Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 31 (31.7.1896)
- Date
- 1896-07-31
- Page
- Seite 525 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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«r. 31. Nr. 31. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 525.?°»d°» W bi, Utbeü in> Laufe des Dungen ■ " sehen. ou ganz besonderem 'es'gen Tafel, die von!>er den in der heiligen lbene Stein selbst be- Regierung ist, in, hoch, ö Fuß 4 Zoll hwarzein Syenit mit M nur den Schlußauf den Krieg rreuptuh) die Fa : Pa-Kanana; er mmen ist Kazmel. leich gemacht; das et, es hat keinen ar, ist vom König leben spendet, wie t in einen, großen welches sich die aen Samen" bclnulichen Kinder irscheinlich, denn Imme bedeute», il weder in der ine Spur von ,t also nur die daß es Zsraeie unter Josua alästina zurückrachdem sie Hauptkorps s, nachdem ausgesühil gen Schust peinlich zur Pharao , es hat i Einsa» um 1200 r Pellie )0 \ übertragen würde, ein eigentümlicher Geist spräche; ein Buch, woran die erhabensten Gedanken und die heiligsten Gefühle sich knüpfen ließen; ein Buch, tauglich, den öffentlichen und häuslichen Festen eine höhere Weihe zu geben, indem cs Geburt und Tod, Eintritt in die menschliche und bürgerliche Gesellschaft und jede Art der Bundeshandlung durch Inschriften schmückte; reich dabei an Wahlsprüchen für jegliches Alter, welche die Freuden des Lebens zu erhöhen, desselben Leiden und Widerwärtigkeiten zu mildern sich eigneten; unerschöpflich an Stoff zu Gesängen, in welchen die von Andacht durchdrungene Seele, sei es in einsamer Kammer, sei es im Verein mit Gemütsverwandten, himmelan stiege; ein Buch, welches auf eine Art in Umlauf kommen müßte, worin sichere Bürgschaft läge, daß es seine erhebende und tröstende Kraft an Millionen von Jahrhundert zu Jahrhundert zu bewahren nicht aufhören würde. Würde nicht eine solche Aufforderung seltsam, ihr Genüge zu leisten ganz unmöglich sein? Aber ist sie denn nicht gelöst, diese Aufgabe, gelöst vor beinahe zwei Jahrtausenden? Von Geschlecht zu Geschlecht hat die Bibel wie eine vertraute Geisterstimme an den großen und kleinen Händeln der Welt Anteil gehabt, eingreifend mit Rat und Trost, voll Würde und Herrlichkeit, Fürsten und Bettler einweihend zum Leben und Sterben, jedem Gott ergebenen Gemüt das heiligste Gefäß der heiligsten Gedanken. X. Die gegensinuigen Wörter im Alt- und Neuhebräischen, sprachvergleichend dargestellt von Dr. E. Landau. Berlin 1896, S. Calvary & Co. III + 236 S. Zu den schwierigsten Problemen der Sprache gehört der Gegensinn; wer möchte es nicht im ersten Augenblick für unmöglich erklären, daß ein Wort zwei einander ganz entgegengesetzte Bedeutungen haben könne? Trotzdem besteht die Thatsache, daß jede Sprache derartige gegensinnige Wörter besitzt, sogar die deutsche, wie ein Artikel „Gegensinn" in Professor Sanders' Zeitschrift für deutsche Sprache (9. Jahrg., 1895/96, Heft XI.) beweist. Am häufigsten ist diese linguistische Erscheinung in ben orientalischen Sprachen; aber auch hier wurde sie sehr verschieden gewürdigt. Arabische Gelehrte schrieben schon im zehnten Jahrhundert ihre Abhandlungen über den Gegensinn, während sich, die Sprachforscher des Hebräischen so wenig mit ihm befaßten, daß der Verfasser der gegensinnigen Wörter im Alt- und Renhebräischen, des ersten Werkes über diesen Gegenstand, den zerstreuten Stoff erst sammeln, sichten und ordnen mußte, ehe er an die Bearbeitung gehen konnte; eine Mühe, für die er wohl auf den Dank der Gelehrten rechnen darf, wie die Zeitschrift für hebr. Bibliographie sagt. — In der Begründ cm g der Antiphrasis stellt sich L. in geraden Gegensatz zic der Hypothese des bekannten Egyptologen C. Abel, der den Gegensinn zum grundlegenden Gesetz der Sprache erhebt; er nimmt verschiedene Ursachen an, die ein Wort gegensinnig machen können, und teilt seinen Stoff hiernach in 12 Kategorien, an deren Spitze jedesmal einleitende Bemerkmcgcn mit Beispielen und Analogien aus anderen Sprachen ihren Platz finden. Diese Analogien, von denen das nach dem Urteil des genanntecc Fachblattes vorzügliche Register gegen 130 allein aus den beiden klassischen und den modernen Sprachen anführt, veranschaulichen trefflich, wie der Gegensinn in zwei verwandten Sprachen durch getrennte Entwicklung (deutsch Knecht — engl, knight, Ritter) und in ein uccd derselben durch dialektische Eigentümlichkeit (niederträchtig im Plattdeutschen — leutselig), durch Bedeutungswandel im Laufe der Jahrhunderte (Plunder urspr. Habe) und durch etymologische Verschiedenheit (entstehen — werden und fehlen) zustande kommt. Das Hauptgewicht ist natürlich auf das Hebräische gelegt. All die Wörter mit konträrer Bedeutung, mit deren Auslegung sich schon die alten Erklärer abgemüht, Wörter wie -pz segnen-fluchen, XD, "jbn gehen-kommen, icn Gnade-Schande, werden eingehend erörtert, und manche dunkle Bibelstelle verliert, von dem neuen Gesichtspunkt des Gegensinns aus betrachtet, ihre Schwierigkeit. Besondere Beachtung verdient die große Zahl derartiger Ausdrücke (CD2 süß-sauer, HXD' Ausgaben-Einnahmen, ,^2'schön-häßlich, pi kausen-verkaufen rc.) im Neuhebräischen, das hier zum ersten Mal eingehend berücksichtigt wird. Das Buch ist nicht nur für jeden Bibelkundigen und vergleichenden Sprachforscher (die orientalischen Sprachen sind säst sämtlich zum Vergleich herangezogen), sondern auch für jeden gebildeten Laien von Interesse. ß c u i 11 e t o n. griffe ans Krähwinkel. Von D. Dalles. V. Hochgeehrter Herr Chefredakteur! Seitdem wir eine Lehrerkonfcrenz für den Bezirk Krähwinkel-Dallesrode angekündigt haben, liegt hier etwas tu der Lust. Man munkelte allerlei vocc Gcgecimaßregeln, die unsre Vorsteher ergreifen wollten, allein ich konnte nichts Bestimmtes erfahren. Heute ist männiglich bekancct, was so lange geheim gehalten wurde. Die Vorsteher der beiden Gemeinden witterten in unserer Vereinigung Gefahr und fürchteten für ihren Einfluß. Um uns ein Paroli zu bieten, beschlossen sie, einen Gemeindebund ins Leben zu rufen. Und in sklavischer Anlehnung an uccsern Beschluß, die Lehrerkonserenz an einem Fasttage, am Tischo be-Aw abzuhaltcn, hat der erste Gemeindetag für Krähwinkel uccd Dallesrode am Schiwo oßor be-Tamns stattgefunden. Meine Frau hat hierüber einen ausgezeichneten Witz gemacht. Sie meinte, die Wahl des Tages solle andeuten, daß der Chorban für das Judentum in Deutschland mit den Vorsteherversammlnngen begonnen habe. Ich habe über diesen Witz herzlich gelacht und meine Frau auch — ich schreibe Ihnen noch darüber. Zum Vorsitzenden des Bundes wurde der Vorsteher von Dallesrode gewählt. Unser Vorsteher wäre ivohl geeigneter gewesen, allein sein Kollege hat decc Direktor-Titel, unb das hat den Ausschlag gegeben. Er ccennt sich nämlich „Direktor der Rnndbahn von Dallesrode und Umgegend", weil er ein Karoussel, das er mitgeheiratet hat, Sonntags in Dallesrode und an Jahrmärkten in der Umgegend laufen läßt — ich schreibe Ihnen noch darüber. Die Tagesordnung des ersten Gemeindetages war nicht sehr reichhaltig. Punkt 1 lautete: „Antrag des Bundesvorsitzenden auf Bildung eines Pensionsfonds für invalid gewordene Vorsteher." Zur Begründung seines Antrages nahm der Vorsitzende das Wort und führte folgendes aus: (Die Rede hat, wie ich nachträglich erfahre, mein Kollege in Dallesrode verfaßt.)