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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-06-26 · 26 (26.6.1896) · p. Seite 449

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
26 (26.6.1896)
Date
1896-06-26
Page
Seite 449 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 26. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 449. *"• -o * b-s »»S ' fP^m * n: Unser Lehrer N>. H n einer rifmrj, ^°'e' ®e^nC: diesen trachte dir m Potigt sei,, durch ein Werk chtung das Werk desntIi^ heiterte sich bei diesen { 3iii andächtig emporrichtend, l u"d Hm Israels, deinem! nntnis und Einsicht verliehen! - habt mich anfgerichtet „nd E Weben; nun sagt aber an, f ertfjatige Wurm Schamir, auf \ che mache/ | widerten die Weisen, „liegt s s; auch zweifeln wir, ob es | :§ Sterblichen gelangte; denn i in öden Wüsteneien, die nie I oufe. Also sind nur überj diesmaligen Wunsch zu be- | ger Herrscher, laß bringen lesen, die bereits besser das l denn wir, vielleicht daß Schamir näher bezeichnen : dieses vernommen, nach Zchedim war, und ließ vor •, e Schedin, die er also an- . c habt Einsicht in höheres jet mir denn an, wo der? z! Wohl bekannt ist nns e Kraft, aber um seinen dazu bedarf es eines noch igm Blickes, wie er nur hen Meister Aschmadai. 8 Neugierde zu befriedigen , Siegel versehen, bewahrt er das Wasser vor dem Zutritte der gluterfüllten Sonne, auf daß diese nicht die erfrischende Kühle schnell aussauge und den klaren Trank stinkend und faul mache. Jeglichen Tag entschwebt er seinem irdischen Wor,nsitze zu Jehovahs Throne. Nachdem er hier den Preisgesang der Engel vernommen und sein Ohr gelabt an den himmlischen .Klängen, durchspäht er raschen Flügelschlages, beu weiten Himmelsraum und läßt seinen Blick bewundernd auf dem Kreislauf der Sphären ruhen. Gen Abend endlich wenn des Himmels Feuerauge bereits in die Meeresfluten getaucht, kehrt er wieder zur Erde nieder. Hier nun betrachtet er aufmerksam das Siegel seines Brururens, ob es noch unversehrt sei, und findet er das, so hebt er die Scheibe hinweg und labt seine lechzende Zunge mit dem kühlenden Tranke. Mehr, hoher König, ist uns nicht gestattet, dir von unserm König und Meister zu verkünden; du verlangtest blos die Bezeichnung seines Aufenthaltes und zuviel schon haben wir dir mitgeteilt." (Fortsetzung folgt.) Hier und dort. * Berlin, 22. Juni. Frau Jenny Bleicherode hat in der hiesigen Gewerbe-Ausstellung speziell jüdische in ihrem Atelier angefertigte Synagogenstickereien ausgestellt. Zunächst sieht man einen kostbaren, künstlerisch ansgeführten Tempelvorhang (Porauches), der für die neue Synagoge in Myslowitz bestimmt und von Herrn Siegmund Nothmann daselbst bestellt ist. In der Mitte desselben befindet sich außer einer entsprechenden Widmung, eine reiche, von einer umrahmten Krone überragte Löwengruppe von echter Goldstickerei; außerdem ist das Ganze von einer sehr effektvoll wirkenden Bordüre eingefaßt. Ein weiteres Kunstwerk ist das „Gebet für den Landesherrn" in deutscher Sprache. In einiger Entfernung gesehen, glaubt man einem gedruckten Bilde gegenüber zu stehen, bis man durch ein Plakat darauf aufmerksam gemacht, wird, daß das über 1100 Buchstaben enthaltende, in altgothischer Schrift gestickte Gebet Handarbeit ist. Erwähnenswert sind noch außer einigen anderen Stickereien mehrere Thora-Mäntelchen in den verschiedensten Stilarten, sowie, seiner ganz eigenartigen Schrift wegen, ein jüdischer Haussegen. Für jeden Kunstliebhaber lohnt es sich, diese in ihrer Art einzige Ausstellung, die auch mit Recht allgemeine Bewunderung erregt, zu besichtigen. £ Berlin, 23. Juni. Die antisemitische „Deutsche Zeitung" bringt in ihrer Sonntagsnummer folgende Notiz: „Einem unserer Leser in Elsaß wurde ein steinerweichender Bettelbrief von einem angeblichen 101 jährigen erblindeten Greise mit Flamen Chaim Reinstein aus Kudrynce in Ostgalizien zugesandt und um Unterstützung angegangen. (Für dieses Deutsch lehnen wir die Verantwortung ab. Red. d. A. I. W.) Da der Empfänger in gar keiner Beziehung zu „Kudrynce" steht, liegt es auf der Hand, daß man es mit einem schwindelhaften Unternehmen zu thun hat und daß der Brief massenhaft verbreitet wurde, und offenbar noch mehrere unserer Leser die briefliche Bekanntschaft der Herrn Chaim Reinstein gemacht haben. Wir sehen uns umsomehr veranlaßt, hier eine Warnung auszusprechen, als die Angaben des Briefes über das angebliche Unglück von der „Israelitischen Kultusverwaltung in Kudrynce in Ostgalizien" beglaubigt sind." — Giebt es gar kein Mittel gegen diese Landplage der galizischen Bettelbriefe, die ein großes Aergernis sind? X Danzig, 22. Juni. Es ist in diesem Bl. schon mitgeteilt worden, daß sich nunmehr auch in unsrer Provinz ein Verein jüd. Lehrer gebildet hat. Am 25. v. Mts., fand hier im Sitzungssaale unsrer Gemeinde die konstituierende Versammlung statt. Dieselbe wurde in Vertretung des Vorstandes von dem ersten Lehrer und Sekretär der Gemeinde Herrn Loewald begrüßt und später im Zentral-Hotel aufs freundlichste bewirtet. Aus den angenommenen Satzungen geht hervor, daß der Verein jeden Beamten, der von einer Gemeinde mit der Erteilung von Religionsunterricht betraut, als ordentliches Mitglied aufnehme. Der zeitige Vorstand besteht aus den Herren I a f f e - Dt.-Krone (Vors.) Braun- Dt.-Krone (Schriftführer) und G e i s e n b e r g - Marienwerder (Kassierer). y. Wongrowitz, im Juni. Wie Sie schon berichtet, beging am 1. d. M. Herr Lehrer Spiewkowski sein 25 jähriges Amtsjubiläum. Ein ad hoc gebildetes Komitee verstand es, diesen Tag für den Jubilar zu einem Ehren- und Freudenfest zu gestalten. Die eigentliche Feier fand, wie es sich gebührt, an der Stätte des Wirkens unsres Jubilars, in der Schule statt. Nach einigen musikalischen und deklamatorischen Vorträgen seitens der Schuljugend nahm der Kreisschuliuspektor das Wort, um den Jubilar und sein segensreiches Wirken zu feiern, die Liebe und Achtung die er sich erworben, hervorzuheben. In seiner Wohnung wurde alsdann dem Jubilar im Namen der jüdischen Gemeinde und seiner früheren Schüler von einem Komitee ein wertvoller silberner Armleuchter und von den vollzählig erschienenen hiesigen Volksschullehrern ein Bild in prachtvollem Rahmen, Herrn Sp. im Kreise seiner christlichen Kollegen vorstellend, überreicht. Nachmittags vereinigte ein Festessen alle Verehrer und Freunde des Jubilars, wobei viele Reden ernsten und heiteren Inhalts gehalten wurden. Es sprachen u. a. der Kreisschulinspektor, der Bürgermeister, der Rabbinatsverweser der Gemeinde, Herr Nischkowski und von den Nachbarkollegen Herr Salinger, Znin. Allen dankte der Jubilar in bewegten Worten; alle erfüllte der Wunsch, den Gefeierten noch lange Jahre seines hehren Amtes walten zu sehen. w. Samotschin, 21. Juni. Am 18. Juni beging der emerit. Lehrer Herr Spiewkowski sein 50jähriges Ehejubiläum, wobei ihm außerorordentliche Ovationen dargebracht wurden. Schon am frühen Morgen wurde das Fest mit einem musikalischen Ständchen eingeleitet, worauf die verschiedenen Deputationen und Gratulanten folgten: der Gemeindevorstand, der Männerkranken- und der Frauenverein, der Bürgermeister mit den Stadtverordneten und der Lehrerverein von Samotschin und Umgegend; letzterer, der fast vollzählig erschienen war, feierte das Jubelpaar in Lied und Wort. Sämtlich brachten sie kostbare Geschenke, welche übrigens auch von privater Seite zahlreich gesandt wurden. Den Glanzpunkt des Festes jedoch bildete die Trauung des Jubelpaares in der festlich geschmückten Synagoge, wo Rabb. Dr. Walter aus Bromberg die Festrede hielt. Weit über 100 Telegramme und Briefe liefen im Laufe des Tages ein; daß die Ehejubiläumsmedaille

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