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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1896-06-12 · 24 (12.6.1896) · p. Seite 417

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
5 (1896)
Issue
24 (12.6.1896)
Date
1896-06-12
Page
Seite 417 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 24. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 417. mäßig verteilt. Mein Kollege erhielt 85 Pfennig. Er beabsichtigt sich beschwerdesührend an den D. I. G. B. zu wenden, denn wir haben aus sicherer Quelle erfahren, daß die Vorstandsmitglieder der Ahawas Achim je 50 Mark Reiseentschädigung erhalten haben und daß der Präsident des Deutschen Reichsverbandes jüdischer Religionslehrer die gesamten Mitgliedsbeiträge verreist, verschreibt und verdruckt und nun soll unsereiner mit 85 Pfennigen eine Konferenz besuchen! Vielleicht schasst der Lehrerbund hier Abhilfe, wir werden ihn durch eine Resolution darin energisch unterstützen — ich schreibe Ihnen noch darüber! Unsere Tagesordnung enthält, wie Sie sehen, viele neue und interessante Punkte, die durchaus nachahmungswert sind. Zuerst tagen wir nicht mehr um Pfingsten, sondern um Tischo 1) ’aw. Wir ersparen uns dadurch die Umstände mit der Einquartierung und Verpflegung fremder Gäste. Sie wollen darum die Tagesordnung unsrer diesjährigen Konferenz auf der ersten Seite des roten Umschlages mit großen Buchstaben, wie folgt, setzen lassen: o. crgesor dnung der Aonferenz der Aultusbeamten vom Bezirk Krähwinkel und Dallrsrvde am 9. Ab 565ti. 1. Begrüßung der Gäste. (Herr Schriftsteller I). Dalles.) 2. Ansprache an die Versammlung. (Herr I). Dalles.) 8. Referat des Delegierten über die Konferenz. (Herr Lehrer Dalfon.) 4. Antrag für die nächstjährige Konferenz, auch unsere Frauen zur Beratung zuzuziehen. (Herr D. Dalles.) 5. Lese-Uebersetzungsprobe an der Hand des Esehu Mekomon mit Demonstrationen. (Herr IX Dalles.) 0. Der Schalent und die Inden in etymologischer, ethnographischer, kapitalistischer und sozialistischer Beleuchtung. Studie mit Demonstrationen. (Herr 1). Dalles.) 7. Abends: Gemeinschaftliches Abendgebet und (Alle. Teilnehmer.) 8. Schluß. -st -st rst IX K. Den Vortrag: „Der Schalent re." möchte ich auch in verschiedenen Litteratur - Vereinen halten. Sie sind doch wahrscheinlich mit den Leitern des Berliner Vereins befreundet; machen Sie ihnen den Vorschlag, daß ich mit meinem Vortrag die Saison in Berlin eröffne. Sollte auch der Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens mir einen Vortrag übertragen wollen, so bin ich bereit, den Titel zu ändern und über „Der Schalent und die Christen" zu sprechen. Mein Wirt, ein wackerer christlicher Gerbermeister, ißt nämlich gern bei mir au jedem Sabbat Schalent — ich schreibe Ihnen noch darüber! Hier und dort. f Allenstein, 6. Juni. Die erste Konferenz des neu gegründeten Vereins jüdischer Religionslehrer Ostpreußens hat hier am 24. und 25. Mai stattgefunden und einen Verlauf genommen, wie wir ihn geivünscht und erwartet hatten. Am ersten Konserenztage wurde nach einem allgemeinen Bericht des Vorsitzenden, Prediger Sturmann - Osterode, und dem Kassenbericht des Oberkantors Birnbaum - Königsberg ein Statnten-Entwurf durchberaten und mit wenigen redaktionellen Aenderungen als Grundlage der Vereinsthätigkeit angenommen. Der Hauptzweck der Versammlung, deswegen sich ja der Verein gebildet und konstituiert hatte, bestand jedoch in dem Anträge auf Anschluß des Vereins an den Verband der jüdischen Lehrervereine im Deutschen Reiche. Ein dahingehender Antrag wurde nach einem ausführlichen Referate des Waisenhaus- Inspektors Peritz - Königsberg angenommen. Ebenso wurde ein Antrag des Vorstandes, den um die Religionsschule und ihre Lehrer in Ostpreußen hochverdienten Rabbiner Dr. Bamberger-Königsberg — jetzt leider krank — zum Ehrenmitglied des Vereins zu ernennen, angenommen. Am 25. Mai nach 10 Uhr begann die Versammlung des folgenden Tages, welche als Lehrer-Konferenz bezeichnet war. Von etwa 75 Kultusbeamten der Provinz waren 34 gegenwärtig. Der Verband der Synagogen-Gemeinden Ostpreußens war durch Rechtsanwalt Schey - Allenstein vertreten, und als Vertreter der Schulinspektion der Synagogen - Gemeinden war an Stelle des erkrankten Rabbiners Dr. Bamberger - Königsberg Rabbiner Dr. Rülf-Memel anwesend. Die Vorträge und Verhandlungen waren außerordentlich belehrend und anregend. Zunächst sprach Herr Peritz-Königsberg über die methodischen Grundsätze für die Auswahl der Uebersetzungsstücke aus dem hebräischen Gebetbuche. Das Referat an sich war selbst ein wahrhaft methodischer, außerordentlich gut disponierter und stilisierter Vortrag. Hieran war ein Antrag auf Wahl einer Kommission geknüpft, welche eine solche methodisch geordnete, für den Unterricht bestimmte Herausgabe einer Auswahl solcher Gebetstücke bewirken soll. — Der Vortrag eines der ältesten und erfahrensten Mitglieder des Vereins, Prediger Sturmann- Osterode: „Die materielle und soziale Lage der Religionslehrer und Kultusbeamten in Ostpreußen," war ein Werk reichster Erfahrung und innigster Teilnahme. Ein erfreuliches Bild der Lehrer und Kultusbeamten in den kleinen Orten, welches der Redner entwarf, war es gerade nicht. Denn da kam ein soziales Elend zu Tage, wie es die übrige Welt sonst gar nicht kennt. Zur Abhilfe dieses Elends sollen eine Anzahl vom Vortragenden aufgestellte Thesen dienen, die beraten und angenommen wurden. Nunmehr folgte eine Frühstückspause von etwa einer Stunde, und hierauf hielt Herr Oberkantor Birnbaum-Königsberg seinen angekündigten Vortrag über die Geschichte des Synagogen-Gesanges in Deutschland. Herr B. ist bekanntlich nicht nur ein gottbegnadeter Sänger, sondern auch ein eifriger Forscher und Sammler auf dem Gebiete des Kirchengesanges, und er hielt einen Vortrag, welcher mit der größten Spannung von Anfang bis zu Ende verfolgt wurde. Am interessantesten waren die Nachweise, wie nicht nur die Kirche von der Synagoge, sondern auch

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