Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 26 (26.6.1896)
- Date
- 1896-06-26
- Page
- Seite 451 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 26. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 451. b'°b°ch" d°'ih«7j°°" Das Bili, einetn%: Machschen Technik '? 9ro^ * dm Ehren? ' ntn,n,t ® IN -wchnich ,/^ deiner MLL w b'M* de» der -aelttischen «zsch,,, »Mt- H eine lchch ,bt» dm» ichM, ,j i(t We ein selbständiger Unter- ^dix zur allgemeinen Weltgeurde folgende Resolution ' Wf Geschichte ist im Ansch öis zum Abschluß lsch zu behandeln, die )>ä; tbung mit dem Religions jte bezw. Geographie gele e ersucht, für die nächste, z einen Lehrplan nebst P 1 der Konferenz vorzulegi >er zweite Punkt der Tage gten noch die Berichte d rlen Verhältnisse in ihr r die antisemitische Partei och ein sehr schlechter Boden, snis (wenn man überhanpt ider darf) dazu vorhanden, m die „Deutsche Reichsp." Volksbl." einen schrillen en. Zeit einiger Zeit erchluß der Oeffentlichkeit die »äusleins der Antisemiten, tück. Als ein besonderes chnen. Vor längerer Zeit er" einen Fall, in weline unschöne Rolle spielte. sei, die l i falls der Umstand, daß der heutige amtliche „Staatsanzeiger" von der erfolgten Zurücknahme der Klage Notiz nimmt. Wien, 21. Juni. Der antisemitische Stadtrat hat alle Juden aus der Liste der um die Zuständigkeit nach Wien Verlangenden gestrichen. O Wie», 19. Juni. Das Mai-Verordnungsblatt ist diesmal für die jüdischen Offiziere recht günstig ausgefallen, indem zahlreiche Glaubensgenossen teils in höhere Rangstufen befördert, teils mit hohen Ordensauszeichnungen bedacht wurden. Es wurden u. a. ernannt: Der Oberstabsarzt Dr. Parias zum Sanitätschef des 7. Korps; zu Majoren die Hauptleute Salomon Strauß des 58. Infanterie-Regiments und Samuel Alt des 88. Infanterie-Regiments. Außerdem enthält die Lifte eine große Anzahl jüdischer Ofstziere, Militärärzte, Truppenrechnuugsführer, Militärbeamte u. s. w. S* Krakau, 19. Juni. Der hiesige klerikal-antisemitische Abgeordnete Chotkowski hatte gelegentlich einer Debatte im Reichsrate die Behauptung vorgebracht, daß ein jüdischer Religionslehrer in einer hiesigen Volksschule mehreremale den katholischen Katecheten vertreten, und zwar in der Weise, daß derselbe gleichzeitig die jüdischen und katholischen Kinder in biblischer Geschichte unterrichtet habe, wofür er vom Bezirksinspektor belobt worden sei. Diese Insinuation rief einen Sturm der Entrüstung hervor; die Gesinnungsgenossen des Herrn Chotkoivski schlugen Lärm und versicherten, es bestehe ein jüdischer „Geheimbnnd", der sich die Aufgabe gestellt habe, die christlichen Kinder zu „judaisieren"; jener Lehrer habe im Aufträge der ^Ilian^e Israelite gehandelt und was dergleichen Unsinn mehr ist. Darauf veröffentlichten sämtliche jüdischen Lehrer und Lehrerinnen Krakaus eine gemeinsame Erklärung, in welcher sie die Behauptung Chotkowskis mit aller Entschiedenheit in Abrede stellten. Der Stadtpräsident sah sich, als nächster Vorgesetzter des Schulinspektors, auf dessen Protest veranlaßt, an den Polenklub die Aufforderung zu richten, Ehotkowski zum Widerruf zu bewegen. In der jüngsten Sitzung des hiesigen Gemeinderats, dem CH. angehört, klammerte sich dieser an die Mitteilung des Landesschulrates, daß einige christliche Schulknaben einst, den katholischen Katecheten erwartend, freiwillig in die Abteilung gingen, wo jüdische Religion unterrichtet wurde, und suchte dies mit seiner Behauptung im Reichsrate in Verbindung zu bringen. Er verlangte deshalb den Widerruf der ihm vom Bürgermeister Friedlein gemachten Vorwürfe. Der Bürgermeister erwiderte entschieden, er werde nicht widerrufen, da der Landesschulrat ausdrücklich erklärt habe, der von Chotkowski im Reichsrat angeführte Fall habe nie stattgefunden. Chotkowski nannte dann die gegen ihn geführte Untersuchung einseitig, parteiisch und beantragte, der Gemeiuderat möge die Erklärung des Landesschulrates zur Kenntnis nehmen und die ganze Angelegenheit als erledigt betrachten. Der Gemeiuderat nahm mit geringfügiger Majorität den Antrag an. S* Grodzicko (Galizien). Im Monate März d. I. wurde ein hier ansässiger 30 Jahre alter jüdischer Hausierer, namens Jakob Thei, von dem Bauern Wojtek Sack in Grodzickogorno ermordet. Ter Bauer mar dem Hausierer einen geringen Betrag schuldig, wurde verklagt und zur Zahlung verurteilt. Der Hausierer bewilligte dem Bauer dre Tilgung der Schuld in Ratenzahlungen. Im März erschien der Hausierer, um seinen Restbetrag von 2 st. einzufordern; der Bauer wünschre diesen Betrag geschenkt und als der Hausierer sich weigerte, ergriff der Bauer einen Holzwalk vom Wäschemangel und brachte dem Juden eine Verletzung bei, an der er nach einer Stunde starb. Er hinterläßt eine arme Witwe mit fünf unversorgten Kindern. Gegen den Mörder fand vorige Woche in Rzeszow vor dem Schwurgericht die Schlußverhandlung statt. Der Mörder wurde von den Geschwornen freigesprochen! $$ Sofia, 18. Juni. Der Sekretär des Fürsten Ferdinand von Bulgarien, Herr Martin Fürth, ist ein Jude. Der Präsident der französischen Republik hat Herrn Fürth zum Ritter der Ehrenreligion ernannt. O Rom, 17. Juni. Pater Mortara, Kanon von St. Augustin, ist vom Papste zum Superior des St. Bernard- Hospitals ernannt worden. Der neue Superior der frommen Mönche von St. Bernard ist 43 Jahre alt und ist der „kleine Mortara", jenes jüdische Kind, dessen gegen den Willen seiner Eltern erfolgte Taufe fast eine europäische Frage wurde. Mortaras Eltern machten alle erdenklichen Versuche, das Kind zurückzugewinnen, aber Papst Pius IX. entschied damals, daß das getaufte Kind im christlich en Glauben erzogen werden sollte. a. Rom, 19. Juni. Herr Ernst Nathan, ein englischer Jude, der sich hier naturalisieren lüeß, wurde zum Großmeister der italienischen Freimaurer erwählt,, anstelle des Herrn Lemmi, welcher verzichtet hat. Herr Rathen l gehört einer Familie an, die dem berühmten italienischen Sdaatsmanne Mazzini Gastfreundschaft geivährte, als er sich als Flüchtling in England aufhielt. r. Warschau, 18. Juni. Die hiesige jüdische Gemeinde hat Nachricht von einer neuen Bes chränkung erhalten, welche sich auf die Zahl der die Sonntags-Handelsschule besuchenden Juden bezieht; die Schule wurde vor 75 Jahren gegründet aus Fonds, die von der städtischen Kaufmannschaft aufgebracht worden waren. Im Januar d. Js. erließen die Schulbehörden Instruktionen, nach welcher die Zahl der zugelaffenen Juden nicht 10 pCt. der Gesamtzahl der Schüler übersteigen darf, obwohl in dem Ustaw, welcher dereinst die Schulgründuug sanktionierte, von einer solchen Beschr änkung nicht die Rede war. — Vor dem hiesigen Gerichtshöfe kam der Fall eines 35 Jahre alten Juden aus der Ortschaft Raschkowo zur Verhandlung, der des Landstreichens b-eschuldigt wurde, weil er nirgends registriert war. Er wurde schuldig befunden und zu vier Jahren Gefängnis verurteilt; nach der Verbüßung dieser Strafe soll er für Lebenszeit nach den entferntesten Teilen Sibiriens ausgewieseu werden. w. Moskau, 18. Juni. Die Bc mern des Kreises Berezna in Klein-Rußland haben ihren Stau owoi Pristaw ersucht, „den Juden zu erlauben, die Märkte öfter zu besuche»!, da sie sehr gute Preise für Getreide geben; wenn, sie nicht da sind, nimmt der „Kulak" die Erzeugnisse unserer Felder und giebt uns fast gar nichts dafür". — Ein Mitglied der jüdischen Gemeinde von Moskau bat unlängst den Gouverneur um Ne Erlaubnis, die unvollendete Synagoge für öffentlichen: Gottesdienst vollenden