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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-07-17 · 29 (17.7.1896) · p. Seite 496

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
29 (17.7.1896)
Date
1896-07-17
Page
Seite 496 (sequence 12)
Language
German
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Seite 496 Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Nr. 29. Nr. 29zur Rüste ging, und ich beeilte mich, auf den Dampfer zurückzukehren, wo ich gegen Mitternacht anlangte. Da empfingen mich hellerleuchtete Räume, umgab mich eine würzige Luft. Ich wurde von allen Seiten umringt und über mein fast zweitägiges Ausbleiben ausgefragt. Ich habe nicht geantwortet, — ich war sprachlos. Aschmdiu. (Aus dem jüdischen Legendenschatz.) Von Joachim Rosenauer. (Schluß) Da mochte wohl mancher der gelehrten Männer das Grausige ahnen, das vor kurzem hier vorgegangen war und wie es inderthat nicht der König Salomo sei, der auf dem Throne sitzt, sondern vielmehr Aschmadai, der die Gestalt des hohen Gebieters angenommen hatte. Doch wer hätte es wohl wagen dürfen, diesen Gedanken laut zu äußern! Wenden wir uns nun zu dem wirklichen König Salomo. Dieser war durch den schrecklichen Wurf in eine Gegend versetzt worden, die 400 Meilen von Jerusalem entfernt war. Lange lag er da betäubt, von einer todesähnlichen Ohnmacht umfangen, auf einem weichen Rasen, auf dem sammtenes Grün wucherte. Als er endlich die Augen aufschlug und eine ganz fremde Gegend vor sich sah, da wurde es ihm erst klar, welchem entsetzlichen Geschicke er preisgegeben sei. Jedoch fein bescheidener Sinn hatte ihn schon frühzeitig gelehrt, wie gerade derjenige, der ein Schoßkind des Glückes sei, sich an Entbehrungen gewöhnen müsse, und so konnte dieser herbe Schlag ihn wohl beugen, aber nicht ganz zu Boden strecken. Bettelnd durchirrte er die lieblichen Gaue seines Vaterlandes, und er, den Gott so reichlich mit Gold, Silber und Edelsteinen gesegnet, er, der Tausende verpflegt und beköstigt hatte, er sah sich oft genötigt, die Gnade eines seiner geringsten Knechte anzuflehen, aber auch als Bettler scheute er sich nicht, allenthalben zu äußern: „Ich Koheleth, war König von Jerusalem." Kein Wunder also, daß man ihn für wahnsinnig und verrückten Geistes hielt. Nach langer Zeit endlich kam er wieder nach Jerusalem und verlangte sogleich vor das Synedrium gebracht zu werden. Hier wiederholte er seine so oft gemachte Aussage, indem er den ganzen Hergang der Sache erzählt. Wenn nun auch in dem Herzen der meisten der Weisen die lauteste Stimme für den unglücklichen Fürsten sprach, so wagte man es doch nicht, seinen Worten, die in der That höchst unwahrscheinlich waren, Glauben beizumessen, und eben war man schon im Begriffe, ihn auch für wahnsinnig zu erklären, als einer der Gelehrten, der Gott mehr als alle Macht der bösen Geister fürchtete, sich erhob und folgendes sprach: „Freunde und erhabene Mitglieder des Synedriums! Einen erleuchteten Geist hat euch allen der Herr verliehen, und eueres Bartes weiße Färbung bürgt dafür, daß ihr bereits Erfahrung genug habt, um zu wissen, daß ein Mann verrückten Geistes nicht blos in einer einzigen Sache den krankhaften Zustand seines Gehirns kund giebt, sondern vielmehr in jeglichem Verhältnisse und in allen Beziehungen. Dieser Mann nun. der sich für den König Salomo ausgiebt, bot außer dieser vermeintlichen Thorheit noch keine Veranlassung dar, die ihn als mit irrsinnigem Geiste Behafteten dargestellt hätte. Sollen wir ihn nun so leicht und ohne nähere Ueberzeugung verdammen können? Nein, ihr weisen Mitglieder des großen Synedriums, einem jeden Menschen mag sein Recht widerfahren. Ihr erinnert euch noch, wie sehr wir damals staunten, da wir, in den Prunksaal tretend, den Aschmadai nicht mehr, und den König Salomo ganz umgeändert fanden; was dachte wohl euer Herz zu jener Zeit? — Laßt euch von mir raten, wir senden hin zur Tophas, dem Weibe Salomos; die mag uns sagen, was sie des Nachts, wenn der König ihr Schlafgemach betritt, an dessen Füßen bemerkt, und dann erst möget ihr entscheiden und das Urteil fällen." Die gelehrten Mitglieder des Synedriums ließen nun in der That geschehen, wie es der weise Mann angeordnet hatte; Tophas jedoch ließ auf diese Anfrage nur berichten, daß der König, ihr Gemahl, nie ohne Fußbedeckung ihr Schlafkämmerlein betrete. Darauf ließe» die weise» Männer ihr sagen, sie möge in der nächsten Nacht, wenn ihr Gemahl schlafen würde, die Bedeckung von dessen Füßen abzustreifen suchen. Tophas that so, wie ihr geheißen worden war. Sie streifte in der That die Bedeckung von den Füßen des Doppelgängers Salomos ab, und siehe da, zu ihrem nicht geringen Entsetzen fand sie, daß er Hahnenfüße hatte. Nachdem dies dem Synedrium berichtet worden war, ließ es durch einen Bedienten des Pseudokönigs das goldene Kettlein, auf dessen jedem Glieds der Schem eingetragen war, und den Siegelring Salomos heimlich entwenden, und nachdem dies geschehen war, übergab man beides dem wahren Könige Salomo. Dieser weilte nicht lange und betrat alsbald das Gemach des Fürsten der Schedim, dem er den vielwirkenden Talisman haben, e« dn ' Preisausschmben u ZchMnderangeM Zitt-nlehre' 3»* den veränderten 3 Wir haben ein\M antisemitisch-PE sie einen das (zudei jektiv lesen. * Berlin, 11- * Badeorten" scheint jüt dieses Kapitel lii wir in der Mols Vollrath, t in Trautheim bei Worten empfiehlt: Men finden kein eine in der.Vossi die Ursache der jut unterdrücken zu d Ich war im Aug den ersten Wochen n noch bei den Kurz genommen. Tie j hatten, schienen sic! auch ihrerseits kein Einvernehmen mn gegen war es w von Norderney a hatten, durch chrl begriffenen Badeo vorhielt. Als Aschmadai diesen ersah, da erdröhnte abermals der ganze Palast von drei furchtbaren Donnerschlägen, die Zimmerdecke barst, und Aschmadai entfloh, indem er wieder seine frühere teuflische Gestalt annahm, unter furchtbarem Rauschen der riesigen schwarzen Fittige, die er wieder ungeheuer weit ausgedehnt hatte, entfloh er und ward nimmer gesehen. Salomo jedoch, den wieder der frühere Glanz und die ehemalige Pracht umgab, soll noch lange nachher in großer Furcht vor dem Meister der Schedim geschwebt haben; denn es heißt in seinem Liede der Lieder: „Siehe, das Bett Salomos, sechzig Helden umgeben es von den Helden Israels, alle mit Schwertern bewaffnet, kriegsgelebrt, jeder sein Schwert an der Lende, vor dem Grauen der Nächte." •i dem eine ganze Kurkapelle rc. vor;?! nur immer die ein j ■ noch nicht', wor, f folgte. Kein Wu , Wohnungsverhäll bekommen hier Norderney, die mch Menschen g sondern lediglich dnb gehen, uns bescheideneren E Antwort wohl r forderndes Bene ( unangenehmen (3 Hier und dort. * Berlin, 13. Juli. Die antisemitische Presse giebt die Mitteilung über das von uns veröffentlichle Preisausschreiben des D.-J. G.-B. wie folgt wieder: „Neue jüdische Moral- Da sich die bisher im Gebrauche stehenden Lehrbücher für den Moral-Unterricht jüdischer Kinder als „unpraktisch" erwiesen

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