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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-07-31 · 31 (31.7.1896) · p. Seite 529

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
31 (31.7.1896)
Date
1896-07-31
Page
Seite 529 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 31. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 529. --"S--n.n,u sie kannte ihren Elch überlegt und mußte deshalb vlr einen Soleier über!>j, ln Zu Grunde liegen. M ■ vergesse, daß sie ihr aus ihrem Innen Nagelfem jetzt reich ist, M uken hegt? Aber mas h« Liebe zu schaffen? 'er Vergangenheit, die alte» rt der Großvater gesagt, und en- Aber Rüben, ihr Rübe», et werden? Warum sollte Weil er jetzt andere Gesell: immer der Alte, hat er ihi geschaut, daß Beider streicht sich das Haar m e Augen suchen das fternio Gewißheit zu verschaffe» _ (Fortsetzung folgt.) Sriltp. ib auf verkehrte Grundsätze nt geschliffener Spiegel, »er * lorfahren sind Schaumünze» mehr im Kurse sind, aber chlecht zu Geschlecht acheiner Seele a!» u gelangen. jo streut er. »»' : is; aber tausend >r der Erde, nu - legen Neid uni | b und erdrücke») J 1 % als Soldaten in den Krieg zogen, von dem Theodor Körner sang, er sei ein „Krenzzng, ein heiliger Krieg" gewesen. Aber es ist wenig bekannt, daß anch eine Jüdin darunter gewesen, die Wachtmeister geworden und das eiserne Kreuz für i.-re Tapferkeit erhalten. Die „Vossische Zeitung" vom 9. Dezember 1815 schreibt darüber: „Luise Grasemus (eigentlich Esther Manuel aus Hanau gebürtig, 90 Jahre alt, jüdischer Abkunft und Religion) Witwe des Wachtmeisters Grafemus im Regiment Konstantin Garde-Ulanen, wollte ihrem Manne, der sie und zwei Kinder (ein Mädchen, jetzt 10 Jahre und einen Knaben 8 Jahre alt» verlassen hatte, im Jahre 1819 nach Schlesien nachziehen, entschloß sich aber, in der Hilflosigkeit, worin sie sich befand, als sie Berlin erreicht hatte, selbst Kriegsdienste zu nehmen, tvelches ihr umso leichter ward, als sie in Mannskleidern reiset. Sie trat daher in das Königsberger zweite Landivehr-Ulanen-Regiment, unter dem Major von Hermann, machte die Feldzüge 1819 und 1814, erst als Freiwilliger, zuletzt als Wachtmeister mit, wurde zweimal verwundet, bei Jüterbock am Fuße und in der Gegend von Metz, erhielt auf dem Marsche durch Holland 1814 im Armeekorps des Generals Grafen Bülow von Dennewitz das eiserite Kreuz, traf unvermutet am 29. März 1814 mit ihrem Manne, der noch immer in russischen Diensten stand, bei Montmatre zusammen, verlor ihn aber schon am folgenden Tage durch eine Kononenkugel. Mit ehrenvollen Wunden und Attszeichnimgen bedeckt, mit den ehrenvollsten Zeuginssen des Wohlverhaltens entlassen, ist sie seitdem vom Regiment abgegangen, und kehrt nun nach einigem Aufenthalte in Berlin, nach Erfurt mrd Hanau, ihrer Heimat, zu ihren Kindern zurück. Möge sie dort ihre Mutterpflichten mit eben der Treue erfüllen, die ihr als Krieger den Beifall Seiner Majestät des Königs und des preußischen Heeres erwarb. Möge ihr aber auch allgemeine Teilnahme werden und Unterstützung von vielen Wohlwollenden und Edlen, damit sie, ihrer vorigen Lebensbahn zurückgegeben, imstande sei, sie zu ihrem und ihrer Kinder Glück heiter und sorgenfrei zu durchlaufen!" l)ier und dort. £ Berlin, 28. Juli. Eiu antisemitischer Parteitag soll Ende September oder Aitfang Oktober in Halle a. S. stattfinden. Zur Vorbereitung desselben tritt die Parteileitung der „Tentschsozialen Resorntpartei" Ende dieses Monats zu einer Sitzung zusammen. « Berlin, 28. Juli. Aus Westpreußen wird der Deutschen Lehrer-Zeitung berichtet: „Eine zu B. mohuende Geudarmwitwe uahm ihr Söhuchen aus der dortigeu Dorfschule uud schickte es in die Privatschule einer jüdischen Lehrerin zu O. Hier wurde das betreffende Kind ohne iveiteres von der jüdischen Lehrerin auch in der evangelischen Religion unterrichtet, bis der Ortspfarrer diese Angelegenheit der Behörde zur Anzeige brachte. Die jüdische Lehrerin erklärte offen, sie hätte sich die erforderlichen Religiönsbücher gekauft und sich für berechtigt gehalten, danach zu unterrichten." — Darob große Entrüstung in den gesamten nichtdemokratischen Blättern, die dieser Entrüstung mindestens durch ein dickes Ausrtffungszeicheu Ausdruck geben. Wir können in diesen Chor der Entrüstuttg nicht einstimmen, obwohl wir zugeben, daß die jüdische Lehrerin in ihrer allzueifrigen Toleranz die Zeitströmung außer Acht gelasseit hat. Vielleicht aber interessiert die Deutsche Lehrerzeitung folgendes Gegenstück: In einem Dorfe Ostpreußens hat der Präzentor in seiner Schule einige arme jüdische Schüler. In Hebräischlesen etc. unterrichten die Väter, arme Hausierer, ihre Kinder selbst. Damit diese auch die Religion ihrer Väter kennen lernen, wendet sich der christliche Lehrer att seinen jüdischen Kollegen in einer benachbarten größeren jüdischen Gemeinde mit der Bitte, ihm ein passendes Lehrbuch der jüdischeu Religion zu empfehlen, nach welchem er seine jüdischen Schüler unterrichten könne. Das Buch wird dem Präzentor nicht blos empfohlen, sondern auch kostenfrei zugestellt. Vermutlich unterrichtet noch heute der christliche Lehrer seine jüdischen Schüler in den Satzungen Israels, ohne daß irgendwo ein Rabbiner interveniert hätte. Die Namen der Beiligten stehen der Deutschen Lehrerzeitung zur Verfügung, den Kommentar aber möge das Blatt sich selber machen. * Berlin, 28. Juli. Unser Gemeindevorstand hat beschlossen, die deutsche Reichsversassung anzuerkennen. Bekanntlich hatte er in dem an Sabbat und Festtagen zu sprechenden Gebete für Herrscherhaus und Vaterland ohne Wissen der deutschen Bundesfürsten den König von Preußen zum „Kaiser des deutschen Reiches" gemacht. Vor einem Jahre etwa wurde dies an dieser Stelle gerügt, allein Monsieur „Dawke", der in jüdischen Gemeinden das Szepter führt, ignorierte die Ausstellung, und ttach wie vor wurde in ben Berliner Gemeindesynagogen allsabbatlich der Segen Gottes auf das Haupt des „Kaisers des deutschen Reiches" herabgefleht. Seit einiger Zeit aber ist den deutschen Bundesfürsten ihr Recht geworden; in unseren Gemeindesynagogen wird, gemäß der jüdischen Sitte und der deutschen Reichsverfassung, um Heil und Segen für den „Deutschen Kaiser" gebetet. — Anch ein verspätetes Zugeständnis geivährt eine gewisse Genugthuung. * Berlin, 28. Juli. Das „Jsr. Gemeindebl." schreibt: „Aus zuverlässiger Quelle erfahre» tvir, daß am jüngsten Sabbat-Abend, Tischo be Aw, ein jüdisches Brautpaar in Crefeld seine Verlobung feierte." — O, da sind wir den Crefeldern „über". Hier hat, tvie uns gemeldet tvird, am verflossenen Tischa be Aw eine jüdische Trauung stattgefunden, vollzogen von einem Prediger der Reformgemeinde. n. Königsberg i. Pr., 27. Juli. Die Einweihung der neuen Synagoge wird vorattssichtlich zu Ende des Monats August vor sich gehen. Leider wird dieselbe nicht von dem wohlverdienten Ortsrabbiner Dr. Bamberger vorgenommen werden können, da derselbe durch seinen leidendeir Gesundheitszustand verhindert wird. Zu seiner Vertretung bei diesem feierlichen Akt ist von dem Gemeindekollegium Rabbiner Dr. Werner aus München (früher in Danzig) berufen worden. Das Programm der Einiveihungsfeier, wie es vorläufig festgestellt ist, lautet: Gottesdieitst in der alten Synagoge, abgehalten durch Herrn Rabbiiter Dr. Pick, nach dessen Beendigung der alte Tempel geschlossen ivird. Nachdem die Festversammlung und die Gemeindemitglieder in dem neuen Tempel Platz genommen haben: Orgelpräludinm, Einzug der von allen an-

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