Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 27 (3.7.1896)
- Date
- 1896-07-03
- Page
- Seite 463 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/4794838-9609712-9610199--1534-9610210- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
-- Nr. 27 i /?' S° """"Ad Stuben, daß hin von -atan die Rede sei. Geiger ivetsmterpretation. T. m 01cte lpis Tot; Tt rp ijp öuf ®. 154 die Rede von ■Dl Muß man nicht den Gedanken kommen, daß mit ebenso schrankenwie ird? T. 156 sehlt abermals mck NllN W ebendaselbst chrscheinlich weil er in den ssern sand; darum muß statt!ibt da, so sragen wir, das Vorwort S. IV), „nicht in? Warum der schöne Satz ichen mußte, ist schwer zu lsdruck ,te:7 DWi w tatt dessen Ader aus i Geschmack schon geändert den; er betet, daß der neue pnc und jiy rrrtc. Znade gesunden hat, warum b cwtr nwni bsnuri anpe Wahrlich, der Vers, dürfte cht flüchtig und oberflächlich >der auch nur halbwegs koniber die Thora die Worte an an dem Ausrufe (S.M) ichts Bedenkliches und nichts irm soll das ganze Hallelshanukkah gebetet werden? e wegbleiben, weil im Halle! er Durchsicht des hebräischen wir könnten auch aus Nr, 27. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 468. bet, S, 2 J in welchen e wir oben ht er selbst i... crr igen, wenn wenigstens nyüTi lischen J Leser | R. Zur Geslhichte des Junagogengesanges in Dkutschland. Ueber dieses Thema sprach der rühmlichst bekannte erste Kantor der Synagogengemeinde Königsberg i. Pr., Herr Ed. Birnbaum, in der diesjährigen Konferenz des freien Vereins jüdischer LehrZr Ostpreußens. Während wir den Konferenzbericht in unserer pädagogischen Beilage veröffentlichen, halten wir das Referat des Herrn Birnbaum für interessant genug, um es an dieser Stelle im Auszuge zum Abdruck zu bringen. Jedem Kantor, so begann der Redner, habe sich wohl schon die Frage ansgedrängt, welchem Zeitalter und welchem Lande diese oder jene Synagogen-Melodie entstamme, ohne daß er sich immer eine genügende Antwort daraus zu geben vermochte; denn die Quellen hierüber fließen gar spärlich. Und doch sei es notwendig, daß sich der Vorbeter neben einer ausgiebigen Kenntnis der hebräischen Gebettexte auch einiges über Ursprung und Geschichte der von ihm zum Vortrag gebrachten Gesäug.e aneigue. Die folgenden Ausführungen sollen zu solchem Studium Anregung geben. Redner sprach über den Synagogengesaug, wie er heute in allen Gemeinden Deutschlands traditionell erklingt, als auch über den Entwickelungsgang desselben bis zur freien Komposition, wie wir ihn vorzüglich in den Großgemeinden zu beobachten Gelegenheit haben. Man unterscheide in Deutschland zwei Riten: den deutschen und den polnischen, beide seien jedoch aus einen Ursprung zurückzusühren und haben eine Anzahl Melodien gemeinsam; darum fasse sie Redner auch hier in der Besprechung zusammen. Mau nehme allgemein an, daß sich die ersten jüdischen Gemeinden in Deutschland aus französischen Kolonisten gebildet haben, die sich zu einer historisch nicht festzustellenden Zeit am Rheine niedergelassen. Die Geschichte des Synagogengesanges beginne aber eigentümlicheriveise mit der Einwanderung eines hochangesehenen Rabbinen aus Italien, mit R. Moses hasaken aus Lucca, über den sich ein wahres Labyrinth von Sagen verbreitet haben müsse, da man schon im 13. Jahrhundert nichts Bestimmtes mehr über ihn wußte und ihn vielfach mit seinem Enkelsohne verwechselte. So ist es zu erklären, daß Jost ihn um 877 unter Karl dem Kahlen, Carmoly und Grätz aber ein Jahrhundert früher unter Karl dem Großen in Deutschland einwandern lassen. Der Familie dieses R. Moses, welcher sich in Mainz niedergelassen, entstamme der erste deutsche Synagogaldichter oder Paitan, Mose b. Kalouymos, der iu einem Pint ungefähr auf das Jahr 968 anspiele. Bedenkt man, daß zu gleicher Zeit, im Jahre 996, die Juden von Prag bereits die Erlaubnis zur Erbauung einer Synagoge erhielten, so läßt sich mit Recht annehmen, daß schon um 950 der Grundstock des deutschen Rituals ziemlich verbreitet gewesen sein müsse. Um diese Zeit werden neben Mainz und Prag auch Speier, Worms, Regensburg, Magdeburg und Merseburg als steuerpflichtig genannt. Daß der deutsche Ritus sich nach dem Siddur des R. Amram Gaon (um 870) richte, sei allgemein bekannt. Redner kam nun ans die Bestandteile des überlieferten Synagogengesanges zu sprechen, für den schon Karl der Große ein besonderes Interesse gezeigt, indem er über die hebräische Psalmodie Belehrung gesucht. — Der Synagogengesang lasse drei Gesangsarten unterscheiden: Neginoth, Psalmodie und frei erfundene rhytmische Melodien. Die Neginoth oder Tonaccente, nach welchen die heiligen Schriften vorgetragen werden, seien zwar als sehr alt zu erachten, doch sei dabei nicht zu vergessen, daß im Altertume mehrere Systeme von Accenten vorhanden gewesen seien. Erst 957 sei das babylonische Nikkud (Punktations- und Accentuationssystem) durch Sendboten von Jerusalem gänzlich ausgehoben und das tiberiensische zur allgemeinen Herrschaft gebracht worden. Die von den Deutschen so getreulich überlieferten Melodien zu den Neginoth stammen sicher von den Maoreten zu Liberias her, woselbst uach dem Zeugnisse des R. Chaggai sogar die Sitte eingesührt war, den traditionellen Gesang von „Kinderstimmen" im Chor singen zu lassen. In Deutschland werden die Neginoth noch in derselben traditionellen Weise gesungen, wie sie Böschenstein 1512 für Reuchlin zum ersten Male in Musiknoten niedergeschrieben habe. Zwar haben die anderen Riten andere Melodien zu deu Neginoth, aber die Deutschen scheinen ursprünglicher zu seiw wie schon Ascheri die deutschen Traditionen über die anderen Riten stellt. — Mit Bezug auf die Psalmodie säugen die Deutschen neben „gregorianischen Tönen" (Modi) auch in der noch älteren Weise des „ambrosianischen Gesanges". Man finde in den Sammlungen der christlichen Kirche ambrosianische Melodien, die mit Synagogen-Melodien identisch seien. Dieser Umstand erkläre sich vielleicht daraus, daß der gelehrte Mönch und Mnsikschriftsteller Nother Labeo an der von Karl d. Gr. begründeten Musikschule zu St. Gallen sich von einem Juden aus Jerusalem über die Altertümer des Tempels unterrichten ließ, was auf die musikalischen Traditionen dieser alten Musikschule von Einfluß gewesen sein dürfte. Ein getreues Bild eines ambrosianischen Gesanges gebe die häufig auch bei anderen Texten wiederkehrende Melodie zu pDjl, während die Tonweise des täglichen 'T£'N eine gregorianische Psalmodie darstelle. Als Erkennungszeichen für gregorianische Psalmweisen in der Synagoge könne man im allgemeinen gelten lassen, wenn der musikalische Schluß des Psalms dem Anfänge entspricht, wie dies beim Ttf'N der Fall sei, indem der Schluß rpi^n Dp ">l ganz der Melodie des Verses ipirN bis rbü entspricht. Viele, ursprünglich antiphonisch geteilt gewesene Melodien seien im Lause der Jahrhunderte dem Vorbeter allein überlassen worden. Als Ueberbleibsel einer derartigen alten Antiphonie sei die Melodie zu lbirc ublNtr "p23 bei Einleitung des Tischgebetes zu betrachten, die sich bei manchen mit i£'~p endigenden Verhikeln als Einzelgesang erhalten habe, der dann von der Gemeinde wiederholt werde, wie z. B. bei pp -ppyr njlCN vom erstenNeujahrsmnßas angefangen wird mitderzweitenZeile. Folgendes Bild dürfte die Jdendität beider Melodien veranschaulichen : l^n 121221 lbit’c i:b2Nir 7T2 ibirc 1^2x2* -p2: 2’Hp p2 pi2' VE pn pEiy nscn CN f