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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-06-26 · 26 (26.6.1896) · p. Seite 444

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
26 (26.6.1896)
Date
1896-06-26
Page
Seite 444 (sequence 8)
Language
German
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Seite 444. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Nr, 26. Rabbi“ mit dem Erfolge znzurusen, daß er sich wirklich für einen Rabbiner hält und nach gemessener Zeit sich gedrängt fühlt, die Höflichkeit zurückzugeben und an die Adresse seines Gönners den Dank zu richten: „fiat Morenu“. Diese Erinnerung war nicht nach dem Geschmack des Herrn Tr. Maybanm, der sich unter den Hörern befand, auch nicht nach dem Geschmack einzelner besonders eifriger Meyer-Anhänger unter dem Ausschuß. Sogar Herr Dr. Lachmann, der die Berliner Gemeinde glänzend vertrat, indem er sich der Abstimmung enthielt, war baß entrüstet. — Etwas muß man doch sein! Der Antrag der Kommission wurde schließlich angenommen. Nach einer längeren Mittagspause wurde eiu Antrag des Herrn Dr. Rosenberg-Thorn auf jährliche Einberufung des Gemeindetages abgelehnt, ebenso die Eventualanträge der Einberufung von 2 zu 2 oder 3 zu 3 Jahren. Die Punkte 14 und 17 der Tagesordnung betreffen di' Ausbildung der Kantoren und Schächter. In der Motivierung führt Amtsgerichtsrat Levy-Beuthen diese Anträge zurück auf die namentlich in kleineren Orten sich geltend machende Unzuverlässigkeit der Schächter. Auf die in unserem Lande amtierenden Ausländer ist Herr Levy schlecht zu sprechen. Zur Abhilfe des thatsächlich vorhandenen Uebelstandes verlangt der Antragsteller praktische Kurse an einer eigens zu errichtenden Anstalt. Für den Fall der Annahme dieses Antrages verlangt Herr Simon(?)-Magdeburg einen sechsmonatlichen Kursus an einer tierärztlichen Hochschule, damit der Schächter auch diejenigen Krankheiten erkennen lerne, die bei der Bedika angeblich nicht zutage treten. In höchst elegischen Tönen beklagt Herr Dr. Holzmann-Berlin die in eiu er Anzahl mittleren und kleineren Gemeinden vorhandene Bereinigung von Kantorat, Lehramt und Schächteramt. Die Geringschätzung des Schächtens übertrage sich auch auf die übrigen Funktionen, und auch diese müßten infolgedessen in ihrem Werte sinken. Ter Antrag Levy wolle diese Mesalliance gewissermaßen für alle Zeiten sanktionieren und sei ebenfalls abzulehnen. Bon verschiedenen (Seiten werden die Anträge als nicht in den Kreis der Aufgaben das Gemeindebundes hineinfallend bezeichnet und dementsprechend wird einemotivierteTagesordnung beantragt. Ein beredter Anwalt entstand den so hart angegriffenen Schächtern in der Person des Herrn Dr. Hirsch Hildesheimer. Namens eines großen Teiles der Funktionäre des jüdischen Kultus appelliert er an das Gerechtigkeitsgefühl des Gemeindetages. Für die meisten Gemeinden sei es unmöglich, die drei Aemter von einander gn trennen. Redner erinnert, daß unter den Inhabern des Schächtamts eine große Anzahl hochehrenhafter Männer, tüchtiger Beamter und mit Erfolg wirkender Lehrer sich befinde. Der Kern des Nebels, das Vorhandensein so vieler Ausländer, liege in den jämmerlichen Besoldungsverhältnissen. Herr Lehrer Levy-Berlin glaubt, wenn man Deutsche als Beamte haben wolle, müssen die Gemeindevorsteher das Wort „Meschubod“ erst aus ihrem Lexikon streichen. Ter Schächter sei kein Beamter, noch iveniger ein Kultusbeamter, das Schächten sei einfach ein Gewerbe wie alle anderen auch. Wolle man, daß Deutsche in nennenswerter Anzahl dem Dienst der Gemeinden sich widmen sollen, so sei gute Bezahlung und anständige Behandlung nötig. Nach weiterer unerheblicher Debatte werden die Anträge abgelehnt. Die von Herrn Dr. Adler-Berlin eingeleitete Besprechung der Erziehung verwahrloster Kinder zeigte trübe Bilder: Eltern, die mit Hausieren und Betteln ihren Lebensunterhalt sich gewinnen, Kinder, die von frühster Jugend an ohne Erziehung, ohne Unterricht, mit den schlechtesten Beispielen vor Augen auswachsen. Es wurde mancherlei in Anregung gebracht: Zwangserziehung, Errichtung von Asylen u. s. w. Die Besprechung endet mit der Annahme eines Antrages, der Erziehungsausschuß des Gemeindebundes solle geeignete Maßregeln in Erwägung ziehen und zur Ausführung bringen. Zum Schluß werden sämtliche Mitglieder des Ausschusses per Akklamation wiedergewählt; für die durch Tod ansgeschiedenen soll eine Zuwahl seitens der Gewählten vorgenommen werden. Im Namen der Versammlung spricht Prof. Philippson dem Vorsitzenden für seine vortreffliche Leitung Dank und Anerkennung aus, Herr Justizrat Josephthal wiederum überträgt diesen Dank ans die Anwesenden und hofft von ihren Beschlüssen einen bleibenden Segen für das Judentum und seine Bekenner. So weit unser Bericht. Eine kritische Würdigung aller dieser Verhandlungen bringen wir in nächster Nummer. >ik Freie israelitische vmi»iMg. Im Anschluß an die Beratungen des Deutsch - Israelitischen Gemeindebundes fand am Montag (22.) Abend die zweite Voll-Versammlung der Freien israelitischen Vereinigung im Logenhause zu Berlin (Wilhelmstraße 118) statt. Die Eiuleitrrng bildete eine „programmatische Erklärung", die Herr Gustav Tuch (Hamburg) gab, daran schloß sich ein Vortrag des Herrn Dr. Bodenheimer (Köln) über „jüdische Kolonisation" und ein zweiter Vortrag des Herrn Dr. I. Löwenberg (Hamburg) „zur Frage der Erziehung". Das waren drei Vorträge, und recht ausführliche dazu; aber auch wer sie von Anfang bis zu Ende genau verfolgt hatte, war nicht imstande zu sagen, was eigentlich die Freie israelitische Vereinigung beabsichtige. Hier und da konnte man wohl etwas hören, was wie ein Plan anssah und an ein bestimmtes Ziel erinnerte; doch der Gesamteindruck war von einer argen Verschwommenheit, als trauten die Herren sich nicht recht, ihre eigenen Gedanken offen zu bekennen, und ganz deutlich war es, daß den — freiwilligen und unfreiwilligen — Unterzeichnern der Einladung recht sehr daran lag, nichts erkennbar werden zu lassen, als unverbindliche und darum bedeutungslose Redewendungen. Herr Dr. Bodenheimer hatte seinem wohldurchdachten Vortrage eine vorsichtige Resolution angefügt, die sich für die jüdische Kolonisation aussprach und diskutiert werden sollte. Es kani aber nicht zu einer Diskussion, angeblich wegen der vorgerückten Stunde. In Wirklichlichkeit war wohl der Gegenstand so manchem zu heiß und zu heikel, der nicht darauf verzichten will, bei allen und allen das Judentum betreffenden Fragen den Protektor zu spielen, auch wenn die Protektion in der Bestattung allein sich bethätigt. Herr Syndikus Minden (Berlin), als Reformgemeindjt«,®*'®4 „t«,»» I Liberalen beka"' ‘ Versammlung dn B lUtiD« üb I“' i( Diskussion slch „flicfjten könne. _ titrht die Auoma wegen m t die Zeichnung em« 11; dm Bewußtsem nach l Tiefe Ausführungen m reichen und dicken, ubr die Herren Vortragende dch unter Lächeln su gefallen. Ta du Nach siir niemanden sonst t\ heben, und die Versm Resolution besprochen mung zu der Resolut! wieder einmal als P' innerlich fremd ist. Von einem romii seine in einem verschli Decke aus Rosen heral i die Gaste die kaiserlich war. Doch das Enlz nicht aushören wollte, schließlich wandelte e mußte, da die buftig1 begrub. Man sieht, daß ■ anmutig scheinenden Gäsar gleichzuthun. keine rötliche, nur eb Vereinigung wird er Protektoren: woci

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