Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 28 (10.7.1896)
- Date
- 1896-07-10
- Page
- Seite 479 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 28. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 479. J ttes' un, ein Kind % ** ben Sie sich nicht/ ^gte ^eftrengt,« entgegnetc bcr Vrtt.,9Qn* Wien zu allen usleihen von einem jeden aber nichts geliehen/ sagte jtfinti/ sagte Mannheimec, ir ernst geworden war. sagte der Brautvater, „das Leichtsinn her. Tie Haupti möcht' ich e» ihm geben bas Recht verloren/ wendete sich hierauf Mann- " gab der Bräutigam zur? Was ich dazu sagen ihn', Meine fünfhundert Gulden undert Gulden rnnheimer. eimer, „gar keine Neigung Bräutigam, „Neigung Hab' nr Sie der Neigung Ihres im Sache ein Ende/ sagte der Bräutigam, haben meine fünfhundert ein Mädchen ohn' Geld! chm ohn' Geld? Wissen % wie das Sprichwort nur her zu der ,Chuppelsi, der Herr von Mannheimerleben wird schon machen, daß die Partie nicht wird zurückgehen." „Lieber Herr," sagte Mannheimer, „Sie überschätzen meine Kraft." „Nu, Herr von Mannheimerleben," sagte der Brautvater, „machen Sie sich nicht klein. Die ganze Welt weiß, ein Wort von Ihnen ist mehr wert, als wie tausend Wörter von mir." „Ach so," sagte Mannheimer, „Sie meinen, ich sott für Sie Bürgschaft leisten." „Chodsche (meinetwegen)!" sagte der Brautvater. „Ob sich aber der Bräutigam mit meiner Bürgschaft zufrieden geben wird," sagte Mannheimer mit einem leisen Anflug von Ironie. „Herr von Mannheimerleben," sagte der Bräutigam, „wenn Sie mir gut steh'n, das ist mir so viel, wie wenn ich das Geld schon in der Tasch' haben möcht'. Wenn Sie mir aber nicht glauben, daß ich zu Ihnen ein so großes Vertrauen Hab', können Sie mir ja e Wechsele geben." Mannheimer mußte lächeln über die urnaive Form dieser Pflsfigkeit und hatte den Humor, aus die Sache einzugehen. Der allzeit getreue Tempeldiener in seinem braunen goldbetreßten Rocke mit dem imponierenden Zweispitz ans dem Haupte mußte dafür Sorge tragen, ein Wechselblanquett zur Stelle zu schaffen. Der Primawechsel wurde im Zeremoniensaale ordnungsmäßig ausgestellt, zahlbar nach Sicht, und Mannheimer setzte sein Accept darunter. Mit großer Befriedigung steckte der Bräutigam das Papier in die Tasche, und nachdem dies Geschäft erledigt war, begaben sich die Anwesenden aus dem Zeremoniensaale in den Tempel, woselbst der Trauungsakt vollzogen wurde.-- Es wirkte wie eine Ironie des Geschickes, was sich an derselben Stelle, an demselben Tage einige Stunden später ereignete. Zufällig traf es sich, daß für fünf Uhr Abends eine zweite Trauung angesetzt war. Der Tempel, in welchem kurz vorher nach Neberwindung so großer Schwierigkeiten vor wenigen Hochzeitsgästen eine so armselige Trauung stattgefunden hatte, erstrahlte jetzt in vollstem Lichterglanze. Die ganze Wiener Finanzwelt war im Tempel versammelt und füllte ihn bis auf den letzten Platz. Ein Kranz von schönen, aufs Reichste geputzten Damen, deren Geschmeide an Ohren und Brust dem Publikum in die Angen glitzerte, war anwesend bei der Traunngsfeier; es galt die Verbindung zweier in der Finanzwelt hervorragender Familien, der Häuser Tedesco und Worms. Nachdem die feierliche Zeremonie vorüber war und sich alles herbeidrängte, dem Brautpaar zu gratulieren, benützte Mannheimer die giinflige Gelegenheit, in dieser von Gold und Freude strotzenden Versammlung zu Gunsten der armseligen Brautleute, die er wenige Stunden vorher an derselben Stelle miteinander verbunden hatte, seine Stimme zu erheben. In der ihm eigenen herzgewinnenden Weise erzählte er mit schlichten Worten die Geschichte der vorangegangenen Trauung, und seine Schilderung des Elends, das ihm dabei zu Tage getreten, öffnete weit die Schlensen jüdischer Wohlthätigkeit. Rasch öffneten sich alle Brieftaschen und in weniger als zehn Minuten war eine Summe beisammen, die das Dreifache der Mitgift, für deren Zahlung der Prediger sich verbürgt hatte, weitaus überstieg. Mehr als achtzehnhundert Gulden hatte die improvisierte Kollekte ergeben. Alles beglückwünschte den Prediger zu dieser schönen und edlen That. Am anderen Tage ließ Mannheimer den Mann mit dem Wechsel zu sich kommen und eröffnete ihm, daß er bereits in der Lage sei, den Wechsel einzulösen. Er begann das Geld aus den Tisch zu zählen, und als fünfhundert Gulden aufgezählt waren und der junge Ehemann das Geld einstreichen wollte, sagte Mannheimer: „Warten Sie, wir sind noch nicht fertig", und zählte weiter. Der Inhaber des Wechsels traute seinen Augen kaum, als die Aufzählung des Geldes gar kein Ende nehmen zu wollen schien. Schließlich hatte die Sache doch ein Ende, und wohlgezählte 1830 fl. lagen ans dem Tische. „Sie bekommen da," sagte Mannheimer, „eine Mitgift, die weit größer ist, als Sie sie erwarten dursten. Sie müssen also gestehen. Sie haben eine gute Partie gemacht." „Eine sehr gute Partie, Herr von Mannheimerleben," sagte der Mann, während er das Geld einstrich. „Soll ich leben und gesund sein, mein Schwäh'r ist ein großer Chochem. Er hat noch eine Tochter, und efscher *) verspricht er bei der zweiten Tochter noch eine größere Nedan. Aschmadm. (Aus dem jüdischen Legendenschatz.) Von Joachim Rosenauer. (Fortsetzung.) Des Jünglings feurige Seele ward freudig aufgeregt durch diesen Zuruf des Königs; denn welch' schöne Gelegenheit war das nicht wieder, um Ruhm auf Ruhm zu häufen? — Er trat hervor, beugte sein Knie vor dem König, und nachdem er sich einige der edelsten Männer in der Versammlung zum Gefolge auserlesen hatte, verließ er den herrlichen Prunksaal, um sogleich die weite Reise anzutreten. Viel Drangsal, Not und Elend mußte er erdulden auf diesem beschwerlichen Zuge durch ein dürres, ausgetrocknetes Land, wo weder ein Kraut zur Nahrung wächst, noch Wasser zur Labung und Kühlung fließt, und auch keine schattenreichen Bäume dem sandigen Boden entsprossen, um vor dem Stiche der Sonnenstrahlen zu bewahren. — Nach langer Zeit endlich ersah er mit großer Freude den düsteren Felsen, wo der Auerhahn Hausen sollte. Sogleich befahl er seinem Gefolge, die Gegend zu durchspähen nach der Spur des wilden Hahnes. Lange konnte man ihn nicht auswittern, es schien, als hätte er sich in das innerste Eingeweide des Felsens zurückgezogen; endlich aber vernahm man eines Tages ein heiseres Gekrätze, und das leitete bald auf seine Spur. Und als nun der Auerhahn die Menschen sich ihm näher:: sah, schlug er wütend ::::: sich mit den federarmen Flügeln, gleichsam .als ahnte er den Zweck ihres Kommens; doch da man den Schamir nicht bei ihm ersah, so wurde der Felsen noch ferner durchspäht. Bald jedoch meldete einer aus dem Gefolge dem Benajahu, man hätte das Nest des Auerhahns, wo er seine junge Brut im Schatten einer Palme verwahre, aufgefunden. Sogleich durchblitzte ein Gedanke des klugen Jünglings Gehirn, er befahl, *) Vielleicht.