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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-07-10 · 28 (10.7.1896) · p. Seite 483

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
28 (10.7.1896)
Date
1896-07-10
Page
Seite 483 (sequence 15)
Language
German
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Nr, 28. Nr. 28. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 483. ' dem k.eau§ seinem ihn, ««b J:'v" "«»*-. ™bttk, iNcmftcanblidiei 1 ' ba§ m Jemsalem m hlchgen Zentral-Komitc ' a. M.) bereits circa auch der Betrag im Vermme gering erscheint, so be- -ympathieen sich das Unter- ' so daß Aussicht auf volle Tedankens vorhanden ist, >ie sehr die jüdische Mildcheutet wird, zeigt folgender irnung veröffentliche. Kam bat in tiefster Trauer um lestorben und er habe nicht zu können. Ich hatte Mitun erfahre ich, daß er bei iselbe Mannöver mit Erfolg Pensionierung des das Amt eines Provinziale Lthodoren, die seit einiger t geschlossener Phalanx auf ung eines Provinzialrabweier Rabbiner für beide e Agitaton im großen ein- 36 Vertreter oberhessischer zu Frankfurt a. M. zu der immig wurde beschlossen: nvar einen streng religiösen Jahr ein Mal, letztere Gemeinde aber oft alle Semester ihre Vakanz ansschreiben. Es würde dem Judentnnr nur nützen, wenn solche Gemeinden überhaupt nicht existierten. g. Mühlhausen, (Elsaß) 6. Juli. Bei den jüngst stattgehabten Munizipalwahlen in Elsaß-Lothringen, wurde in Mühlhausen Herr Lazar Lantz, Präsident des israelitischen Konsistoriums, im ersten Wahlgange gewählt. Derselbe vereinigte mit Arrsnahme der sozialistischen, sämtliche übrigen Stimmen auf sich. Herr H. Wallach, gleichfalls Mitglied des Konsistorirlms, steht zur Stichwahl. X Wien, 6. Juli. Der Rabbiner der israel. Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main, Herr I>. Salomon Breuer, hat die Wahl znm Rabbiner in der hiesigen „Schiffschnl" angenommen. Der Nachfolger des sel. Rabbiner Spitzer tritt seinen Posten noch vor den hohen Feiertagen an. — Der Vorstand desselben Tempelvereines ernannte Herrn Rabbiner Josef Baumgarten, der bisher in dem Beth- Hamidrasch, Große Schiffgasse, Talmudvorträge hielt, zu seinem Dajan. d. Wie«, 0. Juli. Das hier erscheinende Organ zur Abwehr des Antisemitisnms „Freies Blatt" hat in der dieswöchentlichen stummer mitgeteilt, daß es nach einem vierjährigen Bestehen zu erscheinen anshöre. Der ungenannt gebliebene Eigentümer dieser Zeitschrift, eine hervorragende christliche Wiener Persönlichkeit, welcher dem für Freiheit und Rechtsgleichheit kämpfenden publizistischen Unternehmen nahezu l 00 000 st. znm Opfer brachte, hat angesichts der antisemitischen Erfolge und den fortgesetzten Niederlagen der freiheitlichen Parteien jedes weitere Kämpfen für die gute und edle Sache für aussichtslos gehalten, umsomehr, als er in den Kreisen seiner eigenen Gesinnungsgenossen eine gewisse Apathie und Zerfahrenheit zu bemerken glaubte, die zu seinem opfermutigen Kampfeseifer im grellen Gegensätze stand. Jetzt teilt der bisherige Mitarbeiter und Leiter der Administration des „Freien Blattes", Herr Adalbert Haffner, mit, daß er vom 15. August das Blatt ans eigene Rechnung und Gefahr wieder erscheinen lassen wolle. Ob mit besserem Erfolge, als sein Vorgänger? Wir hoffen das Beste, fürchten aber das Schlimmste. O Prag, 5. Juli. Der k. k. Landesschulrat hat den Beschluß gefaßt, einen einheitlichen Normallehrplan für den israelitischen Religionsimterricht an Mittel-, Volks- und Bürgerschulen allen israelitischen Kultusgemeinden Böhmens anzuempfehlen. Der Lehrplan soll dem Kultusministerium unterbreitet werden, damit er event. in ganz Oesterreich eingeführt werde. Brünn, 5. Juli. Der hier lebende bekannte Dichter und Schriftsteller Dr. Heinrich Landesmann („Hieronymus Lorm") wird am 9. August seinen 75. Geburtstag und fein 50jähriges Schriststellerjubiläum feiern. Dr. L. — bekanntlich ein Schwager Berthold Auerbachs — zeigt eine bewundernswerte geistige Frische, mit der sein körperliches Befinden freilich nicht gleichen Schritt hält; denn L. ist seit Jahren fast völlig erblindet. X S.-A. Ujhely, 3. Juli. Das im Norden des Zempliner Komitats von der Homanaer Eisenbahnstation ungefähr eine Tagereise entfernte Städtchen Sztropkö beherbergt jetzt einen sonderbaren Gast. Es ist dies der berühmteste Wunderrabbi Galiziens, der nach Sijava zuständige Rabbiner Ezechiel Halberstamm. Eine ans zahlreichen Mitgliedern der israelitischen Gemeinde bestehende Deputation fuhr dem „Heiligen" bis Girält entgegen. Von hier wurde er in überaus solenner Weise nach Sztropkö gebracht. Beim Einzüge in die Stadt ritten stattliche junge Chassidim voran, welche die Tracht der ungarischen Csiküse und meterhohe papierne Mützen trugen. Zum Wunderrabbi pilgern nicht nur die fanatischen Glaubensgenossen der Nachbar- und der entlegensten Komitate des Landes, sondern auch die Anhänger der Wunderrabbinen der Nachbarländer, so daß täglich 1500 bis 2000 Wallfahr er eintreffen. Scharenweise wimmelt das Volk in den Gassen; das Gedränge ist oft so groß, daß der Wagenverkehr unterbrochen ist. Die Wirts- und Gasthäuser, sowie auch die ziemlich zahlreichen armen Israeliten des Ortes sind dabei ans ihren Vorteil bedacht, so daß die Anwesenheit des Gastes ihnen auch ziemlich viel einbringt. Aber auch der Wunderrabbi verschmäht die Heiligmilden Gaben nicht .... Es ist jedoch nur den Wenigsten vergönnt, seines Segens teilhaftig zu werden, und glücklich ist derjenige, dem es gelingt, wenigstens den Saum des Kleides des Wunderthäters zu küssen. Welch guten Rufes „der König der galizischen Wunderrabbiner" sich erfreut, beweist auch der Umstand, daß er täglich 50 bis 60 Telegramme und Hunderte Briefe erhält, in welchen die Absender flehentlich um seinen Segen bitten. £ Pest, 5. Juli. Nach der neuesten Volkszählung leben hier 150 000 Juden, darunter 298 Aerzte, 230 Advokaten, 52 Professoren, 20 Architekten, 45 Ingenieure, 44 Journalisten, 5 Bildhauer, 6 Opernsänger und 5 Komponisten. Auch unter den Politikern sind viele Juden von Bedeutung; im Oberhause haben zwei, in der Deputirtenkammer 9 Sitze inne, wozu noch 2 Staatsräte kommen. — Das Budget der hiesigen Kultnsgemeinde beträgt fl. 354 743,44, das der ChewraKadischa fl. 181 556,60. — In der historischen Abteilung der Millenniums-Ausstellung befindet sich eine Thora-Rolle) die gelegentlich der Eröffnung der Ausstellung die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt hat. Die Thorarolle, 25 Centimeter hoch, umschlossen von Holz, dem Libanon entnommen, zusammengesügt aus Blätter vom reinsten Pergament und eine tadellose Schrift, deren Schwärze siegreich den Jahrhunderten — sie soll 400 Jahre alt sein — widerstanden, ist überdies mit Silberzierraten in unverfälschtem korinthischen Stile geschmückt, eine Sehenswürdigkeit nicht nur von religiöser, sondern von eminent historischer Bedeutung, deren Wert ans fl. 2000 veranschlagt wird. Einige Private erstanden die Thorarolle nnd machten sie der Gemeinde zum Geschenk, die sie als kostbares Angebinde dem großen Tempel übergeben wird. O Paris, 5. Juli. Unsere Antisemiten haben von ihren deutschen Bundesbrüdern ge lernt. In Reims fordern sie durch Maueranschlag auf „zur Ehre und zum Heile Frankreichs" nichts von Juden zu kaufen. Eine ähnliche Aufforderung haben sie in einer zu Donai erscheinenden Zeitung erlassen. Ein dortiger jüdischer Geschäftsinhaber hat nunmehr die betreffende Zeitung ans Schadenersatz im Betrage von 10 000 Mk.

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