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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-07-03 · 27 (3.7.1896) · p. Seite 457

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
27 (3.7.1896)
Date
1896-07-03
Page
Seite 457 (sequence 5)
Language
German
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Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 457. fehlten mg erbat sich Hm SamM-, M Anscaze an den Vorsim. Gk waren seine AnchichwM n Teil verständlich. Was aber h einem großen Teil der >eren Besorgnissen geben. Hm rüber, daß bei der Anrichtnn^ den höheren Lehranstalten die ieilnng erhalten habe über die rage lammenden Lehrer, sowie rs des Vorstandes über die Art eilung ausgeübt werde. Hm t. it.— ' M von der Methode, wie. ligionsunterricht" erteilt werde. * t Lehrer vor seinen Schülern ' lauten, was in der Bibel stehe: ' schichte der Könige überhaupt \ lhora stamme nicht von Mose esprochen, sei nicht alles wahr,' - rstes durch Jerobeam sei eine 1 die allerdings vom religiösen - gen sei, u. bergt, mehr, i aus den eigentlichen Kern der orftanb dem gegenüber zu thun ein. Er meinte, der Vorstand t garnichts thun, hier einzninzial-Schulkollegiums. Jnterrhren, ob der Vorstand an und se Einwirkung auf jugendliche nicht. Herrn Meyer beliebte sieben Sprachen zu schweigen, gehen, wenn man an den alten er consentire videtur sich Md Miete H->- b,ä JJieqet »«!«#«- 8 f*' „ -Mi-«" fJTti j-dm m*' MtnriW “4" “t 8 « einmal it®«ä « bl ' k „ i It. M«-»» «WH“ Ib rnida,.««' fl*«««' 1»»^“' luiccrictt kl*j' tejeeiflid), 'K'Z *«wS9f r d« iit non ih»» ob S»Wn,n iL.Ji««"'» sind Nr. 27. Söhne den Vätern nacharten und den Religionsunterricht „modern" erteilen, somodern, wie er in Justizrat Meyers Herzen lebt, kann somit keine irgend welche Verwunderung Hervorrufen, denn vom Distelstrauch kann man niemals Feigen pflücken. Bedauerlich ist nur, daß die Versammlung sich nicht zu einer energischen Thal aufzuraflen vermochte, vielmehr eine Besprechung dieser Angelegenheit ablehute. Ein weiteres kleines Geplänkel entstand sodann, als Herr Professor Lewin noch einmal Protest erhob gegen die Einführung der bekannten Agende beim Jugendgottesdienst. Herr Lewin suchte noch einmal an der Hand von Paragraphen der Geschäftsordnung nachzuweisen, daß der Beschluß in dieser Angelegenheit auf illegale Weise zustande gekommen sei. Die Debatte über diesen Punkt war eine rein geschäftsmäßige, ein Beschluß wurde nicht gefaßt. Auf eine Anfrage des Herrn Martin Simon, ob der Vorstand geneigt sei, die Eingabe des Vorstandes an das Unterrichtsministerium hinsichtlich der jüdischen Lehrkräfte an den Gemeindeschulen in geeigneter Weise zur Veröffentlichung zu bringen, wurde vom Vorstand in bejahendem Sinne beantwortet. Nun endlich konnte die Versammlung zur Erledigung der Tagesordnung schreiten. Aus den Mitteilungen des Vorsitzenden heben wir nur hervor, daß der Vorstand dem Beschlüsse der Repräsentanten, dem Krankenhause für russischjüdische Kranke in Memel 100 Mark auf drei Jahre zu bewilligen, beigetreten ist. Also doch! Von der Versammlung angenommen werden zwei Schenkungen an das Hospital, eine von Herrn Kommerzienrat Louis Simon im Betrage von 10000 Mark, eine von Herrn Max Liebmann im Betrage von 6000 Mark. Als Stellvertreter des Rendanten des Krankenhauses für die Dauer des Urlaubs des Herrn Wittkowski werden die Herrn Hugo Deutsch und N. Alexander ernannt. Die Versammlung genehmigte sodann die Rechnungsabschlüsse verschiedener Spezial-Verwaltungen, die sämtlich Minderausgaben zu verzeichnen haben. Wider Erwarten kam es bei dieser Gelegenheit noch zu einer langen Diskussion, die sich nicht immer im Rahmen der Sachlichkeit bewegte. Herr Professor Lewin bemängelte nämlich einen Passus in dem Verwaltungsbericht des Reichenhcimschen Waisenhauses, in welchem es heißt, der Gesundheitszustand der Zöglinge sei im vergangenen Jahre ein guter gewesen. Nach seiner Auffassung sei vielmehr das Gegenteil der Fall. Herr Sauitätsrat Wiesenthal vom Vorstand hält diese Behauptung für ungerechtfertigt. Im übrigen hält es der Herr mit der im Vorstande so beliebten Taktik der Heimlichkeit, indem er nämlich meinte, solche Dinge dürfe man nicht vor der Oeffentlichkeit behandeln, da man sonst bei den Zugehörigen der Kinder unnötige Besorgnisse Hervorrufe. — Bei der Heimlichthuerei kommt in der Regel nichts heraus, .sind auf irgend einem Gebiete Mißstände vorhanden, so ist die Behandlung derselben vor der vollen Oeffentlichkeit die beste Korrektur dagegen. Herr Justizrat Tiktin zog die richtige Konsequenz. Er meinte mit Recht, daß die Versammlung eine derartige Mitteilung, die noch dazu von durchaus sachverständiger Seite erfolgt sei, nicht einfach auf sich beruhen lassen darf. Redner stellt den Antrag, den Vorstand zu ersuchen, über den Gesundheitszustand der Zöglinge des Reichenheimschen Waisenhauses Ermittelungen anzustellen und von dem Resultate derselbe der Versammlung Kenntnis zu geben. Herr Professor Lewin suchte sodann an der Hand eines eingehenden Zahlenmaterials seine Behauptung zu begründen. Seine diesbezüglichen Ausführungen waren streng sachlich gehalten, äußerst detailliert, und zeugten in jedem Worte von dem wissenschaftlichen Standpunkte des Arztes und Fachmannes. Herr Dr. Wiesenthal suchte gleichfalls in seiner Eigenschaft als Arzt diese Ausführungen seines Kollegen als irrige zu erweisen. Das war sein gutes Recht, dagegen muß die Art und Weise, wie nach ihm Herr Louis Sachs in seiner bekannten Manier gegen Herrn Prof. Lewin losging, gradezu als eine grobe Anrempelei bezeichnet werden. Die Abfertigung, die ihm von seinem Gegner zuteil wurde, war eine so gründliche und derbe, daß Herrn Sachs, der sich noch einmal zum Worte gemeldet hatte, die Lust zu weiteren Erwiderungen verging. Herr Justizrat Meyer schoß wieder einmal den Vogel ab. Er meinte, der Antrag Tiktin würde dem Vorstand bezüglich seiner Ausführung schwere Verlegenheit bereiten. Wieso und worin, ist einfach unbegreiflich; es kann doch unmöglich, wenn nur der gute Wille vorhanden ist, so schwer sein, zumal es der Versammlung nicht an hervorragenden ärztlichen Sachverständigen fehlt, eine Enquete über diesen Punkt zu veranstalten. Herr Meyer suchte der Versammlung gradezu das Recht der Kritik an den Maßnahmen der Verwaltung zu bestreiten. Wenn Herr Meyer keine Kritik vertragen kann, so ist es ihm ja ein Leichtes, sich der Kritik zu entziehen. Er braucht ja nur den Ort zu verlassen, wo die wahre Tugend so schmählich verkannt wird. Die Versammlung wird aber um der schönen Augen des Herrn Meyer willen ihr gutes Recht sich nicht rauben lassen. Obwohl Herr Lewin mit aller Deutlichkeit an Zahlen und Daten seine Behauptung zu beweisen sich bemüht hatte, blieb Herr Meyer hartnäckig dabei, Herr Lewin habe keine Beweise angeführt. Herr Meyer ist allmählich dahin gelangt, nur mn seinen Willen durchzusetzen, und Recht zu behalten, alles, was er nicht hören will, was ihm nicht in den Kram paßt, einfach zu ignorieren. Wenn Herr Meyer aber meinte, auch diesem Vorgehen des Herrn Prof. Lewin liege die Tendenz zugrunde, alles umzumodeln, was die bisherige Verwaltung geschaffen, so liegt darin eine Ungeheuerlichkeit, die wir selbst Herrn Meyer nicht zugetraut hatten. Ob Herr Prof. Lewin in dieser Frage Recht oder Unrecht hat, darüber zu entscheiden ist in letzter Reihe Sache der Fachgelehrten, einem Manne jedoch, der in dieser wesentlich hygienisch-medizinischen Frage sicherlich mehr Verständnis besitzt als alle Justizräte, Rabulisten und Paragraphenreiter der ganzen Welt zusammengenommen, in dieser Art zu begegnen, das zeigt, daß Herrn Justizrat Meyer der Haß gegen die „neuen Männer" vielfach blind macht und daß seine Position, wie aus dergleichen Anzeichen zu schließen sein dürfte, keine derartig gesichert ist, wie er bei jeder Gelegenheit der Welt weis machen möchte. Die Mehrheit der Versammlung stimmte schließlich dem Anträge des Herrn Tiktin zu und dokumentierte dadurch, daß sie nicht

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