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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-07-17 · 29 (17.7.1896) · p. Seite 499

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
29 (17.7.1896)
Date
1896-07-17
Page
Seite 499 (sequence 15)
Language
German
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Nr. 29. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 499. tCrrte^bic n! Kiedrich, gegeben zu werden, daß -nerchuperintendenten folgte.!' mittellose israelitil müdewTMpfboteMk Nachdem der Hafenarzt and geprüft hatte, nahm d den Gemeinderatswahlen in kürzlich mit den umliegenden >de vereinigt worden ist, siegten itisemitischen Kandidaten übn 'traten. Auch in Alt-Jndlesen en der antisemitischen Bauernewegliche Nachlaß des Baron teht nach einer Mitteilung des ots bei verschiedenen Banken mks, aus Konto-Korrent-Gut- ' 706 956 Franks, aus einem is gegen Faustpfand im Beld aus diversen ausstehenden entimes. Danach würde sich vermögen des Baron Hirsch s bei einem nicht genannten rnks belaufen, eine Summe, te, zurücksteht. ten Gemeinde- 1900 Stimmen end auf! - katholischen Geistlichkeit. — Am 12. d. M. erreicht das Mit-; glich des fön. Ungar. Magnatenhauses, Herr Heinrich Levay . de Kistelek, das 72. Jahr seines an Thaten und Erfolgen - reichen Lebens. Bis allher hat er — wenn auch nur nominell ' — dem Judentume angehört, das ihm jedenfalls mehr geboten, als er demselben geleistet hat. Denn — um nur eine Thatsache zu erwähnen — als in der Tisza-Aera „des Prinzipes wegen" drei Juden ins ungarische Oberhaus für die Lebens- dauer ernannt wurden, so waren diese: Dr. Ignaz Hirschler, Heinrich Levay de Kistelek und Carl Sväb. Herr v. Levay hatte es daher einzig und allein seinem Bekenntnisse zu verdanken, daß er diese hohe Würde erreichte. Und aus purer Dankbarkeit wendet der Greis, welcher mit einem Fuße schon im Grabe steht, seiner Neligion den Rücken und läßt sich an seinem Geburtstage, damit die Feier desselben mit mehr Eklat vor sich gehe, durch den Raaber Pfarrer in den Schoß der Kirche aufnehmen! lieber den Beweggrund, der Herrn v. Levay zu diesem Schritte veranlaßt haben mag, zerbrechen sich gar viele ihre Köpfe. Ein Blatt bemerkt: „Nicht irdischer Vorteile wegen schreitet Herr v. Levay zur Konversion, denn bei seinem hohen Alter kann er doch auf nichts mehr rechnen, als aus ein schönes Leichenbegängnis und auf die Glückseligkeit im Jenseits. Trotzdem wird von mancher Seite behauptet, er trete zum Christentum über, um Baron zu werden. Dieser Grund ist hinfällig, Baron hätte Herr v. Levay auch als Jude werden können. Ist es ja noch nicht so lange her, daß ein Jude, Herr Sigmund Schosberger de Tornya, die ungarische Baronie erhalten hat." — Ter israelitische Landes-Lehrerverein entsandte aus seiner jüngst stattgehabten Ausschußsitzung unter Führung seines Vizepräsidenten Philipp Csukässy eine Deputation an den Kultusminister Dr. Wlassics. Der Minister empfing die Mitglieder der Deputation aufs freundlichste und sprach, in Erwiderung der an ihn gerichteten Ansprache, seine Anerkennung aus über die patriotische und kulturelle Wirksamkeit des Vereins, indem er zugleich seinem Bedauern darüber Ausdruck verlieh, daß er bei der Versammlung zu erscheinen verhindert sei, doch werde er sich bei derselben vertreten lassen. — Die ungarische Litteraturgesellschaft schreibt die Preisfrage: „Darstellung und Würdigung der bestehenden Organisation der europäischen Judenschaft auf historischer Grundlage" zum zweiten Male aus, da das einzige eingesandte Konkurrenzwerk nicht aceeptiert wurde. Die Arbeit kann in ungarischer, deutscher, französischer, englischer oder italienischer Sprache abgefaßt sein. Die Herausgabe durch die Gesellschaft erfolgt jedoch nur in ungarischer Sprache und bleibt das Editionsrecht in anderen Sprachen dem Autor gewahrt. Die mit Motto versehenen Briefe und die von fremder Hand geschriebenen Werke sind an das Präsidium der Gesellschaft (Budapest Hollugasse Nr. 4) bis 30. April 1898 einzusenden. w. Pest, 12. Juli. In Debreczin wurde bei Gelegenheit der Einweihung der dortigen Synagoge das Gerücht verbreitet, die Juden müßten aus diesem Anlasse 10 Christenkinder opfern, und der Kaiser habe diesen Mord billigen müssen, weil er den Juden viel verdanke. Der Urheber dieses verleumderischen Geschwätzes ist jedoch ermittelt worden und wird sich bald vor den Schranken des Gerichts zu verantworten haben. X Graz, 11. Juli. Der hiesige Antisemitenführer Feichtinger, den man den „Grazer Lueger" nannte, wurde wegen Krida und Veruntreuung zu einem Monat Kerker, verschärft mit hartem Lager, verurteilt. o. London, 5. Juli. Nach englischem Eherecht, welches in diesem Falle dem jüdischen analog ist, war bis jetzt die Ehe zwischen Schwager und Schwägerin verboten. Das Unterhaus hat kürzlich durch eine Bill dieses Verbot aufgehoben; das Oberhaus hat demselben zwar zugestimmt, aber so viele Erschwerungen und Beschränkungen hineingebracht, daß das Unterhaus dem Gesetze in dieser Form kaum zustimmen dürfte. — Die Sängerin, Fräulein Rosa Olitzki, trat kürzlich im Covent-Garden-Theatre auf und sang die Partie der Ortrud in Wagners Lohengrin. Das Publikum zeigte sich äußerst enthusiasmiert, sämtliche Zeitungen erkennen die herrliche Stimme und den seelenvollen Vortrag der gefeierten Sängerin an. Dieselbe ist, wenn wir nicht irren, die Tochter des verstorbenen Kantors Olitzki zu Berlin. (Stimmt. Red.) — Fräulein Johanna Heymann, die Tochter des Oberkantors Heymann zu Amsterdam, tritt gleichfalls zur Zeit hier mit großem Erfolg als Virtuosin auf dem Klavier auf. O Paris, 12. Juli. Madame Furtado-Heine, -der großen Pariser Philanthropin, der Nichte Heinrich Heines, wurden vom Minister des Innern die Insignien eines Offiziers der Ehrenlegion überreicht. Diese Auszeichnung wurde ihr anläßlich der offiziellen Einweihung der von ihr gegründeten Kinderbewahranstalt, die eine der schönsten Institutionen ihrer Art ist. Der Präsident der Republik sowohl als der Kriegsminister wohnten der Eröffnungsfeier bei. Der Minister des Innern rühmte in seiner Ansprache die Großherzigkeit der Frau Furtado-Heine, die, verbunden mit wahrhafter Intelligenz, zur doppelten Segensquelle wird. — Bei Gelegenheit der Zarenkrönung war in der Pariser Hauptsynagoge ein Gottesdienst abgehalten worden, bei welchem der Großrabbiner von Frankreich, Herr Zadoc Kahn, die Ansprache hielt. Nunmehr ist dem Geistlichen von dem derzeitigen Geschäftsträger Rußlands in Paris, von Giers, folgendes Dankschreiben zugegangen: „Wir haben erfahren, daß Sie aus Veranlassung einiger russischer Juden in der Synagoge der Rue de la Victoire bei Gelegenheit der Krönung Ihrer Majestäten einen Gottesdienst veranstalteten. Während der Feier hielten Sie eine Predigt über das frohe Ereignis, das Rußland zu gleicher Zeit in Freude versetzte. Ich erfülle eine angenehme Pflicht, indem ich Ihnen den Dank der kaiserlichen Botschaft ausspreche, sowohl für Ihre Bemühung, die in Paris lebenden russischen Juden im Gebet mit ihren Landsleuten zu Hause zu vereinigen, als auch für die Gefühle, deren beredter Dolmetscher Sie bei der Gelegenheit waren". — Im Hospital St. Antoine ist Herr Juda Sapirstein gestorben. Der Verblichene kam vor zwei Jahren, empfohlen durch eine Reihe von Novellen, die er in der Sammlung „Ben Awigdor" veröffentlicht hatte, aus Warschau hierher, um seinen Studien obzuliegen und gehörte bald zu den geachtetsten Mitgliedern der „Association des etudiants russes“, die sich die Pflege der hebräischen Litteratur und Sprache angelegen sein läßt. Leider hatte auch er, wie die meisten anderen Glieder dieses Kreises,

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