Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 29 (17.7.1896)
- Date
- 1896-07-17
- Page
- Seite 498 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 498. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Nr. 29. genug, hierüber keinen Zweifel aufkommen zu lassen. Bei der ersten Gelegenheit fiel er geräuschvoll mn, so daß die Reihe der Enttäuschungen, die wir Oppositionellen nach den Wahlen erlebt, mit dem Namen Kirstein eröffnet werden mußte. Indem er mit den Anhängern des alten Kurses in Berlin gemeinsame Sache machte, war Dr. Kirstein unser Gegner geworden; indem er seinen Umsall nicht zu vertuschen suchte, war er ein ehrlicher Gegner gewesen, und nun der kühle Rasen seine leibliche Hülle deckt, rufen wir dem Entschlafenen nach: Ruhe in Frieden! * Berlin, 15. Juli. An Stelle des verstorbenen Geheimrat Tr. Kirstein tritt jetzt Rechtsanwalt Eugen Apolant in das Repräsentanten-Kollegium ein. Auch Herr Apolant gehört der vom „Zentralverein" aufgestellten Kandidatenliste an. £ Königsberg i. Pr., 12. Juli. Die neue Synagoge am Lindenmarkt wird am 25. August feierlich eingeweiht werden. Hoffentlich wird bis dahin unser leider schwer erkrankter Rabbiner, Herr Dr. Bamberger, wieder hergestellt sein, damit ein Bau, deffeu Errichtung seiner Initiative zu verdanken ist, von ihm eingeweiht werde. «A Königsberg i. Pr., 13. Juli. Der Abg. Liebermann von Sonnenberg tritt hier wieder als Redner auf und abermals gegen ein Entree von 50 Pfennigen. Ahlwardt hat es doch viel billiger gemacht. (A. hat es auch nicht so weit gebracht, wie L. es bringen — möchte. Red.) t. Memel, 13. Juli. Hier sind wieder eine Reihe von Ausweisungen jüdischer Einwohner, die zum Teil schon lange Jahre hier am Orte weilen, verfügt worden. Die mit einer Ausweisungs-Ordre Bedachten — etwa 40 Personen — die binnen drei Monaten Memel zu verlassen haben, sind teils naturalisierte Engländer, teils russische Unterthanen. u. Halberstadt, 12. Juli. Die hiesige Gemeinde darf nach allen Richtungen hin als Mustergemeinde hingestellt werden. Mitten in einer Umgebung, die in Bezug auf jüdisches Leben und das Leben des Judentums als eine Wüste bezeichnet werden muß, bildet Halberstadt eine Oase, in der frisches Leben pulsiert, das durch der Zeiten Laus nicht geschwächt worden ist. Und auch in ihrem Verhalten gegenüber den geistlichen Beamten bildet unsere Gemeinde eine rühmliche Ausnahme. Fest wie das Gefüge der Gemeinde selbst, ist ihr Verhältnis zu den Beamten. Der Rabbiner erfreut sich eines weitgehenden Einflusses, die Lehrer einer geachteten Stellung, und jetzt ist auch der erste Chasan der Gemeinde, Herr F. Senior, definitiv mit Pensionsberechtigung angestellt worden. Manch andere Gemeinde könnte und sollte von Halberstadt lernen. n. Aus dem Rheinlande. In Ihrer jüngsten Nummer bringen Sie einen Artikel Ihres f.-Korrespondenten aus Hessen, worin er die häufige Ausschreibung der Stellen in Ober- Ramstadt und Schweich tadelt. Was nun letztere Stelle betrifft, so befindet sich der betr. Herr in einer Unkenntnis der Sache. Wohl war sie im Laufe des letzten Jahres öfters ausgeschrieben, allein sie war seit Herbst v. I. unbesetzt geblieben, und der letzte Lehrer, der über 2 Jahre dort war, wäre vielleicht auch noch länger geblieben, wenn er nicht plötzlich als Reichsausländer ausgewiesen worden wäre. Auch fast alle früheren Beamten dieser Gemeinde, die sämtlich mehrere Jahre dort waren, denken wohl heute noch mit Vergnügen an Schweich. So viel zur Klärung. Im übrigen, was Ober-Ramstadt betrifft, mag der Herr ja die dortigen Verhältnisse besser kennen und richtiger beurteilen. X Dessau, 12. Juli. Im Namen der Gemeinden des Landrabbinats überbrachte Landrabb. Dr. Freudenthal die Glückwünsche am 25. Jubiläumstage des Herzogs Friedrich. Es verdient weiteren Kreisen bekannt gegeben zu werden, daß der Rabbiner unniittelbar dem Generalsuperintendenten folgte. Hamburg, 12. Juli. 23 mittellose israelitische Rückwanderer sind am 4. d. M. mit dem Dampfbote „Wega" von London hier angekommen. Nachdem der Hafenarzt die Leute aus den Gesundheitszustand geprüft hatte, nahm das Hilfskomitee sich ihrer an. S* Wien, 10. Juli. Bei den Gemeinderatswahlen in Florisdorf bei Wien, das erst kürzlich mit den umliegenden Ortschaften zu einer Großgemeinde vereinigt worden ist, siegten im dritten Wahlkörper die antisemitischen Kandidaten über die Liberalen und die Sozialdemokraten. Auch in Alt-Jndlesen (Nied.-Oest.) siegten die Kandidaten der antisemitischen Bauernpartei. h. Wien, 12. Juli. Der bewegliche Nachlaß des Baron Hirsch ist inventarisiert. Er besteht nach einer Mitteilung des Brünner Landgerichts aus Depots bei verschiedenen Banken in der Höhe von 113 904 000 Franks, aus Konto-Korrent-Guthaben im Gesamtbeträge von 9 706 956 Franks, aus einem Vorschuß an eine Firma in Paris gegen Faustpfand im Betrage von 19 811 175 Franks und aus diversen ausstehenden Guthaben 4 907 859 Franks 83 Centimes. Danach würde sich das gesammte bewegliche Nachlaßvermögen des Baron Hirsch auf 145 zuzüglich des Guthabens bei einem nicht genannten Schuldner auf 150 Millionen Franks belaufen, eine Summe, die trotz ihrer Höhe hinter den Schätzungen, die man früher rücksichlich des Vermögens des Baron Hirsch machte, zurücksteht. □ Krakau, 9. Juli. Pater Chotkowsky, von dessen Mär, jüdische Lehrer hätten hier christlichen Religionsunterricht erteilt. Sie berichtet haben, ist hier bei den letzten Gemeinderatswahlen glänzend durchgefallen. Von den 1900 Stimmen der ersten Kurie erhielt Chotkowsky 340, während auf seinen Gegner Kasparek über 1000 Stimmen sich vereinigten. Diese Niederlage ist umso empfindlicher, als in dieser Kurie die Juden blos über 180 Stimmen verfügen. Herr Kasparek hatte bekanntlich im Gemeinderat den Antrag gestellt, den Abgeordneten Pater Chotkowsky amtlich zu zwingen, seine unwahre Mitteilung im Reichsrate zu widerrufen. Mit diesem Anträge blieb K. in der Minorität, nun aber haben die Wähler das Urteil gesprochen. -y. Pest, 10. Juli. Unsere hiesigen Glaubensgenossen machen von dem Rechte, mit Andersgläubigen Ehen eingehen zu dürfen, ausgiebigen Gebrauch. Im Laufe der vorigen Woche sind bei den Budapester Standesämtern insgesamt 23 Eheschließungen von Juden angemeldet worden. Unter diesen sind in 17 Fällen beide Brautleute Mitglieder des Judentums, während in sechs Fällen nur noch Braut oder Bräutigam dem jüdischen Glauben angehören. — Es verlautet hier, daß demnächst ein ungarischer Oberrabbiner Sitz und Stimme im Magnatenhause erhalten soll, gleich den Repräsentanten der Nr. 29. katholischen Geistlichk glied des tön■ Ungar öe Kistelek, das 1i. reichen Lebens. Bis - dem Judmtume ( als er bmfdben gel fache zu erwähnen wegen" drei Juden dauer ernannr wurd Heinrich L^-vay de hatte es daher einzi danken, daß er dies Dankbarkeit wendet im Grabe steht, sei seinem Geburtstage vor stch gehe, dure Kirche ausnehmen! zu diesem schritte .1 i l| M. Herr Agr Baronie erhalten entsandte aus sei Führung seines S tation an den £ empfing die Miti sprach, in Erivid Anerkennung aus iamkeit des Berei Ausdruck verlieh verhindert sei, do - Tie ungarisch Darstellung und europäischen Jud Male aus, da 1 acceptiert wurde Tie Herausgabe ungarischer Lpr sprachen dem Briese und die das Präsidium dis M. April Pest, V. der Tinweihun dreiiei, die linder opsern, müssen, weil er verleumderische wird srch dall Worten haben.