Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 27 (3.7.1896)
- Date
- 1896-07-03
- Page
- Seite 462 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 462. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Nr. 27. Bitte bxpiri ppipp "jexee ppei bxptr' ppwe rop dxpL'' pis unarrgetastet, dagegen hält er es für sündhaft, Gott zu preisen als beit ^xptr» 1EJ? '‘pp XElp; nein, E'blP X£1P klingt schöner, wenn auch auf derselben Seite an dem PXPL'' ^>XE nichts ausznsetzen ist. S. 54 muß natürlich EPEE EEb n*?x: X'EEl stehen, aber S. 100 hat man diese Rettung des Judentums wieder vergessen und läßt pxi; X21 unverbessert stehen. Kann denn nicht ein konkreter Ausdruck, wenn er zutreffend ist, stets als Repräsentant einer Idee, eines Ereignisses oder einer Thatsache gebraucht werden? Ist es etwa sprachlich unzulässig, zu behaupten: Die französische Revolution war der Erlöser der Juden Frankreichs? Wie paßt außerdem zu dieser Furcht vor dem Pxi; die Bitte: i;prpp blp; PB11P2 l?pp? (S. 72). Der in Deutschland lebende Verfasser hätte wahrlich nicht nötig zu beten (S. 72): p'pxtP nx "JEJ? HX "P ytPlPI pPXP pib:e yEPXE ^>XPE-''. Auch die nicht an den vier Enden der Erde befindlichen Israeliten, sogar manche im Herzen Europas wohnende, sind auf Gottes Hilfe angewiesen. — S. 74. Warum darf nicht gebetet werden: yEllP nnx '2 e'eppe -py nben, wenn man an dem -py nx ffP2^ ^>XPL'' (S. 80) nichts auszusetzen hat? Ebenfalls S. 74 betet der Vers. pEI^L' P2E P'by PEj). Ja, um des Himmelswillen, löte soll' denn Gott das ansangen? Das darauf folgende Eibm PP:E P'bx PuE 'jjP hätte nicht irreführen dürfen. Denn ein Strom kann geleitet werden; aber eine Hütte? — Der Vers, dachte offenbar, wie wir zu seinen Gunsten annehmen wollen, an pnx, das er mit P2i2 verwechselte. Wenn man (S.74) piEIP E'EPPE E'btPIP'l schreibt, warum findet alsdann der Segensspruch ^yi .... PEE ti’PlEP D'PETP in den zwei letzten Worten kein Erbarmen, wodurch er seinen schönen Ausklang zum Leidwesen eines jeden Kantors verliert? Ebenso ist es grundlos und klingt hart und unschön, wenn auf derselben Seite 82, woselbst zu lesen ist, ^XPL'' P'2 ffEy ^21 un:x 2P2J1 P2TJ die zwei letzten Worte des Gebetes “py '^lpp PB^E* PX1BP nbtt' in das kahle E'blP^ nmgeändert werden, während bald daraus pp Din “py verschont bleibt. Stimmt das mit dem Versprechen des Vers. (Vorwort IV), „sich pietätsvoll zu hüten, ohne zwingende Gründe an dem hebräischen Texte Aenderungen vorzunehmen"? S. 92. „Die Gemeinde setzt sich." Gehört eine solche Verordnung in ein Gebetbuch, und was hat denn das nxppl r6:rn gesündigt, daß es verschwinden mußte? S.100 ist '21 Ein"; Xini gestrichen, während es S. 38 und an anderen Stellen stehen geblieben ist. Ebenso ist jedenfalls mißverständlich auf derselben Seite p'E'BP PiE' n2"?21 P21E E'Pjl gestrichen, obschon selbst Geiger mit Recht in seinem Gebetbuch nichts an diesem Ansdruck auszusetzen fand, da die Messiasidee doch nicht aus unserem Schrifttum auszumerzen ist. S. 102 und 103 findet sich sowohl im deutschen wie im hebräischen Text die Ueberschrift „Ganz-Kaddisch", ebenso S. 182 — und hier sogar irrtümlich — „Halb-Kaddisch". Sträubt sich nicht das ästhetische Gefühl jedes Gebildeten gegen solche jüdischdeutsche Bezeichnungen? Wenn S. 104 von Gott erbeten wird, p E'bl^ü P'2yr6 pxa dann hätte man ihn auch S. 100 dafür preisen dürfen, cyipp p Bb'PEPE* uns den Verirrten nicht beigesellt zu haben. S. 128 bleibt ipppxei ptr pom weg. So nnwissend sollte wohl kein Rabbiner sein, etwa zu glauben, daß hier von einem personifizierten, leibhaftigemS atan die Rede sei. Geiger wußte noch nichts von dieser Gebetsinterpretation. S. 172 mußten in der Keduschah die Worte "|ppa P'E’e "IN '"' bv ausfallen. Aber warum ist denn aus S. 154 die Rede von den ffnpL'E ffP2y w ]2 "H pipeippi mp'm? Muß man nicht bei einenl solchen Verfahren auf den Gedanken kommen, daß hier das Ehrwürdige und Heilige mit ebenso schrankenwie gedankenloser Willkür behandelt wird? S. 156 fehlt abermals das Kaddisch-Gebet. Der Ausdruck -f) PEH 'El ebendaselbst gefällt dem Herrn Vers, nicht, wahrscheinlich weil er in den letzten zehn Zeilen nichts zu verbessern fand; darum muß statt 'El gelesen werden ]'X1. Wo bleibt da, so fragen wir, das Versprechen des Herausgebers (Vorwort S. IV), „nicht in kleinlicher Weise Kritik zu üben"? Warum der schöne Satz (S. 156) -jn^n j'Xl -ppyE j’X weichen mußte, ist schwer zu erraten. S. 210 gefällt der Ausdruck ppppb E'ttHP 'L'XP dem Vers, nicht, und er schreibt statt dessen p]21*). Aber auf der folgenden Seite hat sich sein Geschmack schon geändert und er erinnert sich seiner Sünden; er betet, daß der neue Monat uns bringen möge XEP pb'PE und py pp'^D- Wenn PEtJ’P mnpE bisher Gnade gefunden hat, warum heißt es dann am Sabbat-Neumond E'lPPP 't^XPl ^XP2" EHpE und nicht bxPB”) PEiTP E'PpE? Wahrlich, der Vers, dürste sich hier selbst rätselhaft, wenn nicht flüchtig und oberflächlich erscheinen. Ist es gerechtfertigt oder auch nur halbwegs konsequent, in dem Segensspruch über die Thora die Worte E'Eyn ^EE wegzulassen, wenn man an dem Ausrufe (S. 234) piXE “nx p: ^XP£*' "]EJ?2 'El nichts Bedenkliches und nichts zu ändern findet? S. 290. Warum soll das ganze Hallel- Gebet nur am ersten Tage Chanukkah gebetet werden? S. 298, Zeile 1 müssen drei Worte wegbleiben, weil im Halle! selbst nicht viel zu streichen ist. — Wäre uns nicht schon mit der Durchsicht des hebräischen Textes allein mehr als zuviel zugemutet, wir könnten auch aus dem deutschen ersehen, wie bis zur Unbrauchbarkeit mißlungen dieses Gebetbuch ist. So lesen wir im Herbstgebet, S. 458 von „feindlichen Andrängen der Witterungsgewalten"! Ist das westfälisch oder pommerisch Platt? Schließlich noch eine Bemerkung. Die Gebete, in melchen Jerusalem erwähnt wird, sind dem Verfasser, wie wir oben nachgewiesen haben, oft unzeitgemäß. Darum streicht er selbst ein Tischgebet, das unschuldige -jp'y E'^B’lP' bv) . . EPP "piEE jEE'E jl'ä ^>1- Aber was soll man dazu sagen, wenn der Vers. S. 502 und 508 inbrünstig betet oder wenigstens gebetet haben will: E'EP E'EPPE E'btrn'b Ellt'Pl? Schließen wir unsere kritische Dornenlese mit 2X2 nytS’P. Daß es, wie im Judentum überhaupt so auch im westfälischen Gebetbuch nicht an ppp fehlt, werden die geschätzten Leser dieses Blattes heute erfahren haben. R.