Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 27 (3.7.1896)
- Date
- 1896-07-03
- Page
- Seite 461 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Vir 27. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 461 ^u>'dschchlich Bei nung ich Misch Abneigung nnifen chäftigt gewesen % "u\m bie BeschGue P bft bte Herausgabe r ^bngl'scher und holländischer 8 sollte. Das darf jetzt als ge- & a§ 'wtige Kapital durch eine mederländischen Verlegersirmen lsiigung steht und init hervorie betreffenden Verträge abind die llntnhandlungen mit zel, noch schweben. Die Ausrttffnden, in groß Folioformat, ie Illustrationen, so daß also bel 106 Illustrationen nach Zweck verfertigten Zeichnungen mühnite russische Satyriker in einer seiner geistreichen oer, der auf die Beschwerde lich bestraft und so das Geantwortete, daß er die 8ubuch) ergriff, auf deu Stuhl rief: „Das Gesetz ist unter, che Anekdote, welche Saltir als Gouverneur von Drei akterisiert die Rechts- und Machthaber auf das Treff- , der Gesetze in Rußland Flor steht wie zur Zeit ,tscherskij, der in seinem! Minister habe einer ade- >ines ungesetzliche» Planes z es in Rußland überhaupt , Ist es aber um den allgenieinen sehr P,n'n ,e egenheiten handelt, -o „ 2 äloäfaa ,«> »b!t „ ««« a"f fe-tr# ' imb SeW*1"*"1 w ' dag es in dem schärferen Beobachter gerade jetzt in der Zeit der allgemeinen . Festlichkeiten einen doppelt ernsten Eindruck erwecken mußte. — „Subvtniki." Die russische Sekte der sogenannten Subotniki (Sabbat-Beobachter) scheint in letzter Zeit eine Entwickelung zu nehmen, welche für uns Juden nicht ohne Interesse ist. Die „St Petersburgskija Wiedomosti" berichten hierüber in einer der letzten Nummern: „Unter den transkaukasischen Sektierern ist eine neue Bewegung zu beobachten. In mehreren Dörfern sind die Sektierer zur Ueberzeugung gelangt, daß es nicht genügt, sich darauf zu beschränken, die jüdische Religion zu bekenne». Sie wollen weiter gehen und haben, dem Beispiele einiger ihrer Repräsentanten im europäischen Rußland folgend, beschlossen, ganz zum Judeutum überzutreten. Gegenwärtig sind wir, sagen sie, weder Juden, noch Rechtgläubige; die Juden betrachten uns nicht als ihre Glaubensgenossen und wollen mit uns keine Ehe eingehen; die Rechtgläubigen hinwiederum halten sich von uns wegen unseres Judentums fern. Sind wir aber einmal zu der Ueberzeugung gelangt, daß die wahre Religion die jüdische ist, so müssen wir auch dahin streben, voll und ganz Juden zu werden, nicht uur in der Religion, sondern auch tu Sitten und Gebräuchen. Die Anhänger dieser neuen Bewegung haben sich bereits Bücher in hebräischer Sprache besorgt, studieren fleißig aus ihnen und lehren auch ihre Kinder hebräisch lesen und schreiben. Sie tragen sogar bereits Käppchen, essen jüdische Speisen und suchen überhaupt in jeder Beziehung die Juden zu kopieren. Interessant ist aber die Thatsache, daß die Juden selbst die so zu Juden gewordenen Subotniki nicht als ihre Glaubensgenossen anerkennen. Bor kurzem wollte einer von den Anhängern dieser neuen Lehre eine Jüdin heiraten; obgleich er aus sehr reichem Hause, das jüdische Mädcheu dagegen arm war, so haben die Eltern der letzteren diese Verbindung dennoch nicht zugelassen." I- Pr- Missenschast und Titteratur. vas «ent nicftfiilifitic (iklictliiiiti.*» Beleuchtet von einem freisinnigen Rabbiner. ..Wir wollen wahrhaft sein in allein, was wir reden, und ganz besonders, wenn wir uns betend an den Gott der Wahrheit wenden!" Als wir diesen Satz in dem Vorwort zu dem obeu erwähntest Gebetbuche lasen, da dachten lvir: Endlich ist es also gelungen, ein in seinem Inhalt nur auf Ueberzeugung beruhendes und nach festen, konsequent durchgeführten Grundsätzen bearbeitetes Gebetbuch herzustellen. Denn wer „wahrhaft" sein will, kann doch unmöglich mit sich selbst in Widerspruch stehen. Sehen wir nun einmal, wie der Verfasser *) Wir bedauern, daß eine Uebersetzung der hier festgenagelten Inkonsequenzen und „Sprachdummheiten" im westfälischen Gebetbuche nicht gegeben werden kann, weil sie sehr weitläufig werden müßte. Red. seinem ausgesprochenen Vorhaben gerecht geworden ist, laut welchem es ihm „am Herzen lag, in den Gebeten keinem Wunsche, keiner Bitte Aufnahme zu gewähren, deren Erhörung und Gewährung wir nicht auch ernstlich begehren." (Vorwort S. V.) Beginnen wir mit dem hebräischen Teile des Morgengebetes. Da wird (S. 12) in dem unvergleichlich innigen und sinnigen nct£': ’r6x der Ausdruck ’z np’inr6l umgeändert in nni’nnbl. Aber weiß denn der Verfasser nicht, daß nach der unangetasteten Anschauung und Lehre des Judentums die Seele nicht stirbt und darum auch nicht wieder lebendig gemacht werden kann? Unwillig wollten wir nach diesem Anfänge das Buch bei Seite legen. Doch wir mußten die Wahrnehmung machen, daß eine uns drohende Dornenlese oft ebenso sehr reizt, wie eine erhoffte Blumenlese. — Wir fahren darum fort. S. 14 ist zu lesen: l’pi’-’zb D’Z’C CPPCn bcij. Wohl kennen wir die entsprechende Leseart des Talmud Jerus. Aber warum läßt der Verfasser das icyz Pmzn (S. 56) und “jcy PX -pzP S. 80 unangetastet stehen? Ebenfalls S. 14 ist ncnzn p üpxn ppici gestrichen. Aber warum denn? Hat denn das irdische Leben des Menschen so viele Vorzüge vor dem des Tieres? S. 16 emendiert der Verfasser (Onrcrzp pinz;ni itric’ c’pnn ’Z zipzlp nc C’pi "1Z1 IPIC’ *6 *]PXC ’pcni. Ja hat uns denn Gottes Liebe und Gnade jemals verlassen oder können wir sie zeitweise entbehren, daß wir erst für eine künftige Zeit darum zu bitten hätten? S. 21 bleibt “jp^n: PX "]Cy PX nptnn weg, aber S. 486 hat der Verfasser diese Weglassung vergessen und behält die Bitten um Hilfe für Israel wortgetreu bei. S. 38 bleibt ip^zP ‘pxPtP’ rp p znz zpp '2 weg, aber dürfte alsdann S. 56 V2V2 “lnizn stehen bleiben, zumal auch das iE!*' "" PIE1 X7 ’Z selbst im deutschen Teil unbehelligt geblieben ist? Von welchem Gesichtspunke aus der Verfasser die verschiedenen Psalmen im Morgengebet auf die verschiedenen Festtage — zum Respondieren — verteilt, ist schwer erfindlich. S. 52 fehlt das Kaddischgebet. Warum ebendaselbst -|bcn IZClPcn gestrichen ist, muß der Verfasser wissen. Von S. 54 an beginnt der Krieg gegen die Engel. Anstatt c’ppirc -’ü’p muß C’PIS’ ^Z PSI’ gebetet werden, obschon selbst nach des Verfassers Ansicht (S. 208) auch Menschen C’PPlPC heißen können. Auch in der Kedduscha möchte sie der Verfasser gern eliminieren. Aber wenn wir S. 66 lesen: ni ni xppi “JX’ZJ T bv 21P22 PCX’, da haben wir doch auf einmal die lieben Engel wieder! Ja, S. 29 heißt es: „Denn seine Engel entbietet er Dir, Dich zu hüten rc." Hat denn die Religion überhaupt etwas gegen das Dasein höherer Wesen einzuwenden? Wer sagt uns denn, daß die höchste Stufe der Lebewesen mit dem Menschen erstiegen ist und abschließt? Ja, wollen wir denn das 6. Kapitel Jesaja ausstreichen, oder den Dichter korrigieren, wenn er von dem spricht, „den der Seraph preist"? Wahrlich, es ist mehr als Prüderie, es ist geradezu leichtfertig, die Engel aus einem Gebetbuch zu streichen und die Worte bx m Nppi mxzs "p tripp PCX1 m stehen zu lassen, die doch der Prophet nur aus Engelmund gehört hat. S. 64 läßt der Verfasser die