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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-06-12 · 24 (12.6.1896) · p. Seite 418

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
24 (12.6.1896)
Date
1896-06-12
Page
Seite 418 (sequence 14)
Language
German
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Seite 418. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Nr. 24. die Synagoge wieder von der Kirche gar manches Gesangesstück übernommen und überkommen hat. -- Nach einer vortrefflich geleiteten und ausgefallenen Lehrprobe aus der Einführung des jüdischen Schülers in die Liturgie, gehalten von Lehrer Karo-Allenstein, schloß die Versammlung. — Die Gemeinde Allenstein hatte es sich nicht nehmen lassen, ihre Gäste zu bewirten. Abends 8 Uhr begann das Festmahl im großen Saale des „Deutschen Hauses". Da gab es nicht nur gutes Essen, sondern auch manchen guten Trinkspruch, dessen sich keine Gesellschaft zu schämen braucht. Den Reigen derselben eröffnete der Kaisertoast des Dr. Rülf-Memel, und hierauf kamen alle möglichen Toaste, abwechsend mit eigens für diese Gelegenheit gedichteten Festliedern, sowie Gesänge mit Klavierbegleitung, ausgeführt durch den Oberkantor Birnbaum-Königsberg, zum Vortrage. Erst nach zwei Uhr in der Nacht trennte sich die Gesellschaft, woran nicht nur eine Anzahl des männlichen Teils der Gemeindemitglieder Allensteins teilgenommen, sondern wozu sich auch sehr viele Frauen als Zuhörerschaft eingefunden hatten. X Ostrowo, 27. Mai. Die gegenwärtig aus nur 9 Mitgliedern bestehende israelitische Gemeinde in Sulmierzyce hat jüngst beschlossen, daselbst ein kleines Gotteshaus zu errichten. Die wenigen Mitglieder haben zu diesem Zwecke durch freiwillige Gaben bereits 1000 Mark aufgebracht; nunmehr hat sich die Gemeinde an den Oberpräsidenten gewandt, ihr zu gestatten, bei den israelitischen Gemeinden innerhalb der Provinz Posen Sammlungen zur Vergrößerung des Baufonds zu veranstalten. Bis jetzt haben sich die Mitglieder der kleinen Gemeinde zum Gebet in einer hierzu gemieteten Stube vereinigt. X Neutomischel, 6. Juni. Dem Rentier Herrn Meyer Josephsohn, welcher das Amt eines Korporationsvorstehers der hiesigen israelitischen Gemeinde über 35 Jahre verwaltet hat, wurde bei seiner Uebersiedelung nach Posen vom Vorstande und den Repräsentanten ein Diplom als Anerkennung überreicht. Zu Ehren des langjährigen Repräsentantenvorftehers, Herrn Michaelis Josephsohn, fand bei seinem Scheiden am Donnerstag in Rohlfings Hotel ein Abschiedskommers statt, zu welchem auch Herr Bürgermeister Witte erschienen war. O Nürnberg, 1. Juni. Am 25. und 26. Mai tagte hier die IV. freie Konferenz der bayrischen Rabbiner, an der sämtliche Herren entweder persönlich oder durch geschäftsordnungsmäßige Vertretung teilnahmen. Es waren erschienen die Herren Adler-Kitzingen, Bamberger-Bad Kissingen, Dr. Bamberger-Burgpreppach, Dr. Cohn-Jchenhausen, Dr. Eckstein- Bamberg, Dr. Kohn-Ansbach, Dr. Kusznitzky-Bayreuth, Dr. Meyer-Regensburg, Dr. Neuburger-Fürth, Dr. Stein-Schweinfurt, Dr.Weinberg-Salzburg, Dr. Werner-München, Wißmann- Schwabach, Dr. Ziemlich-Nürnberg. Als Gäste waren anwesend die Herren Justizrat Josephthal, Gallinger, Jung, Mitglieder der Kultusverwaltung Nürnberg und Dr. Braunschweiger und Dr. Tachauer-Würzburg. — In Vertretung des erst zur zweiten Sitzung erschienenen Vorsitzenden des geschäftsführenden Ausschusses eröffnete Dr. Neuburger die Sitzung mit einigen begrüßenden Worten, stellte ein neneingetretenes Mitglied und die Herren Gäste vor und schloß mit einem begeistert aufgenommenen dreifachen Hoch aus Se. Kgl. Hoheit den Prinzregenten. Die Versammlung beschloß wie in den Vorjahren einstimmig die Absendung eines Huldigungstelegrammes. Zum Vorsitzenden wurde Herr Dr. Ziemlich, zu dessen Stellvertreter Tr. Cohn gewählt. Das Schriftführeramt übernahmen Dr. Bamberger und Dr. Weinberg. — Den wichtigsten Beratungsgegenstand der diesjährigen Konferenz bildete der „Lehrplan für den Religionsunterricht in Mittelschulen", den die in Bamberg gewählte Kommission mit großer Hingebung und Gewissenhaftigkeit ausgearbeitet und, dem vorjährigen Beschluß zufolge, vor der Zusammenkunft den Kollegen zur Prüfung zugesandt hatte. Zu einer ins Einzelne der umfangreichen Arbeit gehenden Diskussion reichte die zur Verfügung stehende Zeit nicht aus; es wurden daher nur die Abschnitte I und II „Disziplinen" und „Lehrziel" gründlichst durchberaten und in der lebhaften Debatte wie in den Beschlüssen die wichtigsten Prinzipien erörtert und festgestellt. Die Konferenz sprach als Resolution den Wunsch aus, der Plan solle zunächst, soweit es thunlich sei, in den beiden untersten Klassen dem Unterrichte probeweise zu Grunde gelegt und die praktischen Ergebnisse zum Gegenstand weiterer Besprechungen gemacht werden. Herr Dr. Cohn berichtete über die Thätigkeit des geschäftsführenden Ausschusses in der Pensions-Angelegenheit und gab nähere Details über die seitens der einzelnen Herren — nach Abzug der vom Finanzausschuß gewährten Zuschüsse — an die Kasse zu leistenden Beiträge. Der geschäftsführende Ausschuß wird die nötigen Schritte thun, um fernere, wünschenswerte Erleichterungen für die nicht kontraktlich pensionsberechtigten Kollegen zu erwirken. — Der Rest der Sitzung war durch einen sehr anregenden Meinungsaustausch über mehrere höchst wichtige, internere amtliche Angelegenheiten in Anspruch genommen. — Am Schluß der Konferenz — während deren aus der allerhöchsten Geheimkanzlei 'des Prinzregenten ein huldvolles Antworttelegramm eingelaufen war — wurden die bisherigen Mitglieder des geschäftsführenden Ausschusses, die Herren Doktoren Cohn, Neubürger, Bamberger (Kissingen) und Ziemlich wiedergewählt; neugewählt wurden die Herren Dr. Werner (München), der auch bisher die Thätigkeit des Ausschusses mehrfach wirksam unterstützt hatte, und gemäß 8 10 der Geschäftsordnung, nach welchem die Ausschußmitglieder zu beiden Teilen den verschiedenen religiösen Richtungen angehören sollen, Dr. Meyer (Regensburg); als Ersatzmänner wurden bestimmt die Herren Doktoren Groß und Stein. Au die Rabbinerkonferenz schloß sich auch in diesem Jahre eine Ausschußsitznng des „Landesvereins zur Unterstützung notleidender israelitischer Kulmsgemeinden in Baiern" an. Dieselbe fand unter dem Vorsitz des Herrn Justizrat Gunzenhäuser-Fürth und unter großer Beteiligung von Rabbinern und Gemeindevertretern am 26. Mai nachmittags statt und lieferte den erfreulichen Beweis für das dem Verein allseitig bekundete Interesse sowie für dessen erspriesliche Thätigkeit. Nach einem eingehenden Kassenberichte, den Herr Dr. 'Nürnberger erstattete, berichtete der Vorsitzende über die eingegangenen Unterstützungsgesuche, deren Zahl sich auf 36 belief, und stellte seine auf gründlicher Information und wohlwollender Prüfung der Verhältnisse beruhenden Anträge, welche fast ohne Debatte die Zustimmungl der versammelten Ausschußmitglieder finden konnten. Die gesamten Unterstützungen betrugen nahezu 7000 Mark. Am bemerkenswertesten sind die nach § 3 Ziff. 4 bewilligten

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