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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-07-24 · 30 (24.7.1896) · p. Seite 515

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
30 (24.7.1896)
Date
1896-07-24
Page
Seite 515 (sequence 17)
Language
German
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Wr an Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 515. : Italiener und Slaoen 7 ben Antisemitismus, bo* Um nun diesen eine angenehm- (;■ a§ hrer erscheinende klerikale ' ^ne ganze Blumenlese aus den - ■ und sogenannter christlicher! veröffentlicht. Daraufhin ver- ' er Gemeinde, Herr Benedetto ^' in der er nachmies, daß alle!' lur gelogen haben. Das „fco" : 5te Juden wieder eingestellt, ch aus verläßlicher Quelle er-: i Levay, der am Sonntag aus |' nntate durch den Abt Pfarrer / lat, seine Stelle als Mitglied i. Herr von Levay wird bei; nng geleitet, daß er anläßlich! ■ - mmer als Bertreter des um . Mitglied ernannt wurde. Ta s - itt schuldig zu sein, die Mögj ein anderer Repräsentant der; Platz nehme. ( m dieser Tage neugebildetea j ter Glaubensgenosse Luigi ' j rtefeuille des Schatzministers eichenbegängnis des Marquis Teilnahme der Bevölkerung gespendet worden. Präsidem md Hanotaur hatten sich bei ame-Kirche vertreten lassen.? Drumont die Grabrede. Er ' ler Emordung Mores', hm- - - wieder mit den der vor. Rr. unter der Anklage, durch Brnnnenvergiftnng die Pest herbeigeführt zu haben". S* London, 13. Juli. Eine seit 40 Jahren itt Jerusalem wohnende Dame macht in der „Daily Cronicle" folgende Angaben über das Anwachsen der jüdischen Bevölkerung in Jerusalem. Vor 22 Jahren gab es, so schreibt die Dame, dort 15 000 bis 20 000 Inden. Damals gab es auch noch keine Häuser außerhalb der Mauer, deren Thore nachts geschlossen wurden. Seit damals hat sich manches verändert, und die jüdische Bevölkerung beläuft sich infolge des starken Zuzugs von russischen Juden auf 60 000 bis 70 000 Seelen. Ganze Straßen sind neu entstanden außerhalb der Mauer in den alten Vororten, die seit Jahrhunderten verödet waren. Aber die Juden haben sich nicht nur in Jerusalem so stark vermehrt, sondern durch ganz Palästina. Sie kaufen Land und richten sich in den neuen Verhältnissen überraschend schnell ein. In Jerusalem bilden sie gegenwärtig eine größere Gemeinde als die Christen oder Mohammedaner. £ Petersburg, 16. Juli. Die Exarchialverwaltung von Ssamara hat, wie hiesige Blätter melden, der Geistlichkeit ihres Bezirkes vorgeschrieben, hinsichtlich der Taufe von Juden, die zur orthodoxen Kirche übertreten wollen, die höchste Vorsicht zu beobachten, da sehr häufig nur der Wunsch und die Hoffnung, auf Grund des eine Ehe zwischen Orthodoxen und Mchtchristen verbietenden Gesetzes bestehende Ehebande zu lösen und neue einzugehen, die Juden veranlasse,' durch die Taufe äußerlich der orthodoxen Kirchen beizutreten. -A Riga, 7. Juli. Die Petition des hiesigen Rabbiners H. Pucher, welche den obligatorischen jüdischen Religionsunterricht für die jüdischen Schülerinnen im Lomonossowschen Gymnasium und der Stadttöchterschule bezweckte, ist vom Ministerium der Volksaufklärung abgelehnt worden. 8t. New-^)ork, 1. Juli. Das Repräsentantenhaus hat mit 196 gegen 26 Stimmen eine neue Einwanderungsbill angenommen. Der Glaube, daß die Einwanderung den vereinigten Staaten gefährlich ist und nach Kräften beschränkt werden muß, hat durch die schlagendsten Beweise nicht bekehrt werden können. Die angenommene Bill fordert, daß männliche Personen, im Alter von 16 bis 60 Jahren, welche nicht Englisch oder die Sprachen ihres eigenen Landes lesen und schreiben können, nicht landen dürfen. Diese Bill richtet sich in erster Reihe gegen die russisch-jüdischen Einwanderer, die zum großen Teil ihre Landessprache nicht schreiben und lesen können. — Der republikanische Nationalkonvent (Wahlversammlung zur Besprechung der Wahl des Präsidenten der Vereinigten Staaten) in St. Louis wurde auf Ersuchen des Komites durch das Gebet eines Rabbiners eröffnet, und zwar des Dr. Sale von St. Louis. — Gestern war der Beginn der öffentlichen Prüfung der das hiesige jüdisch-theologische Seminar besuchenden Zöglingen, die heute fortgesetzt wird. Der Dekan der Fakultät, Rabbiner Dr. Sabato Morais von Philadelphia, fungierte als Examinator, und auch die Rabbiner Dr. Davidson, Drachmann, Maisner, Wise und andere waren anwesend. Die jungen Leute erwiesen sich als fleißige Studenten. Sie lasen ausgesuchte Stellen des Talmud mit lobenswerter Geläufigkeit und schienen in den Geist tief einzudringen. Auch in der Kenntnis der Bibel und in den jüdischen Kommentaren, sowie in Grammatik wurden sie geprüft und bewiesen, daß sie tüchtige Fortschritte gemacht haben. — Ahlwardt zeigt in hiesigen Blättern an, daß er Ende dieses Monats eine antisemitische Zeitung in englischer Sprache unter dem Titel „The Anti-Jewu herausgegeben werde. — Der „Orden der Söhne Benjamins" (eine ähnliche Institution wie der Orden Bnai Berith) zählt in den Vereinigten Staaten an 18,000 Mitglieder, wovon 12,000 in New-Hork ansässig sind; er zahlte bereits nahe an 3,000,000 Dollars an Witwen und Waisen. g. New?)ork, 8. Juli. Eine neue Ausgabe des Babylonischen Talmuds mit englischer Uebersetzung, herausgegeben von Michael L. Rodkinson, mit Anmerkungen und Korrekturen von Dr. Isaak M. Wise ist im Erscheinen begriffen. Zunächst ist der Traktat Sabbat erschienen. Das große Werk soll in Lieferungen in die Welt gehen, und dürfte in etwa 3 Jahren vollständig vorliegen. Es wird im Ganzen 10 bis 12 Bände umfassen. Die hiesige Presse rühmt dem Werke nach, daß es in der Uebersetzung korrekt und gut verständlich sei und so auch dem des Talmuds Unkundigen ein volles Verständnis dieses Riesenopus ermöglichen werde. — Rabbi E. K. Fischer zu Kalamazoo leitete jüngst an einem Sonntag Nachmittag ein Meeting des dortigen Vereins ch r i st l i ch e r junger Männer. Am vorhergehenden Sabbat hatte derselbe Herr das Examen seiner jüdischen Schülerin der Synagoge vorgenommen. — Hinsichtlich unserer Mitteilung über den famosen Judenbekehrer Hermann Wars ch a w i a k fügen wir noch hinzu, daß derselbe zu gleicher Zeit von sieben christlichen Geistlichen wegen seiner Schwindeleien bei Gericht denunziert ist. Die hier erscheinende Zeitung „Sun" schreibt über den vielversprechenden jungen Mann und über Judenbekehrung im allgemeinen: „daß Warschawiak sich vorläufig vom Geschäft zurückgezogen hat, ist gewiß. Die Erfahrung hat gelehrt, daß bezüglich der Judenbekehruug aller Aufwand an Zeit, Mühe und Geld in unverhältnismäßigem Gegensätze steht zu den erreichten Erfolgen. Man hätte unter den Christen wahrlich alle Veranlassung, solche Opfer lieber für andere Zwecke zu bringen, namentlich die Bekehrung derjenigen Christen, die es nur dem Namen nach sind." * Aus den Gemeinden. Der Kastellan der Neuen Synagoge in Berlin, Herr A. Liltauer, beging am letzten Freitag das Fest seiner 30 jährigen Amtsthätigkeit und seines 80. Geburtstages. Als 1866 die neue Synagoge eingeweiht wurde, trat der Jubilar sein jetziges Amt an, das er noch in voller Rüstigkeit versieht. Der beiden Male, an denen Kaiser- Wilhelm I. und Kaiserin Augusta die Synagoge besuchten (am 25. April 1869 und 30. Dezember 1879), gedenkt der Jubilar noch mit allen Einzelheiten, auch hat er eine Liste aller der hohen und bedeutenden Persönlichkeiten angelegt, denen er während seiner Amtsthätigkeit den schönen Bau in der Oranienburger Straße zu zeigen Gelegenheit hatte. — Der Kultusbeamte der Gemeinde Neuteich, Herr Baer, tritt wegen seines hohen Alters (er ist 93 alt) zum 1. Novbr. von seinem Amte zurück. Zu seinem Nachfolger ist Herr Lewiu aus Tiegenhof gewählt worden. — Versetzt: Herr I. Weiß.

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