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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-06-26 · 26 (26.6.1896) · p. Seite 447

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
26 (26.6.1896)
Date
1896-06-26
Page
Seite 447 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 20. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 447. Nr. 26 'eftet » Newyork I .. -- ihres Bruders * «f^ienm. ' °" *« Amerika. smiv , , en im Staate S.‘^e °m Sonnabend * dam« ei sechsztger und 3(nj 1 Nb welcher Zeit jch °uz muß ich schließen, -hm wieder beseitigt wurde ^brauch wachten.' unlneI? "Ne Juden 1 7e Geichäste durften jedoch die weder Geräusch noch stens war es auf Kolonial- ■. mkt. In meiner Nachher chrsttlichen Glaubens von brauch. Tenn das Geschäft m Sonnabend, wo es am t zugeht; das Hauptgeschäft mnden bis 12 llhr, und um 'lche von der Sonntags-Best ihre Geschäfte zu öffnen, «den für den Antisemitismus üeren Beweisführung. Und zristlich gesinnt. Marcus P. Fach k. Nach Mitteilungen, die nämlich antisemitischen Zeiguter Grundlage beruhen eiliger als 350,000 Juden, m ganzen Handel eine bcs Schnittwarengeschäft mit von 58 Millionen Dollars as Kleidergeschäft, von dem ipital unseren Glaubensgech Canal-Street an schätzt den gesamten in den Händen von 50, vielleicht sogar 200 große Zahl von Juden fehlt jede einigende l> ls W Gemeinden, die :renz machen. 30 dieser Me, von denen macke tet sind, denn in me en sind die Mitglieder billig in einem Mane, Ae auch bei Jude» Feuilleton. Eriiinkrimtzkii. Bon SM. Spiewkowsky, Samotschin. (Schluß.) Der Lthrer. Am 1. Januar 3S44 übernahm ich die Lehrerstelle in Franstadt, mit der ein jährliches Gehalt von 150 Thaler verbunden war, eine hohe Summe im Verhältnis zu andern Beamten, da auch Rabbiner Löwenstamm (er starb in Posen) nur 250 Thaler jährlich hatte. Es ging mir dort insofern ganz gut, als ich von einem Herrn Biber Wohnung inkl. Betten und Kaffe für die Beaufsichtigung der Schularbeiten seiner 3 Knaben erhielt. Nach meiner am 18. Juni 1846 stattgefundenen Hochzeit meldete ich mich, um in der 'Nähe meiner Schwiegereltern zu bleiben, zur hiesigen ersten Lehrerstelle, die 510 Mk. jährlich brachte. Meine Meldung wurde insofern berücksichtigt, als ich schleunigst zur Abhaltung einer Probelektion vorgeladen wurde. Nachdem der Schuliuspektor, der Bürgermeister, der Schulvorstand und noch mehrere Mitglieder ihre Zufriedenheit mit meiner Lehrgeschicklichkeit ausgesprochen, bekam ich noch keinen Bescheid, vielmehr wurde ich ersucht, meine Reise bis zum nächsten Tage auszuschieben und abends den Schulvorstcher Herrn Julius Seligsohn, der zugleich erster Korporations- Vorsteher war, zu besuchen. Hier traf ich etwa acht oder neun Herren, mit denen ich in kurzer Zeit in eine talmudische Disputation verwickelt war. Wie ich mich später überzeugte, waren es die hiesigen „Lamdouim" (Gelehrten), die sich wahrscheinlich überzeugen wollten, ob ich auch die genügenden Kenntnisse im Hebräischen besitze. Alles für 510 Mk. jährlich. 'Nicht wenig überrascht hat es mich doch, hier einen Lamden zu finden, der auch in der hebräischen Grammatik bescheid wußte es war dies Herr Samuel Seligson, Verfasser eines Buches „hii-aum“ (der Frühling). In den ersten Jahren meines Hierseins kam noch der Rabbiner Benzion aus Margonin (gestorben in Berlin) zweimal im Jahre (vor Peßach und vor rosch haschanah (Neujahr) hierher, um in der Synagoge zu 6a, s. denen (predigen). Diese Dtrascha bestand aus zwei Teilen: „Magidis“ (Moralpredigt) und „Charifis“ (talmudische Disputationen). Mit „Magidis“ begann der Rabbi seine Derasdie, kam bald nachher aus das talmudische Gebiet rmd schloß ebenfalls mit — „Magklis.“ Während der Talmud-Erklärungen warfen einige Gelehrte der Gemeinde verschiedene Fragen ans, welche andere wieder zu beantworten und den Rabbi dadurch mit zu verteidigen suchten; es entstanden in der Synagoge solch heftige Disputationen, daß man glauben konnte, die Geister werden derart aus einanderplatzen, und man jeden Augenblik einen Knäuel Aufeinanderbalgender zu sehen bekommen werde. Das Gros der Gemeinde hat zwar nichts davon verstanden, hörte aber doch ruhig schmunzelnd zu. Trotzdem auch ich mich ganz ernsthaft an der Debatte beteiligte, wurde ich dennoch von keiner Seite als ebenbürtig betrachtet: vielmehr galt ich als Neuerer, als Reformer, der darauf ausgeht, das Judentum zu untergraben, und zwar aus folgenden Gründen: 1. Waren die Kinder gezwungen, in der Schule ohne Mütze zu sitzen, 2. Mußten die Schulkinder 8 Uhr morgens in der Klasse sein; hierdurch waren 13 jährige Knaben verhindert — namentlich im Winter — die Synagoge zu besuchen, 3. Wurden Versäumnis-Strafgelder vom Stadtexekutor unnachsichtlich eingezogen, wodurch die Legende sich bildete, der „tatsche Lehrer" bekäme die Hälfte davon und deshalb diese Gseire (Verhängnis), # 4. Bin ich beim Rabbinatskollegium (dazu gehörte der Rabbiner B. aus Margonin und zwei hiesige Gelehrte) der Freigeisterei angeklagt worden: ich soll nämlich in der Schule die Entstehung des Regens erklärt haben. Schrecklich! „Gott läßt regnen, und damit basta", sagte Rabbi B. aus M. Vor meinem Antritt der hiesigen Stelle besuchten bereits — oder sollten besuchen — die jüdischen Kinder die evangelische Schule; dort faßen sie, wenn sie überhaupt hingingen, aus einer abgesonderten Bank und wurden als Parias behandelt. Die Juden betrachteten den Schulzwang als Strafe Gottes, und die Christen — den Lehrer nicht ausgeschlossen — die jüdischen Kinder als Parasiten. Als aber die Gemeinde sich vergrößerte und viele Kaufleute ausgebreiteten Handel mit Tulpen nach der Provinz Preußen, andere sogar großen Woll- und Getreidehandel mit Berlin auknüpften. da trachteten diese darnach, ihren Kindern einen zeitgemäßeren Unterricht zu verschaffen, als ihn das Cheder bot, zunächst durch Hauslehrer, dann aber im allgemeinen Interesse auch durch Gründung einer zweiklassigen Elementarschule. An der Spitze dieser Bewegung stand der oben erwähnte, stets humane und allgemein beliebte Herr Julius Seligsohn. Daß der erste Lehrer durchaus ein ehemaliger Bachur sein sollte, war eine Konzession, die Herr S. dem Gros der Gemeinde machte, um sie für das Projekt, eine jüdische Schule zu gründen, da diesem ohnehin von seiten der Bromberger Regierung viele Schwierigkeiten in den Weg gelegt wurden, zu gewinnen. Wie herrlich weit es die jüdischen Kinder in der evangelischen Schule gebracht hatten, beweist der Umstand, daß von den damals vorhandenen 105 schulpffichtigen Kindern nur 17 schlecht lesen konnten. Und diese 17 bildeten meine — erste Klasse. Nach drei Jahren schon (1850) änderte sich das gespannte Verhältnis zwischen Eltern und Lehrern. Hierzu trugen ganz besonders die öffentlichen Prüfungen im Deutschen und Hebräischen bei, nicht minder aber auch die öffentlichen Belobigungen, die ich mehrmals von der Königl. Regierung bekommen, ganz besonders aber die Belobigung, welche der Schulvorstand 1852 erhalten, in der die Regierung die Hoffnung ausspricht, der Schulvorstand werde bestrebt sein, mich durch Zulagen an ihre Schule zu fesseln. Es wurde mir auch infolgedessen eine Gratifikation von 25 Thalern und eine Gehaltszulage von 30 Thalern gewährt. Von der Zeit ab lebte ich mit meiner Gemeinde im besten Frieden: ich kehrte weniger den von der Gemeinde unabhängigen, definitiv angestellten Lehrer als vielmehr den

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