Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-08-14 · 33 (14.8.1896) · p. Seite 561

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
33 (14.8.1896)
Date
1896-08-14
Page
Seite 561 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/4794838-9609712-9610303--1642-9610318
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 33. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 661. uns jetifi *. vei- SNi »(Stapfe! T^B es von jeher fo zu sehen, daß sie bi, r?" H nnd Jeiln j bohrte, so geschah tmjse. Aber nun biltet Sie Mn von dieser M zn er- Wunsch zu erfüllen. Werden ■ versagen?" feinet Wortes mächtig da >es Greises und schritt ihm rt und.Mirjam umstanden lereits den Flügelschlag des > legte die Hände der jungen r Blick s bien die Sterbende n überirdischer Strahl zuckte gebrochenen Augen belebten t mütterlicher Liebe auf der lrni wie segnend, ihr Blick d blieb auf Reb Isaaks Ge- : Stille trat ein, Philipp eßtes Herz machte sich in urscht schlug er sich reuevoll ourden ihre Atemzüge, noch iter Blick und ihr entseelter Ter alte Isaak verrichtete as junge Paar benetzte mit lerer, die gefallen war als diese Vorschrift nicht allein ans das Leben in der Zelle, sondern sie gilt auch außerhalb derselben, insbesondere bezieht sie sich auf den Verkehr im sogen. „Spazierhos", in der Schule und in der Kirche. Sobald Freiherr von Hammerstein die Isolierzelle verläßt, hat er vorschriftsmäßig die Maske anzulegen, welche zugleich den Mützenschirm bildet. Was seine Hauptbeschäftigung anlangt, so bestätigt cs sich, daß von Hammerstein mit Flickarbeiten von Anstaltskleidern beschäftigt wird. * Berlin, 10. August. Am 4. d. M. beging in stiller Zurückgezogenheit Herr Rabbiner Dr. Israel Hildesheimer sein 5Ojähriges Doktor-Jubiläum. Die Dissertation, mit welcher der Sechsundzwanzigjährige vor einem halben Jahrhundert die „höchsten Ehren der Philosophie" sich errang, ist betitelt: „De vetero Testamente» recte interpretando.“ („lieber die Methode der richtigen Auslegung des Alten Testaments.") Die philosophische Fakultät der Universität Halle hat aus Anlaß der fünfzigsten Wiederkehr dieses Tages das Diplom ihres ehemaligen Schülers erneuert und bezeugt in dem neuausgefertigten Doktorbrief, daß derselbe „durch ein halbes Jahrhundert die Pflege der wissenschaftlichen Arbeit nie unterbrochen und nicht nur selbst daraus herzerfreuende Früchte gewonnen, sondern seine ganze reiche Geistes- und Leistenskraft in den Dienst der edelsten Sache, des Jugeudunterrichts gestellt habe." * Berlin, I I. August. Ordnung und Pünktlichkeit sind Tugenden, die unseren Brüdern im Orient vielfach abgesprochen werden. Wer dieses Vorurteil teilt, würde gewiß freudig überrascht sein, wenn er einen Blick in den uns vorliegenden Bericht werfen würde, welcher dem Zentralkomitee von Jerusalem aus über den Gang nnd Stand der baulichen Vorarbeiten für Errichtung des Spitals zugegangen ist. Derselbe ist in hebräischer Sprache gehalten und stellt die Ausgaben für Arbeitslöhne, Werkzeuge, Vorbereitungen aller Art in so übersichtlicher Weise dar, daß es eine Freude ist, sich daraus über den gegenwärtigen Stand der Dinge zu orientieren. Danach ist schon seit dem 18. Jjar mit den Fnndamentierungsarbeiten begonnen worden, die an Sprengungen, Steinhauer- und anderen Arbeiten einen Betrag von 24279,20 Piaster absorbierten. Die baulichen Arbeiten und die finanzielle Beaufsichtigung ist einein Komitee von Vertrauensmännern in Jerusalem übertragen, das allmonatlich dem Zentralkomitee detaillierten Bericht erstattet. Ein solcher Bericht, der itn§ vorliegt, (welche detaillierte Berichte gleichfalls veröffentlicht werden) rechtfertigt inderthat die warmen Sympathien, welche dein großen Unternehmen von allen Seite,! entgegen gebracht werden. X Berlin, 10. August. Das Reichsgericht hatte bekanntlich das den Redakteur Sedlatzek wegen des Artikels: „Der jüngste Ritualmord" freisprechende Erkenntnis aufgehoben und den Fall zur nochmaligen Verhandlung an das Landgericht II verwiesen. Die Verhandlung dieses wichtigen Falles wird am 15. k. M. nachmittags 12 ‘/2 Uhr vor der Strafkammer des Landgerichts II stattfinden. * Berlin, 11. August. Ahlwardt will wieder nach Deutschland kommen. Stach der „Post" hat er die Nachricht nach Berlin gelangen lasten, daß er im Herbst zurückkehren wird. In Ahlwardt nahestehenden Kreisen will man jedoch wissen, daß sein Besuch nur von kürzerer Dauer sein werde, zunächst werde er in Berlin mehrere öffentliche Vorträge über die Erfolge seiner antisemitischen Agitation in Amerika halten, dann aber auch die Angelegenheit bezüglich seines Friedeberg-Arnswalder Reichstagsmandats regeln, d. h. das Mandat niederlegen. — Werden die Arnswalder aber eine Freude haben, daß ihr Abgeordneter wiederkehrt! Sie werden aber ordentlich in den Beutel greifen müssen, wenn sie ihn los sein wollen. * Berlin, 11. August. Mit dem neuen Redakteur des „Volk", D. v. Oertzen, ist die „Staatsb. Ztg." unzufrieden, denn er hat das Verbrechen begangen nach Uebernahme der Redaktion in seinem Programmartikel der deutsch-sozialen Reformpartei gar nicht zu gedenken und aus Reklamation zu erklären, daß ihm „weder das so oft veränderte Programm der Partei, noch die Haltung der Blätter, welche es vertreten, so genau bekannt seien, daß er darüber urteilen möchte." Das genannte Blatt bescheinigt dem neuen Kollegen, daß er das „Wesen der Judenfrage bisher nicht erfaßt" habe. * Berlin, 11. August. Im königl. Landgestüt zu Braunsberg (Ostpr.) fand jüngst eine Auktion statt, bei welcher u. a. ein Hengst mit dem sonderbaren Namen „Israelit" zum Verkauf gelangte. Es wäre interessant zu erfahren, wer diesen famosen „Witz" gemacht hat. * Berlin, 11. August. Der „Ritualmord in Ostpreußen" hat seinen Urheber gemordet. In aller Stille ist der Redakteur der „Tils. Nachrichten" entlassen worden; in aller Stille ist er Sonntag von dannen gegangen. Sein Gepäck war nicht umfangreich und doch schwer; denn er schleppte auch die „infame Verleumdung", die er begangen und die wir ihm öffentlich norgeworfen, mit sich, da er die von ihm in die Welt gesetzte Lüge über einen „Ritualmord" im Kirchdorfe Seckenburg, obwohl wir sie widerlegt, nicht widerrufen hat. * Berlin, 10. August. Bekanntlich wird die Altrussische Ausstellung in Nischnij-Nowgorod sehr spärlich besucht, durchschnittlich von kaum 2000 Besuchern täglich, was in anbetracht der ungeheuren Kraftanstrengung und Kosten, seitens der Regierung als auch der Aussteller, geradezu lächerlich geringfügig ist. Um nun den Fremdenbesuch zu heben, werden alle möglichen Mittel angewandt (freie Eisenbahnfahrt für Lernende und Handwerker u. s. w.) und wurde unter anderm auch beschlossen, den ausländischen Juden den Eintritt ins heilige russische Reich, behufs Besuches der Ausstellung zu erleichtern, und zwar dadurch, daß allen fremdländischen Inden, ohne Unterschied ihrer Beschäftigung, von der z veiten Hälfte Juli ab, gestattet ist, nach Rußland zu kommen, wenn sie ihre Pässe in den russischen Konsulaten des Auslandes visiert haben, doch (hier kommt der Haken) nicht anders, als daß in jedem einzelnen Fall präventiv die Genehmigung des Ministeriums des Innern eingeholt werde. Es ist nicht anzunehmen, daß sich viele fremdländische Juden durch eine derartige verklausulierte und fast illusorisch gemachte Nachgiebigkeit der russischen Administration veranlaßt finden, die russische Ausstellung zu besu len- Bis jetzt war es nur Baron Rothschild, Chef der Pariser Bankhäuser, der diese Gunst benutzte und nach Nischnij Nowgorod gekommen ist, wobei er auch Petersburg und Moskau berührte. Doch wenn man Rothschild heißt, drückt man selbst in Rußland ein Auge, ja beide Augen zu, besonders am Vorabende eines vermittelst dieses Welthauses zu effektuierenden größeren Geldanlehens.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.