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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-07-31 · 31 (31.7.1896) · p. Seite 524

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
31 (31.7.1896)
Date
1896-07-31
Page
Seite 524 (sequence 8)
Language
German
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Seile 524. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Nr. 31. autet: c>nc cnseb mcK': "Wien. Kann und will also unser Kritiker dieses Gebet nur in der alten Fassung, d. h. im Sinne der Auferstehung des Fleisches oder, wie Rabbiner S. R. Hirsch übersetzt, der „gestorbenen Leiber", beibehalten wissen? Ist es ihm unbekannt, wie cs um dieses Dogma bei der überwiegenden Mehrzahl unserer gebildeten Glaubensgenossen bestellt ist? Wie viele giebt es, die wohl an eine Unsterblichkeit der Seele glauben, aber nicht an eine „Auferstehung des Fleisches"! Sollen alle diese auf das „innige und sinnige Gebet" ncti’j MpS* verzichten, obschon es durch eine kleine Aenderung, die auch der Konservative acceptieren kann, für sie noch zu retten ist? Heißt das nicht idi üb nil njn: 11? Doch unser Kritiker bedachte das nicht und wurde schon an dieser Stelle (S. 12), wie er erzählt, so unwillig, daß er das Buch bei Seite legen wollte und nur noch von dem Reiz einer Dornenlese festgehalten wurde. Das erklärt allerdings, daß er bei seinem weiteren kritischen Bestreben so vieles schief aufgesaßt hat. So fand er es auf Seite 16 des westfälischen Gebetbuches unbegreiflich, warum an Stelle Zephania 111,20 „In jener Zeit bringe ich Euch heim und zu dieser Zeit sammle ich Euch, denn ich mache Euch zum Ruhm und Preis unter allen Völkern der Erde, indem ich Eure Vertriebenen zurückführe vor Eure Augen" gesetzt wurde Jesaja 54, IO „Ob auch Berge weichen und Hügel wanken, meine Liebe wird nicht von Dir weichen und mein Friedensbnnd wird nicht wankend werden, spricht Dein Erbarmer, der Ewige." Nun, das wäre ja schließlich Geschmackssache. Aber unser Kritiker ruft hier mit Emphase aus: „Ja, hat uns denn Gottes Liebe und Gnade jemals verlassen oder können wir sie zeitweise entbehren, daß wir erst für eine künftige Zeit darum zu bitten hätten?" Wunderliche Logik das! Weil Gottes Liebe uns noch nie verlassen hat (richtiger wäre zu sagen, noch nie ganz verlassen hat), darum sollen wir nicht beten können und dürfen: Erfülle an uns die Verheißung, wie sie Jesaja 54, 10 lautet? Darf ein Reicher nicht um Nahrung, um das tägliche Brot beten, weil er noch nie dergleichen entbehrt hat? Darf ein Gesunder nicht um Erhaltung der Gesundheit beten? Und wenn Gottes Liebe uns noch nie verlassen hat, warum spricht denn Jesaja diese Verheißung besonders aus? Doch nur so weit hat unser Kritiker überhaupt versucht, seine Anstände sachlich zu begründen. In den weiteren Glossen begnügte er sich, Inkonsequenzen zu konstatieren. Das ist sehr billig. Wir wollen ihm aber auf diesem Wege für heute nicht weiter folgen. Nur darauf sei noch hingewiesen, daß die hier besprochenen, von unserem Kritiker getadelten Textänderungen sich bereits in dem 1880 erschienenen Gebetbuch der Berliner jüdischen Gemeinde finden, an dessen Redaktion ein Rabbiner wie der selige Dr P. F. Frankl, und ein Gelehrter wie Dr. David Cassel beteiligt waren. Aber damals har nicht einmal die orthodoxe Presse etwas gegen diese angeführten Textänderungen oder gegen die Auslassung des skeptischen Koheleth-Wortes,121 nercn p D1N1 imci etwas zu erwähnen gehabt, geschweige denn ein freisinniger Rabbiner. Ist das Geschrei gegen das westfälische Gebetbuch nicht ein Zeichen der Zeit? Leider kein erfreuliches! Auch ein freisinniger Rabbiner. * Israel in Egypten. In der Ausstellung Egyptischer Altertümer im University College in London sind die von Professor Flinders Petrie und Mr. Quibell im Laufe des Jahres in Theben gemachten Ausgrabungen zu sehen. Ein Gegenstand in der Sammlung ist von ganz besonderem Interesse. Es ist der Abklatsch einer riesigen Tafel, die von einem Kriege mit Israel berichtet, über beu in der heiligen Schrift nichts verlautet. Der ausgegrabene Stein selbst befindet sich, da er Eigentum der egyptischen Regierung ist, im Ghizeh-Museum; er ist 10 Fuß 3 Zoll hoch, 5 Fuß 4 Zoll breit und 13 Zoll dick. Er ist aus schwarzem Syenit mit Quarzadern durchzogen. Wir teilen hier nur den Schlußpassus der Inschrift mit, der die Anspielung auf den Krieg mit Israel enthält: „Die Sonne Egyptens hat diese Veränderung bewirkt. Besiegt (hat König Merenptuh) die Fahenuu; die Khita sind ruhig; verwüstet ist Pa-Kanana; erobert ist Askadni (Askalon); in Besitz genommen ist Kazmel; Perm von den Syrern ist dem Erdboden gleich gemacht; das Volk von Psiraal ist zugrunde vernichtet, es hat keinen Samen.... Jeder, der ein Marodeur war, ist vom König Merenptuh unterworfen worden, welcher Leben spendet, wie die Sonne jeden Tag." Professor Petrie hat in einem großen Artikel in der „Contemporary" verschiedene Vermutungen ausgesprochen inbezug auf das Ereignis, auf welches sich die die Worte „Israel ist vernichtet, es hat keinen Samen" beziehen. Daß damit das Ertränken der männlichen Kinder durch Merenptuhs Vater gemeint sei, ist unwahrscheinlich, denn es wird von Israel als schon in Syrien befindlich gesprochen. Es kann auch uicht eineil Angriff der zwölf Stämme bedeuten, nachdem sie sich in Palästina niedergelassen, weil weder in der Geschichte noch in dem Buche der Richter eine Spur von einem solcheii Ereignis zu finden ist. Es bleibt also nur die Hypothese, für die viele heutige Gelehrte sind, daß es Jsrae- , liten in Kanaan gegeben haben mag, bevor sie unter Josua sich dort niederließen. Sie siird entweder in Palästina zurückgeblieben, als die andern mit Jakob nach Egypten gingen, oder sie sind nach der Hungersnot nach Kanaair zurückgekehrt, oder ein Teil der Israeliten mag unniittelbar, nachdem sie Egypten verlassen, nach Kanaan gegangen sein und es besetzt habeii. Es ist also anzunehmen, daß während das Hauptkorps der Israeliten sich erst in Palästina niederließ, nachdem Ramses 111. seinen großen Einfall in Syrien ansgesührt hatte — aus diesem Griuide ivird in der heiligen Schrift nichts von dem Einfall berichtet — sich wahrscheinlich zur Zeit des Exodus oder kurz nachher Israeliten in Kanaan befanden, also in der Zeit Merenptuhs, welcher der Pharao des Exodiis ist. Die Worte: „Israel ist vernichtet, es hat keinen Samen mehr", würdeir sich auf einen früheren Einfall in Syrien beziehen, bcn der Sohn Ramses II., etwa um 1200 vor der bürg rl. Zeitrechn, unternommen. Professor Petrie behauptet, daß dies absolut die allererste Bezugnahme auf das Volk Israel ist, welche sich in egyptischen Denkmälern findet. * Das Buch der Bücher. Man setze den Fall," sagt Friedrich Delbrück in seinen „Ansichten der Gemütsivelt" (S. 140 s.): es würde zur Preisaufgabe gemacht, ein Volksbuch zu schreiben, woraus, in wie viele Sprachen es auch 1 I i übertragen würde, ei woran die erhabenst sich knüpfen ließen: häuslichen Festen ein burr und Tod, Ein Gesellschaft und jede i schmückte; reich dab welche die Freuden und Widerwärtigkeit! an Stoff zu Gesang drungene Seele, sei i mit Gemütsverwandl auf eine Art in Um schüft läge, daß es Mionen von Fah nicht aufhören würdi seltsam, ihr Genüge j sie denn nicht gelöst, Fahrtausenden? Vor wie eine vertraute (3 Händeln der Welt 9 Trost, voll Würde u weihend zum Lcbeu i das heiligste Gefäß i X. Tie gegensini ivrachvergleichend da S. Calvary & Co. blcmen der Sprache »icht im ersten Aug. Wort zwei einander könne? Trotzdem b derartige gegensinnig M Artikel „©egenfti butsche Sprache (9. Ochsten ist diese lir sprachen; aber auch ^bische Gelehrte ihre Abhandlungen -brachforscher des s baß der Verfasser Aeuhebräischen, des den streuten Stof er a» die Bearl " wohl auf den D, der ... ■ -ebr.: A'üiphrasis fiel '•<«< bä Um , t#™ Mfan "Wfbmt J "«-> * i Analogien aut Analogs^ n n beiden fu,-j »anb, IT! tr«

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