Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 25 (19.6.1896)
- Date
- 1896-06-19
- Page
- Seite 435 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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3lt. 25, r.kb? «Mi, «fci« i» k bü Setmbiibui,, pädagogisch ge- ' zu fragen. Uz mirfn unserer Zeit besonders le Einführung eines beacht, in Verbindung chen in Deutschland b empfehlen." - Antrag Weilburg ct. 8-: ^er der jüdische Religionsstellt, und diese Aufsicht, ' erworbenen preußischen leeigneten Personen, den «trag des Herrn Amts- 5)ie Errichtung von Anrn und Vorbetern ist ein detag wolle beschließen:;e zur Erreichung dieses elben Herrn: „Der Geu wirken, den Religions- Ichulen als obligatorisch örden wegen Uebernahme ig zu werden." ter Virchows Präsidium rnationalen medizinischen :n, seine Thätigkeit nur üegenheit für die deutschen vorher geregelt werden, beinahe unmöglich, ohne > zu gelangen; da aber i deutschen Aerzte jüdischer n ist, daß diese von dem chluß gefaßt, oie jüdischen ch besonderen wf neugierig die ja bald Nr. 25. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 435. Transparenten geziert war. Am Eingänge des Tempels prangte ein Willkommengruß, in hebräischen Worten ausgedrückt. Beim Eintritt in den Tempel begrüßte die Jugend ihren Lehrer durch einige Lieder. Im Gange bis zum Allerheiligen hatten die Ehrengäste zur rechten und linken Seite ihre Plätze eingenommen. Der Tempel war gedrängt voll, und das massenhafte Grün verlieh dem Gotteshause einen prächtigen Anblick. Der Gemeinde-Borsteher begrüßte sodann namens der Gemeinde den Prediger und Lehrer und führte ihn an seinen Sitz. Herr Dr. Lewin bestieg die Kanzel, richtete Dankesworte an seine Gemeinde und entrollte in markigen Worten das Programm eines wirklichen Geistlichen der Gemeinde. Die in jeder Art und Weise formvollendete Rede machte sichtlichen Eindruck auf die andächtigen Zuhörer; sie schloß mit einem Gebet für die engere Gemeinde, die Stadt und ihre Bewohner, das Gesamt-Vaterland und den Lenker der Geschicke des Reiches. Nachdem noch das Abendgebet verrichtet und ein Lobgesang angestimmt worden war, verließ die große Menge das Gotteshaus. Abends hatten sich die Vertreter der Gemeinde, die Ehrengäste und eine große Anzahl Bürger im Rauerschen Saale zu einem Festessen vereinigt. Das Hoch auf den Kaiser brachte Herr Gemeinde- Vorsteher Miodowski aus, welches in die Nationalhymne ausklang und an den: sich alle Anwesenden lebhaft beteiligten. Bei Tische reihten sich dann noch zahlreiche ernste und heitere Toaste an. ft Prerlili, 7. Juni. Die Trauung des k. und k. Regimentsarztes Herrn Dr. Gustav Altschul in Troppau mit Fr. Rosalia Goldberg aus Drohobycz wurde hier vom Rabbiner Herrn Dr. I. Tauber vorgenommen. Der Bräutigam ist ein Enkel des gewesenen mährischen Landesrabbiners Rabbi Nachum Trebitsch, die Braut ist eine Enkelin des gelehrten Mäeens Herrn Selig Lauterbach in Drohobycz. Die jüdisch-literarischen Themata, die während der Tafel von der Tischgesellschaft behandelt wurden, werden bleibende lehrreiche Erinnerung bei allen Anwesenden zurücklassen. O Wien. Dozent Dr. David L. Reitzes, der eine wissenschaftliche Reise nach Palästina zur Erforschung des Krankheitspilzes Achorion Schönleinii unternommen, ist nun ein trauriges Opfer seines Berufes geworden. Der junge Gelehrte hat sich durch eine Infektion die durch Achorion Schönleinii verursachte Krankheit bei seinen Arbeiten selbst zugezogen und liegt hoffnungslos darnieder. Dozent Dr. Reitzes, welcher Gegenstand der aufmerksamsten Pflege von seiten seiner Kollegen ist, fügt sich mit Resignation in sein Schicksal. £ Wien, 12. Juni. Die kaiserliche Akademie der Wissenschaften in Wien hat in der mathematischnaturwissenschaftlichen Klasse den ordentlichen Professor der Zoologie an der deutschen Universität in Prag, Dr. Berthold Hatschek, zum inläudischen korrespondierenden Mitgliede gewählt. Der neue Akademiker ist eine hervorragende Kapazität auf dem Gebiete der Zoologie, was schon aus der Thatsache hervorgeht, daß derselbe als Jude im jugendlichen Alter von dreißig Jahren zum Ordinarius an der altberühmten. Prager Universität ernannt wurde. X Wie», 12. Juni. Eine Szene von der Straße: Durch die Halbgasse am Neubau ging jüngst der dreiundsechszigjährige Hausierer Jacob Heller und schrie sein „Handeln!" zu den Fenstern hinauf. Der eben vorüberfahrende Kutscher Franz Mauser hörte dies und rief dem Alten zu: „Jud', es wär' besser, Du möchtest arbeiten!" — „Wie ich so jung war wie Du," erwiderte der Hausierer, „habe ich auch gearbeitet." Diese Antwort „empörte" den Kutscher derart, daß er vom Wagen sprang und dem alten Manne einen so wuchtigen Schlag versetzte, daß er zusammenstürzte und zehn Minuten lang bewußtlos liegen blieb. Mauser hatte sich deshalb gestern vor dem Strafrichter des Bezirksgerichts Neubau, Ratssekretär Dr. v. Feyerer, wegen Uebertretung gegen die körperliche Sicherheit zu veranworten. Der Angeklagte war nicht erschienen. Der Richter fragte den als Zeugen vernommenen Hausierer: „Verlangen Sie irgend einen Ersatz von dem Angeklagten?" Zeuge: „Nein. Ich will nicht einmal, daß der Mann bestraft wird. Er hat vielleicht Weib und Kind daheim, und sollen die für die Verirrung ihres Ernährers büßen?" Der Richter verurteilte den Angeklagten in contumncinm zu einer Woche Arrest. Y. Wien, 12. Juni. Einen Einblick in die stnanziellen Verhältnisse der Wiener Kultusgemeinde gewährt die folgende „Zusammenstellung zum Rechnungs-Abschlüsse pro 1895." Einnahmen Ausgaben Rituelles Bad. — 1 950,00 7-» Bethaus-Verwaltung Stadt . . 16 205,54 18 296,03 V2 f „ „ Leopoldstadt 20 489,66 24 780,97 „ „ Sechshaus . 7 397,41 13 852,50 „ „ Ottakring 4 930,53 9 803,42V2 „ „ Währing . 4 937,16 16 623,89'/2 Bethäuser-Filialen . 5 894,00 9 ] 62,56 Jugend-Gottesdienst. — 4 508,50 Fleischbank I. Bezirk. 2 900,00 2 617,48 j£J| Häuser-Erträgnisse. 15 834,64 9 488,36 Prediger und Rabbiner .... 8,86 24 889,62 72 ■ i* ’ 9 Mohelin ».sonstige rituelleAusgaben — 2 090,50 Gebände-Jnspektion. 0,16 1 080,107a Gemeinde-Bibliothek. 25,50 2 043,22 .» Unterrichtsanstalten u.Lehrergehalte 21 439,62 65 287,19 if - i Friedhof Central. 116 251,90 68 939,47 Friedhöfe rc. — 1 667,90 Rituelle Verköstigung. 86,68 1 224,10 Altersversorgungshaus-Verwaltung 21 931,87 27 011,01 iS Spital-Verwaltung. 28 472,54 66 014,517a fm Unterstützungen und Beiträge . . 23 664,70 53 016,00 iüf| Kultusbeiträge. 190 969,00 — i M> Einkaufsgebühren. 4 315,00 —; Hi Gemeinde-Verwaltung .... 7,75 45 296,777a Matrikel-Amt. 3 139,77 7 402,13 Pensions-Zulagen. — 3 651,86 t Bl Gnadengaben. 218,75 7 666,22 \ m Zinsen. 5 557,44 31 164,16 iW; Besondere Auslagen. 5 051,97 24 387,70 Effekten-Konto. 30 120,00 30 030,00 Summe . . 529 904,45 585 937,20'/a Daher ein Defizit im Betrage von fl. 56 032,7572. (Für den Bau von Theatern und zur Unterstützung „in Not geratener"