Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 32 (7.8.1896)
- Date
- 1896-08-07
- Page
- Seite 545 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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,'T Nr. U : -tarn M„W „ Ib# lut(ii ^nnt schmerzlichem Bedauern sichten." lter Butter, drückte ehrsurchtr fragte: unserer vereinten Bitte nichi ing geben." ar nicht gerade in der beste», - Zimmer traten. Er schient )nen nehmen zu wollen, aber nn: „Feiivel!" Wie wütend or und „Feiwel, Feiwel!" kau Was sür Feiwel? Hier giebi- und so will ich genannt sein! enn irgend ein Jud' aus der! sollte?"! in, daß die Auspizien gar nid wollte aber nicht mehrzuMj . I , lieber?Jlann, in einer Ms gen Kindes betreffenden Anzi-'j mir nämlich anvertraut, ba? ^verwandten Mirjam gewoge»s ihre Hand. •" ^>ie : Natter gestochen zuckte Her ^der Robert will die Mirjam chilipp Nagelfein, mein einzige^ den ans der „Gasse" heirate^ Nr 32 Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 545. ich t Nainn dj Ent id dort hohen Festtage einen Gottesdienst bei Hildebrand (Königsgraben). Etwaige Ueberschüffe sollen obiger Kasse überwiesen iverden. * Berlin, 4. August. Die Ausgrabungen, welche aus Veranlassung der Gesellschaft für Erforschung Palästinas seit den letzten zwei Jahren von Dr. F. Bliß und Archibald Dickie in Jerusalem unternommen worden sind, haben als bemerkenswertes Resultat bisher einen Teil der Mauer aufgedeckt, welche Titus im Jahre 70 belagerte. Die Mauer laust ungefähr eine halbe Meile im Süden von Jerusalem bis zum Teiche Siloah. An dem südwestlichen Winkel erstreckt sich die Mauer 370 Ellen von der gegenwärtigen Stadtmauer, an dem südöstlichen Winkel 670 Ellen südlich von Hakwrat-el-Khatus. An einzelnen Stellen sind doppelte Wälle, welche verschiedenen Perioden angehören, gefunden worden, in bemerkenswerter Tiefe. Das Mauerwerk hat sowohl rohe Formationen, als solche von feinster Ausführung. Dr. Bliß hält die niedriger gelegenen Teile des Doppelwalls für jüdisch und zwar der Zeit vor der Zerstörung Jerusalems angehörend, der obere Teil gehört der römischen oder christlichen Zeit an, ebenso auch die an der Basis der Mauer gefundenen Töpferarbeiten. Es ist jedenfalls von großer Wichtigkeit für alle, die ein Interesse an der jüdischen und biblischen Geschichte haben, daß diese Ausgrabungen festgestellt haben, wie Jerusalem in großer Ausdehnung noch alte Ueberreste besitzt, die an einigen Stellen 100 Fuß tief liegeu. Herr Charles Warren hat die Umfassungsmauer des Tempels untersucht und gefunden, daß noch die ursprünglichen Mauersteine mit Abzeichen erhalten sind. Für Palästina hat die zur Erforschung desselben begründete englische Gesellschaft mehrere Unternehmungen von hohem wissenschaftlichen Werte angesangen, Herr Karl Wilson hat in Galiläa mehrere alte Synagogen untersucht. Oberst Conder und Lieutenant Kitchener haben eine genaue Vermessung des westlichen Palästina durchgeführt. Die von Clermont-Ganneau gemachten Entdeckungen erstrecken sich ans den Zoheleth-Stein, die Inschriften von Gezer und den Jnschriftenstein vom Tempel des Herodes. Im östlichen Teile des Jordangebiets hat Kapitän Conder 500 Quadratmcilen durchforscht. Auch die geologischen Vermessungen des Professor Hnll werfen ein neues Licht auf die Routen im Exodus. Die Gesellschaft geht soeben an die Erforschung des Tyropeonthals. X Grandenz, 2. August. Wie ich Ihnen früher berichtet . habe, ist in der hiesigen städtischen Verwaltung die Frage, ob jüdische Kultusbeamte von der Kommunalsteuer zu befreien . seien, aufgerollt worden. In der letzten Sitzung des Stadtverordneten-Kolleginms wurde über einen formellen Antrag auf Abänderung des Gemeinde-Einkommensteuer-Regulativs von 1892 in dem Sinne, daß die jüdischen Knltusbeamten wie ihre christlichen Kollegen von der Gemeinde-Einkommensteuer befreit sein sollen, sowie über den Antrag des Herrn - Kantor Bernstein verhandelt. Letzterer Antrag wurde als ungesetzlich sofort abgelehnt, über den ersten Antrag entspann sich eine längere Debatte. Der Magistrat steht auf dem Standpunkt, daß die Befreiung der jüdischen Kultusbcamten von der Steuer nicht zulässig ist; im Kommunalabgabengesetz sei von einer Befreiung der jüdischen Kultusbeamten nicht die Rede, und auch das Oberverwaltungsgericht habe ausdrücklich festgcstellt, daß jüdische Kultusbeamte nicht zu den „Beamten" gehören, die von der Kommnnalsteuer befreit seien; der Bezirksausschuß müsse sich nach diesem Erkenntnis richten und würde die beantragte Aenderung des Regulativs nicht bestätigen. Es sei auf Grund der früheren Verhandlungen bei den Städten Elbing und Kulm angefragt worden, wie es dort mit der Befreiung der jüdischen Kultusbeamten stehe. In Elbing seien diese Beamten auf Grund eines Gemeindebeschlusses von der Gemeinde-Einkommensteuer frei, dieser Beschluß sei aber schon vor dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes gefaßt und auch nicht bestätigt. In Kulm sei nur der Rabbiner auf Grund eines Gemeindebeschlusses, der aber gleichfalls nicht bestätigt sei, befreit. — Nach dieser Debatte wurde aber der Antrag angenommen, daß in das Regulativ die Bestimmung einzuschalten sei, daß die Befreiung sich auch auf die jüdischen Kultusbeamten erstrecken solle. F. Polzin, 2. August. So segensreich auch der Verein für Ferienkolonien wirkt, so groß auch die Wohlthat ist, Kinder, die in der Großstadt von der ungesunden, drückenden Stadt-, Haus- und Schulzinunerlust fast verkümmert, hinauszuschicken in die freie Gottesnatur, an die reine erfrischende Luft der Kurplätze oder kleinen Städte, so ist es doch scharf zu rügen, daß die Kinder in nichtjüdischen Pensionen unteroebracht und gezwungen werden, Trepha zu essen, — wie ich es hier zu sehen Gelegenheit hatte. Ist es denn so ganz nnd gar unmöglich, daß die jüdischen Ferienkoloniften, die mit dem christlichen Lehrer fortgeschickt werden, in einer jüdischen Pension verpflegt werden? Der Kostenpunkt darf doch hier wohl kaum mit in Betracht kommen. Der Wohlthätigkeitssinn überwindet alles! S* Misdroy, 31. Juli. Gegen die hiesige Badeverwaltung hat die in Berlin erscheinende „Staatsb.-Ztg." eine regelrechte Kanonade eröffnet, weil das Blatt nicht blos nicht abonniert, sondern selbst wenn kostenlos überwiesen, nicht ausgelegt wird. Einer oder einige ihrer Freunde suchen hier nun eifrig nach „Sünden" der Verwaltung, um zu zeigen, daß das Bad „völlig verjudet" sei. Vorgestern ließ sich die Zeitung folgende „besondere Mitteilung" übermitteln: „Am 27. d. M. wurde hier das alljährlich stattsiudende Kinderfest gefeiert. Es wurden Szenen aus dem italienischen Volksleben vorgeführt, Züge italienischer Schnitter und Schnitterinnen wechselten ab mit italienischen Fischern und Soldaten, ein buntes, bewegliches Bild. Den Mittel- und Höhepunkt des ganzen Zuges aber bildete der Fischerkönig. Angethan mit dem Hermelin, die Krone auf dem Haupte, zog er hoch zu Roß seinen Unterthanen voran, sich seiner Würde und Stellung als Mittelpunkt des festlichen Tages voll bewußt. Wer war es? Wer hielt das Szepter des Tages in seiner Hand? Ein Jude! Wahrlich, eine Schmach für den christlichen Teil des Badepublckuins." — In der That, eine Schmach für den christlichen Teil des Badepublikums — dieser Bericht mit seiner kindischen Entrüstung! F. Eolberg, 30. Juli. Am letzten Sonntag fand im jüdischen Knrhospital die Stiftungsfeier dieser Anstalt in der festlich geschmückten Anstaltssynagoge statt. In der stattlichen Versammlung, die sich eingefunden hatte, bemerkten wir neben zahlreichen Badegästen den Colberger Bürgermeister sowie die % •M’ %. ■ /