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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-07-10 · 28 (10.7.1896) · p. Seite 482

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
28 (10.7.1896)
Date
1896-07-10
Page
Seite 482 (sequence 14)
Language
German
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Seite 482. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Nr. 28. Strafe von 30 Mk. belegt, im Falle er einen Juden aufnimmt. * Berlin, 7. Juli. Rechtsstehende politische Blätter bringen folgende Notiz: „Da sich die bisher im Gebrauche stehenden Lehrbücher für den Moral-Unterricht jüdischer Kinder als unpraktisch erwiesen haben, erläßt der Deutsch- Israelitische Gemeindebund ein Preis - Ausschreiben für eine, dem Verständnisse zwölfjähriger Schulkinder angepaßte Bearbeitung der „Grundsätze der jüdischen Sittenlehre". — Wir sind gespannt, was die antisemitische Presse aus dieser Notiz machen wird. * Berlin, 7. Juli. Ziemlich erhebliche Verschiebungen im Zifferverhältnis der Konfessionen gehen im Westen Deutschlands vor sich. In der Rheinprovinz ist eine Abnahme der Katholiken gegenüber der Zunahme der protestantischen und jüdischen Bevölkerung festgestellt. So z. B. betrug in der Erzdiözese Köln die Vermehrung der Katholiken von 1872 bis 1895 nur 42 pCt. (in absoluten Zahlen 651 166), die der Protestanten dagegen 84 pCt. (413 826); die Zahl der Juden ist gestiegen von 18 643 aus 30 812. Umgekehrt verschieben sich im Ruhr-Revier die Ziffern stark zu Gunsten der Katholiken. * Berlin, 7. Juli. Die „Gesellschaft zur Beförderung des Christentums unter den Juden" hielt jüngst ihre General- Versammlung ab, bei welcher Gelegenheit mitgeteilt wurde, daß die Gesellschaft 4 Missionare unterhalte, 2 in Berlin und je einen in Breslau und Czernowitz. Mit Hilfe der Missionare sind in Berlin 5 Männer (2 Juristen, 2 Kaufleute und 1 Techniker) und 6 Frauen (3 aus dem Kausmannsstande, 3 Näherinnen und 1 Lehrerin) getauft worden. Die beiden andern Missionare waren weniger glücklich; der Bekehrer in Czernowitz hat ein Mädchen so weit, daß sie sich taufen lassen will, seinem Kollegen in Breslau ist keine Seele auf den Leim gegangen. t. Memel, 6. Juli. Eine furchtbare Fenersbrunst hat das russische Grenzstädtchen Chweidani betroffen. Der etwa 1200, meist jüdische Einwohner zählende und beinahe ausschließlich aus Holzbauten bestehende Ort ist fast vollständig eingeäschert. Von den obdachlosen Bewohnern, weilen mehrere hier in Memel, um die Hilfe unserer Glaubensgenossen anzurufen. 14. Frankfurt a. O., 2. Juli. Am Sonnabend hielt der Rabbiner und Prediger der hiesigen Synagogen-Gemeinde Herr Dr. Blumenthal, der am 1. Juli von hier schied, in der dicht gefüllten Synagoge seine Abschiedspredigt. Als Text legte der Prediger Jeremia Kap. 9 V. 22 und 23 zu Grunde. Die hohe Auffassung, die er von der Würde und Heiligkeit seines Berufs habe, wahre ihn vor selbstzufriedenem Dünkel, aber dessen wolle und dürfe er sich rühmen, daß er sich ernstlich bemüht habe, das gerechte und liebevolle Walten der Vorsehung, den Bestand und die Wirksamkeit einer heiligen Weltordnung, das Ideal der Selbstläuterung und Selbstveredlung klar zu erfassen und eindringlich zu verkünden. Zum Schluß dankte der Prediger für alle Liebe und Freundlichkeit, die er in der Gemeinde gefunden, und legte ihr die Erhaltung und Fortbildung dessen, was er dank ihrer Unterstützung habe schaffen und anregen können, ans Herz, wünschte ihr eine Nr. 28. friedliche und gedeihliche Entwicklung und allen ihren Mitgliedern Glück und Wohlergehen. Er scheide aus seinem ihm lieb gewordenen Wirkungskreise, dem Ruse in einen größeren und hoffnungsreicheren folgend, und bitte, ihm ein freundliches Andenken zu bewahren. Am Montag Abend fand zu Ehren des Scheidenden ein Bankett im Saale des Gesellschastshauses statt. Frankfurt a. M., 26. Juli. Für das in Jerusalem zu errichtende Hospital sind bei dem hiesigen Zentral-Komit« (Adresse: Israel Roos, Frankfurt a. M.) bereits circa 70 000 Mk. eingegangen. Wenn auch der Betrag im Vergleich zu der erforderlichen Summe gering erscheint, so beweist er doch, welch' großer Sympathieen sich das Unternehmen in weiten Kreisen erfreut, so daß Aussicht auf volle Verwirklichung des hochherzigen Gedankens vorhanden ist. Duisburg, 6. Juli. Wie sehr die jüdische Mildthätigkeit von Schwindlern ausgebeutet wird, zeigt folgender Vorfall, den ich hiermit zur Warnung veröffentliche. Kam da jüngst ein Soldat zu mir und bat in tiefster Trauer um 5 Mk. Reisegeld, sein Vater sei gestorben und er habe nicht die Mittel, in die Heimat fahren zu können. Ich hatte Mitleid und gab ihm — 6 Mk. Nun erfahre ich, daß er bei Kollegen in der Nachbarschaft dasselbe Mannöver mit Erfolg ausführte. Kommentar überflüssig. X Aus Hessen, 5. Juli. Infolge Pensionierung des Herrn Dr. Levi in Gießen soll das Amt eines Provinzialrabbiners neu besetzt werden. Unsere Othodoxen, die seit einiger Zeit organisiert sind, treten nun in geschlossener Phalanx auf und fordern entweder die Anstellung eines Provinzialrabbiners ihrer Richtung, oder aber zweier Rabbiner für beide Richtungen. Ein Flugblatt hat die Agitaton im großen eingeleitet, und am 29. Juni haben 36 Vertreter oberhessischer Gemeinden in einer Versammlung zu Frankfurt a. M. zu der Frage Stellung genommen. Einstimmig wurde beschlossen: „Wir wollen einen Rabbiner, iutt> zwar eilten streng religiösen und keinen liberalen." s. Aus Hessen, 6. Juli. Die vor. Nr. d. Bl. bringt eine Kontreverse zwischen dem Vorstand der jüdischen Gemeinde in Oberramstadt (Hessen) und ihrem früheren Lehrer. Auch Ihr Korrespondent hat wenig Neigung sich mit derartigen Dingen zu beschäftigen, doch muß er bestätigen, daß in diesem Falle die Ausschreibung der Vakanz mit der Motivierung, daß der Lehrer sich der Prüfung nicht unterwerfen wollte, ganz ungehörig gewesen ist. Der Vorstand in Oberramstadt gab dem Lehrer bei seinem Abgänge folgendes Zeugnis: „— — — wir waren mit Herrn S. äußerst zufrieden, da derselbe eine vorzügliche, musikalisch gebildete Tenorstimme besitzt u. s. w. Er ist ein tüchtiger, religiöser Schochet und hat seine Pflichten stets gewissenhaft und pünktlich ausgeübt u. s. w." Entweder also der Beamte ist unbrauchbar, so mußte das Zeugnis etwas anders lauten, oder er ist nach seinem Abgänge als tüchtig anerkannt worden, so desavouiert man ihn und sich nach seinem Abgänge nicht öffentlich. Verständlich wird das Vergehen des biedern hessischen Parneß nur in dem Falle, daß er ansängt, sich zu genieren. Fleißige Zeitnngsleser werden wohl schon gemerkt haben, daß Oberramstadt wie auch zum Beispiel Schweich mindestens alle 15 »n »»(•(* ®«mb g. . gehabten Munizipaln Mühlhausen Herr L< k - Konsistoriums, im er [l einigte mit Wumfm Stimmen auf ftd). des Konsistoriums, st X 6. ,ji geieäi^nft in Frau Breuer, har die .Schiffschul" äugen biner Sptzer tritt s ragen an. - 7er B Herrn Rabbiner.)t seinem Tajan. b. Wien, *>.? Abwehr des Antisei wöchentlichen Rnmi jährigen Bestehen j bliebene Eigentum christliche Wiener '1 Rechtsgleichheit teil zu 100 OiHi fl. zm semitischen Erfolge heitlicheu Parteiei edle Sache für au Kreisen seiner eigei und Zerfahrenheit mutigen Kampfes teilt der bisherige des „Freien Blatt vom 15. August d wieder erscheinen l sein Borgänger t Schlimmste. 0 Prag, 5. er israelitischen Rel Bürgerschulen all, anzuempsehlen. unterbreitet werd Sesiihlt werde. ** Brunn, 5 lern“) wird an Mhriges Schn lich ein Schwae wnndewLn'»-'- Mren \m % S.ck. U Im« Kmiir

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