Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 28 (10.7.1896)
- Date
- 1896-07-10
- Page
- Seite 481 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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9h. 28. Nr. 28. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 481. >' «ä jener »«» j,a * "» P--- Stiefel L -V ««s siebe» Iah», 1'6&cit§ sichet» ‘'frbu dem lustigen HochM ^eluuub Pauken «, bir o<* :r ®ötli9 Israels, jetzt, in dem fprccfit!, hat eben ein gieriger -den Gebeinen jenes Bräutigams! nach der Hochzeit; das wußte sahst, der, auf einem künftiges Schicksal pros gelächen? Ter Narr »ist enthüllen, indem er, was lerkündete und wußte doch nicht r saß, unter dem ein königlicher gesprochen hatte, erhob sich d ernsten Angesichts befahl er n und Weisen als auch der ich zu entfernen. Es geschah, radai zu und sprach: „Schon womit ich meine Umgebung vorden sein, daß es nun ein Ueberirdischen erlangen. Aber ich rate dir davon ab, König Israels! Tenn nicht von Nutzen wird dir dein unbegrenztes Wissen sein, du wirst in ein Labyrinth von Jrrtümern und Zweifeln geraten, dem du dich darrn trotz aller Kraftanstrengung nicht entwindest. Und welche nachteiligerr Folgen kann solch ein Unternehmen nicht aus dein irdisches Wohl haben; darum laß ab!" „Nein und nimmermehr!" so rief Salomo begeistert aus, „nie ging mein Streben nach Reichtum und Schätzen. Weisheit nur und Einsicht wollte ich von Gott erstehen, darum mache mich nur bekannt mit jenen Vorzügen und der hohen Macht und Gewalt, die du vor mir voraus hast." „Wenn du nicht den klugen Rat beachten willst, so werde ich wohl deinen Wunsch gewähren müssen. Wohlan denn! Nimm mir das goldene Kettlein ab, auf dessen jedem Glieds der Gottesname eingegraben ist, übergieb mir statt dessen die Kette, welche du um deinen Hals trägst und deinen Siegelring, den du vor dir liegen hast, und ich will dir zeigen, was ich g mehr vermag als du." Salomo that so, wie Aschmadai angeordnet hatte. Kaum jedoch war der Siegelring in die Hand Aschmadais geglitten und das goldene Kettlein ihm abgenommen, als drei furchtbare Donnerschläge den Saal erzittern machten und die prachtvolle Zimmerdecke, welche von allerlei äußerst kostbaren Zierraten strotzte, bersten machte. Aschmadai war während dieses kurzen Momentes zu einem gewaltigen Riesen herangewachsen, dessen einer schwarze Fittich den Himmel zu berühren schien, während die Spitze des anderen am Boden haftete. Seine Augen sprühten gleichsam Feuer und Flamme, die Nasenlöcher hatten sich zu thorgroßen Nüstern ausgedehnt und hauchten ganze Wolken von schwarzen Dämpfen hervor, und die Arme schienen alle Teile des Weltalls umfassen zu wollen. Unsagbares Entsetzen erfüllte das Herz Salomos bei u. v» w... _ diesem grausigen Anblicke und machte seine Glieder erbeben, öre ich dich, g Eben wollte er durch einen Schreckenslaut seiner so sehr be- - — klemmten Brust wieder Luft mache», wozu ihm jedoch die schöpfe aus g Zunge den Dienst versagen zu wollen schien, als er sich plötzlich mit kräftiger Hand an den Nacken gefaßt und in die Höhe ge- — , _ schleudert fühlte. Doch bald wußte er nicht mehr, was mit werden, I ihm geschah, denn die Sinne vergingen ihm. und die g Während dies in dem herrlichen Prunksaale vorfiel, harrte md nun I die gelehrte Versammlung im Vorgemache lange vergebens auf euch an » die Weisung des Königs, abermals vor ihm erscheinen zu t, da Ä g dürfen. Endlich aber wurde ihr angedeutet, der erhabene ,armes g Salomo sei bereit, sich wieder mit ihr zu besprechen. Die Gelehrten und Weisen betraten den Saal, da sahen sie nun araus g wohl den König Salomo ans dem Throne sitzen, doch Aschmadai, der Fürst der Schedim, war verschwunden. Sie fragten nach ihm, doch ein höhnisches Lächeln nrrr galt statt der Antwort. Sie knüpften wieder den Faden des vorigen gelehrten Gespräches an, doch welch' ein ganz anderer Geist durchwehte jetzt die Antworten des weisen Königs, die milde, menschenfreundliche Gesinnung desselben schien während dieses kurzen Momentes in die wütendste Tyrannei ausgeartet zu sein, statt daß früher nur Worte des Segens und Heils die Lippen des milden Herrschers betreten hatten, vernahm man jetzt nur rohes Schelten und Blasphemien von ihm. Seine Rede, die sonst sanft wie Honig und Milch dem Munde entquoll, tönte nun wie das Rauschen der wild empörten Meereswogen, wenn sie vom Sturme gepeitscht werden. „Woher diese so sonderbare Veränderung, mächtiger Gebieter?" so wagten wohl einige der Weisen den König zu fragen, doch abermals mußte man ein sardonisches Lächeln statt der Antwort gelten lassen. (Schluß folgt.) Die (uigntlmi des lveilies. (Sprüche des Rabbi Eliahu.) Des Weibes Tugenden sind drei. Die machen froh, die inachen frei. Die erste ist: Ein treues Herz, Das sich bewährt in Freud und Schmerz. Die zweite ist: Ein edler Sinn, Der ist des Hauses Hochgewinn. Geschäftig übet sie ihn aus. Indes der Mann versorgt das Haus. Der größte Schmuck ist: Freundlichkeit, Sie sei des Weibes Alltagskleid. Mit sanftem Blick und gutem Wort Macht heimisch sie uns jeden Ort. Ein Weib, das diese Tugend hat. Das zieht der Mann wohl gern zu Rat; Und wenn ihn auch ein Kummer drückt, Er fühlt sich doch mit ihr beglückt. Sie scheucht die Sorge von der Stirn, Nimmt sanft die Qual ihm vom Gehirn; Ein Lächeln nur von ihrem Mund Macht seines Glückes Füll' ihm kund. Und sieht sie, wie sie Glück gewährt. Ist ihr das höchste Glück bescheert: — Ist froh der Mann, freut sich das Weib, Denn Mann und Weib sind wie ein Leib. Wien. Eduard Kulke. Hier und dort. * Berlin, 5. Juli. Aufsehen verursachte vorgestern in der Friedrich-Straße, nahe dem Weidendamm, eine Schlägerei, welche zwischen zwei hiesigen Studenten stattfand. Die Szene entstand dadurch, daß der eine der beiden dem ihm begegnenden zweiten Studenten ohne iveiteres die Worte: „Pfui Jude!" entgegengerufen hatte, eine Aeußerung, die der Beleidigte mit einer Ohrfeige beantwortete. Der nunmehr folgenden Schlägerei wurde durch hinzukommende Schutzlente ein Ende gemacht und die Studenten wurden nach der Polizeiwache gebracht. * Berlin, 6. Juli. Wir setzen die Liste der Bade- und Luftkurorte, in denen Inden vor antisemitischer Anrempelung nicht sicher sind, fort. Die „Deutsche Ztg." vom 26. Juni empfiehlt das „Hoshaus" in Schliersee als „judenrein". Die „Tgl. Rundsch." berichtet, daß der Verschönerungsverein zu Ruhpoldüig in Oberbayern jeden Zimmervermieter mit einer