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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-07-03 · 27 (3.7.1896) · p. Seite 465

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
27 (3.7.1896)
Date
1896-07-03
Page
Seite 465 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 27. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 465. m Innern zu nun I h es!" mein Sohn!" \t \ enthat tzeWeht ja n« c motze beine Schutte nehmen durch innen \ verließ hinaus die de eine tzvidene Kette der Name Gottes in r mar, daun nahm n eru Giieads, auch S; al Haman, der dem Salomo n l'ch mit einem kleinen langen und abenteuerlichen endlich an den in einer cg Aschmadais. * schmückten dessen Gipfel, rrschen schien, und den beirin klares, reines Bächlein, :t und Gattung erfüllt war. ah man bald den Brunnen eine hölzerne Scheibe, mit : dem Zutritte der Sonnenweilte der Blick Benajahus nt gräulichen Figuren und alten Petschaft, endlich aber wendend, also: Reise ist nun zwar erreicht, Entschlossener Mut und rohe ip, wo es nicht den Kampf andern den mit dem Könige Aber Gott, der Herr, hat ehen, und mit Hilfe dieser cher als Gold, Perlen und .'s mächtige Wesen, das hier unsere Hilfe und wird uns ewounenes mbunben; bann ba§ fang des tfrnnbe! ■ flammt! mitbe auf h befehle/ uerft eine en, fetzte ,ne Keine ialb alles I ■f "i mittelst einer beinahe unmerklichen Rinne mit dem unterhalb desselben befindlichen Born in Verbindung gesetzt. Nachdem nun der Inhalt der Wcinschläuche in die neu gemachte Grube geschüttet worden war, geschah es ganz natürlich, daß derselbe gar bald die Wasservorratskammer Aschmadais erfüllte, und so war es denn der List des kühnen Jünglings wirklich gelungen, das Wasser abzuleiten, und den berauschenden Saft der Reben an dessen Stelle zu bringen. Jetzt ließ er sorgfältig jede Spur des Gethanen verwischen, und befahl seinem Gefolge sich zu entfernen; er selbst aber setzte sich auf einen der Palmbäume am Gipfel des Berges. Als es nun Abend geworden war, da sah man aus einmal einen feurigen Strahl die Luft durchzucken, und auf schwarzen Fittigen entschwebte ein Wesen von grausigem Ansehen und riesig großer Gestalt dem Himmel und kehrte zur Erde nieder. Aschmadai betrachtete lange das Siegel, als er es jedoch unversehrt fand, löste er es getrost ab, hob die Scheibe hinweg, und war eben im Begriffe zu trinken, als er mit Schrecken gewahr wurde, daß Wein anstatt Wassers in dem Born sich befinde. Da wandte er seinen Blick hinweg, und ries aus: „Ein Spötter ist der Wein, und sinneverwirrend jedes scharfe Getränk; wer sich ihm ergiebt, wird nicht weise- Nein, dein lieblicher Dust, o Wein, und deine dem Gaumen schmeichelnde erfrischende Süße soll mich nicht zu deinem Genüsse verleiten; lieber mag der brennende Durst mich verzehren und meinen Gaumen versengen." So sprach Aschmadai, seine Zunge jedoch lechzte zu sehr nach einer kühlenden Labe, und er dachte bei sich selbst: „Wenn ich von dem verderblichen Getränke nur nippen werde, so wird noch nicht der Rausch meine Sinne umnebeln. Ich will trinken, aber nicht mehr, als dazu gehört, um meine Zunge zu befeuchten, auf daß sie nicht am Gaumen haste." Er trank und es schmeckte ihm süß, zu süß, als daß er nicht noch einmal von dieser würzigen Labe hätte genießen sollen, — nur noch einmal — aber diesem „noch einmal" folgten bald noch mehrere; denn bekanntlich steigt die Lust und Gier mit der vermeintlichen Befriedigung derselben. Aschmadai trank und er trank abermals und berauschte sich und schlief ein. Das nur hatte der lauernde Heldenjüngling erwartet, und nun stieg er von dem Baume herab, schlich leise näher, und warf dem schlummernden Aschmadai die goldene Kette um den Hals, auf deren jedem Gliede der Name Gottes eingegraben war. Als des anderen Morgens der Meister der Schedim früh von seinem Schlummer erwachte, da lastete das anscheinend leichte Kettlein schwer auf seiner Schulter, und er rasselte damit, und rüttelte es mit großer Gewalt und strengte seine ganze Kraft an, es zu zerreißen, doch vergeblich war all' sein Mühen. Da brüllte er laut auf in fürchterlicher Wut, erfüllte mit seinen Wehlauten die ganze Luft und schrie: „Befreiet mich von dieser höllischen Last! O wer befreiet mich?" „Niemand!" so rief ihm jetzt Benajahu zu: „alle Macht scheitert an solch einem Unternehmen, denn siehe, der Name deines Gottes ist auf jedem Gliede dieser Kette eingegraben. Nur der, der den Talisman schmiedete, ist imstande, ihn wieder zu brechen und zu lösen; darum verschwende nicht deine Kraft umsonst, und mache nicht vergeblich schwinden das Mark deiner Gebeine, laß ab von dem thörichten Hader mit deinem Geschicke; siehe, du bist in meine Gewalt gegeben, und ich mache mit dir, wie es gut dünkt in meinen Augen." Nachdeni Aschmadai dies vernommen hatte, da klagte er nicht mehr, er schwieg, verfiel in düsteres Hinbrüten und starrte das verhängnisvolle Kettlein an. Wie den gebändigten Löwen der Wüste führte nun einer aus dem Gefolge Benajahus den gewaltigen Meister der Schedim mit leichter Mühe fort; doch sein verschlossener Grimm äußerte sich noch auf mancherlei Weise. Wie er nämlich auf der Straße einst zu einem großen Palmenbaume kam, da bat er, im kühlenden Schatten desselben ausruhen zu dürfen; doch als man ihm dies gewährte, rieb er sich so gewaltig an dem Stamme des Baumes, daß dieser bald entwurzelt zu seinen Füßen lag. Bald darauf schritt er vorüber an der Hütte einer armen Witwe, und auch hier wollte er ausruhen; aber wie er eben im Begriffe war, seinen Leib an die schwache Rohrwand des Hüttchens anzulehnen, da stürzte die Witwe hervor, bat und flehte, doch ihr Eigentum zu schonen. Aschmadai erbarmte sich ihrer und ließ sich geduldig weiter führen. Und als der sonderbare Zug nun einem schwachen Blinden begegnete, der in ein Dornengestrüppe geraten war, da ergriff Aschmadai die Hand des Blinden und leitete ihn aus den rechten Weg. Bald traf man auch einen Trunkenbold, der eben einer tiefen Grube an der Seite der Heerstraße zuschwankte, und der König der Schedim führte ihn in die Mitte des Weges, aus daß er fernerhin nicht strauchle. Als sie durch eine Stadt kamen, hörten sie einen Mann dem Schuster zurusen: „Heda, Freund! macht mir. doch ein Paar Stiefel auf sieben Jahre!" Aschmadai lachte. Sie trafen einen Hochzeitszug mit Cymbeln und Pauken, und — Aschmadai weinte, was freilich sonderbar abstechen mochte gegen das fröhliche Jubeln der zahlreich versammelten Volksmenge. Sie sahen einen Zauberer, der auf einem großen Steine saß, und vor dem staunenden und ihn mit weit aufgerissenem Munde angaffenden Pöbel zukünftige Begebenheiten und Schicksale prophezeite, und der Meister der Schedim lachte. Als ihn nun Benajahu um die Ursache solch' sonderbaren Treibens neugierig fragte, rief er aus: „Bei deinem Leben schwöre ichs, nur deinem Könige, dem weisen und mächtigen Salomo, will ich das Rätselhafte enthüllen!" Und als der Zug nun in Jerusalem angelangt war, da führte Benajahu alsbald den gefesselten Aschmadai im Triumphe vor den König Salomo, der abermals umgeben von den Gelehrten und Weisen seines Volkes aus seinem Throne saß, und sich eben mit ihnen zu beraten schien. Beim Eintritte des Meisters der Schedim erhob sich die ganze Versammlung entsetzt von den feinen und kostbaren Ruhematten, die auf dem mit glänzenden Marmorplatten belegten Boden ansgebreitet lagen. Doch dieser, wie im Zorne und äußerst entrüstet, ergriff ein langes Rohr, und bezeichnete damit einen Raum von vier Garmidim im Umfang, und aus Salomo, den König, deutend, rief er in Wut: „Betrachtet ihn nur, den König aus Staub und Asche; so erstirbt, ist sein Erbe nicht größer als ein Raum von vier Garmidim; und nun — nun genügt es ihm nicht, bereits alle benachbarten Völker sich unterworfen und tributpflichtig gemacht zu haben, sondern er strebt sogar auch mir, dem

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