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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-07-10 · 28 (10.7.1896) · p. Seite 471

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
28 (10.7.1896)
Date
1896-07-10
Page
Seite 471 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 28. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 471. vollem Ausdruck gelange che oder vermeintliche sozia beruse^ gar so laut betör ■Ht die Kultusbeamten, bi ommen, so üble Beurteilun alb ungerecht. Man brauch 1 als mustergiltig anzusehe, >seits der Grenze augestellt - asm Kultusbcamtenschch bei He setzt und aus lauge hinam r um Schächter auszubilden, chalt". Hier wäre der @ce, aushelsend einzugreisen. : die Büttel gewährte, einem Verweisung geben zu lassen, h vorhanden, und sie ist ans dem von dem Antrag Levy iantorenschulen müssen sein, r aus dem Ssten angewiesen, sind ganz gewiß aus dein rtmäßigen Gesang allein in ,an. Doch der Gemeindetag : lehnte, wie erwähnt, den chl, im Gemeindetage einen n, der nicht vom Ausschuß rag zur Annahme zu bringen, t ist. Der Grund ist einfach über die große er Ausschnß ganz allein tnfc detaq eine bloße Tekoralwn %+m d^ * etwa alle von den be- - direkt von ihnen beauftragt, 'von ihm erbetener Blanko -lseite der Einladung deß ' Beschickung des Gemeindeg recht, sodaß alle Bemühungen außerhalb dieses Ringes stehender Gemeindevertreter von vornherein aussichtslos sind. Dieses Verfahren ist zwar formal nicht direkt unzulässig, aber es streift doch schon an Unfug, besonders wenn der auf solche Weise mit Stimmenmehrheit ausgestattete Ausschuß, als Gemeindetag verkleidet, sich selbst Decharge erteilt. Wir ivissen recht gut, daß hier alles in den besten Händen ist, aber manche Aeußerlichkeiten sollten unter allen Umständen berücksichtigt werden. Es wäre besser, dem Ausschuß alle unverantwortliche Gewalt zu übertragen, als den komödiantischen Schein einer Kontrolle aufrecht zu erhalten. den Anträgen, die der Gunst des Ausschusses sich nicht erfreuten, gehörte der des Herrn Rabbiner Dr. Rosenberg «Thoru), es möchte der Gemeindetag in der Regel alljährlich, jedenfalls in kürzeren als vierjährigen Zwischenräumen berufen werden. Dagegen fand der Antrag des Ausschusses, daß dieser schon in einer Besetzung von fünf Mitgliedern beschlußfähig sein soll, die von dem Ausschuß selbst gebildete Mehrheit. Die Aenderung ist nicht sehr wesentlich, aber ihre Begründung — es habe sich oft sehr schwierig gezeigt, die nach der seither geltenden Bestimmung erforderliche Zahl von 7 Mitgliedern zusammenzubringen — beweist nicht gerade übergroßen Pflichteifer der Mehrzahl der Ansschußmitglieder. Wenn in der Debatte gesagt wurde, die einzelnen Personen, die in Betracht kämen, seien im öffentlichen Dienst zu sehr in Ansprrlch genommen, um die Aussindung einer Stunde, in der sie gleichzeitig frei feien, leicht zu machen, so spricht das nur für die Notwendigkeit, den Herren eine Last abzunehrnen, die zu tragen sie wohl den Willen, aber nicht die Kraft haben. Der Bericht über die Thätigkeit des Gemeindebundes, d. i. seines Ausschusses in der Zeit von 1892 bis 1896 ist wortreich genug, vergißt auch nicht, die Seufzer zu ermähnen, die von den prästierten Mühen den Beteiligten abgepreßt worden. Tie Mühen mögen in der That groß gewesen sein, aber dann stehen die Leistungen zu ihnen in keinem annehmbaren Verhältnis. Der Etatsbericht, der deni Bunde erstattet und auf dessen Grund Decharge erteilt worden ist, bildet ein "Muster an Undurchsichtigkeit. Ohne die Ergänzung, die in der Mai-Nummer der „Mitteilungen vom Deutsch-Israelitischen Gemeindebund" enthalten ist, wäre der Etat ganz unverständlich. "Aus jenen „Mitteilungen" erfahren wir wenigstens, daß in dem Etatsjahr vom l. April 1895 bis 31. März 1896 ausgegeben worden sind: Für Zwecke des Religionsunterrichts und Unterstützung von Gemeinden.Mk. 8972,45 Für Stipendien an Semiiraristen.„ 600,— Für Unterstützung von Geineindebeamten und Lehrerhilfskassen.„ 1365,50 Für Beiträge zu Lehrerkonferenzen . . „ 2267,80 Für Inspettionskosten.„ 240,50 Für Verbreitung richtiger Kenntnis von dem Wesen und der Geschichte des Judentums . „ 2242,96 Für Förderung des Handwerks und der technischen Gewerbe (Stipendien und Darlehen), für Kranken-, Armen- und Waisenpflege . . . „ 4190,30 Summa Mk. 19879,51 Diese Ausgaben, angesichts eines angesammelten Vermögens von Mk. 265 466,05, eines Zinsertrages von Mk. 9477,15, allgemeiner Einnahmen von Mk. 16554,75 und eines Ertrages ans besonderen Sammlungen von Mk. 7 575,85 bedauerlich gering, erfordern einen Verwaltungsaufwand von Mk. 7 836,19 und ein Schreibwerk, dessen nnverhältnismäßiger Umfang sich aus dem Etatsposten von Mk. 1278,95 für Porto, Jnkassogebühr und kleine Unkosten ergiebt. Allerdings hat der Gemeindebund an Prämienzuschüssen für Lehrer und Kultusbeamte und für Rentenversicherungen von Lehrerinnen Mk. 18155,39 hergegeben, doch diese Beisteuer aus der Friedrich-Wilhelm-Vietoria-Stiftung hat die Versicherungsgesellschaft „Victoria" in derselben Jahresfrist mit Mk. 37 342,44 entgolten. Selbstverständlich hat die Erwerbsgesell - schaft das nicht um der schönen Augen des Gemeindebundes willen gethan, sondern um Gegenleistungen von entsprechendem Wert, und diese Gegenleistungen werden von der freiwilligen und kostenlosen Agentenschaft der jüdischen Kultus- und Gemeindebeamten prästiert, die dafür durch Vermittelung des Gemeindebundes durchschnittlich 30 Mark Versichernngsprämienzuschuß erhalten, während sie dem Gemeindebund mehr als das Doppelte eintragen. In dem Etatsjahr 1895/96 hat der Gemeindebund für seine ideellen Zwecke fast genau den Ueberschuß verwandt, den ihm die von der „Victoria" gezahlte Provision gebracht hat, seine eigenen Einnahmen aber, seine Zinsen und den Ertrag seiner Sammlungen hat er vollständig in Verwaltungskosten und Kapitalansammlung aufgehen lassen. Wir glauben nicht, daß von denen, die am 21. Juni die verlangte Decharge dem Ausschuß erteilten, auch nur zwei von dieser Sachlage genaue Kenntnis hatten. Dem Gemeindetage ist, wie zum Schluß erwähnt sein mag, noch ein Bericht der Gemeindeunterstützungskommission und der Lehrabteilung des D.-J. G.-B-, insbesondere bezüglich des Religionsunterrichts, zugegangen. Wir erfahren daraus, daß jene Kommission in den letzten 6 Jahren zusammerr 42, im Jahresdurchschnitt also 7 Sitzungen gehalten hat. Woher diese Abteilung den Namen „Lehrabteilung" erhalten hat, ob vielleicht deshalb, weil sie zwar nichts zu lehren hat, aber zur Hälfte aus Lehrern besteht, ist im Dunkel geblieben. Das Ergebnis ihrer Arbeiten, die Leitsätze betreffend den Religionsunterricht in Preußen, haben rvir in der vorigen Nummer dieses Blattes beleuchtet. Das Facit unserer Betrachtungen ist: Der deutsch-israelitische Gemeiudebund könnte Bedeutendes leisten, denn das brachliegende Feld, das nach Beackerung schreit, ist groß. In seiner jetzigen Organisation aber entfaltet er nur eine geräuschvoll-unfruchtbare geschäftige Unthätigkeit. _M. A. Klausner. Moritz Lecker'j. Charakterbild von Dr. I. Äülf, Memel. Aller Augen waren vor mehreren Wochen auf die sonst wenig hervortretende Stadt Stolp in Pommern gerichtet, woselbst ein Prozeß, — die Tagesblätter bezeichneten ihn als: „Das Bern- *) Der beifolgende größere Artikel war ursprünglich für eine politische Zeitung bestimmt. Allein aufnehmen wird ihn keine politische Zeitung; die Freisinnigen sagen, was geht uns Becker an,

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