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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-08-21 · 34 (21.8.1896) · p. Seite 577

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
34 (21.8.1896)
Date
1896-08-21
Page
Seite 577 (sequence 13)
Language
German
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Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 577. w 34 '"StiHi,!“'* "*i B- Ehchq? ste §wae!>unii, ' l°«-s Steinte; M ,! "'"9'Whiai.: 3/ (? Ije^aften, an IM ^bige der schlechtesten Zorn 11 ltnb scheint dies als ihm j b“ Butter Meyerbeers. Eie Herzensinnigkeit nnd Gotteä^ berzengender als alles ander- ' Teufel» i„ Paris m Mule gegeben wurde, über uponisten einen Brief seiner >d fand die folgenden Worte- und behüte Dich, utlih Dir leuchten Antlitz Dir zu Nr. 34. Deine dort. Besuch der jüdischen Leseem neuen Heim sin der )ig gehoben; auch die Zah! iothek benutzen, ist in er- Vierteljahr vom 1. April Durchschnitt von -neu am Freitag, anderen Tagen also in diesem liothek hat 118 ,de ansgeliehen. r Tag zu Taz starke Besuch, eholfeu, so daß cstützung finden andere. Es ist pietätvolle Sitte, daß die jüdischen Kinder nach einem verstorbenen Mitglied der Familie genannt werden, das dann in ihnen gewissermaßen weiterlebt; das sind ansschließlich „jüdische" Eigennamen, meist biblischen Nrsprungs; denn noch bis in die Mitte dieses Jahrhunderts und weiter fiel es keinem Inden ein, einen anderen Namen zu geben oder zu tragen. Warum es nun heutzutage schon von der Schulbank an etwas mißlich ist, bei jeder Gelegenheit als Abraham, Moses u. s. w. zu figurieren, bedarf keiner näheren Erläuterung; so hat sich in den letzten Jahrzehnten vielfach der Brauch heransgebildet, den Kindern neben dem „jüdischen" noch einen „deutschen" Eigennamen beiznlegen, der an jenen anklingt (z. B. Abraham-Adolf, Mose-Max), was aber durchaus nicht in allen Fällen geschieht. Von einem Aberglauben kann hier nicht die Rede sein — eher von einem Akt der Selbsthilfe. Daß bei Anlässen irgend welcher religiösen Natur der „jüdische" Eigenname, dagegen im bürgerlichen Leben der „deutsche" zur Anwendung kommt, erklärt sich aus der Natur der Sache. In vielen Gegenden werden sie beide standesamtlich registriert." — Ein hiesiges gegnerisches Blatt erblickt hierin das Zugeständnis, daß die Juden — einen Staat im Staate bilden. Dabei ist es am Tage jetzt gar nicht mehr heiß! * Berlin, 18. August. Von geschätzter Seite wird uns geschrieben: Angesichts des jüdischen Neujahrsfestes erscheint es geboten, öffentlich den widerwärtigen, geradezu religio ns - schänderischen Unfug zu brandmarken, den in jedem Jahre Juden durch Anfertigung und Feilbietung gewisser Neujahrs - wünsche in Forni von Wechseln, Postanweisungen, Lotterielosen u. s. w. verüben. Welche Meinung mögen wohl die christlichen Mitbürger über unser hochheiliges Fest sich bilden, wenn ihnen immer wieder mit Bezug darauf solche Erzeugnisse niedriger Denkungsart in den Schaufenstern entgegentreten? Kein anständiger Jude darf derartige Neujahrswünsche kaufen und versenden, keiner sie annehmen. Den Rabbinern aber liegt allerorten die Pflicht ob, gegen dieses Treiben aus das entschiedenste Verwahrung einzulegen und nicht zu ruhen, bis der Schandfleck getilgt ist. „Ihr sollt meinen heiligen Namen nicht entweihen, sondern geheiligt will ich sein inmitten der Kinder Israels." * Berlin, 18. August, lieber den Zickzackkurs in Rußland haben wir oft zu berichten Gelegenheit gehabt. Nach den erfreulichen Mitteilungen in den letzten Nrn. nehmen wir von einer Nachricht Notiz, die ein auswärtiges Blatt aus dem Zarenlaude erhalten haben will, damit nicht plötzlich mit dem Schaukelsystem gebrochen werde. Es verlautet, daß gemäß einer Bestimmung Alexanders III. die Kaiserin-Wittwe noch fünf Jahre lang alle Regierungsgeschäfte im Sinne ihres verstorbenen Gemahls zu führen habe nnd dann erst der junge Kaiser seine Dispositionsfähigkeit erhalte. Danach sei für unsere Brüder in Rußland die Hoffnung auf Besserung ihrer Lage auf längere Zeit hinausgerückt. Hoffen wir, daß dieses Gerücht sich nicht bestätigt. * Berlin, 17. August. Seit Erlaß des Gesetzes vom 7. Juli 1891 sind in Preußen 2828 Rentengüter in evangelischer, 2182 in katholischer und sechs in israelitischer Hand begründet worden. r. Mk. Friedland, 17. August. Der jüdische Kaufmann Julius Kraft ist hier jahrelang Stadtverordneter und der langjährige Synagogen - Vorsteher und Beigeordnete Isaak Gottschalk seit dem 1. April d. I. bis zur Bestätigung des nächstens zu wählenden Bürgermeisters Polizeiverwalter, Bürgermeister, Standesbeamter und Präses der Schuldepntation in einer Person. — In der israelitischen Schulklasse Hierselbst ist der Unterricht, welcher nach den Ferien seinen Anfang am 3. August d. I. nehmen sollte, bis auf weiteres ausgesetzt, da eine Tochter des Lehrers am Scharlach erkrankt ist. r. Breslau, 17. August. In unserer Gemeinde, von der man draußen keinen Hauch verspürt, herrscht seit kurzem einige Erregung. Wir haben, wie Ihnen wohl bekannt sein dürfte, seit etwa vier Jahren einen Sänger des hiesigen Stadttheaters als ersten Kantor an der neuen Synagoge. Er ist auf den Wunsch der überwiegenden Mehrzahl der Gemeindemitglieder gewählt worden und entzückt noch heute durch seinen warmen Vortrag und seine seltene Tenorstimme alle Zuhörer. Aber gern hören und gern zahlen, das sind zwei verschiedene Dinge in Breslau. Der Kantor, Steifmann mit seinem bürgerlichen, Cerini mit dem Künstlernamen, war um eine Gehaltserhöhung von Mk. 1000 eingekommen, da die Erträge des Amtes nicht seinen Erwartungen entsprächen. Um dem Gesuch Nachdruck zu geben, brachte die „Brest. Ztg." eine Notiz, nach welcher Herr Cerini einen Ruf an die Oper in Dresden erhalten habe und diesem Rufe folgen werde, wenn sein Gehalt nicht erhöht würde. In Vorstandskreisen war man ob dieses Zusammentreffens des Gesuches und der Notiz verstimmt, raisonnierte wacker über den Kantor, votierte gleichwohl die geforderte Gehaltserhöhung. Allein der Vorstand denkt und das Repräfentantenkollegium lenkt. Dieses weigerte in seiner jüngsten Sitzuyg dem Vorstandsbeschlusfe feine Zustimmung, so daß man befürchtet, daß der Kantor die erste Gelegenheit benutzen werde, um sein Amt zu quittieren, und darob Erregung in unserer sonst so stillen Gemeinde, von der man draußen keinen Hauch verspürt. * Köln, August. Ein halbes Jahrhundert im Dienste der Jugenderziehung zu wirken, ist von der Vorsehung nur wenig Auserwählten vergönnt und gar erst bei jüdischen Beamten in mittleren und kleineren Gemeinden gehören solche Fälle zu den größten Seltenheiten. Unter den mehr als 300 jüdischen Lehrern in Rheinland und Westfalen sind kaum 6 bekannt, die diesen hohen Ehrentag erlebt haben. Einzig aber dürfte es in den Annalen der jüdischen Beamtenwelt dastehen, daß drei derselben an ein und demselben Tage auf ein halbes Jahrhundert segensreicher Wirksamkeit zurückblicken können. Wie wir bereits an früherer Stelle berichteten, haben die Herren Spier-Bocholt, Goldstein-Grevenbroich und Eckstein-Elsdorf am 6. und 7. August des Jahres 1846 ihre Lehrerprüfung in Münster bestanden. Am 50jährigen Gedenktage wollten die drei Jubilare in Oberhaujen sich zusammenfinden, um einige Stunden in stillen gemütlichen Erinnerungen zu leben. Nicht wenig überrascht waren sie jedoch, als sie bei ihrer Ankunst von dem ganzen Vorstande des Lehrervereins von Westfalen und Rheinland empfangen wurden. Von dem stillen Zusammentreffen konnte nun nicht mehr die Rede sein. Herr Lehrer- Block führte zu deni gemeinschaftlichen Male, welches seine

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