Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Allgemeine Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 5 (1896)
- Issue
- 24 (12.6.1896)
- Date
- 1896-06-12
- Page
- Seite 419 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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3h: 24. Nr. 24. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 419. °"!' H« 3i«i ■ 41t. $ag SäiciftfätiKt. wb Tr. Weinberg. - Ten!er diesjährigen Konferenz rglonsunterricht in Mittelste Kommission mit großer t ausgearbeitet und, dem r der Zusammenkunft den ltte- Zu einer ins Einzelne t Tisknssion reichte die zur > wurden daher nur die und „Lehrziel" gründlichst Debatte wie in den Beschlüssen nd festgestellt. Tie Konferenz ms, der Plan solle zunächst, nden untersten Klassen dem gelegt und die praktischen rer Besprechungen gemacht te über die Thätigkeit des der Pensions-Angelegenheit seitens der einzelnen Herren usschuß gewährten Zuschüsse läge. Ter geschästsführende Zchritte thun, um fernere, für die nicht kontraktlich erwirken. — Tor Rest sehr anregenden Meinungsinternere amtliche mommen. - Ai eren aus der allerhöchsten „ ein huldvolles Antwortvurden die bisherigen Mitzschusses, die Herren Doktoren jungen) und Ziemlich meder- >erren Tr. Werner «München), Ausschusses mehrfach wirksam l der Geschäftsordnung, nach seiden Teilen den versche- ÄÄLL cttüigiws 0 tt unjl licfei «U Dem Vemn« i . eini Md,» i»1«1' ,etrugen Za Subventionen zur Bildung von Kultusgemeinden in Strausberg und Hof, deren geistliche Leitung die Herren Dr. Mayer- Regensbnrg und Dr. Knsznitzky - Bayreuth zu übernehmen sich bereit erklärten, und die gemäß § 2 beschlossene Unterstützung eines 82jährigen emeritierten Lehrers, dem die kleine Gemeinde, in welcher er mehrere Jahrzehnte lang segensreich gewirkt hat, aus eigenen Mitteln keine Pension zu geben vermag. Im klebrigen wurden Unterstützungen in Einzelbeträgen von 40 bis 400 Mark bewilligt zur Errichtung bezw. Reparatur von Schulhäusern, Synagogen, Ritualbädern, zur Beschaffung oder Verbesserung von Religionsunterricht und als Beiträge zu den Gehältern von Lehrern in kleinen, finanziell schwachen Gemeinden. Einer liebenswürdigen Einladung der Kultusverwaltung folgend, blieben ein großer Teil der Rabbiner und Vorsteher in heiterer Geselligkeit nach der ernsten Arbeit bis Mitternacht vereint. X Labern, 2. Juni. In der hübsch geschmückten Synagoge fand am Sonntag die Installation des neuen Rabbiners von Zabern, Herrn Dr. Staripolski, statt. Der Feier wohnten Kreisdirektor Dr. Dieckhoff und Bürgermeisterei- Verwalter Baumbach bei. Ferner waren erschienen die Vorstände der israelitischen Gemeinden Dettweiler, Hochfelden, Schweinheim und Neuweiler, die zum Rabbinat Zabern gehören. d. Wien, 3. Juni. Im Magistrats - Sitzungssaale des Rathauses fand am 2. t>. M. die Ziviltrauung des Herrn Max R. von Gntmann, des ältesten Sohnes des verstorbenen Wilhelm R. von Gutmann, mit Fräulein Emilie Hartmann, einer Tochter des Hofschauspielerpaares Ernst und Helene Hartmann, statt. Als Trauungszeugen fungierten Baron Leitenberger und Pros. Kaspar v. Zumbusch. Zur Seite der Braut stand deren Vater, neben dem Bräutigam dessen Onkel David R. von Gutmann. Den Trauungsakt nahm Magistratsrat Müller vor, der an das Brautpaar eine kurze Ansprache richtete, worauf der Ringwechsel vollzogen wurde. Der Zeremonie wohnten nur die Familienangehörigeu des jungen Paares bei. Herr von Gutmann hat aus Anlaß seiner Vermählung den Armen der Stadt Wien 1000 Gulden gespendet. O Budapest, 6. Juni. Budapest hat eine jüdische Bevölkerung von 150 000 Seelen. Unter diesen befinden sich zwei Mitglieder des Magnatenhauses, vier Mitglieder der Deputiertenkammer und zwei Staatsanwälte. Ferner giebt es dort 230 jüdische Advokaten, 298 Aerzte, 52 Professoren, 20 Architekten, 45 Ingenieure, 44 Journalisten, 6 Sänger, 5 Bildhauer und 5 Komponisten. — Tie Kaiserin von Oesterreich besichtigte während eines Besuches, den sie der Millenium - Ausstellung zu Budapest abstattete, die der kirchlichen Kunst gewidmete Abteilung. In dieser Abteilung befinden sich zahlreiche von jüdischen Gemeinden und Privaten ausgestellte Gegenstände, die von Juden für religiöse Zwecke in der Synagoge und zuhause gebraucht werden. Die Kaiserin informierte sich über die Bestimmung dieser Gegenstände (silberne Kannen und Becken für die Kohanim, goldene und silberne Kiddusch-Becher und Riechbüchsen, Schmuck für die Torahrollen und Vorhänge für die Bundeslade) und war überrascht, als sie erfuhr, ein wie wichtiger Faktor die Synagoge bei der Förderung der Gold- und Silberschmiede-Kunst ist. £ Meerane, 7. Juni. Der Antrag des Schulausschusses, ein Klassenzimmer der Bürgerschule für den israelitischen Religionsunterrichten betreffenden jüdischen Familien zu überlassen, wurde vom Rat mit der Begründung abgelehnt, daß es dem Charakter der konfessionellen christlichen Schule widerspreche, einen nichtchristlichen Religionsunterricht in dem Schulgebäude abhaltenzu lassen. (!!) S* London, 4. Juni. Die Königin von England hat jüngst, anläßlich der Feier ihres Geburtstages, Herrn Joseph Sebag Montefiore die Ritterwürde verliehen, „in Anerkennung der hohen Stellung, die er in seiner Gemeinde und im Staate einnimmt." Herr Joseph Sebag Montefiore ist Friedensrichter für Kent; 188? war er oberster Sheriff von Kent. Geboren wurde er 1822 als Sohn Salomon Sebags aus seiner Ehe mit Sarah, der ältesten Schwester Sir Moses Montefiores. Als Neffe des verstorbenen Sir Moses wurde er zum Universalerben des ausgezeichneten Philanthropen ernannt, und außer einer Baarsumme erbte er mit das Schloß des Sir Moses zu Ramsgate. Im Jahre 1885 nahm er mit königlicher Erlaubnis den Namen Montefiore an. Als Sephardi geboren, war er Jahre lang ein einflußreiches Mitglied der spanischen und portugiesischen Gemeinde; gegenwärtig ist er Präsident der Aeltesten, die höchste Stellung in jener Gemeinde. Vor wenigen Monaten wurde er vom Könige vom Italien zum italienischen General-Konsul ernannt. £ Aus Rußland. Die „Neue Dörpt. Ztg." entnimmt dem soeben ausgegebenen „Zirkular für die Rigaer Lehrbezirke", folgende ministerielle Verfügung: „In der Stadt Moskau finden sich sowohl im Laufe des Semesters, als auch während der Ferien zum Wiedersehen mit ihren Verwandten Juden, Studierende anderer Universitäten ein, wobei sie bei ihrer Ankunft Zeugnisse vorweisen, die ihnen von der Universitäts-Obrigkeit zum Aufenthalt in Moskau ausgestellt sind. Nach dem Gesetz ist jedoch das Recht, überall im Reiche sich aufhalten zu dürfen, unter anderem nur denjenigen Juden gestattet, welche ihren Kursus in den höheren Lehranstalten absolviert haben; Hinweise darauf aber, daß die Juden für die Zeit ihres Studiums in diesen Lehranstalten sich eines solchen Rechtes erfreuen, giebt es nicht. Aus diesem Grunde und dem vorzubeugen, daß jüdische Studierende nach Moskau reisen und damit nutzlos Zeit und Geldmittel vergeuden, hat Seine Kaiserliche Hoheit der Moskauer Generalgouverneur den Herrn Minister der Volksaufklärung ersucht, die Aenderung zu treffen, daß die Universitäts-Obrigkeit Scheine zum Aufenthalt in Moskau solchen jüdischen Studierenden, welche nicht an und für sich das Recht zum Aufenthalt in Moskau haben, nicht verabfolge. Vorstehendes wird zu genauer Ausführung und Anleitung im Lehrbezirke bekannt gegeben. — Die Rabbiner, welche offiziell den Krönungsfesten in Moskau beiwohnten, waren Dr. Drabkin, der Kronrabbiner (d. h. von der Regierung ernannte Rabbiner) von Petersburg, Rabbi Segal von Warschau und Rabbi Mase von Moskau. Sie trugen weiße Atlasgewänder und hatten ihren Platz unter der Geistlichkeit der nicht-christlichen Religionen. Jeder der drei Rabbiner erhielt eine Ordensauszeichnung, eine goldene Medaille mit der Inschrift „Für Eifer", die am Bande des . Stanislaus-Ordens getragen wird.