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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-07-10 · 28 (10.7.1896) · p. Seite 480

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
28 (10.7.1896)
Date
1896-07-10
Page
Seite 480 (sequence 12)
Language
German
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Seite 480. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Nr. 28. einen großen Stein auf die Oeffnung des Nestes zu wälzen, und nachdem dies geschehen war, verbarg er sich mit seinem Gefolge in einer Höhlung des Felsens, die in der Nähe des Nestes sich befand, um zu beobachten, was geschehen würde. Und siehe da! Was er erwartet hatte, geschah! Der Auerhahn nämlich ließ nicht lange auf sich warten, er kam beladen mit Futter für seine Jungen, doch da er einen Stein vor die Oeffnung gewälzt fand, bemühte er sich anfangs, ihn wegzurücken; da jedoch all' seine Mühe und Kraftanstrengung vergeblich war, holte er den Schamir aus seinem engen Gewahrsam herbei und legte ihn auf beit Stein, damit er zerteilt würde; doch in diesem Augenblicke sprang Benajahu mit seinem Gefolge hervor und verursachte ein so großes und fürchterliches Geräusch, daß dadurch der Auerhahn verscheucht und somit den klugen Männern Israels der Schamir zur Beute wurde. Als sie sich nun mit dem glücklichen Fange entfernen wollten, wurden sie noch lange von dem Auerhahne verfolgt, der in großer Wut mit seinen spitzigen Krallen auf sie einhieb; da er jedoch damit nicht den Schamir wieder erringen konnte, so erwürgte er sich, indem er seinen Hals zwischen zwei Steine steckte. Großer Jubel und hohe begeisterte Freude herrschte in Jerusalem, der Großstadt, als der Held Benajahu, Sohn Jehojadas, mit dem Schamir in ihre Mauern einzog. Man veranstaltete Feste und brachte Freudenopfer dar dem Gotte Israels, Jehova zu Ehren, der das Unternehmen des kühnen Jünglings durch das herrliche Gelingen krönte. Nun erst konnte der Bau des Tempels begonnen werden. Er dauerte sieben Jahre; aber das Werk entsprach der langen Zeit seines Entstehens. Laßt uns lieber schweigen, Freunde! Denn welche Zunge vermöchte zu schildern die Pracht und all' den Glanz und die hohe Majestät, die über jeden einzelnen Teil des erhabenen Tempels ergossen war; noch nie seit jener, ach längst entschwundenen Zeit trug die Erde solch' kostbare Last, als der Tempel zu Jerusalem war, keines Menschen Auge wird je solche Herrlichkeit erschauen! Aschmadai, der gewaltige Meister der Schedim, war die ganze Zeit von Salomo gefangen gehalten worden; denn der weise König wollte sich von ihm noch über so manches belehren lassen, fand aber während der sieben Jahre keine Zeit und Gelegenheit, dies zu bewerkstelligen. Endlich, nachdem das Haus Gottes eingeweiht war, ließ er ihn vor sich bringen und sprach zu ihm also: „Mächtiger und gewaltiger Meister der Schedim! Daß ich dich so lange deiner Freiheit beraubte, geschah blos darum, um mich von dir über so manches mir Rätselhafte aufklären zu lassen. Vor allem aber gieb mir die Ursachen deines sonderbaren Benehmens an, das du aus der Straße zeigtest, da man dich gefangen mir zuführte. Sag' an, was bewog dich, jenen Blinden auf den rechten Weg zu leiten, als er in ein Dornengestrüppe geraten war? Denn Barmherzigkeit d>arf ich wohl nicht bei einem bösen Dämon zu finden hoffen!" Und Aschmadai erwiderte: „Jener Blinde ist ein frommer und gerechter Mann; im Himmel hörte ichs ausrufen, daß jeden, der ihm einen Dienst erzeigt, hoher Lohn erwarte." „Und warum leitetest du jenen Trunkenbold auf den rechten Weg, als er eben einer Grube zuschwankte?" „Jener Trunkenbold ist ein Bösewicht und ungerechter Mann, und damit er nun schon auf Erden den Lohn seines wenigen guten Thuns empfange und jenseits ganz der Strafe anheimsalle, ward's im Himmel ausgerusen, daß jeglichen hoher Lohn erwarte, der ihm eine Wohlthat erzeigt." „Und warum lachtest du, als jener Mann dem Schuster zurief: „Heda, Freund! macht mir ein Paar Stiesel auf sieben Jahre!?" „Der Narr! Stiefel verlangt er auf sieben Jahre, und ist doch sieben Tage nicht seines Lebens sicher!" „Und warum weintest du, als du dem lustigen Hochzeitszuge begegnetest, der mit Cymbeln uud Pauken an dir vorüberschritt?" „Warum? — O mächtiger König Israels, jetzt, in dem Augenblicke, da ich mit dir spreche, hat eben ein gieriger Wurm den letzten Fleischrest von den Gebeinen jenes Bräutigams abgenagt. Er starb fünf Tage nach der Hochzeit; das wußte ich und weinte darum!" „Da du jenen Zauberer sahst, der, auf einem großen Steine sitzend, den Leuten ihr künftiges Schicksal prophezeite, warum lachtest du?" „Warum sollte ich nicht lachen? Der Narr wollte gewaltsam den Schleier der Zukunft enthüllen, indem er, was künftig geschehen sollte, vorher verkündete und wußte doch nicht eimnal, daß er auf einem Steine saß, unter dem ein königlicher Schatz vergraben lag!" Nachdem Aschmadai also gesprochen hatte, erhob sich Salomo von seinem Throne, und ernsten Angesichts befahl er sowohl den anwesenden Gelehrten und Weisen als auch der ganzen übrigen Versammlung, sich zu entfernen. Es geschah. Nun schritt der König auf Aschmadai zu und sprach: „Schon aus dieser ängstlichen Sorgfalt, womit ich meine Umgebung verscheuchte, wird es dir klar geworden sein, daß es nun ein hohes und wichtiges Wort gelte. O Aschmadai! Bei dem Gotte, den du verehrst und auch ich anbete, beschwöre ich dich, mir folgende Fragen wahr zu beantworten! Vernimm: Ich Salomo, Davids Sohn, beherrsche und regiere Geschöpfe aus Fleisch, Blut und Knochen geformt; du, o Aschmadai, bist König und Meister von Wesen, an denen nichts Körperliches ist, die weder in Zeit noch in Raum beschränkt werden, und die sowohl die Unterwelt als auch den Himmel uud die Erde zum Wohnsitz sich erwählen können. — Das sind nun inderthat gar hohe Vorzüge, die der Schöpfer euch an einem Schöpfungstage verliehen; aber nun in der Zeit, da ich noch nicht der Verwesung preisgegeben bin, da noch warmes Blut meine Adern durchkreist und kräftiges Mark mein Gebein erfüllt, nun möchte ich wohl wissen, was du vor mir voraus hast? — Ein spöttisches Lächeln seh' ich wohl dein Antlitz umschweben, aber sag' an, konnte nicht durch deine Gefangennahme, die einem meiner Knechte gelang, der Gedanke in mir erregt werden, ob oder in welchem Maße wenigstens den Wesen deines Gleichen mehr Gewalt und Macht zu Gebote stehe, als mir, dem Geschöpfe aus Fleisch und Blut?" Und Aschmadai erwiderte hierauf: „Wohl kommt es dir zu, hoher und mächtiger Fürst, solche Fragen an mich zu richten. Du, deff' kräftiger Geist bereits alle Weisheit der Erde eingesaugt, willst nun auch vollkommene Erkenntnis des fl Ar. 28. ch'chen erlange i Tenn nicht sein, du wir geraten, den windest, llr rnehmen nich und ninn der Gottesname ein Kette, welche du um den du vor dir lieg mehr vermag als d Salomo chat s jedoch war der Sie und das goldene Ke Tonnerschläge den Zimmerdecke, welch strotzte, bersten mal Momentes zu eine einer schwarze Fitt die Spitze des anöe gleichsam Feuer u von schwarzen Ta Teile des Weltall Unsagbares diesem grausigen Eben wollte er d> llemmten Brust i Funge den Tienst mir kräftiger Han schleudert siihlte. chm geschah, denn Wahrend die die gelehrte Bersc die Weisung des diirsen. Endlich Salomo sei bere Gelehrten und i wohl den König mdai, der Fürst nach ihm, doch e wort. Sie lnüv GU~" '

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