liebenswürdigkeiten wie: „Jüdische ÜVagage, verdammtes Judengesindel, freches Judenvolk" u. t )gl. zu hören. Zum Schluffe wurde dem armen Manne der Auftrag erteilt, künftighin das Rothschildspital aufzusuchen md nicht dorthin zu gehen, wo man ihn nicht braucht. — Die Rudolsstiftung wurde von unserem Kaiser anläßlich der Äeburt eines Prinzen zum Wohle der Leidenden ohne Unterchied der Konfession gestiftet. Unsere Glaubensgenossen waren lestrebt, durch Ankauf einer großen Zahl von Rudolsslosen rieses Werk der Humanität zu fördern. Die antisemitische Seuche hat aber bewirkt, daß diejenigen, die als Helfer und Beschützer für die Aermsten der Armen gelten sollen, nun ihr Menschentum verleugnen. — Im letzten Vereinsjahre wurde in der jüdisch-akademischen Lesekalle eine stattliche Anzahl von Vorträgen gehalten. Bei dieser Gelegenheit erwiesen sich die Lokalitäten des Vereins als durchaus unzulänglich. Daher haben zahlreiche Gönner des Vereins denselben in den Stand gesetzt, ein entsprechend großes Lokal, welches mit dem heutigen Tage seiner Bestimmung übergeben wird, zu mieten. Dasselbe befindet sich Porzellangasse 45. — Aus Karlsbad wird einem hiesigen Blatte geschrieben: Heute war ich Augenzeuge, wie ein dicker geistlicher Herr einen Wachmann herbeirief und aus einen kleinen kranken Judenknaben hinwies —: „Schaffen Sie den da fort, er steht im Wege. Uebrigens sollte die Badeverwaltung alle diese mit Kaftan und hängenden Locken auf einem anderem Wege verhalten, daß sie einem nicht fortwährend unter die Augen kommen." Der Wachmann antwortete: „Wir sind hier in einem Weltkurorte, und da kann jeder gehen, wo und wie es ihm beliebt. Ueber Ihre Toilette, Hochwürden, hat sich auch noch niemand anfgehalten". Eine Dame, die dies auch anhörte, ging auf den Wachmann zu und drückte ihm eine Belohnung in die Hand. — Ein 76jähriger Kantor, der noch bei voller Kraft ist, und durch seine schöne, ergreifende Stimme sowohl Andacht, als auch Bewunderung hervorzurufen imstande ist, gehört wohl nicht zu den alltäglichen Erscheinungen. Ein Leser unseres Blattes macht uns aus diesen Mann aufmerksam, indem er bemerkt, das eine solche phänomenale Erscheinung auch das Interesse weiterer Kreise erregen werde. Es ist dies der Kantor der Bisenzer Gemeinde, der seit vielen Dezennien mit ungeschwächter Kraft in seinem Berufe wirkt. Lemberg, im August. Die Familie des hochgeachteten Gelehrten Herrn Salomon Buber und mit ihr unsere jüdische Gesamtgemeinde hat einen schweren Schlag erlitten. Herr Max Buber, der ältere seiner beiden Söhne, ein im besten Mannesalter stehender blühender Mann, fiel vor zwei Tagen dem Tode anheim. Ein unglücklicher Absturz von seinem Wagen aus freiem Felde hat nach einer schweren Operation den raschen Tod dieses lebensfrohen Mannes herbeigesührt. Das traurige Ereignis versetzte fast die ganze Stadt in Trauer, kein Auge blieb trocken bei der Nachricht von dem eingetretenen Unglücksfalle. Der früh Heimgegangene war ein strebsamer, streng solider Kaufmann, sowie ein aufrichtig ehrlicher Charakter, ein Menschenfreund und treuer Jude. Die Teilnahme am Leichenbegängnisse war eine überaus große. — Neuwied, 14. August. Bei Gelegenheit der silbernen Hochzeit des Fürstenpaares zu Neuwied und der infolgedessen ergangenen Einladungen an die Notabeln der Stadt, wurde Herr Lehrer und Prediger Ransenberg gleich den christlichen Geistlichen zu einem „Cafe dansant“ bei dem Fürsteupaare und zu einem „Late“ bei der Fürstin Mutter eingeladen. N Petersburg, 14. August. Einem hiesigen Blatte wird berichtet: In Kutais bildet das Tagesgespräch die Aussiedlung von 190 jüdischen Familien aus der Stadt in einen der Vororte. Den Grund zu dieser Maßregel giebt der schnelle Zuwachs der jüdischen Bevölkerung im Ghetto und die infolgedessen in diesem Quartal verschlechterten hygienischen und

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